Hohler, gelber und blauer Lerchensporn (Corydalis) und andere Sorten

Lerchensporn (Corydalis)
Lerchensporn (Corydalis)

Der Lerchensporn bietet mit seinen schönen bunten Blüten schon früh im Jahr attraktive Farbtupfer und bis in den Herbst hinein kann sich das Auge an den Blüten erfreuen.

Je nach Sorte bevorzugt die Blühstaude unterschiedliche Lichtverhältnisse und einige Sorten gedeihen am besten im Schatten, so dass die Pflanzen optimal geeignet sind, um auch an den etwas weniger lichtverwöhnten Stellen im Garten oder auf dem Nordbalkon für eine farbige Blütenpracht zu sorgen.

Hohler, gelber und blauer Lerchensporn (Corydalis) – Steckbrief von Gartenbista

Hohler, gelber und blauer Lerchensporn (Corydalis): Pflegetipps für Schnellleser

  • Blütezeit: April bis Oktober
  • Standort: je nach Sorte, meist halbschattig oder schattig
  • Boden: nährstoffreich, durchlässig, humos
  • Pflanzzeit: März bis Dezember bei frostfreier Witterung
  • Pflanzen: 25 bis 30 Zentimeter Pflanzabstand einhalten
  • Kübelhaltung: geeignet
  • Vermehrung: Aussaat oder Teilung
  • Aussaatzeit: im Haus variabel
  • Gießen: regelmäßig
  • Düngen: je nach Bodenverhältnissen
  • Blütenpflege: welke Blüten ausputzen, wenn keinen Selbstaussaat erwünscht ist
  • Schneiden: je nach Art
  • Überwinterung: benötigt leichten Winterschutz
  • Krankheiten: Wurzelfäule
  • Schädlinge: Schnecken, Spinnmilben

Wissenswertes über den Lerchensporn

Blauer Lerchensporn (Corydalis elata)
Blauer Lerchensporn (Corydalis elata)

Der Lerchensporn (Corydalis) gehört zur Familie der Mohngewächse und kommt in mehr als 400 verschiedenen Arten vor. Die verschiedenen Arten sind in ganz Europa sowie in Asien und Amerika heimisch und wachsen an so unterschiedlichen Orten wie in Wäldern, Weinbergen, Gebirgen oder in Gebüschen. Entsprechend unterschiedlich sind je nach Art auch ihre Anforderungen an Standort und Boden im Garten.

Mit Wuchshöhen zwischen 10 und 120 Zentimetern, einer ausladenden Wuchsbreite von mehr als einem halben Meter und ihren auffälligen Blüten in rosa, violett, gelb, rot oder weiß bieten sie im Garten immer einen schönen und auffälligen Anblick.

Die verschiedenen Sorten des Lerchensporns

  • Hohler Lerchensporn (Corydalis cava)
    Herkunft: Mitteleuropa, auch in Deutschland heimisch
    Standort: Halbschatten oder Schatten
    Boden: frisch, kalkhaltig, nährstoffreich
    Blütenfarbe: violett, rosa, weiß
  • Gelber Lerchensporn (Corydalis lutea)
    Herkunft: Mittelmeerraum
    Standort: bevorzugt lichter Halbschatten, gedeiht auch in der Sonne oder im Schatten
    Boden: steinig, kalkhaltig, gut durchlässig, verträgt Trockenheit
    Blütenfarbe: leuchtend gelb
  • Blauer Lerchensporn (Corydalis elata)
    Herkunft: Europa, Asien
    Standort: Halbschatten
    Boden: frisch
    Blütenfarbe: leuchtend bla
  • Gefingerter Lerchensporn (Corydalis solida)
    Herkunft: Mittel- und Nordeuropa, Westasien
    Standort: Halbschatten
    Boden: feucht, durchlässig, kalkarm
    Blütenfarbe: hellblau, blasslila, rot, selten weiß
  • Mittlerer Lerchensporn (Corydalis media)
    Herkunft: Europa
    Standort: Halbschatten
    Boden: frisch, locker, nährstoffreich, kalkarm
    Blütenfarbe: purpurrot, selten weiß
  • Hellgelber Lerchensporn (Corydalis ochroleuca)
    Herkunft: Südeuropa
    Standort: Halbschatten
    Boden: humos, nährstoffreich, verträgt Trockenheit
    Blütenfarbe: weißlich-gelb
  • Farn-Lerchensporn (Corydalis cheilanthifolia)
    Herkunft: China
    Standort: Halbschatten bis Schatten
    Boden: frisch, wächst bevorzugt in Mauerspalten oder auf anderen steinigen Böden
    Blütenfarbe: gelb

