Goldglocke – Uvularia grandiflora – Pflanze / Staude mit Video

Goldglocke (Uvularia grandiflora)
Goldglocke (Uvularia grandiflora)

Die Goldlocke Uvularia Grandiflora ist ein Schattenblüher, der besonders am Gehölzrand oder unter Gehölzen gut zur Geltung kommt.

Die leuchtend gelben Blüten stimmen bereits ab April auf den Frühling ein und sorgen auch im Schatten für fröhliche Farbtupfer im Garten. Aber etwas Vorsicht ist geboten: Uvularia Grandiflora ist stark giftig.

Goldglocke Uvularia grandiflora – Steckbrief von Gartenbista

Die Goldglocke Uvularia Grandiflora Pflegetipps für Schnellleser

  • Blütezeit: April bis Juni
  • Standort: halbschattig bis schattig
  • Boden: durchlässig, sehr humos
  • Pflanzzeit: Frühjahr und Herbst
  • Pflanzen: 30 bis 40 Zentimeter Pflanzabstand einhalten
  • Kübelhaltung: geeignet
  • Vermehrung: Teilung, Aussaat
  • Aussaatzeit:  Herbst oder Winter
  • Gießen: feucht halten
  • Düngen: mit Kompost oder Hornspänen
  • Blütenpflege: regelmäßig verblühte Blütenstände entfernen
  • Schneiden: Rückschnitt im Herbst oder Spätherbst
  • Überwinterung: winterhart
  • Schädlinge: Schnecken

Wissenswertes über die Goldglocke Uvularia Grandiflora

Goldlocke Uvularia Grandiflora in voller Blüte
Goldlocke Uvularia Grandiflora in voller Blüte

Die Goldglocke Uvularia Grandiflora macht ihrem Namen alle Ehre, denn im Frühjahr bildet sie leuchtend gelbe, glockenförmige Blüten, die auch an den bevorzugten, schattigen Standorten frühlingshafte Farbtupfer bilden.
Das Große Goldsiegel, wie die Staude in Deutschland auch genannt wird, ist in Nordamerika heimisch und wächst dort in feuchten Wäldern. Weitere Bezeichnungen für Uvularia Grandiflora sind Trauerglocke, Zäpfchenkraut oder Großblütige Glockenwurz.

Die Uvularia Grandiflora gehört zu den Maiglöckchengewächsen und ist in allen Teilen stark giftig.

Der optimale Standort für die Goldglocke Uvularia Grandiflora

In ihrer nordamerikanischen Heimat wächst Uvularia Grandiflora vorzugsweise in feuchten Wäldern. Sie eignet sich daher ideal für die Unterpflanzung von Gehölzen, wo sie als Schattenblüher im Frühjahr mit ihren großen gelben Blüten auffällige Farbakzente setzt. Sie bevorzugt halbschattige bis vollschattige Standorte, wobei sie sich im Halbschatten und im lichten Schatten besser entwickeln und intensiver blühen wird. Als typische Waldpflanze ist die Goldglocke recht hitzeempfindlich, ein Standort in der Sonne ist daher überhaupt nicht nach ihrem Geschmack. Weist man ihr jedoch einen feuchten und eher schattigen Platz zu, wird sie auf dem richtigen Boden gut gedeihen.

Goldglocke Boden

Auch an den Boden hat die Uvularia Grandiflora einige Ansprüche, die sich jedoch gut erfüllen lassen.

So sollte der ideale Boden für die Goldglocke beschaffen sein:

  • frisch bis feucht
  • durchlässig
  • nicht zu Staunässe neigend
  • nährstoffreich
  • sehr humusreich
  • kalkfrei

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, wird sich die Goldglocke sehr wohl fühlen und gut gedeihen. Sie wächst darüber hinaus auch sehr gut auf Moorboden und typischem Waldboden.

Uvularia Grandiflora eignet sich sehr gut als Gehölzunterpflanzung, man sollte sie jedoch nicht unter Gehölze pflanzen, die ein sehr dichtes und bodennahes Wurzelgeflecht haben wie beispielsweise Fichten oder Birken, da die Goldglocke erst im Laufe der Jahre ihre volle Schönheit entwickelt und dort durch das Wurzelgeflecht im Wachstum behindert wird.

Uvularia Grandiflora eignet sich auch zur Pflanzung im Kübel und kann so auf Balkon und Terrasse im Frühjahr auch die schattigeren Stellen mit bunten Blüten aufhellen.

