Grabgestaltung pflegeleicht & individuell

Im Leben ist jeder Mensch individuell: der eine liebt Sport, der andere ist eher ein gemütlicher Typ. Der eine ist ausgeflippt, der andere ein ruhiger Vertreter; einer liest gerne Bücher, ein anderer schaut lieber Filme an. Doch sobald die Menschen verstorben sind, scheint auch mit ihnen ihre Individualität verloren zu gehen: schaut man sich hierzulande die Gräber an, so wirken sie alle doch recht einheitlich gestaltet, sowohl in der Art der Anordnung ihrer Bepflanzung als auch in der Wahl der Pflanzen an sich.

Grabgestaltung pflegeleicht

Diese Uniformität der Grabgestaltung muss nicht sein, dachte sich der Bund deutscher Friedhofsgärtner, und startete im Jahre 2009 ihr Kampagne „Es lebe der Friedhof“. Ein Slogan, der auf den ersten Blick ein wenig befremdlich wirken mag, denn die Begriffe „leben“ und „Friedhof“ scheinen zunächst mal so gar nichts miteinander gemeinsam zu haben. Doch diese scheinbare Unvereinbarkeit der Begriffe hat seinen Sinn: die Friedhofsgärtner möchten, dass endlich Schluss mit der meist langweiligen Grabgestaltung ist. Ihr Wunsch ist es, den Balanceakt zu meistern, sowohl „sensibel mit dem Tod umzugehen als auch den Verstorbenen ihre Individualität zu lassen“. Im Klartext bedeutet dies, dass die Gräber zwar logischerweise weiterhin gestaltet und gepflegt werden, aber ihre Uniformität verlieren sollen.

Individualität der Gräber

Wie kann dieser in der Theorie sehr interessant klingende Slogan nun aber in die Praxis umgesetzt werden? Zunächst einmal geht es darum, dass sich der Hinterbliebene darüber im Klaren ist, welches diejenige Eigenschaft beziehungsweise das Interesse des Verstorbenen war, welche ihn am besten beschreiben würde. Bei Boris Becker wäre dies vermutlich ein Tennisschläger, bei Oliver Kahn ein Fußball. Doch nicht nur Eigenschaften oder Interessen werden gesucht, sondern auch prägnante optische Merkmale. Alle diese Informationen dienen dem Zweck der individuellen Grabgestaltung: Elemente, die dieser dienen, können nun in Form eines dieser Interessen gepflanzt beziehungsweise angeordnet werden, so dass für jeden Vorübergehenden sofort ersichtlich ist, worin das hauptsächliche Interesse des Verstorbenen gelegen hat.

Es lebe der Friedhof: Elemente zu individuellen pflegeleichten Grabgestaltung

Im Rahmen dieser Kampagne führen die Friedhofsgärtner vor, dass eigentlich alle Elemente zur Grabgestaltung verwendet werden können, die auch in Gärten zur Verschönerung eingesetzt werden:

  • Blumen
  • Holz
  • Natursteine
  • Pflanzen
  • Stauden
  • Wasser

Diese Elemente eignen sich hervorragend dazu, in einer individuellen Anordnung so eingesetzt zu werden, dass anstatt eines langweiligen Einheitsgrabes ein individuelles Stückchen Erde entsteht. Dabei ist es nicht nur wichtig, die Elemente in eine passende Zuordnung zueinander zu stellen, sondern auch auf eine farbliche Komptabilität zu dem zu achten, was eigentlich ausgedrückt werden soll. Beispielsweise würde sich bei einem Fan des FC Schalke eine Bepflanzung mit blauen und weißen Blumen anbieten…

Individualität der Grabgestaltung

Der Bund deutscher Friedhofsgärtner hat es vorgemacht, nun ist es an Ihnen, sich selbst an die Arbeit zu machen. Denken Sie an das, was den Verstorbenen so einzigartig gemacht hat, und gestalten Sie seine letzte Ruhestätte so, dass er sich dort sehr wohl gefühlt hätte. Ideen finden Sie bestimmt bei der Kampagne „Es lebe der Friedhof“; aber bitte informieren Sie sich im Vorfeld über die jeweiligen Regelungen auf dem entsprechenden Friedhof. Es bestehen diesbezüglich unterschiedliche Richtlinien über Höhe von Pflanzen, Einbauen von Wasserläufen etc.

… und falls Sie überhaupt keine Ideen für die individuelle Grabgestaltung haben sollten, können Sie sich immer noch an einen Friedhofsgärtner in Ihrer Umgebung wenden und diesen um Hilfe bitten…

Graphik: © line-of-sight-Fotolia.com


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