Hänge-Birke, Betula pendula – Steckbrief & Schneiden

Haengebirke; Betula pendula
Haengebirke; Betula pendula

Kaum ein Baum polarisiert so sehr wie die Hängebirke, Betula pendula: von den einen wird sie aufgrund ihrer wunderschönen Optik und ihrer Pflegeleichtigkeit verehrt, von anderen wiederum verflucht, weil sie nicht nur viel Schmutz macht, sondern auch noch viele Pollen hervorbringt, welche für Allergiker ein Alptraum sind. Wer eine Hängebirke in seinem Garten kultivieren möchte, benötigt nicht viel gärtnerisches Fachwissen; auch ist nicht besonders viel Arbeitsaufwand nötig, um die Betula am Leben zu erhalten: werden ein paar Pflegetipps berücksichtigt, so wird die Hängebirke viele Jahre lang gedeihen und das Grundstück durch ihre Anwesenheit optisch bereichern.

Hängebirke, Betula pendula Steckbrief von Gartenbista

Hängebirke Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: sonnig; hell
  • Boden: sauer; trocken; sandig; torfhaltig
  • Pflanzen: im Frühjahr
  • Umpflanzen: nur bei sehr jungen Bäumen möglich
  • Vermehrung: Samen oder Stecklinge
  • Gießen: junge Pflanzen regelmäßig; erwachsene Birken nur bei Trockenheit
  • Düngen: nicht notwendig
  • Schneiden: nicht notwendig; falls unumgänglich, während der Vegetationsruhe
  • Überwintern: winterhart
  • Krankheiten: Anthraknose; Rost
  • Schädlinge: Blattläuse; Birkenblattwespe; Birkenblattroller
Haengebirke
Haengebirke

Wissenswertes über die Hängebirke

Die Hängebirke, Betula pendula ist auch unter den Bezeichnungen Sandbirke oder Weißbirke bekannt. Sie gehört zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae) und ist ein einheimischer Laubbaum.

Hängebirken können Wuchshöhen zwischen 5 und 25 m erreichen. Da sie zu den Lichtbaumarten gehören, benötigen sie reichlich Licht und Helligkeit und sind somit als Solitärpflanze bestens geeignet.

Im Gegensatz zu anderen Bäumen werden Hängebirken nicht besonders alt: sie haben eine Lebenserwartung von maximal 150 Jahren. In den ersten 20 Jahren ihres Lenes gewinnen sie etwa 60-80 cm Zuwachse; ältere Exemplare schaffen immerhin noch einen Jahrestrieb von 45 cm.

Charakteristisch für die Sandbirke ist ihre schwarz-weiße Rinde, durch die sie sich von sämtlichen anderen Laubbäumen unterscheidet.

Die Betula bildet dünne Zweige, die leicht überhängen, und die mit ovalen Blättern gesäumt sind. Im Frühjahr bildet die Hängebirke Kätzchen aus, die sehr dekorativ sind, aber auch viel Schmutz verursachen: aus ihnen bilden sich im Spätsommer Samen, die abfallen und meterweit im Umkreis der betreffenden Birke zu finden sind.

Birken produzieren sehr viel Pflanzensaft; in einem einzigen Frühjahr kann eine einzelne Pflanze bis zu drei Liter davon hervorbringen. Um an diesen Saft zu gelangen, muss lediglich ein Ast angesägt werden; die Flüssigkeit selbst wird zu Wein oder Gelee verarbeitet. In früheren Zeiten wurde der Birkensaft sehr gerne als Haarwasser verwendet, doch dies ist heutzutage kaum noch der Fall.

Die Betula pendula erfreut sich großer Beliebtheit in heimischen Gärten, da sie ein romantisches Flair vermittelt und zudem extrem pflegeleicht ist. Wer sich dazu entschließt, eine Hängebirke zu kultivieren, wird nicht viel Arbeit mit diesem dekorativen Baum haben, dafür viele Jahre lang Freude.

Betula Sorten für den Kleingarten

Da die richtig großen Hängebirken nicht für jeden Garten geeignet sind, gibt es sehr schöne Zuchtformen, welche maximal 10 m hoch werden und demzufolge auch für kleinere Grundstücke optimal geeignet sind. Zu diesen zählen:

  • Blutbirke, Betula pendula Youngii mit dunkelrotem Laub, Wuchshöhe 4-7 m
  • Farnblättrige Birke, Betula pendula Dalecarlica, die bis zu 10 m hoch wird
  • Goldbirke, Betula pendula Golden Cloud mit rötliche Zweigen und goldenen Blättern; Wuchshöhe bis 7 m
  • Säulenbirke, Betula pendula Fastigiata mit einer besonders schlanken Wuchsform und einer Wuchshöhe bis zu 8 m

Hängebirke bevorzugt sonnigen Standort

Bezüglich ihres Standorts ist die Betula pendula absolut anspruchslos und gedeiht nahezu überall, selbst in den kleinsten Mauerritzen. Wer seiner Hängebirke ein optimales Plätzchen bieten möchte, sollte folgende Kriterien berücksichtigen:

  • Hell
  • Sonnig, notfalls auch halbschattig
  • Keine direkte pflanzliche Konkurrenz

Besonders ist darauf zu achten, dass Hängebirken nicht in direkter Nähe zu anderen Gewächsen gepflanzt werden: als Unterpflanzung erhalten sie nicht genug Licht, so dass sie sich nicht entwickeln können, schief wachsen und im schlimmsten Fall sogar eingehen.

