Jakobskreuzkraut erkennen und bekämpfen

Jakobskreuzkraut
Jakobskreuzkraut

Nicht jedes Gewächs, welches in freier Natur gedeiht, ist jedermann bekannt. Dennoch gibt es einige, die man zwingend bestimmen können sollte. So ist es wichtig, das Jakobskreuzkraut erkennen zu können, da es sich dabei um eine sehr giftige Pflanze handelt.

Jakobskreuzkraut erkennen – Bilder

Das Jakobskreuzkraut ist auch unter den Bezeichnungen Jakobs-Greiskraut sowie Jakobskraut bekannt. Diese Namen beziehen sich auf die Blütezeit der Pflanze, die um den Jakobstag (25. Juli) liegt.

Objektiv betrachtet handelt es sich beim Jakobskreuzkraut um eine hübsch anzusehende, zwei- bis mehrjährige Wildpflanze. Sie wächst an Wegesrändern, Waldrändern sowie auf Wiesen und Weiden in ganz Europa, Nordafrika sowie West-Asien.

Jakobskreuzkraut erkennen – anhand der Merkmale

Nun gibt es einige andere Pflanzen, welche dem Jakobskreuzkraut ähnlich sind. Anhand verschiedener Merkmale ist es jedoch eine eindeutige Bestimmung möglich.

Höhe

Die Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 30 cm und 1 m. Dabei ist auch das Alter von Bedeutung. In ihrem ersten Lebensjahr wird sich ausschließlich eine Blattrosette mit etwa 20 cm langen Blättern bilden. Erst im Folgejahr wachsen dann die anderen Pflanzenteile nach.

Stängel

Jakaobskreuzkraut erkennen am Stängel
Jakaobskreuzkraut erkennen am Stängel

Erst im zweiten Jahr bildet sich der Stängel. Dieser ist

  • kantig
  • gerillt und
  • häufig dunkelrot überlaufen.

Er wächst aufrecht, verzweigt sich jedoch oberhalb der Mitte.

Jakobskreuzkraut erkennen – Blätter

Die Blätter sitzen am Stängel und haben eine frische, grüne Farbe. Sie sind gefiedert und haben unregelmäßige, gezähnte Einschnitte. Häufig sind sie zudem mit einem zarten Flaum überzogen.

Auffällig ist, dass das Blattwerk sehr früh im Jahr vertrocknet. Wenn das Jakobskreuzkraut seine Hauptblütezeit hat, sind viele der Laubblätter bereits vertrocknet.

Blüten

Jakobskreuzkraut Blüten
Jakobskreuzkraut Blüten

Im zweiten Standjahr entwickeln sich am Ende der Stängel die Blüten, welche in einer sogenannten Schirmrispe sitzen. Erste Blüten öffnen sich bereits im Juni, letzte im August. Die Hauptblütezeit des Jakobskreuzkrauts liegt jedoch im Juli. Die Blüten sind leuchtend gelb, strahlenförmig und sitzen in 15 – 20 mm großen Blütenkörbchen. Sie erinnern ein wenig an Margeritenblüten. Sind sie verblüht, entwickeln sich aus ihnen die Samen. Diese hängen an Schirmchen, die von der Optik an Löwenzahn erinnern, jedoch wesentlich kleiner sind. im reifezustand fliegen sie los, um sich ein neues Plätzchen zur Aussaat zu suchen.

So unterscheide ich Jakobskreuzkraut von Johanniskraut

Rein optisch kann es leicht zu einer Verwechslung zwischen Johanniskraut und Jakobskraut kommen. Dies sollte möglichst nicht geschehen, denn während erstere eine fantastische Heilpflanze ist, ist das Jakobskreuzkraut stark gesundheitsgefährdend. Glücklicherweise gibt es einige Merkmale, anhand derer eine Unterscheidung möglich ist.

  • Blätter: Die Blätter des Johanniskrauts sind recht klein; sie werden maximal drei Zentimeter groß. Jene des Jakobskrauts sind zudem häufig mit einem Flaum überzogen, was bei der anderen Pflanze niemals der Fall sein wird.
  • Blüten: Zwar sind die Blüten beider Pflanzen leuchtend gelb, jedoch anders zusammengesetzt. Während die Blüten des Johanniskrauts immer genau fünf Blütenblätter haben und aussehen wie ein Stern, ähneln die des Jakobskreuzkrauts Margeriten.
  • Knospen: Zerreibt man eine Knospe, so wird aus denen des Johanniskrauts ein roter Saft austreten, was bei dem anderen Gewächs nicht der Fall ist: sie bleibt trocken.
  • Wuchs: Jakobskreuzkraut fällt häufig durch seinen buschigen Wuchs auf, während das Johanniskraut aufrecht und straff wächst.

Im Übrigen sind auch Verwechslungen mit anderen Pflanzen möglich:

  • Erkennungsmerkmale
    Erkennungsmerkmale

    Rainfarn

  • Rucola
  • Wiesen-Pippau

 

 

Gartenbista-Tipp: Die Höhe der Pflanzen ist nicht ausschlaggebend. Zwar ist das Johanniskraut für gewöhnlich ein wenig kleiner, jedoch gibt es auch niedrigeres Jakobskreuzkraut, so dass man sich auf ein derartiges Unterscheidungsmerkmal nicht verlassen sollte.

Ist Jakobskreuzkraut giftig für Menschen?