Die verschiedenen Sorten haben also durchaus unterschiedliche Bedürfnisse, was beispielsweise die Bodenbeschaffenheit und die Lichtverhältnisse angeht. Dies resultiert aus der großen Verbreitung des Lerchensporns, der sich in seinen jeweiligen Lebensräumen an die dortigen Bedingungen anpasst.

Die große Vielfalt bietet dem Hobbygärtner dadurch jedoch nicht nur im Hinblick auf die Optik eine große Auswahl, sondern der Lerchensporn ist dadurch auch für nahezu jeden Standort und jeden Boden geeignet, sofern man nur die richtige Sorte wählt.

Lerchensporn: optimaler Standort

Hohler Lerchensporn (Corydalis cava)
Hohler Lerchensporn (Corydalis cava)

Der optimale Standort für den Lerchensporn (Corydalis) richtet sich vor allem danach, um welche Sorte es sich handelt. Die meisten Sorten bevorzugen jedoch einen halbschattigen oder schattigen Standort und sie eignen sich meist gut zur Unterpflanzung von Gehölzen.

Einige Sorten, wie beispielsweise der Farn-Lerchensporn oder der Gelbe Lerchensporn, bevorzugen einen steinigen Untergrund, während andere Arten wie der Hellgelbe Lerchensporn, der Mittlere Lerchensporn oder der Gefingerte Lerchensporn eher einen Standort im Beet bevorzugen.

Es kommt bei der Wahl des Standortes also immer stark darauf an, um welche Sorte des Lerchensporns es sich handelt. Das Positive daran ist, dass sich für alle Bereiche des Gartens der passende Lerchensporn finden lässt und mit dem Farn-Lerchensporn können sogar Mauerritzen und ähnliches begrünt werden.

Gartenbista-Tipp: Für schattige Plätze eignen sich besonders gut der Blaue und der Gelbe Lerchensporn, wobei der Gelbe Lerchensporn so anpassungsfähig ist, dass er auch an einem sonnigen Standort gedeiht.

360°-Video von dem blauen Lerchensporn (Corydalis)

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie der blaue Lerchensporn (Corydalis) aussieht.

360°-Video von dem blauen Lerchensporn (Corydalis)- Gartenbista-Videostudio, gedreht im Juni

Lerchensporn Boden

Wie auch beim Standort stellen die verschiedenen Sorten des Lerchensporns sehr unterschiedliche Ansprüche an den Boden.

Diese Bodenbeschaffenheiten werden von den meisten Lerchensporn Sorten bevorzugt:

  • frisch bis feucht
  • locker und durchlässig
  • nährstoffreich

Je nach Sorte werden kalkarme oder kalkhaltige Böden bevorzugt und wer einen Lerchensporn für einen eher trockenen Boden sucht, der ist mit dem Gelben oder dem Hellgelben Lerchensporn gut beraten.

Auch bei der Auswahl des Bodens gilt es also, genau darauf zu achten, um welche Sorte des Lerchensporns es sich handelt.

Die große Vielfalt sorgt auch hier dafür, dass sich für nahezu alle Bodenverhältnisse der passende Lerchensporn finden lässt, macht es aber auch notwendig, sich genau zu informieren, mit welcher Sorte man es jeweils zu tun hat.

