Holunder Pflanzen – Standort, Wirkung und Vermehrung

HolunderstrauchDer Holunder – auch als „Holler“ bekannt – zählt zu den ältesten Sträuchern in heimischen Gärten. Seine Beliebtheit rührt nicht nur von seinem schönen Aussehen her, sondern auch von der Tatsache, dass er sehr wohlschmeckende Beeren hervorbringt. Drüber hinaus sind seine weißen, duftenden Blüten eine hervorragende Nahrungsquelle für Insekten. Und auch die Heilwirkung des Holunders ist nicht zu verachten…

Holunder Pflanzen – Steckbrief von Gartenbista:

Holunder Standort: Sonnig bis halbschattig

Der Holunder kann eine Höhe von 7 m erreichen. Er bevorzugt einen sonnigen Standort, nimmt aber notfalls auch mit einem halbschattigen Plätzchen vorlieb. Wichtig ist, dass er nicht in direkter Nähe zu einem Gemüsebeet gepflanzt wird.

Besondere Ansprüche an den Boden stellt der anspruchslose Strauch nicht, jedoch freut er sich sehr über feuchte Böden sowie eine Gabe Hornspäne oder Kompost ins Pflanzloch.

Holunder Aussaat im Herbst

Holunder kann sehr gut ausgesät werden (Samen ist im Fachhandel erhältlich). Zu beachten ist, dass Holunder ein Kaltkeimer ist; dies bedeutet, dass das Saatgut eine Frostperiode benötigt, um keimen zu können. Von daher ist es ratsam, den Samen im Herbst in die Erde zu stecken, so dass im folgenden Frühjahr mit kleinen Holunderpflanzen gerechnet werden kann.

Holunder pflanzen, vermehren

Holunder, der im Fachhandel erworben wird, wird entweder im Herbst oder aber im zeitigen Frühjahr gepflanzt. Wer seinen Holunderstrauch selbst aus Stecklingen ziehen will, schneidet hierfür im Winter einjährige Triebe mit einer Länge von 20 cm ab. An einem frostfreien Tag werden diese zu Dreivierteln in den Boden gesteckt, wo sie Wurzeln bilden. Ist dies geglückt, treiben die Triebe aus.

In der Regel ist es allerdings so, dass es keiner Holunder Vermehrung bedarf, da die Natur diese von alleine regelt: Vögel fressen die schwarzen Holunderbeeren und scheiden deren Samen wieder aus, so dass in der Nähe eines bestehenden Holunderstrauchs jede Menge kleine Holunderpflanzen zu finden sind.

Holunder Pflege – Tipps

Junge Sträucher können an besonders heißen tagen gegossen werden, ansonsten besteht kein Grund dazu, den Holunder zu gießen. Auch ein Düngen ist nicht erforderlich.

Besonderer Pflege bedarf der bescheidene Holunder nicht.

Holunder schneiden im Juni

Am Johannistag (24.Juni) sollte der junge Holunder entspitzt werden. Dies bedeutet, dass die eine oder andere Triebspitze entfernt werden sollte, damit sich der Strauch schön in die Breite verzweigt und nicht so sehr in die Höhe wächst. In den Folgejahren ist ein regelmäßiger Schnitt unabdingbar. Dieser sollte nach der Ernte erfolgen. Dabei sollten nur nicht 10-12 zweijährige Ruten stehengelassen werden.

Wer jedoch einen hochstämmigen Holunder haben möchte, sollte alle Grundtriebe bis auf den Mitteltrieb wegschneiden.

Schädlinge und Krankheiten stellen kein Problem für den Holunder dar

Der widerstandsfähige Holunder ist nicht krankheitsanfällig, auch Schädlinge machen ihm nicht allzu große Probleme. Lediglich die Holunderblattlaus könnte zu einem Problem für den Holunder werden.

Holunder Ernte im Mai/Juni

Der Holunder blüht im Mai/Juni. In dieser Zeit müssen die Blüten geerntet werden, wenn dies erwünscht ist. Wer es allerdings auf die Holunderbeeren abgesehen hat, muss bis Juli warten: dann sind die kleinen Beeren tiefschwarz und erntereif.

Bei der Ernte wird die komplette Fruchtdolde abgeschnitten. Zu beachten ist, dass von einem Frischverzehr abzuraten ist: die Beeren sind in ungekochtem Zustand ganz leicht giftig; erst beim Erhitzen zersetzen sich diese Giftstoffe. Zubereitet sind die Holunderbeeren nicht nur schmackhaft, sondern auch sehr gesund: sie enthalten die Vitamine A, B und C sowie Kalium.

Holunder – Verarbeitung

Während die Holunderblüten getrocknet und zu Tee verarbeitet werden, wird aus den  Holunderbeeren Saft oder Gelee hergestellt. Auch können sie sehr gut eingefroren und zu einem späteren Zeitpunkt verarbeitet werden. Tolle Rezepte für Holunderbeeren finden Sie hier.

Zur Herstellung eines Holunderblütentees werden zwei Teelöffel Holunderblüten mit 250 ml kochendem Wasser übergossen und circa 10 min ziehen gelassen.

Holunder – Heilwirkung

Holunder wirkt

  • fiebersenkend
  • schweißtreibend
  • blutreinigend,

und wird deshalb besonders gerne unterstützend bei Erkältungskrankheiten eingesetzt. Darüber hinaus stärkt er das Immunsystem, regt die Nierentätigkeit an und wirkt bei rheumatischen Beschwerden. Auch bei Hautkrankheiten wird er gerne eingenommen.

Bitte beachten Sie, dass gartenbista-Artikel nicht den fachlichen Rat eines Arztes, Heilpraktikers oder Physiotherapeuten ersetzen können. Außerdem übernehmen weder der Autor noch gartenbista das Risiko für eine Eigenbehandlung aufgrund dieses Artikels.

Graphik: © Nik – Fotolia.com


4 Kommentare

  1. Bei uns sind die Holunderbüsche untenherum alle Angefessen habe aber noch keine Maus oder andere Tiere gesehen die hier am Gnagen waren oder ist es ein Pils?
    Dieses ist mir dieses Jahr das erste mal aufgefallen!

    1. Unser schwarzer Holunderstrauch hat helle Blätter bekommen und die Beeren entwickeln sich nicht, sie bröseln ganz klein ab. Was tun ?

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