Japanischer Kuchenbaum, Cercidiphyllum japonicum: Pflege-Anleitung

Japanischer Kuchenbaum, Cercidiphyllum japonicum
Japanischer Kuchenbaum, Cercidiphyllum japonicum

Wer etwas wirklich Besonderes und Einzigartiges in seinem Garten haben möchte, der sollte sich näher mit dem Japanischen Kuchenbaum, Cercidiphyllum japonicum, beschäftigen. Dieses auch als „Lebkuchenbaum“ bekannte Ziergewächs ist hierzulande ein echter Exot, der nicht nur durch seine schöne Optik, sondern vor allem durch sein Herbstlaub besticht: dieses leuchtet in den schönsten Tönen von Gelb bis Dunkelrot, und wenn es verwelkt, verströmt es einen intensiven Lebkuchenduft. Einen Kuchenbaum zu kaufen kann sich etwas schwierig gestalten, doch in einem gut sortierten Fachhandel wird er erhältlich sein. Mit ein wenig Knowhow bezüglich der Kuchenbaum Pflege wird dieser wunderschöne Baum für viele Jahre ein echter Eyecatcher im Garten sein – vorausgesetzt, es werden einige Pflegetipps beachtet…

Japanischer Kuchenbaum, Cercidiphyllum japonicum – Steckbrief von Gartenbista

Japanischer Kuchenbaum Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: hell; keine Hitze; windgeschützt
  • Boden: humusreich; sandig; durchlässig
  • Pflanzen: ganzjährig, wenn frostfrei; vorzugsweise im Frühling
  • Kübelhaltung: möglich, wenn der Kuchenbaum als Strauch kultiviert wird
  • Vermehrung: Aussaat im Haus
  • Gießen: Regelmäßig; Substrat darf nicht austrocknen
  • Düngen: eine Gabe Kompost im Frühjahr
  • Pflegefehler: Wassermangel
  • Überwinterung: winterhart; Kübelpflanzen geschützt aufstellen und mit Frostschutz versehen
  • Schneiden: nicht notwendig; kranke oder vertrocknete Triebe entfernen; Wurzelschnitt, um Wuchs einzudämmen
  • Krankheiten: Verticillium-Welke
  • Schädlinge: keine bekannt
Blätter des Japanischen Kuchenbaums, Cercidiphyllum japonicum
Blätter des Japanischen Kuchenbaums, Cercidiphyllum japonicum

Wissenswertes über den Japanischen Kuchenbaum

Der Cercidiphyllum japonicum ist ein Katsurabaum; bei diesem handelt es sich um eine sehr alte Gattung, welche weltweit mit nur noch zwei Arten vertreten ist:

  • Japanischer Kuchenbaum
  • Großartiger Kuchenbaum

Unter optimalen Bedingungen können diese Bäume eine Wuchshöhe von 45 m erreichen; in heimischen Gärten ist dies allerdings in der Regel nicht der Fall: die durchschnittliche Höhe eines Cercidiphyllum japonicum liegt bei 10-12 m. Er wächst aufrecht und sehr häufig mehrstämmig.

Das eigentlich Interessante am Japanischen Kuchenbaum ist sein Laub, welches sowohl langtriebig als auch kurztriebig auftritt. Im Frühling zeigen sich die jungen Blätter in einer hellroten Färbung, welche im Laufe des Sommers einen grünblauen Ton annimmt. Die Blattstiele hingegen bleiben rot. Im Herbst beginnt die große Stunde für den Lebkuchenbaum: er erstrahlt wie kaum ein anderes Gewächs in einem kräftigen Gelb, welches über Pfirsichfarben in ein dunkles Karminrot übergeht. Diese Herbstfärbung ist eine echte Augenweide, so dass man sich beinahe schon auf den Herbst freut, wenn amn Besitzer eines Katsura ist.

Verwelkt das Laub, so verströmt es einen Duft, der sehr stark an Lebkuchen erinnert. Dieser Tatsache verdankt der Cercidiphyllum japonicum seine Bezeichnung „Lebkuchenbaum“.

Zu erwähnen seien auch die kleinen, karminroten Blüten, die sich im April bilden. Bei sehr alten Exemplaren können sich aus diesen Blüten im Herbst Hülsenfrüchte bilden.

Fazit: Zu jeder Jahreszeit ist der Lebkuchenbaum ein optisches Highlight, und jeder Gartenbesitzer, der solch ein Exemplar auf seinem Grundstück besitzt, kann sich der Bewunderung und des Neides seiner Nachbarn sicher sein.

Japanischer Kuchenbaum Standort: Hell und nicht zu warm

Die Schwierigkeit, einen Cercidiphyllum japonicum optimal kultivieren zu können, beginnt bereits bei der Wahl des Standorts: der Lebkuchenbaum ist diesbezüglich ausgesprochen wählerisch, und es gibt nicht viele heimische Gärten, die diesen Ansprüchen genügen:

  • Hell, aber nicht zu warm
  • Hohe Luftfeuchtigkeit
  • Windgeschützt

Allzu starke Hitze mag der Kuchenbaum überhaupt nicht. Sonnige Plätze scheiden demzufolge ebenso aus wie sehr schattige, da dort in der Regel kein ausreichender Lichteinfall gegeben ist. Ein windgeschützter, halbschattiger Standort wäre zu empfehlen.

