Wissenswertes über das Hakige Chamelaucium

Hakige Chamelaucium, Chamelaucium uncinatum
Hakige Chamelaucium, Chamelaucium uncinatum

Aus dem fernen Australien kam einst das Hakige Chamelaucium in unsere Regionen. Der immergrüne Strauch besitzt nicht nur eine interessante Optik, sondern ist zudem noch pflegeleicht. Mit ein wenig Knowhow wird der Gartenbesitzer viele Jahre lang Freude an dem Gewächs haben.

Hakige Chamelaucium – Steckbrief von Gartenbista

  • Blütezeit: Dezember bis Februar
  • Standort: sonnig und warm
  • Substrat: durchlässig, sandig
  • Kübelhaltung: ja
  • Vermehrung: Samen, Stecklinge
  • Aussaatzeit: Januar/Februar
  • Gießen: sparsam
  • Düngen: April bis September alle vier Wochen mit Flüssigdünger
  • Schneiden: nach Überwinterung
  • Überwinterung: im Winterquartier bei mindestens 5°C
  • Pflanzenhöhe/-größe: in seiner Heimat 2-3 m; hierzulande 1-1,5 m
  • Giftig: nein
  • Heilwirkung: nein
  • Krankheiten und Schädlinge: nein

Allgemeine Informationen über Hakige Chamelaucium

Bei dem Hakigen Chamelaucium (Chamelaucium uncinatum) handelt es sich um eine Zierpflanze aus der Familie der Myrtengewächse, innerhalb derer es mit etwa 30 Arten vertreten ist. Ursprünglich stammt es aus Australien, ist aber inzwischen auch in anderen tropischen und subtropischen Regionen, Kalifornien und Europa zu finden. Seinen Namen erhielt der immergrüne Strauch aufgrund der Tatsache, dass sich seine nadelartigen Blätter leicht nach unten biegen und somit an einen Haken erinnern. Diese Blätter verströmen dank ihrer ätherischen Öle einen zitronenartigen Duft, der sich durch Reiben verstärkt.

Der immergrüne Strauch wird in seiner Heimat bis zu 3 m hoch. Da hierzulande die Vegetationszeit wesentlich kürzer ist, kann er derartige Höhen nicht erreichen. Für gewöhnlich werden Hakige Chamelaucium zwischen 1 m und 1,5 m hoch.

Besonders beeindruckend sind die Knospen der Hakigen Chamelaucium: sie sehen aus wie Perlen. Aus ihnen entwickeln sich von Dezember bis Februar wunderschöne weiße, rosafarbene, violette oder rote Blüten, die den Eindruck vermitteln, sie seien aus Wachs. So erklärt sich auch der Trivialname: Australische Wachsblume. Durch diese Benennung kommt es gelegentlich zu Verwechslungen mit der Südseemyrte (Leptospermum scoparium) sowie der Zimmerpflanze Wachsblume (Hoya spec.).

Standort

Um sich rundherum wohl zu fühlen, benötigt das Hakige Chamelaucium einen hellen und warmen Standort. Dieser sollte möglichst sonnig gelegen sein; notfalls nimmt der Strauch auch mit einem Plätzchen im Halbschatten vorlieb. Temperaturen zwischen 15°C und 35°C sind optimal. Unter derartigen Bedingungen kann die Australische Wachsblume den ganzen Frühling und Sommer bis in den Herbst hinein gehalten werden. Danach ist leider Schluss mit frischer Luft und einem Standort im Freien.

Da die Wachsblume nicht winterhart ist, muss sie die kalte Jahreszeit in einem Winterquartier verbringen. Dieses muss ebenfalls hell sein, allerdings reichen Temperaturen zwischen 5 und 10°C aus. Wärmere Umgebungen werden sehr gerne angenommen. Sehr gut geeignet ist ein Wintergarten, jedoch kann die Zierpflanze auch in jedem anderen Wohnraum oder im Keller überwintern, sofern diese Räumlichkeiten hell genug sind.

Gartenbista-Tipp: Pflanze möglichst vor Regen geschützt aufstellen.

Kübelhaltung

Theoretisch wäre es möglich, das Hakige Chamelaucium in ein Beet zu pflanzen, sofern die Standortbedingungen dementsprechend sind. Davon ist allerdings abzuraten. Die Wachsblume verträgt ja keine Minusgrade und darf deswegen zwangsläufig den Winter über nicht im Freien verbleiben. Wird sie im Kübel kultiviert, vereinfacht dies das Procedere des Ein- und wieder Ausräumens. Das Pflanzgefäß muss jedoch einige Kriterien erfüllen:

  • Ausreichend Platz für den Wurzelballen besitzen
  • Stabil genug sein, um die kräftige Pflanze halten zu können
  • Im Boden müssen Abflusslöcher vorhanden sein, durch die überschüssiges Wasser ablaufen kann

Zudem sollte eine Drainageschicht aus Kies oder Blähton eingebracht werden, um Staunässe zu vermeiden.

Substrat

Das Substrat sollte möglichst durchlässig sein, um Staunässe zu verhindern. Handelsübliche Blumenerde ist vollkommen ausreichend zum Wachsblumen Kultivieren, sofern sie mit Sand und Tongranulat angereichert wird. Die geschieht im Verhältnis

  • Zwei Teile Erde
  • Jeweils ein Teil Sand und ein Teil Tongranulat.

