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Holunderbusch pflanzen – so mache ich es richtig

Lesezeit: 5 Min.
Holunderbusch
Holunderbusch

Wer einen Holunderbusch pflanzen möchte, muss sich über den Standort keine allzu großen Gedanken machen: das Gehölz kann sich nahezu überall anpassen, so dass in jedem Hausgarten ein Plätzchen gefunden werden kann. Im Fachhandel sind Jungpflanzen erhältlich; alternativ können sie auch aus Samen oder Stecklingen herangezogen werden. Wir haben für Sie recherchiert, was bei Aussaat, Vermehrung und Pflanzung zu beachten ist.

Allgemeine Informationen über Holunder

Beim Holunder, Sambucus, handelt es sich um eine Pflanzengattung aus der Familie der Moschuskrautgewächse, der weltweit mehr als 20 verschiedene Arten angehören. In Mitteleuropa sind drei davon heimisch:

  • Schwarzer Holunder, der als der bekannteste Vertreter seiner Art gilt und gerne auch als Fliederbeerbusch bezeichnet wird
  • Roter Holunder, welcher bezüglich seiner Wuchsform dem Schwarzen sehr ähnlich ist
  • Zwerg-Holunder, der als Staude gedeiht

Nicht nur der bekannteste, sondern auch der am häufigsten vertretene ist der Schwarze Holunder, Sambucus nigra, der als Strauch oder gelegentlich auch als kleiner Baum wächst und dabei bis zu 7 m hoch werden kann. Auffällig ist die starke Verzweigung seiner Äste und Triebe, die zudem noch ausladend und bogenförmig nach unten hängen.

Bereits ab März entwickeln sich die fiedrigen Blätter. Sie bestehen aus fünf oder sieben Einzelblättern, von denen jedes bis zu 12 cm lang werden kann.

Von Mai bis in den Juli hinein bildet der Holunderbusch bis zu 30 cm große, weiße oder gelbliche Blüten, die wie kleine Schirme aussehen und einen fruchtigen Duft verströmen. Dieser ist für Menschen sehr angenehm und lockt zudem zahlreiche heimische Insekten an. Aus ihnen entwickeln sich die zunächst roten, später dann schwarzen Steinfrüchte, die als Holunderbeeren bezeichnet werden. Aufgrund ihres hohen Vitamin C- und Kalium-Gehalts und ihres angenehmen Geschmackes werden sie sehr gerne zu Saft, Gelee, Likör oder Marmelade verarbeitet. Bleiben sie am Gehölz hängen, so reifen in ihnen jeweils drei Samen heran. Diese fallen entweder herunter und samen sich an Ort und Stelle aus, oder werden durch Vögel und Insekten verbreitet.

Gartenbista-Tipp: Zerreibt man ein Blatt zwischen den Fingern, so entsteht dadurch ebenfalls der zarte Blütenduft.

Ist er giftig für Menschen oder Tiere?

Für Tiere ist Holunder giftig!
Für Tiere ist Holunder giftig!

Fakt ist, dass sich in den Pflanzenteilen geringe Mengen cyanogene Glykoside befinden, welche sich bei Verzehr in Blausäure umwandeln. Sowohl Blätter, Rinde als auch unreife Beeren sollten demzufolge nicht verzehrt werden. Tut man es doch, muss man mit Vergiftungssymptomen wie Durchfall, Erbrechen und Magen-Darm-Beschwerden rechnen. Dasselbe gilt für Haustiere wie Hunde, Katzen und Nager sowie Schweinen.  Sie können zudem noch unter massiven Atembeschwerden leiden, die bis zum Tode führen können.

In reifem Zustand sind die Beeren hingegen weniger giftig, da die Konzentration der Glykoside niedriger ist. Dennoch ist von einem Rohverzehr abzuraten: Holunderbeeren sollten grundsätzlich nur in abgekochtem oder vergärtem Zustand verzehrt werden.

Holunderbusch pflanzen – Zeitpunkt

Um einen Holunder in die Erde zu bringen, stehen zwei verschiedene Zeitfester zur Verfügung:

Beide eignen sich gleichermaßen für eine Pflanzung.

Standort

Holunder ist sehr flexibel, wenn es um die Wahl eines geeigneten Standorts geht. Sowohl sonnige als auch halbschattige Plätze sind ihm genehm. In freier Natur wächst er bevorzugt an Waldrändern sowie auf Lichtungen, also an eher halbschattigen, geschützten Standorten. Ideal wäre es demzufolge, wenn ihm ein solcher Platz auch im heimischen Garten angeboten werden könnte.

Welchen Boden braucht der Holunderbusch?

Ein Waldboden, wie er bevorzugt wird, weist folgende Eigenschaften auf:

  • Durchlässig
  • Feucht
  • Frisch
  • Humusreich

In einem solchen Substrat würde sich der Holunderbusch richtig wohl fühlen; auch sandig-lehmige Böden sind geeignet. Keinesfalls sollte die Erde verdichtet sein, da dies schnell zu Staunässe fort. Diese mag der ansonsten so bescheidene Holunder gar nicht.

