Hopfenklee bekämpfen – so werde ich das Wildgewächs los

Lesezeit: 6 Min.
Hopfenklee, Medicago lupolina
Hopfenklee, Medicago lupolina

Einst eine begehrte Futterpflanze, heutzutage eher als Unkraut verschrien: der Hopfenklee. Kaum ein Gartenbesitzer ist erfreut, wenn er ihn in seinem Rasen entdeckt, da er sich gerne ausbreitet und die Graspflanzen verdrängt. So bleibt einem oft nichts anderes übrig, als die kleinen Gewächse zu bekämpfen. Wie dies möglich ist und ob es durchaus Verwendungsmöglichkeiten für die Pflanze gibt, haben wir für Sie zusammengefasst.

Allgemeine Informationen über Hopfenklee

Beim Hopfenklee, Medicago lupulina, handelt es sich um eine Pflanzenart, die innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler zur Gattung Schneckenklee gehört. Er ist auch unter den Bezeichnungen, Gelbklee, Zetterklee oder Hopfen-Luzerne bekannt und kommt in ganz Europa vor. In freier Natur wächst er am besten auf warmen, nährstoffreichen Lehmböden an Dämmen, Feldrändern und auf Äsern. Auch im Hausgarten ist er zu finden. Dort wächst er ganz gerne in Rasenflächen, wodurch er sich nicht viele Freunde unter den Hobbygärtnern macht…

Die krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 10 und 50 Zentimetern und kann ein- oder zweijährig sein. Von Mai bis Oktober bildet sie kleine, rundlich-traubige Blütenstände, die aus bis zu 50 gelben Einzelblüten bestehen. Optisch erinnern diese stark an Hopfen, wodurch die Pflanze ihren Namen erhielt. Aus ihnen entwickeln sich nierenförmige Hülsenfrüchte, die Samen enthalten und der Vermehrung dienen. Ansonsten erfolgt diese mithilfe von Sprossen, die sich an den Wurzeln bilden.

Interessant ist auch die Art und Weise, wie die Blüten auf bestäubende Insekten reagieren: Lässt sich eine Biene auf der Blüte nieder, schnellen deren Staubblätter aus dem Blütenschiffchen heraus und pressen sich an den Bauch des Bienenkörpers. Dadurch bleiben die Pollen dort hängen und werden zu weiteren Blüten getragen.

Sowohl die Größe der Blätter als auch die Länge der Blütenstiele ist abhängig vom jeweiligen Standort: je nährstoffreicher und feuchter der individuelle Boden ist, desto ausufernder wachsen die Pflanzenteile. Ist der Boden hingegen sehr trocken, werden die Stiele sehr hart.

Gartenbista-Tipp: Hopfenklee ist bei Bienen und anderen Insekten eine beliebte Nahrungsquelle und sollte in keiner Bienenweide fehlen!

Ist diese Pflanze giftig?

Medicago lupulina ist nicht giftig, weder für Menschen noch für Tiere. Im Gegenteil: die sehr eiweißhaltige Pflanze wurde früher gerne als Futterpflanze verwendet, hat jedoch heutzutage etwas an Bedeutung verloren.

Oder essbar?

Die kleine Pflanze ist essbar
Die kleine Pflanze ist essbar

Tatsächlich ist Hopfenklee essbar, und zwar sowohl die Blüten als auch Blätter und Sprossen. Geschmacklich erinnern sie an Erbsen, was bei der gleichen Familienzugehörigkeit nicht weiter verwunderlich ist. Während die Blüten zwischen Juli und Oktober geerntet werden, sollten dies bei Blättern und Trieben bereits eher im Jahr geschehen: je jünger und zarter sie sind, desto delikater schmecken sie, so dass ihre Erntezeit von Mai bis Juli angesetzt wird.

