Katzengras – selber ziehen, anpflanzen, Pflege & Wirkung

Katze beim Verzehr von Katzengras
Katze beim Verzehr von Katzengras

Katzen lieben Grünpflanzen. Sind die Tiere Freigänger, knabbern sie gerne an Pflanzen und Gräsern im Garten. Hauskatzen haben diese Möglichkeit nicht, und so bleibt ihnen oft nicht anderes übrig, als Frauchens oder Herrchens Zimmerpflanzen anzufressen. Dies führt nicht nur zur Empörung de Besitzers, sondern häufig auch zu Gesundheitsstörungen, denn viele Zimmerpflanzen sind für Katzen giftig. Damit die Vierbeiner ihren Bedarf an Grünzeug decken können, gibt es Katzengras, welches in einem Pflanzgefäß in erreichbare Nähe der Hauskatze gestellt wird. Dieses Gras kann im Fachhandel käuflich erworben werden; man kann jedoch Katzengras leicht selber ziehen.

Katzengras selber ziehen – Anleitung von Gartenbista

Katzengras selber ziehen – Anleitung für Schnellleser

  • Wirkung: Ausscheiden unverdauter Fellklumpen; Folsäure
  • Nachteile: Katze zu gierig; Gräser scharfkantig
  • Arten: Süßgräser; Sauergräser
  • Standort: hell; hohe Luftfeuchtigkeit
  • Substrat: feucht; durchlässig
  • Anzucht: ganzjährig durch Aussaat; Saatgut 2-3 cm tief in Pflanzgefäße; gründlich gießen
  • Vermehrung: Teilung im Frühjahr
  • Gießen: regelmäßig
  • Düngen: nein!
  • Besprühen: regelmäßig, vor allem im Winter
  • Schneiden: vor der Blüte einkürzen
  • Krankheiten: keine bekannt
  • Schädlinge: selten; Schildläuse bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit
junges Katzengras
junges Katzengras

Katzengras fressen – Marotte oder gesundheitsfördernd?

Katzen knabbern sehr gerne an Gräsern, was oft zum Würgen und Erbrechen führt. Warum sie dieses Verhalten an den Tag legen, bleibt offen: während einige Experten der Meinung sind, dass Katzen Gras fressen, weil ihnen übel ist und sie so Fell und andere unverdaute Mageninhalte wieder loswerden, vertreten andere eine gegenteilige Auffassung. Sie vermuten, dass das Gras Fressen lediglich eine Marotte ist, welche dazu führt, dass den Tieren übel wird und sie sich deshalb erbrechen müssen.

Wie dem auch sei: Katzen lieben Gräser und sollten deshalb nach Möglichkeit auch welche zur Verfügung gestellt bekommen. Freigängerkatzen stillen ihren Bedarf an frischem Grün, indem sie an Pflanzen und Gräsern in freier Natur knabbern; Hauskatzen ist dies nicht möglich. Sie fressen deshalb nicht selten Pflanzen, die giftig für sie sind. Um dies zu vermeiden, stellen ihnen ihre Besitzer gerne Katzengras zur Verfügung, welches ungiftig ist und von den Vierbeinern gerne gefressen wird. Das Katzengras schlechthin gibt es nicht; viel mehr werden eine Reihe von Gräsern unter diesem Sammelbegriff zusammengefasst. Bei Katzengras handelt es sich – vereinfacht ausgedrückt – um nichts anders als Gräser, die extra für Katzen kultiviert und ihnen zur Verfügung gestellt werden.

Katzengras Wirkung

Bei ihrer täglichen Fellpflege schlucken Katzen jede Menge Haare, die sich irgendwann zu einem Fellklumpen vereinigen und den Darm verstopfen. Werden lange Grashalme verzehrt, so führen diese zu einer Verklumpung des unverdauten Felles im Magen, so dass dieses erst gar nicht in den Darm gelangen kann. Unverdaute Haarballen werden so auf natürlichem Wege wieder ausgeschieden, so dass es nicht zur Verstopfung oder zu einem Magen-Darm-Verschluss kommen kann; die Verdauung wird auf natürlichem Wege unterstützt.

Zudem enthält Katzengras Folsäure; ein Vitamin, welches in ihrer gewöhnlichen Katzennahrung nicht beziehungsweise nur in unzureichender Menge vorhanden ist.