Lerchensporn pflanzen

Der Lerchensporn (Corydalis) kann das ganz Jahr über von März bis Dezember gepflanzt werden, vorausgesetzt, es ist frostfrei. Die ideale Zeit zum Pflanzen liegt jedoch im frühen Herbst, von Mitte September bis in den Oktober hinein.

Dies sollte bei der Pflanzung beachtet werden:

  • Boden gut auflockern
  • Kompost oder Hornspäne nutzen, um dem Boden die erforderlichen Nähstoffe zuzuführen
  • Die Pflanztiefe sollte etwa das Dreifache des Umfangs der Zwiebel oder Knolle betragen. In der Regel liegt sie zwischen 5 und 10 Zentimetern
  • Ein Pflanzabstand von mindestens 25 bis 30 Zentimetern sollte in alle Richtungen eingehalten werden, damit die einzelnen Pflanzen sich gut entwickeln können
  • Nach der Pflanzung gründlich angießen

Lerchensporn Pflege

Der Lerchensporn (Corydalis) ist sehr pflegeleicht und wächst nahezu von allein. Einzig den Wasserbedarf sollt man im Auge behalten und dafür sorgen, dass die Pflanzen nicht austrocknen. Je nach Standort und Witterung kann das bedeuten, dass auch im Freiland regelmäßig gegossen werden muss.

  • Wurzeln nicht austrocknen lassen
  • im Sommer bei Trockenheit auch im Freiland regelmäßig gießen
  • Staunässe unbedingt vermeiden
  • lieber in größeren Abständen gründlich als zu oft gießen

Die erforderlichen Düngergaben richten sich ganz nach der Beschaffenheit des Bodens. Humose und nährstoffreiche Böden sind in der Regel auch ohne zusätzliche Düngergaben in der Lage, den Nährstoffbedarf des Lerchensporns zu decken.

Gartenbista-Tipp: Gibt der Boden nicht genügend Nährstoffe her, kann ein Langzeitdünger für Zwiebelblumen verwendet werden oder es wird mit organischem Dünger wie Kompost oder Hornspänen gedüngt.

Lerchensporn schneiden

Von Lerchensporn umrandeter Waldweg
Von Lerchensporn umrandeter Waldweg

Ein Schnitt ist bei den meisten Sorten nicht notwendig, doch wenn das Laub bei den wintergrünen Arten nach dem Winter unansehnlich geworden ist, ist es von Vorteil, die Blühstaude etwa handhoch zurückzuschneiden. Dieser Schnitt sollte im frühen Frühjahr vor dem Austrieb erfolgen.

Die meisten Pflanzen ziehen sich jedoch zum Überwintern in die Knolle oder das Rhizom zurück. Das Laub sollte ihnen in diesem Fall gelassen werden, bis es vollständig verwelkt ist, es kann auch als Winterschutz gut an der Pflanze verbleiben und die Teile, die nicht verrottet sind, können im Frühjahr vor dem Austrieb leicht entfernt werden.

Der Lerchensporn (Corydalis) neigt an geeigneten Standorten sehr zur Selbstaussaat, wodurch er unter Büschen und Gehölzen oft schöne und große Blütenteppiche bildet. Ist diese Selbstaussaat jedoch nicht gewünscht, sollten die ausgeblühten Blüten jeweils vor der Samenreife entfernt werden. Ein regelmäßiges Ausputzen der verblühten Teile regt die Pflanzen außerdem dazu an, immer mehr Blüten zu produzieren, so dass sich die Blütezeit und -intensität dadurch steigern lässt.

Lerchensporn vermehren

Auch bei der Vermehrung des Lerchensporns kommt es darauf, mit welcher Sorte man es zu tun hat.

Rhizombildende Arten wie der Blaue Lerchensporn lassen sich am besten durch Teilung vermehren:

  • nach der Blüte werden die Pflanzen vorsichtig ausgegraben
  • die Rhizome werden mit einem scharfen Messer geteilt und an geeigneter Stelle wieder eingepflanzt

Andere Sorten wie beispielsweise der Hohle Lerchensporn sind knollenbildend. Diese Arten können wie folgt vermehrt werden:

  • Pflanzen im Frühherbst ausgraben
  • Knollen behutsam trennen
  • die einzelnen Knollen an geeigneter Stelle pflanzen

Möglich ist auch eine Vermehrung über Aussaat, doch da der Lerchensporn (Corydalis) ein Kaltkeimer ist, ist dieser Weg mit etwas Aufwand verbunden.