Unterschied zu Rotklee und Weißklee

Rot-, Weiß- und Hopfenklee gehören zwar alle der Familie der Hülsenfrüchtler und innerhalb derer der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler an, sind jedoch unterschiedliche Gattungen: während die ersten beiden zur Gattung Trifolium gehören, gehört der Hopfenklee zum Schneckenklee. Vom Namen her klingen die Pflanzen zwar recht identisch, jedoch gibt es auch optisch einige Kriterien, anhand derer sie sich voneinander unterscheiden lassen.

Hopfenklee Rotklee Weißklee
Wissenschaftlicher Name Medicago lupulina Trifolium pratense Trifolium repens
Pflanzenhöhe 10 – 50 cm 15 – 80 cm 5 – 20 cm
Wuchsform aufrecht oder niederliegend krautig ausdauernd krautig
Blütenfarbe Gelb rötlich-violett weiß
Blütezeit Mai -Oktober April – Oktober Mai – Oktober
Blatt verkehrt eiförmig, Ränder gezackt dreiteilig gefiedert dreizählig gefiedert
Giftig nein Kann gelegentlich durch Stoffwechsel leicht giftig sein, aber nicht für Menschen siehe Rotklee
Essbar ja Dto. Dto.
winterhart Ein- bis zweijährig ja Dto.

Hopfenklee Wirkung

Der dekorative Gelbklee hat eine harntreibende und abführende Wirkung. Er kann in Form von Tee eingenommen werden, welcher aus getrockneten Pflanzenteilen hergestellt wird. In der Naturheilkunde hat er jedoch keinen besonders hohen Stellenwert, da es andere Pflanzen mit einer wesentlich höheren Wirkungskraft gibt.

Anwendungsmöglichkeiten von Hopfenklee

  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
  • Magen-Darmbeschwerden

Hopfenklee im Rasen bekämpfen

Im Rasen wird Hopfenklee nicht gerne gesehen
Im Rasen wird Hopfenklee nicht gerne gesehen

Als Hobbygärtner sind einem in der Regel die essbaren und heilenden Möglichkeiten des Gewächses egal, wenn man Hopfenklee im Rasen hat. Andere Kleesorten zu entfernen, ist schon nicht besonders einfach. Der Gelbklee jedoch ist extrem widerspenstig: es lässt sich nicht einfach herausziehen oder durch Vertikutieren entfernen, so dass derartige Maßnahmen keinen Erfolg bringen werden.

Dies kann manchen Gartenbesitzer zur Verzweiflung bringen: die kleine, unschuldig wirkende Pflanze ist scheinbar nicht auszurotten. Selbst, wenn ihre oberirdischen Teile abgemäht werden, treibt sie immer wieder aus. Doch es besteht kein Grund zur Sorge: mit ein wenig Knoshow, Geduld und Arbeitseinsatz ist es definitv möglich, Hopfenklee im Rasen zu bekämpfen.

Mit Chemie?

Vielleicht gibt es chemische Mittel, die gegen Medicago lupulina eingesetzt werden können. Zu empfehlen sind diese jedoch nicht. Chemie hat im Garten nichts zu suchen. Es werden nicht nur die unerwünschten Gewächse getötet, sondern auch benachbarte Pflanzen, von Insekten ganz zu schweigen. Das Gift gelangt zwangsläufig in den Boden, wo es den dortigen Haushalt durcheinanderbringt und Bodenlebewesen ebenfalls tötet. Der Schaden, der durch den Einsatz solcher Mittel verursacht wird, steht in keiner Relation zu dem Nutzen.

Dunkelheit hilft

Hopfenklee mag es gerne hell und benötigt viel Licht und Sonne, um zu gedeihen. Wird ihm dies entzogen, kann er sich nicht mehr weiterentwickeln und wird eingehen. Dies dauert nur wenige Tage.

Und so geht´s:

  • Über die betroffene Rasenfläche eine Plane spannen
  • Nach ein paar Tagen entfernen

Der Hopfenklee wird verschwunden sein. Das unter der Plane befindliche Gras sieht zwar zunächst auch alles andere als glücklich und gesund aus, wird sich aber erholen.

