Glyzinie – Alles über Pflanzen, Pflege und Überwinterung des Blauregen

Glyzinie, Blauregen
Glyzinie, Blauregen

Die Glyzinie ist dank ihres dichten Wuchses sowie ihrer wunderschönen Blüten eine der schönsten Kletterpflanzen überhaupt. Bezüglich ihrer Pflege ist jedoch eine harte Hand gefragt: wird sie nicht regelmäßig geschnitten, wächst sie ihrem Besitzer im wahrsten Sinne des Wortes über den Kopf.

Glyzinie, Blauregen – Steckbrief von Gartenbista

  • Blütezeit: April/Mai sowie Juli/August
  • Standort: sonnig, warm
  • Boden/Substrat: durchlässig, humos, sandig
  • Kübelhaltung: nein
  • Pflanzen: Frühjahr
  • Vermehrung: Samen, Ableger
  • Gießen: regelmäßig
  • Düngen: im Frühjahr mit Kompost oder Guano
  • Schneiden: unbedingt! Zweimal jährlich
  • Überwinterung: Jungpflanzen im Wurzelbereich schützen
  • Pflanzenhöhe/-größe: bis 10 m, in ihrer Heimat bis 30 m
  • Wachstum: 1 m pro Jahr
  • Giftig: ja, in allen Pflanzenteilen für Menschen und Tiere
  • Heilwirkung: nicht bekannt
  • Krankheiten und Schädlinge: Wühlmäuse

Allgemeine Informationen über die Glyzinie

Die Glyzinie, auch als Blauregen bekannt, gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler und innerhalb derer zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler. Beheimatet ist sie in Asien, wo sie in freier Wildbahn bis 30 m hoch werden können. Die hierzulande kultivierten Exemplare erreichen derartige Wuchshöhen nicht, können jedoch immerhin bis zu 10 m hoch werden.

Im April/Mai, noch vor der Bildung der Blätter, bringt die Glyzinie wunderschöne, duftende Blütentrauben hervor. Diese sind weiß, gelb oder blau-violett und zwischen 20 und 70 cm groß. Im Juli/August kommt es zu einer weiteren Blüte, wobei diese deutlich schwächer ausfällt.

Bei der robusten Glyzinie handelt es sich um einen Kletterstrauch, dessen Triebe stark verholzen. So eignet sie sich hervorragend zur Begrünung von Hauswänden, Gemäuern, Zäunen und Pergolen, wobei sie grundsätzlich mit einem stabilen Gerüst gestützt werden sollte. Vorsicht ist dennoch geboten: die Triebe sind so stark, dass sie in der Lage sind, Dachziegeln zu verschieben sowie Geländerstäbe zu verbiegen. Wer einen Blauregen kultiviert, muss demzufolge immer ein Auge auf den ausufernden Wuchs seiner Pflanze werfen.

Glyzinie Standort

Der Blauregen bevorzugt einen sonnigen, warmen Standort. Notfalls gedeiht er auch im lichten Halbschatten, jedoch ist grundsätzlich darauf zu achten, dass sein hoher Lichtbedarf gedeckt wird.

Bei der Wahl des Standortes ist zudem zu beachten:

  • Abstand von mindestens 50 cm zu Hauswänden einhalten
  • Regenrohre, Dachziegeln und Fallrohre sollten sich nicht in unmittelbarer Nähe befinden

Der Boden muss

  • durchlässig,
  • humos und
  • sandig

sein und möglichst einen sauren bis pH-neutralen Wert aufweisen. Stickstoffhaltige Böden fördern zwar das Wachstum der Pflanze, verringern jedoch die Blütenbildung.

Pflanzen

Die beste Jahreszeit zum Glyzinien Pflanzen ist das Frühjahr. Bevor der Blauregen in die Erde kann, muss diese umgegraben und gegebenenfalls vorbereitet werden:

  • Sand und Humus untermischen
  • Drainage legen, um Staunässe zu verhindern
  • Drahtgitter in den Boden legen, um Wühlmäuse von den Wurzeln fernzuhalten

Sind die Vorbereitungen absolviert, kann mit dem eigentlichen Pflanzen begonnen werden:

  • Pflanzloch ausheben, das größer als der Wurzelballen ist
  • Glyzinie einsetzen
  • Loch mit Aushub füllen
  • Gründlich angießen
  • Rankgitter installieren

Gartenbista-Tipp: Das Rankgerüst muss zwingend sehr stabil sein, damit es die starken Triebe des Blauregens halten kann.

Pflege der Glyzinie

Der Blauregen benötigt vor allem eines: Aufsicht. Wächst er unkontrolliert, so können seine starken Äste und Triebe starke Schäden anrichten.

Gießen

Glyzinien haben einen hohen Wasserbedarf und müssen demzufolge regelmäßig gegossen werden. Keinesfalls darf der Wurzelballen austrocken; es darf jedoch auch eine Staunässe entstehen. Etwaigen Wassermangel zeigt die Glyzinie umgehend durch Abwurf von Blättern und Blüten an.

Düngen

Im Frühjahr kann etwas Kompost oder Guano unter die Erde gemischt werden. Weitere Nährstoffgaben sind nicht notwendig.

Glyzinie Schneiden

Ein regelmäßiger Schnitt ist das A und O bei der Glyzinien Pflege. Dieser erfolgt zweimal im Jahr.

Sommerschnitt (Juni – August):

  • Sämtliche Jungtriebe stark einkürzen
  • Triebe aus dem oberen Teil des Stammes stehenlassen

Winterschnitt (November bis Februar):

  • Jungtriebe nochmals auf maximal fünf Augen einkürzen
  • Untere Seitentriebe bis zum Stamm zurückschneiden
  • Alte Triebe auslichten
  • Starke Triebe absägen, um die Statik zu erhalten

Gartenbista-Tipp: In den ersten beiden Jahren nach der Pflanzung untere Triebe auf drei Blätter einkürzen, obere stehenlassen!

Krankheiten und Schädlinge

Die Glyzinie ist sehr robust und widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Schädlingen. In der Regel stellen diese kein Problem für den Kletterstrauch dar. Einzige Ausnahme: Wühlmäuse. Diese knabbern sehr gerne an den Wurzeln von jungen Glyzinien, was zwangsläufig zum Eingehen der Pflanzen führt. Um dies zu verhindern, sollten Drahtgitter in die Erde gelegt werden.

Tipps & Tricks

  • Aufgrund der hohen Giftigkeit des Blauregens sollte im Umgang mit dem Strauch, speziell beim Schneiden, Handschuhe getragen werden
  • Wer seine Glyzinie vermehren möchte, kann dies leicht mithilfe von Samen oder Ablegern tun. Dabei ist zu beachten, dass aus Samen gewonnene Sträucher erst nach Jahren blühen werden, und dann auch nur spärlich.

 

Symbolgraphiken: © LianeM – Fotolia.com


, Kategorie: Pflanzen

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