Zu beachten ist auch, dass Standorte, an welchen sich im Sommer die Hitze sehr staut, nicht empfehlenswert sind.

Auch sollte die Betula nicht in unmittelbarer Nähe von Terrassen oder befestigten Wegen gepflanzt werden, da sie ein Flachwurzler ist und ein starkes Wurzelsystem bildet. Diese Wurzeln sind derart kräftig, dass sie problemlos Pflastersteine anheben können.

Birkenstamm
Birkenstamm

Hängebirken wachsen auf jedem Boden

Bezüglich der Bodenverhältnisse sind die Hängebirken sehr anspruchslos: sie gedeihen in nahezu jedem Substrat. Bevorzugt wachsen sie in Böden, welche folgende Kriterien erfüllen:

  • Sauer
  • Trocken
  • Sandig
  • Torfhaltig

Stark kalkhaltige sowie sauerstoffarme Substrate sind hingegen nicht zu empfehlen.

Hängebirke richtig pflanzen

Grundsätzlich sollten Hängebirken im Frühjahr gepflanzt werden. Bevor das Bäumchen in die Erde gesetzt wird, sollte es für einige Stunden in einen Wassereimer gestellt werden, damit der Wurzelballen gut durchwässern kann. Obwohl die Betula bereits mit wenig Boden auskommt, sollte auf eine Oberbodendicke von mindestens 60 cm geachtet werden:

  • Pflanzloch ausheben, welches 60 x 60 cm breit und tief ist
  • Boden mit Drainage versehen, damit sich keine Staunässe bildet
  • Birke nach dem Wässern so in das Pflanzloch einsetzen, dass die Oberkante des Wurzelballens auf einer Höhe mit der Erdoberfläche liegt; keinesfalls tiefer
  • Gründlich wässern
  • Pflanzloch mit Erde auffüllen
  • Gut festtreten
  • Drei Stützpfähle um das Bäumchen herum einschlagen
  • Stamm an den Pfählen befestigen; Gummiband verwenden
  • Gründlich gießen

Auch in der Folgezeit ist es wichtig, dass der Boden gleichmäßig feuchtgehalten wird.

Sobald die Betula angewachsen ist, werden die Stützpfähle entfernt.

Achtung: Stamm darf beim Anbinden nicht eingeschnürt werden!

Hängebirke umpflanzen

Hin und wieder kommt es vor, dass man eine Betula pendula umpflanzen möchte. Dies geschieht beispielsweise dann, wenn man feststellt, dass der gewählte Standort doch nicht so optimal ist; aber auch, wenn man ein selbstausgesätes Pflänzchen an einen passenden Platz umsetzen möchte.

Grundsätzlich gilt: Ausgewachsene Hängebirken vertragen ein Umpflanzen nicht! Dies liegt überwiegend daran, dass die vielen Feinwurzeln erfahrungsgemäß nicht ohne Beschädigungen aus der Erde genommen werden können. Kleine Exemplare hingegen können problemlos umgesetzt werden. Dabei ist zu beachten:

  • Hängebirken werden ausschließlich im Frühjahr umgepflanzt
  • Erst ausgraben, wenn sich ein 1 cm langer Neuaustrieb zeigt
  • Birke mit großzügigem Erdballen ausgraben
  • Umgehend in das neue Pflanzloch setzen
  • Gründlich gießen

Gartenbista-Tipp: Auch umgepflanzte Hängebirken mit Stützpfählen versehen, damit sie genügend Stabilität erhalten. Das Konstrukt jedoch spätestens nach einem Jahr wieder entfernen!

Birkenblaetter
Birkenblaetter

Hängebirken Vermehrung

Wer einmal eine Birke in seinem Garten oder in der Nähe seines Grundstücks hatte, muss sich um neue Pflänzchen keine Gedanken machen: Hängebirken verlieren Tausende von Samen, die recht keimfähig sind, so dass sich überall von selbst neue Bäumchen bilden. Diese haben bereits nach einem Jahr eine Höhe von 30 cm erreicht, so dass sie problemlos ausgegraben und am gewünschten Standort eingepflanzt werden können.

Wer jedoch die Betula pendula Vermehrung selbst in die Hand nehmen möchte, kann dies mithilfe zweier verschiedener Methoden tun:

  • Vermehrung durch Samen
  • Vermehrung durch Stecklinge

Für die Aussaat werden entweder die Nussfrüchte bestehender Birken verwendet, oder aber es wird entsprechendes Saatgut im Fachhandel gekauft. Die Aussaat selbst erfolgt im Frühjahr:

  • Pflanzschale mit Anzuchterde füllen
  • Samen 1-2 cm tief in die Erde stecken
  • Schale an einen hellen Platz stellen
  • Substrat gelichmäßig feucht halten

Nun dauert es etwa 3 Wochen, bis sich die ersten Keime zeigen. Haben die jungen Pflänzchen eine Höhe von 5 cm erreicht, werden sie in Einzeltöpfe pikiert. Wichtig ist, dass das verwendete Pflanzsubstrat mager ist, da zu viele Nährstoffe jungen Birken das Anwachsen erschweren.

