Ist Hundskamille giftig für Hunde, Katzen oder Menschen?

Hundskamille ist leicht giftig
Hundskamille ist leicht giftig

Die Echte Kamille wird allgemein aufgrund ihrer Heilwirkung sehr geschätzt. Dies ist bei ihrer Namensvetterin nicht der Fall. Im Gegenteil: immer wieder wird behauptet, dass die Hundskamille giftig sei. Diese Giftwirkung ist zwar vorhanden, jedoch ist sie sehr gering.

Hundskamille – Steckbrief

Die Hundskamille gehört zur Familie der Korbblütler und ist in ganz Europa beheimatet. Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von maximal 45 cm. Sie besitzt gefiederte Blätter und bildet von Juni bis September weiße Korbblüten aus, in deren Mitte sich gelbe Röhrenblüten befinden. Von ihrer Optik erinnert sie stark an die Echte Kamille, von ihrem Duft jedoch nicht: während die echte Kamille den typischen Geruch verströmt, sind die Blüten der Hundskamille eher unangenehm riechend.

Unterschied zur Echten Kamille

Abgesehen von dem Duft gibt es einige weitere Merkmale, wodurch sich die beiden Pflanzen unterscheiden: so sind die Blüten der Hundskamille mit Mark gefüllt, was bei der Echten Kamille nicht der Fall ist. Auch bestehen gravierende Unterschiede bezüglich der Heilwirkung: während die echte Kamille einen sehr hohen Stellenwert in der Naturheilkunde hat, finden Pflanzenteile der Hundskamille dort keine Verwendung.

Giftstoffe und Symptome

In der Hundskamille befindet sich Anthecotulid. Diese Substanz wird als gering giftig angesehen. Tödliche Vergiftungen sind bei Verzehr von Pflanzenteilen eher nicht zu erwarten, jedoch kann das Anthecotulid Allergien auslösen:

  • Innerlich eingenommen kann es zu Reizungen der Magenschleimhaut bis hin zum anaphylaktischen Schock kommen
  • Die Berührung von Pflanzenteilen können Hautreizungen, Bindehautentzündungen sowie Atemprobleme hervorrufen

Hundskamille giftig für Menschen

Die Hundskamille wird als schwach giftig angesehen. Überwiegend bei empfindlichen Menschen sind allergische Reaktionen zu erwarten. Für gewöhnlich treten diese bei Verwechslungen mit der echten Kamille auf, da es ansonsten keinen Grund gibt, die Hundskamille zu essen oder anderweitig einzunehmen.

Kinder/Baby

Kinder sollten möglichst keine Pflanzenteile der Hundskamille verzehren, da die Pflanze allergische Reaktionen hervorrufen kann.

Hundskamille giftig für Tiere?

Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten nutzen die Blüten der Hundskamille als Nahrungsquelle.

Hunde?

Es ist eher unwahrscheinlich, dass Hunde Interesse an der kleinen Pflanze haben und diese verzehren wollen. Falls doch, sind geringe Mengen absolut unbedenklich.

Katzen

Es gibt durchaus Katzen, die gerne an Kamillen knabbern. An Hundskamillen eher weniger, weil diese einen unangenehmen Geschmack haben. Gesundheitliche Gefahren sind jedoch bei einem gelegentlichen Knabbern nicht zu erwarten.

Nager?

Sowohl die Hundskamille als auch die echte Kamille können bedenkenlos als Futterpflanze für Kaninchen verwendet werden.

Hundskamille giftig für Pferde?

Da sich die Hundskamille häufig auf Weiden ansiedelt, ist ein Zusammentreffen mit Pferden unvermeidlich. Sorgen machen muss man sich als Pferdehalter jedoch nicht, da das kleine Kraut für die großen Vierbeiner nicht giftig ist – solange es nur in geringen Mengen verzehrt wird.

Ist die Hundskamille essbar?

Aufgrund des Anthecotulids und der damit verbundenen allergischen Reaktionen sollte die Hundskamille nicht gegessen werden.

 

Symbolgraphiken: © @nt – Fotolia.com


, Kategorie: Pflanzen

2 Kommentare

  1. Ich finde die Differenzierung zwischen Echter Kamille und Hundskamille sehr schwierig. Wenn die Pflanzen auf einer Wiese wachsen, sehen sie sich sehr ähnlich. Gibt es eventuell einen Trick zur besseren Unterscheidung?

    1. Zum einen verströmt die Echte Kamille den typischen Duft, während die Hundskamille eher unangenehm riecht. Zum anderen sind Hundskamille Blüten mit Mark gefüllt, was bei der Echten Kamille nicht der Fall ist.

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