Pflege

  • Gießen: Das Hakige Chamelaucium zieht trocknere Bedingungen Feuchtigkeit vor. Dieser Umstand sollte auch beim Gießen beachten werden. Es wird grundsätzlich erst dann gegossen, wenn das Substrat bereits angetrocknet ist, wobei jedoch der Ballen keinesfalls komplett austrocknen darf. Die einzelnen Wassergaben sind zudem eher sparsam zu verabreichen. Im Winter wird noch weniger gegossen.
  • Düngen: Von April bis September wird einmal monatlich Flüssigdünger zusammen mit dem Gießwasser verabreicht. Hierbei ist jedoch die Hälfte der herstellerseits angegebenen Dosis vollkommen ausreichend. Im Jahr des Kaufs sowie des Umtopfens wird nicht gedüngt.
  • Umtopfen: Wenn das Pflanzgefäß zu klein für den Wurzelballen geworden ist, muss die Australische Wachsblume in ein größeres umgetopft werden. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das zeitige Frühjahr direkt nach der Überwinterung. Im Zuge des Umtopfens sollte eine Wurzelkontrolle durchgeführt werden. Von Schädlingen befallene Wurzeln werden ebenso entfernt wie verfaulte oder vertrocknete.

Schneiden

Ein Schnitt ist nicht zwingend erforderlich, fördert allerdings einen kompakten Wuchs. Er sollte immer dann durchgeführt werden, wenn die Australische Wachsblume außer Form gerät, zu hoch und/oder zu breit wird. Der beste Zeitpunkt zum Schneiden ist nach der Überwinterung, keinesfalls jedoch während der Blüte.

Gartenbista-Tipp: Nur sauberes und scharfes Schnittwerkzeug verwenden.

Vermehrung

Das Hakige Chamelaucium kann sehr gut durch Stecklinge vermehrt werden. Hierfür werden im Mai/Juni halbreife, 15-20 cm lange Triebe abgeschnitten. Keinesfalls dürfen diese zu weich sein, da bei diesen eine Wurzelbildung eher unwahrscheinlich ist.

  • Pflanzgefäße mit feuchtem Sand füllen
  • Triebe in den Sand stecken
  • Gefäße an einen warmen, hellen Standort stellen
  • Substrat gleichmäßig feucht halten
  • Staunässe vermeiden

Nach einigen Wochen bilden die Stecklinge Wurzeln, was sich an neuen zarten Blättern erkennen lässt. Ist dies der Fall, können sie in größere Pflanztöpfe mit dem Erde-Sand-Gemisch umgetopft werden. Die Kultivierung ist identisch wie bei adulten Pflanzen.

Alternativ kann das Hakige Chamelaucium auch durch Aussaat im Januar/Februar vermehrt werden. Saatgut ist im guten Fachhandel erhältlich, kann jedoch auch aus Blüten von bestehenden Pflanzen gewonnen werden. Hierfür wird ein abgeblühter Trieb abgeschnitten und auf ein Küchenkrepp gelegt. Nach einigen Tagen sind die Blüten vertrocknet, die Samen können durch vorsichtiges Schütteln entnommen werden:

  • Anzuchttöpfe mit Erde füllen
  • Samen auf das Substrat legen
  • Leicht mit Erde bedecken
  • Substrat feucht halten

Die Töpfchen werden an einen hellen und warmen Ort gestellt, beispielsweise auf die Fensterbank. Nun dauert es einige Wochen, bis sich die ersten Keimlinge zeigen. Haben die Jungpflanzen eine Höhe von etwa 5 cm erreicht, müssen sie pikiert werden. Es ist sinnvoll, nur die stärksten zu behalten. Wenn diese 10-15 cm hoch sind, werden sie in Einzeltöpfe mit Erde-Sand-Gemisch umgesetzt.

Überwinterung

Da die dekorative Pflanze nicht winterhart ist, muss sie ins Haus geholt werden, sobald sich die Temperaturen dem Gefrierpunkt nähern. Im Winterquartier müssen mindestens 5°C herrschen, jedoch kann das Hakige Chamelaucium auch in Wohnräumen gehalten werden. Geeignet sind demzufolge:

  • Wintergarten
  • Kellerraum
  • Wohnraum

Grundsätzlich muss das Winterquartier hell sein. Da in den Wintermonaten ohnehin die Helligkeit eher weniger gegeben ist, sollte die Pflanze möglichst nahe an eine Lichtquelle wie ein Fenster gestellt werden.

Während der Überwinterung gilt:

  • Erst gießen, wenn das Substrat sehr angetrocknet ist. Dabei ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt: der Wurzelballen darf einerseits keinesfalls austrocknen, andererseits hat das Hakige Chamelaucium nur einen sehr geringen Wasserbedarf.
  • Gedüngt wird erst wieder im April.
  • Verblühte Blüten können abgezupft werden.

Achtung: Je kälter die Australische Wachsblume überwintert wird, desto später blüht sie!

Krankheiten und Schädlinge

Das Hakige Chamelaucium ist sehr robust und nicht anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Viel mehr machen ihm Pflegefehler zu schaffen:

  • PH-Wert des Substrats zu hoch -> Blattchlorose
  • Zu dunkler Standort -> Nadeln fallen ab
  • Zu viel Wasser -> Wurzelfäule durch Staunässe

 

Symbolgraphiken: © simona – Fotolia.com


, Kategorie: Pflanzen

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