Da der Cercidiphyllum japonicum Flachwurzeln bildet, sollte er keinesfalls in die Nähe von Gebäuden oder Rohrleitungen gepflanzt werden. Auch sollten keine anderen Pflanzen in seiner unmittelbaren Nachbarschaft vorhanden sein, da er diese mit seinem Wurzelwerk einfach verdrängen würde. Höhere Bäume wiederum sollten ihn auch nicht umzingeln, da diese wiederum dem Lebkuchenbaum die dringend benötigte Helligkeit wegnehmen würden. Dies führt zwangsläufig dazu, dass sich der Japanische Kuchenbaum schlecht bis gar nicht entwickeln kann.

Junger Kuchenbaum
Junger Kuchenbaum

Japanischer Kuchenbaum braucht humusreichen Boden

Auch bezüglich der Bodenverhältnisse ist der Lebkuchenbaum anspruchsvoll. Das Substrat sollte

  • humusreich,
  • leicht sauer bis neutral sowie
  • sandig oder lehmig sein.

Steinige Lehmböden oder sandige Tonböden sind sehr gut geeignet, um einen Cercidiphyllum japonicum zu kultivieren; gegebenenfalls muss vor dem Pflanzen Humus beigemischt werden.

Darüber hinaus sollte das Substrat durchlässig sein, denn Staunässe mag der Kuchenbaum überhaupt nicht.

Gartenbista-Tipp: Lebkuchenbaum nicht zu dicht an Wegen pflanzen, da er keine verdichteten Böden mag.

Lebkuchenbaum richtig pflanzen

Der Japanische Kuchenbaum kann ganzjährig gepflanzt werden, solange es frostfrei ist. Eine Pflanzung im Frühjahr ist jedoch zu empfehlen.

Da die Ziergewächse im Fachhandel in der Regel maximal 60 cm groß sind, wenn sie verkauft werden, verkalkuliert sich manch ein Hobbygärtner und sucht dem Lebkuchenbaum ein zu kleines Plätzchen aus, an dem er nicht richtig gedeihen kann. Vor dem Einpflanzen ist demzufolge zwingen ein optimaler Standort auszuwählen.

Beim Pflanzen selbst ist Folgendes zu beachten:

  • Pflanzloch ausheben, welches doppelt so breit und genauso tief wie der Wurzelballen ist
  • Aushub mit Kompost vermischen
  • Erde unten im Pflanzloch gut auflockern
  • Bäumchen einsetzen
  • Pflanzloch mit Aushub auffüllen
  • Erde gut festtreten
  • Gießrand anlegen, der mindestens 10 cm hoch ist
  • Gründlich angießen

In der Anwachszeit hat der Japanische Kuchenbaum einen hohen Wasserbedarf und muss demzufolge regelmäßig gegossen werden.

Japanischer Kuchenbaum in Kübelhaltung

Auch als Kübelpflanze macht der Lebkuchenbaum eine gute Figur, allerdings ist darauf zu achten, dass er so geschnitten wird, dass er als Strauch kultiviert wird. Darüber hinaus sind folgende Kriterien zu berücksichtigen:

  • Ausreichend großes Pflanzgefäß wählen
  • Unten in den Kübel eine Drainage einbauen
  • Nährstoffreiche Erde verwenden
  • Sonnigen Standort wählen, an dem es nicht zu heiß ist
  • Auf hohe Luftfeuchtigkeit achten
  • Pflanzsubstrat muss immer leicht feucht sein
  • Staunässe vermeiden

Gartenbista-Tipp: Um die dringend benötigte hohe Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten, sollte der Katsurabaum mindestens einmal täglich besprüht werden.

Japanischer Kuchenbaum (Cercidophyllum japonicum)
Japanischer Kuchenbaum (Cercidophyllum japonicum)

Japanischer Kuchenbaum Vermehrung durch Samen

Bei dem Katsura handelt es sich um eine zweigeschlechtliche Pflanze; die Bestäubung erfolgt durch Wind. Da es sich bei diesem Gewächs um ein ausgesprochen seltenes handelt, ist die Wahrscheinlichkeit relativ gering, dass hierzulande eine derartige Bestäubung stattfinden kann. Falls doch, bilden sich im Herbst gebogene Hülsenfrüchte, welche den Samen enthalten. Alternativ kann das Saatgut im Fachhandel erworben werden.