Sind die selbstgezogenen Hängebirken etwa 20 cm groß, können sie in gewöhnliche Gartenerde umgepflanzt werden.

Alternativ können Hängebirken auch durch Stecklinge vermehrt werden; dies geschieht im Frühsommer:

  • 10 cm lange, einjährige Triebe schneiden
  • Laub von der unteren Hälfte entfernen
  • Pflanzgefäße mit einem Torf-Sand-Gemisch füllen
  • Stecklinge so tief in das Substrat einsetzen, dass nur noch die Blätter herausschauen
  • Gefäße an einem halbschattigen Standort aufstellen
  • Substrat leicht feucht halten

Zeigt sich ein Neuaustrieb, so ist dies das Indiz dafür, dass der Steckling angewurzelt ist. Die jungen Pflanzen sind jedoch noch nicht stark genug, um den Winter im Freien zu überstehen und sollten demzufolge an einem hellen, frostfreien Ort im Hause überwintert werden. Im kommenden Frühjahr können sie dann an den gewünschten Standort im Garten verpflanzt werden.

Gartenbista-Tipp: Jeweils einen Steckling pro Pflanzgefäß setzen, so erspart man sich das Pikieren!

Hängebirke Pflege Tipps

  • Gießen: Birken haben einen hohen Wasserbedarf, den sie aber weitestgehend durch ihre Feinwurzeln decken. Lediglich junge Pflanzen müssen regelmäßig gegossen werden; ältere Exemplare sollten in längeren Trockenperioden eine zusätzliche Wassergabe zu verabreichen.
  • Düngen: Die Betula pendula benötigt keine zusätzliche Düngegabe.

Hängebirke richtig schneiden

Die Betula pendula muss eigentlich nicht geschnitten werden, da sie per se eine sehr dekorative Form bildet. Auch ist sie aufgrund der massiven Bildung von Pflanzensaft nicht besonders schnittverträglich, so dass ein Schnitt wirklich nur dann erfolgen sollte, wenn er unumgänglich ist.

Birken sollten an einem frostfreien Tag während der Vegetationsruhe geschnitten werden, also in der zeitzwischen Oktober und Januar, da während dieser Phase am wenigsten Pflanzsaft gebildet wird:

  • Schnitte grundsätzlich über einem Auge ansetzen; schräg schneiden
  • Abgestorbene Äste an der Basis entfernen
  • Zu lange Triebe maximal auf zwei Blattknospen zurückschneiden

Achtung: Die Krone nicht einkürzen! Dies kann sehr schnell zum Faulen des Stammes und somit zum Eingehen der kompletten Birke führen!

Birke im Frühling mit Pollen
Birke im Frühling mit Pollen

Hängebirke überwintern

Die Betula pendula ist komplett frosthart und benötigt keinen speziellen Winterschutz. Ausnahmen bestehen lediglich bei jungen Pflanzen, die im Frühsommer aus Stecklingen gewonnen worden sind: sie haben noch nicht genug Abwehrkräfte, um einen kalten Winter zu überstehen, und sollten deswegen im Hause überwintert werden.

Hängebirke Krankheiten und Schädlinge

Während Hängebirken nur selten von Krankheiten befallen werden, werden sie umso häufiger von Schädlingen heimgesucht, die sich magisch von dem Birkensaft angezogen fühlen:

  • Anthraknose: Zeigen sich Blattflecken und welken Blätter und Blüten, so kann dies ein Anzeichen für die Pilzerkrankung sein. unbehandelt führt sie unweigerlich zum Absterben des Baumes; im Frühstadium kann ein spezielles Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.
  • Rost: Gelbe, orangefarbene oder braune Pusteln auf den Blättern deuten auf Rost hin. Diese Pilzerkrankung sollte ebenfalls mit einem speziellen Fungizid behandelt werden.
  • Blattläuse: Kaum eine Birke ist nicht von Blattläusen befallen. In der Regel ist eine Bekämpfung jedoch nicht erforderlich.
  • Birkenblattwespe: Die Larven dieser Wespe richten große Schäden an Hängebirken an, da sie ganze Triebe kahlfressen. Der Einsatz eines speziellen Pflanzenschutzmittels ist unumgänglich.
  • Birkenblattroller: Birkenblattroller sind kleine, schwarze Käfer, welche ihr Eier in zusammengerollten Blättern ablegen, wodurch ein optischer Schaden entsteht. Eine Gefahr für die Gesundheit der betroffenen Hängebirke besteht nicht, außerdem haben die kleinen Käfer eine Lebenserwartung von lediglich einem Jahr. Ein Eingreifen menschlicherseits ist somit nicht erforderlich.

 

 

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