Hortensien – Arten, Pflege, Standort & Krankheiten

In nahezu jedem heimischen Garten sind Hortensien zu finden; von den über 70 Sorten ist die beliebteste hierzulande die Bauernhortensie. Diese Pflanzen können, bei richtiger  Hortensien Pflege, sehr alt werden und ihrer Besitzer jahrelang zwischen Juni und August mit einer üppigen Blütenpracht erfreuen. Doch wie sieht die richtige Pflege aus?

Hortensien – Steckbrief Gartenbrief.de

Hortensien Arten im Überblick

Weltweit gibt es fast 80 verschiedene Hortensienarten. In den klimatischen Gefilden hierzulande gedeihen jedoch nur wenige. Die bekannteste ist die Bauernhortensie, jedoch gibt es durchaus noch andere Hortensienarten, welche in heimischen Gärten anzutreffen sind:

a) Bauernhortensie

Die Bauernhortensie (oder: Gartenhortensie) kann bis zu 2 m hoch werden und blüht von Juni bis in den September hinein. Ihre Blüten sind weiß, rosa oder blau und entweder kugelförmig oder aus flachen Rispen bestehend.

b) Eichblättrige Hortensie

Die Eichblättrige Hortensie kann ebenfalls eine Höhe von bis zu 2 m erreichen und blüht in Weiß. Das Interessante an diesen Blüten ist nicht nur die Tatsache, dass sie doldenartig stehen beziehungsweise hängen; im Laufe des Sommers verfärben sie sich Rosa. Ihr Name rührt daher, dass ihre Blätter wie Eichenlaub geformt sind und sich im Herbst – genau wie ihr Namensgeber – Rot verfärben.

c) Kletterhortensie

Die Kletterhortensie kann bis zu sieben Meter hoch werden. Das Besondere an dieser Hortensienart ist die Tatsache, dass sie mit Hilfe ihrer Haftwurzeln an Hauswänden, Mauern etc. emporklettert.

Die weißen Blüten erinnern von ihrer Optik und ihrem Duft etwas an Holunderblüten, jedoch erreichen sie einen größeren Durchmesser als diese.

d) Rispenhortensie

Rispenhortensien können 2 – 3 m hoch werden. Ihre Blüten, die erst im August aufgehen, wachsen rispenförmig, erinnern an Fliederdolden und duften. Zunächst sind sie weiß beziehungsweise gelblich, später verfärben sie sich rosa.

e) Samthortensie

Die Samthortensie, die bis zu 2 m hoch werden kann, verdankt ihren Namen ihren samtartigen Blättern. Ihre Blüten treten in Form flacher Dolden auf und verströmen einen angenehmen Duft. Samthortensien sind in den Farben Weiß, Rosa, Blau und Violett erhältlich.

f) Tellerhortensie

Tellerhortensien haben eine niedrige Wuchshöhe; sie werden maximal 1 m hoch. Ihre Blüten sind tellerförmig und – passend zur Größe der Pflanze – filigran. Tellerhortensien sind in verschiedenen Nuancen von Blau- und Rosatönen erhältlich.

g) Waldhortensie

Waldhortensien können eine Höhe von 3 m erreichen. Ihre Blüten sind weiß oder gelblich uns relativ klein: sie erreichen einen maximalen Durchmesser von 10 cm.

360°-Video von einer Hortensie (Hydrangea)

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie eine Hortensie aussieht.

360°-Video von einer Hortensie – Gartenbista-Videostudio, gedreht im Juli

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Der richtige Standort für Hortensien

Hortensien bevorzugen einen schattigen oder halbschattigen Standort. Ein sehr sonniges Plätzchen empfiehlt sich nur dann, wenn gewährleistet ist, dass der Boden ausreichend bewässert ist – und dies ist nahezu unmöglich, denn Hortensien benötigen sehr, sehr viel Wasser. Allerdings mögen sie wiederum kein sehr kalkhaltiges Wasser, so dass für sie am besten Regenwasser ist, welches in Tonnen oder Fässern gesammelt werden kann.