Uvularia Grandiflora richtig pflanzen

  • Beim Pflanzen der Goldglocke sollte man in erster Linie auf einen passenden Standort im Halbschatten oder im lichten Schatten achten, der einen feuchten und gut durchlässigen Boden aufweist
  • Der ideale Pflanzeitpunkt liegt im Herbst und im Frühjahr, doch außerhalb der Frostperiode kann Uvularia Grandiflora auch ganzjährig gepflanzt werden
  • Beim Pflanzen sollte dem Boden Kompost sowie ein organischer Dünger in Form von Hornspänen zugefügt werden, damit Uvularia Grandiflora genügend Nährstoffe zur Verfügung hat
  • Ein Pflanzabstand von 30 bis 40 Zentimetern sollte unbedingt eingehalten werden, damit die Pflanzen nicht zu eng stehen und sich gegenseitig im Wuchs behindern
  • Die Uvularia Grandiflora kann gut einzeln, in kleinen Gruppen von drei bis fünf Pflanzen oder in größeren Gruppen von bis zu 10 Pflanzen gepflanzt werden

Gartenbista-Tipp: Besonders gut kommen die goldfarbenen Frühlingsblüten in Kombination mit Veilchen oder allen frühjahrsblühenden Zwiebelgewächsen zur Geltung.

Pflege der Goldglocke

Ist ein guter und passender Standort für die Goldglocke gefunden, ist sie eine sehr pflegeleichte Staude.

Wichtig ist es, darauf zu achten, dass der Boden nicht austrocknet, gleichzeitig muss Staunässe jedoch vermieden werden. Trocknet der Boden im Sommer bei Hitze und wenig Niederschlag auch im Schatten aus, muss die Goldglocke gewässert werden, allerdings sollte sie erst gegossen werden, wenn die oberste Erdschicht etwas angetrocknet ist.

  • bei großer Hitze und anhaltender Trockenheit wässern
  • erst gießen, wenn die oberste Bodenschicht angetrocknet ist
  • Staunässe unbedingt vermeiden, bei weniger durchlässigen Böden Kies einarbeiten
  • bei Kultivierung im Kübel unbedingt eine Drainage einbauen
  • überschüssiges Gießwasser abschütten

Wie oft Uvularia Grandiflora gewässert werden muss, hängt also ganz vom Standort und dem Wetter ab, in niederschlagsreichen Sommern ist an einem geeigneten Standort keine Wässerung notwendig.

Bei Kultivierung im Kübel sollte Uvularia Grandiflora immer gleichmäßig feucht gehalten werden.

Zum Gedeihen braucht die Goldglocke, die an das Leben in humusreichen Waldböden angepasst ist, außerdem viele Nährstoffe.

Goldglocke düngen

Beim Düngen der Goldglocke ist folgendes zu beachten:

  • im Frühjahr Kompost sowie organischen Dünger in Form von Hornspänen in den Boden einarbeiten
  • je nach Nährstoffgehalt des Bodens noch einmal nachdüngen
  • wer nicht düngen möchte, kann den Boden auch mulchen, so bleibt gleichzeitig die Feuchtigkeit besser erhalten und der Boden trocknet nicht so schnell aus
  • im Kübel kann ein Langzeitdünger für Stauden genutzt werden

In Sachen Düngen ist Uvularia Grandiflora also ebenfalls wenig pflegeintensiv und je besser der Standort gewählt wurde, desto weniger Arbeit verursacht die Goldglocke.

Uvularia Grandiflora schneiden

Wenig Arbeit macht Uvularia Grandiflora auch hinsichtlich des Schnitts. Es ist völlig ausreichend, die Pflanze, die sich im Winter in ihr Rhizom zurückzieht, im Herbst oder Spätherbst einmal bodennah herunterzuschneiden.

Dazu sollte zunächst die Herbstverfärbung des Laubs abgewartet werden und erst geschnitten werden, wenn die Pflanze komplett verwelkt ist. So können sich die Energiereserven in das Rhizom zurückziehen und die Pflanze hat mehr Kraft zum Überwintern. Zum Schneiden sollte ein scharfes und desinfiziertes Schneidewerkzeug verwendet werden, um die Pflanze nicht zu beschädigen und nicht mit Krankheiten oder Schädlingen anzustecken. Beim Schneiden ist außerdem zu beachten, dass Uvularia Grandiflora in allen Teilen stark giftig ist.

Gartenbista-Tipp: aufgrund der Giftigkeit der Goldglocke, sollten beim Schneiden unbedingt Handschuhe getragen werden. Kleidung, Hände und Arbeitsgerät sollten gründlich gereinigt werden.

Goldlocke Uvularia Grandiflora vermehren

Die Goldglocke Uvularia Grandiflora lässt sich auf zweierlei Art vermehren:

  • durch Teilung
  • durch Aussaat

Sie neigt nicht zur Selbstvermehrung, doch die Rhizome bilden im Laufe der Jahre immer mehr Ausläufer, so dass die Stauden mit den Jahren zu großen Pflanzen mit vielen Trieben heranwachsen. Allerdings sind die Rhizome langsam wachsend und man muss keine Angst vor einer wild wuchernden Ausbreitung haben.