Wasser gegen Hopfenklee

Wer kleine Plane hat oder diese nicht einsetzen möchte, kann auch ein anderes Mittel zur Hilfe nehmen: heißes Wasser. Hierfür wird Wasser aufgekocht und umgehend auf die Wildgewächse gegossen. Auch hier leidet der Rasen zunächst ein wenig, jedoch nur kurz.

Gartenbista-Tipp: Diese Methode eignet sich sehr gut, wenn nur kleine Bereiche oder einzelne Pflanzen behandelt werden sollen.

Manuell?

Es ist auch möglich, den Hopfenklee manuell zu bekämpfen. In diesem Fall heißt das; ausstechen. Wichtig dabei ist, dass man zunächst die Erde um die Pflanze herum auflockert, was sehr gut mit einem Stab gelingt. Dann wird der Gelbklee vorsichtig herausgezogen, wobei sämtliche Wurzeln mitkommen müssen. Verbleibt nur ein Stückchen der bis zu 50 cm langen Wurzel im Boden, wird der Hopfenklee nach einiger Zeit wieder fröhlich austreiben.

Hopfenklee vorbeugen

Ein gesunder, kräftiger Rasen kann sich gut gegenüber Wildgewächsen durchsetzen
Ein gesunder, kräftiger Rasen kann sich gut gegenüber Wildgewächsen durchsetzen

Wie bei anderen Wildgewächsen gilt auch hier: vorbeugen ist besser als vernichten. Damit sich die Graspflanzen gut gegen Eindringlinge durchsetzen können und allgemein widerstandsfähig werden, sollte man seinen Rasen düngen. Gut geeignet sind Hornspäne, da diese verhindern, dass Hopfenklee keimt.

Keinesfalls hingegen sollte Rasenkalk verwendet werden. Dieser wirkt zwar sehr gut gegen Rot- und Weißklee, ist aber für den Hopfenklee eher eine Nährstoffversorgung: Medicago lupulina liebt kalkhaltige Flächen…

Gartenbista-Tipp: Je höher das Gras ist, desto weniger kann Hopfenklee gedeihen, da ihm das Licht fehlt!

Tipps & Tricks

Im Übrigen kann man sehr schön Hopfenklee in Bienenweiden integrieren. Aufgrund der großen Beliebtheit bei Insekten, seinem hübschen Aussehen sowie der langen Blütezeit ist er eine der Pflanzen, die zwingend mit kultiviert werden sollten.

Video-Tipp der Redaktion: Hopfenklee kurz erklärt

In folgendem Video wird die kleine Pflanze im Kurzporträt vorgestellt:

Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Wie wirksam ist Hopfenklee Tinktur?

Grundsätzlich handelt es sich bei Tinkturen um eine Essenz aus den betreffenden Kräutern oder Pflanzen. Sie sind wesentlich konzentrierter als Tee oder Aufgüsse und sollten deswegen nur stark verdünnt eingenommen werden. Die Wirksamkeit ist bei richtiger Einnahme sehr gut.

Wie schmeckt Hopfenklee?

Die Blätter und Triebe haben einen leicht bitteren Geschmack, der etwas an Erbsen erinnert. Sie eignen sich hervorragend als Salatbeilage oder zur aromatischen Dekoration von Suppen oder anderen Speisen.

Wo bekomme ich Hopfenklee Samen zu kaufen?

Im Fachhandel sowie im Internet gibt es das entsprechende Saatgut. Angeboten werden Mischungen für Bienenweiden sowie ausschließlich Samen von Medicago lupulina – je nach Bedarf.

 

Symbolgraphiken: © Arousa – stock.adobe.com; irottlaender – stock.adobe.com; Matauw – stock.adobe.com; Werner – stock.adobe.com


• 10. April 2021 • Kategorie: Pflanzen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Du kannst unter Pseudonym kommentieren. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ja, ich habe die Datenschutzerklärung gelesen.