Anleitung zum Pflanzen

  • Holunder als Wegbepflanzung (Ungarn)
    Holunder als Wegbepflanzung (Ungarn)

    Pflanzloch ausheben, welches etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen ist

  • Aushub mit Kompost anreichern
  • Wurzelballen vorsichtig auseinanderziehen
  • Holunderbusch in das Pflanzloch setzen
  • Wässern
  • Loch mit Aushub auffüllen
  • Erde festtreten

Ein Holunder sieht zwar als Solitärgehölz am schönsten aus, eignet sich aber auch zur Heckenpflanzung. Dabei sollte jedoch ein Abstand von 2 m zu benachbarten Gewächsen eingehalten werden.

Gartenbista-Tipp: Bei der Frühjahrspflanzung eventuellen Austrieb großzügig zurückschneiden!

Pflege nach dem Pflanzen

In jungen Jahren sollte ein Holunderbusch regelmäßig gegossen werden, vor allen in langen Trockenphasen. Später ist dies aufgrund der tiefreichenden Wurzeln nicht mehr notwendig.

Unterhalb des Strauches kann sehr gut eine Mulchschicht aufgetragen werden. Diese sorgt zum einen dafür, dass Feuchtigkeit gespeichert wird; zum anderen versorgt sie das Gehölz mit Nährstoffen.

Holunder Vermehrung durch Aussaat

Aus den Beeren können Samen gewonnen werden
Aus den Beeren können Samen gewonnen werden

Schaut man sich in unmittelbarer Nähe eines Holunderbusches um, so wird man dort überall kleine, wilde Pflänzchen entdecken: selbstausgesäte Holunder. Diese können ganz einfach ausgegraben und am gewünschten Standort eingepflanzt werden. Alternativ ist auch eine Anzucht aus vollreifen Holunderbeeren:

 

 

  • Beeren entsteinen
  • Steine für 48 Stunden in eine Thermoskanne mit lauwarmem Wasser geben
  • Anschließend in eine mit feuchten Sand gefüllte Plastiktüte geben und in das Gemüsefach des Kühlschranks legen

Nach 6-8 Wochen ist der Kältereiz ausreichend, um die Samen zum Keimen anzuregen. Nun kann mit der eigentlichen Aussaat begonnen werden:

  • Pflanztöpfchen mit Anzuchterde füllen
  • Drei Samen in jedes Töpfchen geben
  • Mit 1-2m Substrat abdecken
  • Anfeuchten
  • Plastikfolie über die Gefäße ziehen
  • Halbschattigen Standort wählen, an dem etwa 20° C herrschen

In der Folgezeit muss das Substrat immer leicht feuchtgehalten werden. Nach einigen Wochen setzt die Keimung ein. Haben die jungen Pflanzen eine Größe von etwa 5 cm erreicht, werden sie in Einzeltöpfe umgepflanzt; ab einer Größe von mindestens 20 cm dürfen sie ins Freiland ausgepflanzt werden.

Stecklinge

Im Sommer können von einem bestehenden Holunderbusch 10 – 15 cm lange Stecklinge geschnitten werden. Ideal sind halbverholzte Triebe mit kleinen Blattknoten:

  • Pflanztöpfchen mit Anzuchterde füllen
  • Untere Hälfte des Stecklings von Blättern befreien
  • Blätter der oberen Hälfte halbieren
  • Blüten und etwaige Knospen entfernen
  • Pro Töpfchen 2 Stecklinge so tief in das Substrat stecken, dass mindestens ein Auge über diesem zu sehen ist
  • Töpfchen mit Plastiktüte überziehen
  • Warmen, geschützten Standort im Freien wählen
  • Erde gleichmäßig feuchthalten

Zeigen sich kleine neue Blättchen, so ist dies ein Zeichen für eine erfolgreiche Anwurzelung. Im folgenden Frühjahr können die jungen Pflanzen dann ausgepflanzt werden.

Video-Tipp der Redaktion: Unnterschied Schwarzer Holunder – Zwergholunder

In folgendem Video werden die Unterschiede zwischen den beiden Holundersorten sehr schön anschaulich erklärt:

Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Wie schnell wächst ein Holunder?

Pro Jahr kann der Schwarze Holunder einen Zuwachs von 50-70 cm bekommen.

Wie kann man Holunder klein halten?

Damit das Gehölz nicht allzu ausufernd wächst und vergreist, sollte ein jährlicher Rückschnitt erfolgen. Dieser sorgt zudem für eine üppige Blüten- und somit auch Fruchtbildung.

Warum verliert Holunder Blätter?

Während der Blattabwurf im Herbst ein natürlicher Vorgang ist, ist er in anderen Jahreszeiten ein Zeichen dafür, dass es dem Holunder zu trocken ist. Großzügige Wassergaben helfen ihm, wieder ins Gelichgewicht zu kommen; Staunässe aber bitte vermeiden.

 

Symbolgraphiken: © Ruckszio – stock.adobe.com; siwi1 – stock.adobe.com; Richard Semik – stock.adobe.com; nedomachi – stock.adobe.com


• 5. Oktober 2021 • Kategorie: Pflanzen

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