  • Samen für etwa 10 Tage in den Kühlschrank legen
  • Anzuchterde und Sand im Verhältnis 2:1 mischen
  • Samen auf dem Substrat verteilen und nur andrücken
  • Anzuchtgefäß mit Folie bedecken und an einen kühlen, aber frostfreien Standort stellen
  • feucht halten und regelmäßig lüften
  • die jungen Triebe sollten in den ersten 6-8 Wochen von direkter Sonneneinstrahlung ferngehalten werden
  • bei entsprechender Größe in kleinen Gruppen auspflanzen

Fühlt sich der Lerchensporn an seinem Standort wohl, wird er sich jedoch sowohl über Selbstaussaat als auch über seine Rhizome und Knollen selbst vermehren.

Lerchensporn überwintern

Blüte des weißen Lerchensporns
Blüte des weißen Lerchensporns

Die meisten Sorten des Lerchensporns sind winterhart und kommen mit den Witterungsbedingungen eines normalen deutschen Winters gut zurecht.

Vor starken Frösten sollten sie jedoch vor allem in schneelosen Wintern geschützt werden. Das geschieht am besten, indem sie mit Laub, Stroh oder einer Schicht Torf abgedeckt werden. Werden sie im Kübel gehalten, sollte das Pflanzgefäß mit Jute oder Folie umwickelt und auf einen Holz- oder Styroporklotz an einen etwas geschützten Standort gestellt werden, damit der Wurzelballen nicht durchfriert.

Ist der Lerchensporn giftig?

In früheren Zeiten wurden einige Arten des Lerchensporns (Corydalis) beispielsweise als Entwurmung verwendet. Die Knollen einzelner Arten enthalten Giftstoffe, die zu Magenbeschwerden, Durchfällen, Krämpfen und Lähmungen führen können. Da die Giftstoffe in den Knollen enthalten sind, sind Vergiftungen selten, wird der Garten von kleinen Kindern und Haustieren genutzt, sollte dies aber bedacht werden.

Lerchensporn: Krankheiten und Schädlinge

Für Krankheiten ist der Lerchensporn überhaupt nicht anfällig, die einzige Ausnahme bildet hier die Wurzelfäule. Wird darauf geachtet, dass keine Staunässe entsteht und dass die Pflanze nicht übergossen wird, lässt sich das jedoch leicht vermeiden.

Ein Ärgernis stellen Schnecken dar, denn die schleimigen Übeltäter mögen den Lerchensporn (Corydalis) gern und können schon mal für deutliche Fraßspuren oder gar einen Kahlschlag sorgen. Dagegen helfen ein Schneckenzaun oder Schneckenkorn, wobei bei letzterem eine biologisch verträgliche Variante gewählt werden sollte, die weder für Kinder gefährlich ist noch anderen Gartenbewohnern wie Igeln oder Haustieren schadet.

Auch von Spinnmilben kann der Lerchensporn befallen werden, für Abhilfe sorgen entsprechenden Produkte aus dem Fachhandel, die auch vorbeugend eingesetzt werden können.

Lerchensporn: Blütenpracht im Schatten und unter Gehölzen

Der Lerchensporn (Corydalis) bildet wunderschöne Blütenteppiche, die vor allem unter Gehölzen gut zur Geltung kommen. Die bunten Blüten sorgen den ganzen Sommer hindurch für schöne Farbakzente und eigentlich sollte diese hübsche Pflanze in keinem heimischen Garten fehlen.

 

Graphiken: © behewa – Fotolia.com, mahey – Fotolia.com, etfoto – Fotolia.com, Elisabeth – Fotolia.com, karo_s – Fotolia.com


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