Die Aussaat selbst kann jederzeit im Haus erfolgen; eine Freilandanzucht ist nicht zu empfehlen:

  • Samen für circa sieben Tage im Kühlschrank lagern
  • Pflanzgefäße mit einem Erde-Sand-Gemisch füllen
  • Samen in das Pflanzgefäß legen und leicht mit Erde bedecken
  • Gefäß mit Frischhaltefolie abdecken; täglich lüften
  • Heller Standort; keine direkte Sonne
  • Substrat immer leicht feucht halten

Bei Temperaturen zwischen 18°C und 22°C dauert es mindestens vier Wochen, bis sich die ersten Keimlinge zeigen. Haben diese eine Größe von etwa 5 cm erreicht, müssen sie in Einzeltöpfe pikiert werden. Eine Auspflanzung ins Freiland kann jedoch erst dann erfolgen, wenn die jungen Lebkuchenbäume mindestens 40 cm groß sind.

Japanischer Kuchenbaum Pflege Tipps

  • Gießen: Lebkuchenbäume haben einen relativ hohen Wasserbedarf und müssen immer dann gegossen werden, wenn die Erde leicht antrocknet. Dies zeigt der Zierbaum jedoch bereits dadurch an, dass er seine Blätter hängen lässt oder diese sogar abwirft. Sobald er allerdings wieder ausreichend gewässert wird, wächst das Laub wieder nach.
  • Düngen: Eine Gabe Kompost im Frühjahr deckt den Nährstoffbedarf des Lebkuchenbaums.

Gartenbista-Tipp:  Da der Cercidiphyllum eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigt, sollte seine Krone mit einem Schlauch abgespritzt werden, wenn diese nicht gegeben ist oder aber große Trockenheit herrscht. Dies sollte sowohl morgens als auch abends geschehen.

Japanischer Kuchenbaum Pflegefehler

Lebkuchenbäume verzeihen den einen oder anderen Pflegefehler; große Probleme haben sie hingegen mit Trockenheit: stehen sie zu trocken, werfen sie ihre Blätter ab. Auf eine ausreichende, regelmäßige Wassergabe ist demzufolge zwingend zu achten; Staunässe sollte hingegen vermieden werden.

Japanischer Kuchenbaum Überwinterung

Lebkuchenbäume sind winterhart und benötigen keinen besonderen Frostschutz. Ausnahmen bestehen lediglich bei Pflanzen in Kübelhaltung:

  • Innerhalb des Gartens einen hellen, windgeschützten Standort wählen
  • Kübel auf Holz- oder Styropurblock stellen
  • Erde mit Reisig bedecken
  • Kuchenbaum in Winterflies oder Jutesäcke hüllen

Gartenbista-Tipp: Auch im Winter darf der Katsura nicht austrocknen! Eine regelmäßige Kontrolle des Substrats ist unabdingbar; allerdings nur an frostfreien Tagen gießen!

Lebkuchenbaum schneiden?

Der Japanische Kuchenbaum wächst per so in einer derart schönen Kegelform, dass eigentlich kein Schnitt notwendig ist. Soll dennoch menschlicherseits eingegriffen werden, so sind folgende Kriterien zwingend zu beachten:

  • Schnitt erfolgt im Herbst
  • Lediglich einjährige Triebe kappen; keinesfalls dürfen ältere Äste entfernt werden
  • Neuaustrieb, der nach innen wächst, entfernen
  • Niemals den Leittrieb abschneiden, lediglich seine Konkurrenztriebe
  • Vertrocknete oder kranke Triebe entfernen

Soll der Kuchenbaum in seinem Wachstum gehemmt werden, so kann alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr ein Wurzelschnitt erfolgen:

  • Mit einem Spaten im größeren Abstand zum Stamm längere Wurzeln durchtrennen
  • Danach regelmäßig gründlich gießen

Besonders für Lebkuchenbäume in Kübelhaltung ist der Wurzelschnitt zu empfehlen, damit sie nicht zu groß werden. In derartigen Fällen empfiehlt es sich, die Wurzeln beim Umtopfen ein wenig einzukürzen.

Achtung: Der Wurzelschnitt ist nicht unbedingt für Neulinge im Bereich der Gartengestaltung geeignet und sollte wirklich nur dann durchgeführt werden, wenn man sich völlig sicher ist, was man tut!

Japanischer Kuchenbaum Krankheiten und Schädlinge

Der Lebkuchenbaum ist an für sich sehr robust und gegenüber Krankheiten und Schädlingen immun. Lediglich die Verticillium-Welke kann ihm zu schaffen machen. Dabei handelt es sich um eine Pilzerkrankung, welche dazu führt, dass ganze Pflanzenteile absterben. Da es kein Pflanzenschutzmittel gibt, welches gegen diesen hartnäckigen Pilz wirkt, hilft nur eines: betroffene Äste und Triebe bis tief in das gesunde Holz hinein abschneiden und entsorgen (nicht auf dem Kompost!). Sollte die Erkrankung jedoch schon sehr weit fortgeschritten sein, so muss der komplette Katsure entfernt werden, da der Pilz auch auf andere Pflanzen übergeht.

Gartenbista-Tipp: Nach dem Schneiden betroffener Kuchenbäume das Schneidewerkzeug umgehend gründlich reinigen!

 

Graphiken: © Konrad Weiss – Fotolia.com (2); Fotoschlick – Fotolia.com; berner51 – Fotolia.com


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