Hängegeranien pflanzen, pflegen, vermehren & überwintern

Hängegeranien
Hängegeranien

Kaum eine Balkonpflanze erfreut sich derart großer Beliebtheit wie die Hängegeranie. Ob in Pflanzschalen, Blumenkästen, Hängeampeln oder anderen Gefäßen; sie bieten überall einen wunderschönen Anblick und sind zudem noch nicht besonders pflegeintensiv. In der Regel werden die dekorativen Zierpflanzen nur eine Saison lang kultiviert und nach dieser entsorgt. Warum die meisten Pflanzenfreunde derart agieren, ist schwer nachvollziehbar, denn die Hängegeranien lassen sich sehr gut überwintern. Werden einige Tipps bezüglich der Pflege und Überwinterung beachtet, so können diese Pflanzen ihrem Besitzer wesentlich länger als nur einen Sommer lang Freude machen.

Hängegeranien – Steckbrief von Gartenbista

Hängegeranien Pflegetipps für Schnellleser

  • Kaufen: gesunde Pflanzen mit stabilen Wurzeln; schädlingsfrei
  • Standort: sonnig; windgeschützt; regengeschützt
  • Substrat: nährstoffreich; durchlässig, aber wasserspeichernd
  • Pflanzen: nach den Eisheiligen
  • Vermehrung: Stecklinge; Aussaat; Teilung
  • Gießen: regelmäßig, aber mäßig
  • Düngen: beim Pflanzen; nach sechs Wochen, dann wöchentlich mit Flüssigdünger
  • Pflegefehler: zu viel Wasser; zu wenig Wasser
  • Schneiden: vor beziehungsweise nach der Überwinterung
  • Überwintern: im Haus
  • Krankheiten: Graufäule; Geranienrost; Blattfleckenkrankheit
  • Schädlinge: Blattläuse; Spinnmilben
Hängegeranien im Balkonkasten
Hängegeranien im Balkonkasten

Wissenswertes über Hängegeranien

Hängegeranien stammen ursprünglich aus Südafrika, wo sie ganzjährig im Freien wachsen. Sie gehören zur Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae) und innerhalb derer zur Gattung der Pelargonien, welche über 250 verschiedene Arten umfasst.

Bereits vor etwa 500 Jahren kamen die ersten Züchtungen nach Europa; die heute hierzulande erhältlichen Exemplare sind durchweg Züchtungen aus verschiedenen Hybriden.

Im Gegensatz zu stehenden Sorten bilden Hängegeranien kleinere Blätter, die an dünneren Trieben wachsen. Diese Triebe stehen bei sehr jungen Pflanzen zunächst aufrecht; werden sie länger, senken sie sich ab, bis sie nach unten ranken.

Von Mai bis in den Herbst hinein bilden die Zierpflanzen immer wieder neue Blüten, die weiß, rosa, rot, violett oder zweifarbig sein können. Aus den Blüten bilden sich kleine Kapseln, die Samen enthalten. Diese können getrocknet und im Folgejahr zur Hängegeranien Aussaat verwendet werden.

Hängegeranien kaufen: Was ist zu beachten?

Aufgrund der Tatsache, dass sehr viele Hängegeranien in heimischen Gärten und Balkonen kultiviert werden, bietet nahezu jeder Supermarkt, jeder Baumarkt und jeder Discounter die beliebten Balkonpflanzen an. In rauen Mengen, jedoch oft auf Kosten der Qualität. Um nicht im Laufe des Gartenjahres eine böse Überraschung zu erleben, ist es sinnvoll, die Pelargonien bereits vor dem Kauf zu kontrollieren, und zwar nicht nur oberflächlich: es empfiehlt sich, die Pflanzen aus dem Topf zu nehmen und einen Blick auf das Wurzelwerk zu werfen. Sind die Wurzeln sehr weich, braun und/oder verströmen einen fauligen Geruch, so sollte diese Hängegeranie nicht gekauft werden. Gesunde Wurzeln sind hell, riechen nicht und haben einen festen, stabilen Halt.

Das Blattwerk sowie die Triebe sollten saftig grün sein und gesund wirken. Keinesfalls sollten die Pflanzen bereits beim Kauf von Schädlingen befallen sein.

Hängegeranien bevorzugen sonnigen Standort

Je sonniger und wärmer der Standort für die Hängegeranien ist, desto wohler fühlen sie sich dort und können ihre Blütenpracht hervorbringen. Im Schatten ist dies nicht möglich. Notfalls kann auch ein halbschattiges Plätzchen gewählt werden, jedoch ist dort bereits mit einer geringeren Blütenbildung zu rechnen. Wenn möglich, sollte der gewählte Standort nicht nur vollsonnig sein, sondern zudem auch etwas Schutz vor Regen und Wind bieten.