Hortensien schätzen einen humosen, nährstoffreichen Boden und möchten im Frühjahr und im Juni gedüngt werden. Pflanzen, die in Kübeln gehalten werden, sollten in der Zeit zwischen April und August alle 1-2 Wochen für eine richtige Hortensien Pflege Flüssigdünger erhalten. Da Hortensien Flachwurzler sind, sollte die umliegende Erde niemals im Wurzelbereich gehackt werden.

Die meisten Hortensiensorten sind winterhart, aber ein wenig frostempfindlich. Deswegen kann es nicht schaden, die Pflanze über den Winter mit Reisig abzudecken.

Schädlinge und Krankheiten bei Hortensien

Hortensien gehören zu den Pflanzen, die nicht sehr stark von Schädlingen befallen werden. Blattläuse und Milben sind meistens nur in so geringem Umfang vertreten, dass deren Befall nicht behandelbar ist.

Schlimmer ist der Befall mit Echtem Mehltau, der sich als weißlich-grauer Belag auf der Blattunterseite und als unregelmäßige Flecken auf der Blattoberseite zeigt. Wird nicht eingegriffen, wird diese später ebenfalls komplett mit dem Belag überzogen. Da es sich bei dem Mehltau um einen Pilz handelt, hilft nur eine professionelle Behandlung mit einem Pflanzenschutzmittel. Befallene Blätter außerdem umgehend entfernen und nicht auf dem Kompost entsorgen.

Empfindlich reagieren Hortensien auf ungünstige Bodenverhältnisse, wie einen zu hohen pH-Wert oder zu wenig Eisen: sie erkranken an Chlorose, an der „Vergilbungskrankheit“. Diese äußert sich in einer Hellgelb- bis Grünfärbung der Blätter und kann meistens durch eine Gabe eines entsprechenden Düngers behoben werden.

Vermehren von Hortensien

Die Vermehrung dieser beliebten Pflanze ist sehr einfach, da sie durch Stecklinge geschieht: im Juli neue, grüne Triebe abschneiden und in so kurze Stücke zerteilen, dass sich jeweils ein Blattpaar an jedem Ende des Stücks befindet. Diese Blätter werden unten entfernt und oben in der Mitte durchgeschnitten (damit sie nicht so viel Platz beanspruchen; sollte nur eine Pflanze gezüchtet werden, können die Blätter auch im vollen Umfang bleiben). Die Stücke werden nun in eine Schale mit Anzuchterde gesteckt, bewässert, mit einer Folie oder Haube abgedeckt und an einen schattigen Ort gestellt. Einmal täglich lüften und gießen; nach circa 14 Tagen bilden sich die ersten Wurzeln. Wenn genug Wurzeln vorhanden sind, die Pflänzchen einzeln in Töpfe umsetzen – ohne sie weiterhin abzudecken. Den ersten Winter sollten die jungen Hortensien im Haus verbringen, da sie noch nicht stark genug sind, um Fröste zu überstehen. Sobald das Frühjahr beginnt, können sie ins Freie gepflanzt werden.

Hortensien als Drogen?

In den vergangenen Jahren wurden vermehrt Hortensiensträucher geplündert, weil das Gerücht aufgekommen war, sie hätten halluzinogene Wirkungen. Einen wissenschaftlichen Beweis für diese Theorie gab es nicht. Die einzige Erklärung, die es geben könnte, wäre der Blausäuregehalt in den Pflanzen, der beim Rauchen getrockneter Pflanzenteile freigesetzt wird. Blausäure wirkt toxisch und verursacht Schwindel, der leicht mit einem Drogenrausch verwechselt werden kann. Eine halluzinogene Wirkung erzeugen diese Pflanzen jedenfalls nicht, und somit gibt es auch keinen Grund, unbescholtenen Hobbygärtnern ihre Hortensien zu stehlen, zu schänden oder zu zerstören…

Graphik: © Phobeke-Fotolia.com; © MIMOHE – Fotolia.com


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