Besenheide, Heidekraut pflanzen, vermehren & Wirkung

Das Heidekraut  (oder Besenheide) – eine Pflanze, der im Allgemeinen wenig Beachtung geschenkt wird. Sie wächst bescheiden vor sich hin und ist – obwohl in sehr vielen heimischen Gärten vertreten – eher unauffällig. Sie besitzt weder eine Farbintensität noch eine Farbenvielfalt (in der Regel sind sie violett oder weiß); sie trägt keine essbaren Früchte und um sie ranken auch keine mysteriösen Geschichten. Ob es jemandem auffallen wird, wenn diese Pflanze komplett aus der heimischen Flora verschwinden wird? Experten zufolge könnte dies nämlich bald der Fall sein (zumindest in freier Natur), da der Klimawandel extrem dazu beiträgt, dass das Heidekraut mehr und mehr seines natürlichen Lebensraumes beraubt wird – und somit zum Aussterben verdammt sein könnte…Schade…

Besenheide, Heidekraut Pflanzen – Steckbrief von Gartenbista:

Heidekraut Standort: vollsonnig

Eigentlich wächst Heidekraut überall – unter Sträuchern, in Beeten, Steingärten, Schalen oder Kästen. Selbst karge Böden machen ihm nichts aus. Bevorzugen tut dieses Kraut allerdings einen feuchten Boden ohne Staunässe an einem vollsonnigen Standort – dann kann es sich optimal entwickeln. So optimal, dass ein regelmäßiges Schneiden der winterharten Stauden angebracht ist.

Heidekaut pflanzen: zu jeder Jahreszeit

Sowohl die Sommerheide, die im Sommer und Herbst blüht, als auch die Winterheide (Blütezeit Winter und Frühjahr) können zu jeder Jahreszeit in die Erde gebracht werden, aber bitte nicht bei Frost! Damit ist das Heidekraut Pflanzen so gut wie immer möglich.

Heidekraut schneiden: im Frühjahr

Wohl kaum eine Pflanze lässt sich so einfach zurückschneiden wie das Heidekraut. Nach der Blüte (die vom Spätsommer an bis weit in den Herbst hinein andauert) oder im zeitigen Frühjahr (Februar/März) ist der beste Zeitpunkt hierfür. Dazu werden die Stauden einfach circa handhoch über der Erde abgeschnitten – das war´s. Das regelmäßige Schneiden ist allerdings enorm wichtig, da die Pflanzen ansonsten verholzen und aus diesem Altholz keine Blüten entstehen können.

Übrigens: empfehlenswert ist das Schneiden im Frühjahr, denn wenn kein allzu starker Frost besteht, blüht das Heidekraut den ganzen Winter hindurch!

Vermehrung von Besenheide

Eine Vermehrung von Heidekraut über Stecklinge ist theoretisch möglich. Allerdings ist diese ausgesprochen selten von Erfolg gekrönt – um ein Waterloo zu vermeiden, ist es daher ratsam, die Heidekrautpflanzen zu kaufen – oder auf Absenker zu erhoffen. Diese Triebe suchen sich, nahe der Mutterpflanze, selbst einen Weg in den Boden und wurzeln dort. Sind sie groß genug, kann die Verbindung zwischen der neuen und der alten Pflanze gekappt und das junge Heidekraut umgepflanzt werden.

Krankheiten und Schädlinge stellen kaum ein Probem dar…

Heidekraut bleibt von Schädlingen weitestgehend verschont. Auch ist diese Staude nicht krankheitsanfällig. Lediglich der Bodenpilz „Hallimasch“ kann dafür sorgen, dass das Heidekraut eingeht. Ein dementsprechender Befall ist an einem weißen Pilz an der Rinde der Heide zu erkennen. Ist dies der Fall, hilft nur, die betroffenen Pflanzen umgehend auszugraben, zu entsorgen und den Boden, in dem sie gestanden haben, großzügig abzutragen.

Heidekraut – Heilwirkung wird häufig unterschätzt

Heidekraut ziert nicht nur die Gärten, sondern besitzt auch eine heilende Wirkung. Insbesondere bei Harnwegserkrankungen (aufgrund seiner harntreibenden Wirkung) und Stoffwechselstörungen wird das Kraut sehr gerne zusätzlich zur Therapie eingesetzt – entweder in Form von Tee oder Aufguss. Speziell zur Behandlung von Rheuma ist ein Vollbad im warmen Wasser empfehlenswert, welchem viele Heidekrautblüten beigefügt wurden. Doch auch zur Blutreinigung und bei Ekzemen ist Heidekraut geeignet.

Heidekrauttee herstellen

Für Tee oder einen Aufguss aus Heidekraut werden sowohl die Blüten als auch die blühenden Krautenden verwendet. Sie werden in der Zeit von August bis Oktober gesammelt. Nach dem Trocknen können sie mehrere Monate verwendet werden, ohne etwas von ihrer Wirksamkeit eingebüßt zu haben. Zur Herstellung des Tees (zur oralen Einnahme) oder Aufgusses (zum Auftragen auf die betroffene Stelle mittels einer Kompresse) werden circa 2 Teelöffel getrocknete Heidekrautblüten ineine Tasse gegeben und mit kochendem Wasser übergossen. Nach zehnminütigem Ziehen ist das Getränk verzehr- beziehungsweise einsatzbereit.

Bitte beachten Sie, dass gartenbista-Artikel nicht den fachlichen Rat eines Arztes, Heilpraktikers oder Physiotherapeuten ersetzen können. Außerdem übernehmen weder der Autor noch gartenbista das Risiko für eine Eigenbehandlung aufgrund dieses Artikels.

Graphik: © odluap-Fotolia.com


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