Hängegeranie
Hängegeranie

Hängegeranien brauchen nährstoffreiches Substrat

Da Pelargonien im Allgemeinen Starkzehrer sind, benötigen sie ein nährstoffreiches Substrat, um optimal gedeihen zu können. Dieses sollte zudem einerseits durchlässig sein, andererseits aber auch Wasser speichern können.  Im Fachhandel wird spezielle Geranienerde angeboten, die diese Kriterien erfüllt. Alternativ kann ein passendes Substrat auch selbst hergestellt werden, indem Balkonpflanzenerde mit

  • Kies oder
  • Blähton

vermischt wird.

Hängegeranien nach den Eisheiligen pflanzen

Aus ihrer afrikanischen Heimat sind Hängegeranien warme Temperaturen gewöhnt; mit Kälte oder gar Frost hingegen kommen sie überhaupt nicht klar. Demzufolge dürfen sie erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ins Freiland gebracht werden.

Theoretisch ist es möglich, Hängegeranien direkt ins Beet zu pflanzen, ihre wahre Bestimmung ist dies jedoch nicht. Sie sind dafür geschaffen, in Balkonkästen, Hängeampeln oder anderen Pflanzgefäßen kultiviert zu werden, wo sie ihre Triebe nach unten hängen lassen können und so ihre eigentliche Wuchsform zeigen.

Grundsätzlich ist zu beachten, dass nicht zu viele Pflanzen in ein Gefäß gesetzt werden: je dichter sie stehen, desto weniger Wurzeln können sie bilden. Dies führt wiederum zu einem spärlicheren Wuchs sowie einer geringeren Blütenbildung. Pro Meter sollten demzufolge nicht mehr als vier Hängegeranien gepflanzt werden.

  • Pflanzgefäße unten mit Löchern versehen
  • Etwas Substrat einfüllen
  • Wurzelkranz öffnen beziehungsweise entfernen
  • Hängegeranien einsetzen
  • Pflanzgefäß mit Erde auffüllen
  • Angießen
  • Langzeitdünger zugeben

Gartenbista-Tipp: Sind die Triebe noch mit Stäben versehen, diese zunächst einige Tage zur Stützung belassen und erst dann entfernen!

Hängegeranien Vermehrung durch Stecklinge

Sehr gut können Pelargonien über Stecklinge vermehrt werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen geschieht dies jedoch erst im späten Sommer beziehungsweise Frühherbst. Von einem früheren Termin ist abzuraten, da dann die Triebe noch zu weich sind und demzufolge leicht schimmeln können:

  • Im August/September circa 10 cm lange, nicht blühende Stecklinge abschneiden
  • Untere Blätter entfernen
  • Stecklinge zwei Stunden trocknen lassen
  • Pflanztöpfe mit einem Gemisch aus Komposterde und gewöhnlicher Blumenerde füllen
  • In jeden Topf mehrere Stecklinge setzen

Achtung: Stecklinge dürfen sich nicht berühren!

  • Substrat bewässern
  • Durchsichtige Plastiktüten über die Töpfe ziehen

Nun werden die Gefäße an einen hellen Ort gestellt. Zum Beginn des Austriebs, in der Regel im Februar, können die jungen Pflanzen in Einzeltöpfe umgepflanzt werden.

Hängegeranie Blüte
Hängegeranie Blüte

Hängegeranien Vermehrung durch Aussaat

Auch eine Vermehrung durch Aussaat ist möglich. Entsprechendes Saatgut kann aus den reifen Kapseln verblühter Blüten gewonnen oder im Fachhandel käuflich erworben werden. Die Aussaat sollte bereits im Januar, spätestens jedoch im Februar erfolgen:

  • Anzuchtgefäß mit Pflanzenrede füllen
  • Saatgut auf das Substrat legen und leicht mit Erde bedecken
  • Gefäß mit einer durchs Plastiktüte überziehen
  • Hellen Standort im Haus wählen, an dem Temperaturen zwischen 18°C und 20°C herrschen
  • Substrat gleichmäßig feucht halten

Wenn die Keimlinge die ersten kleinen Blätter gebildet haben, werden sie in Einzeltöpfe umgepflanzt und weiterhin im Haus kultiviert. Ab Ende April können sie tagsüber ins Freie gestellt werden, jedoch dürfen sie keinesfalls nachts draußen bleiben. Erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) dürfen sie komplett ins Freie.

Hängegeranien Vermehrung durch Teilung

Eine weitere Option, bestehende Pelargonien zu vermehren, ist die Teilung. Diese ist bei älteren Pflanzen sinnvoll, da sie nicht nur für weitere Exemplare sorgt, sondern auch der Verjüngung dient.

Die Teilung wird im zeitigen Frühjahr durchgeführt:

  • Wurzel der Hängegeranie nach der Überwinterung mit einem scharfen Messer durchschneiden
  • Beide Pflanzen in ein eigenes Gefäß eintopfen

Hängegeranien Pflege Tipps

  • Gießen: Der Wurzelballen darf nicht austrocknen, jedoch darf sich auch keine Staunässe bilden. Regelmäßige, aber mäßige Wassergaben sind empfehlenswert, wobei immer erst dann gegossen werden sollte, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist.
  • Düngen: Hängegeranien haben einen hohen Nährstoffbedarf, der regelmäßig gedeckt werden muss. Bereits beim Pflanzen bekommen sie eine Gabe Langzeitdünger; nach sechs Wochen erfolgt die nächste Düngung, die von nun an wöchentlich durchzuführen ist. Flüssigdünger für Balkonpflanzen ist optimal, wobei die Dosierung genauso nach Herstellerangaben erfolgt.