Wird die Staude mit den Jahren zu groß für den Standort, kann sie nach der Blüte einfach durch Teilung verkleinert und gleichzeitig vermehrt werden.

Teilung

  • idealerweise nach der Blüte teilen
  • Wurzel vorsichtig ausgraben
  • mit einem scharfen, desinfizierten Messer teilen
  • an neuem, geeigneten Standort einpflanzen
  • auch die Ausläufer der Rhizome können abgeschnitten und eingepflanzt werden
  • da die Goldglocke stark giftig ist, sollten bei der Arbeit stets Handschuhe getragen werden

Wer die Goldglocke nicht teilen möchte, kann die Staude auch über Aussaat vermehren. Ideal sind dafür der Herbst oder Winter geeignet, da Uvularia Grandiflora ein Kaltkeimer ist. Die Aussaat ist jedoch ganzjährig möglich.

Aussaat

  • Anzuchterde oder Kokohum mit Sand oder Perlite auflockern
  • Samen nur leicht mit Substrat bedecken
  • die Anzuchtgefäße etwa einen Monat lang bei Temperaturen zwischen 0 und 5° C aufbewahren. Das ist im Kühlschrank oder im Herbst oder Winter im Frühbeet oder Kalthaus möglich
  • der Standort sollte nach Möglichkeit hell sein
  • gleichmäßig feucht halten

Unter diesen Bedingungen kommt es nach einiger Zeit zur Keimung und die Temperatur kann langsam heraufgesetzt werden. Die Keimlinge sollten an einem hellen Standort nach wie vor feucht gehalten werden und können bei hinreichender Größe bei frostfreier Witterung ins Freiland gepflanzt werden.

Uvularia Grandiflora, Goldglocke überwintern

Das Überwintern von Uvularia Grandiflora bereitet keinerlei Probleme, da die Staude Temperaturen bis zu -25° C problemlos übersteht. In kälteren Lagen kann ihr ein leichter Winterschutz zum Beispiel aus Reisig gegeben werden. Vermieden werden sollte übermäßige Nässe und vor allem Staunässe, dies lässt sich durch einen entsprechend geschützten Standort und bei Bedarf durch lockeres Abdecken mit Tannenzweigen erreichen. Wichtig ist, dass alle Arten von Winterschutz im frühen Frühjahr entfernt werden, damit die Pflanze ungehindert austreiben kann.

Wird Uvularia Grandiflora im Kübel kultiviert, müssen die üblichen Maßnahmen gegen ein Durchfrieren des Wurzelballens getroffen werden. Am besten wird der Kübel dazu in ein Vlies gehüllt und auf einem Holz- oder Styroporblock an einen geschützten Ort gestellt.

Goldlocke Uvularia Grandiflora giftig?

Uvularia Grandiflora gehört zu den Maiglöckchengewächsen und wird als sehr stark giftig eingestuft. Die Giftigkeit bezieht sich auf alle Pflanzenteile, also Blüten, Stängel, Blätter und Wurzel.

Der giftige Inhaltsstoff ist Colchizin, ein Alkaloid, das auch in der Herbstzeitlosen enthalten ist. Das Gift verhindert die Zellteilungsprozesse im Körper und die hervorgerufenen Vergiftungserscheinungen können auch lebensbedrohlich sein.

Goldlocke Uvularia Grandiflora: Krankheiten und Schädlinge

Spezielle Krankheiten der Goldglocke sind nicht bekannt. Als Schädlinge treten vor allem im Frühjahr bei den austreibenden Pflanzen Schnecken auf, die die jungen Triebe im schlimmsten Fall kahlfressen können. Im Frühjahr sollte die Staude daher durch Schneckenkorn oder einen Schneckenzaun geschützt werden.

Die Goldglocke: ein hübscher, aber auch giftiger Schattenblüher

Die Goldglocke Uvularia Grandiflora ist eine pflegeleichte und winterharte Staude, die im Frühjahr durch ihre schönen, leuchtend gelben Blüten erfreut. Da sie am besten im Halbschatten und im lichten Schatten gedeiht, eignet sie sich sehr gut zur Gehölzunterpflanzung, wo sie auch gute Dienste als Bodendecker leistet. In heimischen Gärten ist die Goldglocke noch eine ziemliche Rarität, wer das Ausgefallene liebt, ist mit dieser Pflanze also gut beraten.

Vorsicht ist jedoch geboten, da die Goldglocke in allen Teilen stark giftig ist. Für Gärten, in denen Kinder spielen oder sich Haustiere aufhalten, ist sie daher nicht gut geeignet.

 

Graphiken: © Callum – Fotolia.com, clubhousearts – Fotolia.com


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