Katzengras Nachteile

Manch eine Katze ist etwas unbeherrscht, wenn sie Katzengras in ihrer Nähe hat, und frisst von diesem sehr viel mehr als notwendig. Die Folge: ständiges Erbrechen, auch wenn gar keine Fellansammlungen im Magen vorhanden gewesen sind. Für Katzen, die solch ein Verhalten an den Tag legen, sollte das Katzengras nicht permanent griffbereit stehen, sondern sollte nur in regelmäßigen Abständen bereitgestellt werden.

Leider kommt es auch immer wieder vor, dass die Gräser des Katzengrases zu scharfkantig sind, was dazu führt, dass sich die Katzen die Speiseröhre sowie den Magen-Darm-Trakt aufschneidet. Um derartige Schnittverletzungen zu vermeiden, ist die Auswahl der richtigen Katzengras-Art von immenser Bedeutung.

Katzengras-Arten

Katzengras, welches im Handel als Saatgut oder fertig kultivierte Pflanze erhältlich ist, wird in zwei verschiedene Arten unterteilt:

  • Süßgräser
  • Sauergräser

Zu ersten Kategorie gehören bekannte Getreidesorten wie

  • Gerste,
  • Hafer und
  • Weizen,

aber auch Zimmerbambus, während sich die Sauergräser in der Regel auf Zyperngras beschränken.

Die Samenmischungen von Katzengrassamen, welche im Fachhandel erworben werden können, sind meistens eine Mischung aus den Getreidesorten, da diese in jungem Zustand weich und zart sind und keine Verletzungsgefahr bergen. Diese Gräser eignen sich optimal für Katzen, die sehr häufig an Katzengras knabbern beziehungsweise für Haushalte, in denen mehrere Katzen Zuhause sind. Ist hingegen nur eine einzige Katze vorhanden und/oder frisst sie selten Gräser, sollte besser Zimmerbambus oder Zyperngras kultiviert werden. Diese Pflanzen haben eine wesentlich längere Lebensdauer als die Getreidesorten und sind zudem noch ausgesprochen dekorativ.

Achtung: Bilden die Süßgräser Ähren, sollten sie entsorgt werden!

Katze frisst Katzengras
Katze frisst Katzengras

Katzengras braucht hellen Standort

Bezüglich seines Standorts ist das Katzengras absolut anspruchslos und gedeiht nahezu überall. Einzige Voraussetzungen: das Plätzchen muss hell sein und sollte eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen; dabei ist es unerheblich, ob die Pflanze im Halbschatten, Schatten oder in der Sonne befindet. Optimal geeignet sind Fensterbänke, die zur Ost- beziehungsweise Westseite gelegen sind.

Für heimische getreidearten sind Temperaturen zwischen 15°C und 18°C ideal, jedoch können diese Gräser auch bei niedrigeren beziehungsweise höheren Temperaturen kultiviert werden. Lediglich dauerhaft weniger als 10°C vertragen sie nicht und stellen ihr Wachstum ein, jedoch sind derartige klimatische Verhältnisse in heimischen Wohnungen eher selten anzutreffen.

Sowohl der Zimmerbambus als auch das Zyperngras bevorzugen es etwas wärmer: der Standort darf ruhig Temperaturen zwischen 20°C und 25°C aufweisen.

Katzengras braucht feuchtes Substrat

Von der Verwendung handelsüblicher Blumenerde ist abzuraten, da diese häufig bereits mit Dünger versehen worden ist. Besser ist es, Gartenerde zur Katzengras Anzucht zu verwenden.

Grundsätzlich benötigen sämtliche Gräser, die sich als Katzengras eignen, feuchte und durchlässige Erde, um optimal gedeihen zu können. Ausnahmen bildet lediglich der Zimmerbambus, der keine Staunässe verträgt und auch sonst bestenfalls in mäßig feuchtem Substrat kultiviert werden möchte.

Katzengrassamen
Katzengrassamen

Katzengras selber ziehen durch Samen

Ist die Entscheidung für Katzengras aus heimischen Getreidearten gefallen, so kann dies selbst gezogen werden. Benötigt werden lediglich Samen des entsprechenden Getreides, die vorzugsweise im Bioladen gekauft werden sollten.

Die Anzucht selbst kann ganzjährig erfolgen:

  • Pflanzgefäße mit Erde füllen
  • Saatgut 2-3 cm tief ins Substrat stecken
  • 20 Samen pro Gefäß sind vollkommen ausreichend
  • Gleichmäßig feucht halten

Bereits nach wenigen Tagen sind erste Keimlinge zu sehen; haben die jungen Gräser eine Höhe von etwa 8-10 cm erreicht, können sie den Katzen „serviert“ werden.