Hängegeranien Pflegefehler erkennen

  • Zu viel Wasser -> Fäulnis
  • Zu wenig Wasser -> keine Blütenbildung; kein Wachstum

Hängegeranien richtig schneiden

Pelargonien brauchen während der Vegetationsphase keinen Schnitt im eigentlichen Sinne, jedoch sollten einige Maßnahmen zur Erhaltung von Gesundheit und Schönheit der Pflanzen durchgeführt werden:

  • Verblühte Blütendolden mitsamt ihren Stielen ausbrechen
  • Vertrocknete sowie verwelkte Blätter und Triebe entfernen
  • Zusammengeklebte Blütenblätter entfernen

Bevor die Hängegeranien in ihr Winterquartier einziehen, werden sie auf zwei bis drei verdickte Stellen an den Trieben zurückgeschnitten. Nach der Überwinterung werden sie erneut zurückgeschnitten. Je kräftiger der Schnitt erfolgt, desto mehr neue Triebe können entstehen, was wiederum zu einer vermehrten Blütenbildung führt.

Gartenbista-Tipp: Schnitt grundsätzlich etwa 0,5 cm schräg über einer Knospe ansetzen!

Hängegeranien, Pelargonien
Hängegeranien, Pelargonien

Hängegeranien überwintern

Die Pelargonien Überwinterung ist denkbar einfach:

  • Pflanzen so lange wie möglich im Freien lassen
  • Vor Frosteintritt ins Haus holen
  • Hängegeranien aus den Pflanzgefäßen nehmen
  • Erde von den Wurzen abschütteln
  • Triebe zurückschneiden
  • Pflanzen einzeln in Zeitungspapier einrollen
  • Mit der Öffnung nach oben in eine Kiste stellen

Winterquartier wählen, an dem Temperaturen zwischen 5°C und 10°C herrschen, und welches weder zu hell noch zu dunkel sein sollte. Stehen die Pelargonien zu dunkel, bilden sie sehr helle Blätter und Triebe. Während der Überwinterungsphase müssen die Triebe gelegentlich mit Wasser besprüht werden; gedüngt wird jedoch nicht.

Im Frühjahr werden die Hängegeranien wieder eingetopft und an einen helleren und wärmeren Platz gestellt. Die erste Düngegabe erfolgt, Wassergaben werden erhöht.

Weitere Möglichkeiten zur Hängegeranien Überwinterung finden Sie hier.

Gartenbista-Tipp: Während der Überwinterung regelmäßige Schädlingskontrollen bei den Geranien durchführen!

Hängegeranien Krankheiten und Schädlinge

  • Graufäule: Diese Pilzerkrankung entsteht durch zu viel Wasser und zeigt sich an einem gräulichen Pilzrasen sowie grauschwarzen Flecken auf den Pflanzenteilen. Die betroffenen Pflanzenteile müssen umgehend entsorgt werden; wassergaben werden danach reduziert.
  • Geranienrost: Bei dem Geranienrost handelt es sich ebenfalls um einen Pilz, der sich durch gelbbraun verfärbte Blätter zeigt. Da dieser Pilz sehr ansteckend ist, sollten betroffene Pflanzen möglichst schnell entfernt und entsorgt werden (nicht auf dem Kompost!).
  • Blattfleckenkrankheit: Zeigen sich runde, braune Flecken auf den Blättern, handelt es sich in der Regel um die Blattfleckenkrankheit. Da auch sie ansteckend ist, sollten betroffene Pflanzen umgehend entsorgt werden.
  • Blattläuse: Wie die meisten anderen Pflanzen im Freien, bleiben auch Pelargonien nicht von Blattläusen verschont. Wenn der Befall zu stark ist, können diese Schädlinge mit Hausmitteln oder einem speziellen Pflanzenschutzmittel bekämpft werden.
  • Spinnmilben: Steht die Geranie zu trocken, kommt es leicht zu einem Spinnmilbenbefall. Dieser äußert sich in mangelndem Wachstum und sollte ebenfalls mit einem speziellen Pflanzenschutzmittel behandelt werden.

 

 

Graphiken: © pia-pictures – Fotolia.com (2); tunedin – Fotolia.com; M. Schuppich – Fotolia.com; laguna35 – Fotolia.com


1 Kommentar

  1. Ich muss an dieser Stelle mal ein großes Lob aussprechen. Für Gartenfans ist gartenbista eine der besten Seiten überhaupt. Die Artikel sind immer toll, informativ und umfangreich.
    Blattläuse sind bei meinen Hängegeranien leider immer wieder aufs Neue ein Problem. Habt ihr einen Tipp, welches Hausmittel am besten dagegen hilft

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