Ganz eindeutig: ja, und zwar in sämtlichen Pflanzenteilen. Schon bloßer Hautkontakt kann ausreichen, um die toxische Wirkung zu entfalten.

Die Konzentration der giftigen Stoffe variiert von Standort zu Standort, wobei grundsätzlich davon ausgegangen wird, dass sie umso höher ist, je wärmer es ist. Dennoch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass selbst ein nur leicht toxisches Jakobskreuzkraut bereits irreparable gesundheitliche Schädigungen herbeiführen kann.

Tiere?

Auch für Tiere ist das Jakobskreuzkraut giftig. Besonders gefährdet sind Weidetiere wie Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde. Zwar verschmähen sie das Kraut weitestgehend, wenn sie ihm auf der Wiese begegnen, jedoch verliert es seinen bitteren Geschmack, wenn es getrocknet ist. Wird es nun zusammen mit Futterpflanzen gemäht und zu Heu oder Silage verarbeitet, ist die Gefahr sehr groß, dass es von den Tieren verzehrt wird.

Giftstoffe und Symptome

Das Jakobskreuzkraut enthält Pyrrolizudinalkaloide. Dabei handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, welche den Gewächsen zur Abwehr von Verbiss dienen. Viele von ihnen werden im Stoffwechsel von Menschen und Säugetieren zu Metaboliten umgewandelt, welche lebertoxisch wirken. Darin besteht auch die Gefahr: im Gegensatz zu vielen anderen Giften wird dieses langzeittoxisch. Dies bedeutet, dass es sich längere Zeit im Organismus festsetzt, bevor irgendwelche Symptome auftreten.

Werden nur geringe Mengen des Jakobskreuzkrauts verzehrt, so wird dies zu Leberschäden führen. Auch sind die toxischen Stoffe krebserregend. Der Verzehr größerer Mengen hingegen wird unweigerlich innerhalb weniger Tage zum Leberversagen und somit zum Tod führen.

Was tun bei Vergiftungen mit Jakobskreuzkraut?

Das Problem bei derartigen Vergiftungen liegt darin, dass sich meistens erst sehr spät Symptome zeigen, welche es im Nachhinein schwierig machen, auf den Verursacher zu schließen. Wenn man sich jedoch sicher ist, gerade eben das giftige Kraut zu sich genommen zu haben, sollte umgehend ein Arzt oder Krankenhaus aufgesucht werden. Keine Experimente!

Jakobskreuzkraut erkennen: Bekämpfung möglich?

Wer auf seiner Wiese Jakobskreuzkraut sieht, möchte dieses verständlicherweise schnellstmöglich loswerden. Dies ist jedoch nicht so einfach, da die Pflanze sehr tiefe Pfahlwurzeln besitzt. Werden diese nur teilweise entfernt, wird sich aus ihnen wieder ein neues Kraut entwickeln.

Mit Hausmitteln?

Wer mithilfe von Hausmitteln die Giftpflanze vernichten möchte, wird schnell merken, dass dies ein sinnloses Unterfangen ist. Keine dieser Substanzen ist auch nur ansatzweise dazu geeignet, ein komplettes Kraut restlos zu zerstören.

Chemisch?

Jakobskraut erkennen und bekämpfen
Jakobskraut erkennen und bekämpfen

Für gewöhnlich ist der Einsatz von chemischen Mitteln die allerletzte Option, auf die man bei der Bekämpfung von Wildgewächsen zurückgreift. Beim Jakobskreuzkraut hingegen ist diese Methode zu empfehlen. Nur so kann gewährlistet werden, dass die komplette Pflanze inklusive Wurzel auch tatsächlich vernichtet wird. Da jedoch derartige Pflanzenschutzmittel häufig nur von Fachleuten ausgebracht werden dürfen, empfiehlt es sich, ein professionelles Unternehmen mit der Bekämpfung zu beauftragen.

Manuell?

Durch Mähen wird das Jakobskreuzkraut nicht vernichtet, im Gegenteil: je öfter es gemäht wird, desto kräftiger und buschiger treibt es wieder aus. Und bildet zudem jede Menge Samen.

Es ist allerdings möglich, die Pflanze auszugraben. Dies empfiehlt sich jedoch nur bei wenigen Gewächsen. Ist eine komplette Weide kontaminiert, so wird eine manuelle Bekämpfung nicht möglich sein.

  • Optimal zum Ausgraben ist ein Tag nach einem kräftigen Regenguss
  • Mithilfe einer Grabegabel die Wurzel tief ausstechen
  • Pflanzen im Haus- oder Biomüll entsorgen; keinesfalls auf dem Kompost

Tipps & Tricks im Umgang mit Jakobskreuzkraut

  • Es wird gerne von der Heilwirkung gesprochen, welche diese Pflanze zweifelsohne hat. Dennoch ist von einer Selbstbehandlung zwingend abzusehen, da die Giftwirkung nicht abzuschätzen ist. Jegliche derartigen Behandlungsmethoden dürfen ausschließlich von fachkundigen Therapeuten durchgeführt werden.
  • Im Umgang mit dem Kraut sind grundsätzlich Handschuhe zu tragen. Auch ist es empfehlenswert, langärmelige Kleidung anzuziehen.

 

Symbolgraphiken: © karo_s – stock.adobe.com;  anjajuli – stock.adobe.com; Holger T.K. – stock.adobe.com; Ruckszio – stock.adobe.com;


, Kategorie: Pflanzen

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