Gartenbista-Tipp: Immer nur kleine Portionen Katzengras kultivieren; sobald diese deutlich kahlgefressen werden, eine neue Anzucht beginnen. So haben die Katzen immer frisches Katzengras zur Verfügung.

Katzengras Vermehrung durch Teilung

Katzengras, welches aus Getreide gezogen wird, muss nicht vermehrt werden, da eine Aussaat einfach und erfolgsversprechend ist. Besitzt man hingegen einen Zimmerbambus oder ein Zyperngras, so kann dieses durch Teilung vermehrt werden; die beste Zeit hierfür ist das Frühjahr, wenn die Pflanze ohnehin umgetopft wird:

  • Katzengras vorsichtig aus dem Pflanzgefäß nehmen
  • Wurzelballen leicht auseinanderziehen
  • Rhizome mit einem scharfen Messer durchschneiden
  • Neu gewonnene Pflanzen einzeln in Pflanzgefäße setzen
  • Gründlich angießen

Gartenbista-Tipp: Vor dem Einsetzen Wurzeln kontrollieren! Abgestorbene Pflanzenteile entfernen!

Katzengras Pflege Tipps

  • Gießen: Eine regelmäßige Wassergabe sollte erfolgen, wobei zu beachten ist, dass der Zimmerbambus keine Staunässe verträgt und lieber in nicht ganz so feuchtem Substrat steht. Trocknet die Erde von heimischen getreidearten einmal kurz aus, so ist die kein Problem für das weitere Gedeihen des Grases.
  • Düngen: Es ist dringend davon abzuraten, Katzengras zu düngen, da es einige Gräser gibt, die den Dünger in ihren Blättern speichern. Fressen Katzen nun diese Blätter, so kann die ungewollte Düngeraufnahme zu schweren gesundheitlichen Störungen führen.
  • Besprühen: Damit Katzengras optimal gedeiht, muss eine hohe Luftfeuchtigkeit gegeben sein. diese kann dadurch erreicht werden, dass die Pflanze regelmäßig eingesprüht wird; besonders im Winter ist dieses Procedere sinnvoll, damit sich keine Schädlinge ansiedeln.
Katzengras
Katzengras

Katzengras schneiden?

In welcher Form ein Katzengras Schnitt erfolgt, ist abhängig von der jeweiligen Art:

Zimmerbambus sollte – wenn überhaupt – nur sehr dezent geschnitten werden, da er ansonsten seine schöne Wuchsform verliert und es aufgrund seines langsamen Wachstums lange dauert, bis er wieder nachwächst.

Süßgräser hingegen wachsen sehr schnell: während eines kurzen Zeitraumes bilden sie jene zarten grünen Blätter, welche für Katzen geeignet sind. Diese werden jedoch nach einiger Zeit immer härter und scharfkantiger und sollten in diesem Zustand keinesfalls von Katzen verzehrt werden. In der Regel geht dieser Zustand einher mit der Blütenbildung, demzufolge sollte diese vermieden werden. Bevor sich die Blüte bildet, wird das Katzengras bis auf wenige Zentimeter über dem Boden abgeschnitten; so kann es immer wieder neue, zarte Blätter bilden.

Katzengras Krankheiten und Schädlinge

Katzengras ist robust und widerstandsfähig und demzufolge weder anfällig für Krankheiten noch für Schädlingsbefall. Dieser tritt lediglich dann auf, wenn die Luftfeuchtigkeit zu gering ist: Schildläuse nutzen diese Umstände, um sich anzusiedeln. Ist dies der Fall, dürfen sie keinesfalls mit speziellen Pflanzenschutzmitteln behandelt werden, da diese von den Katzen beim Fressen aufgenommen werden würden. Das betroffene Katzengras kann für einige Tage an einen Platz gestellt werden, an dem Temperaturen unter 12°C herrschen; die saugenden Parasiten werden bei derartigen Bedingungen in der Regel getötet.

Ist diese Methode erfolglos, so bleibt dem Besitzer nichts Anderes übrig, als seine Pflanze zu entsorgen.

 

Graphiken: © st1909 – Fotolia.com; TwilightArtPictures – Fotolia.com; grafikplusfoto – Fotolia.com; emuck – Fotolia.com; Igor Tarasov – Fotolia.com


, Kategorie: Pflanzen

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