Geranien Pflege, vermehren & überwintern

Geranie
Geranie

Ob hängend oder stehend, in Kästen, Kübeln oder direkt in die Erde gepflanzt, in rot, weiß oder rosa: Geranien sind in fast jedem heimischen Garten zu finden. Nicht nur ihr schöner Anblick, sondern auch die Tatsache, dass sie sehr pflegeleicht sind, macht sie zu einer der beliebtesten Blumen überhaupt. Doch selbst diese bescheidene und recht anspruchslose Pflanze bedarf einiges an Pflege, um optimal gedeihen zu können.

Geranien – Steckbrief Gartenbista.de

Geranien richtig pflanzen

Sobald die Temperaturen etwas milder werden (April) und sich erste Sonnenstrahlen zeigen, können Geranien ins Freie gebracht werden. Sollten sie in Kästen gepflanzt werden, so sind diese unten 2-3 cm mit Kies zu füllen, um Staunässe zu vermeiden. Danach erst mit Erde befüllen, wobei entweder spezielle Geranienerde (meistens teuer) verwendet werden sollte, oder aber gewöhnliche Blumenerde, der etwas Langzeitdünger beigefügt wird, da Geranien viele Nährstoffe benötigen. Die Pflanzen sollten nicht zu eng gesetzt werden; optimal ist ein Abstand von 20-25 cm zwischen ihnen. Ein heller Standort mit einigen Stunden Sonne am Tag ist perfekt für sie; dazu alle 14 Tage eine Düngergabe – mehr braucht eine Geranie nicht, um glücklich zu sein…

360°-Video von der Edelgeranie (Geranium)

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie die Edelgeranie (Geranium) ausschaut.

360°-Video von der Edelgeranie (Geranium)- Gartenbista-Videostudio, gedreht im März

Schädlinge an Geranien

… außer vielleicht einer regelmäßigen Schädlingskontrolle. Denn trotz ihres recht intensiven Aromas wirkt diese Pflanze nicht abstoßend auf manche schädlichen Insekten. Die winzig kleine Cyclamenmilbe beispielsweise fühlt sich sogar noch angezogen von den Geranien. Einen derartigen Befall erkennt man an kleinen, kräuseligen Blättern, deren Ränder nach innen eingerollt und umgebogen sind. Die Triebspitzen wachsen verkümmert, bis hin zum Absterben. Die Blüten sind deformiert und weisen Flecken auf ihren Blütenblättern auf. Hierbei hilft nur der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels.

Krankheiten bei Geranien

Besonders anfällig sind diese Pflanzen für den Geranienrost, eine Pilzkrankheit, bei der sich die Blätter gelb bis bräunlich verfärben. An den Blattoberseiten bilden sich braune Flecken oder Ringe, an der Unterseite sind gelbliche oder braune Pusteln zu sehen. Dieser Pilz ist sehr ansteckend, von daher sind stark befallene Pflanzen umgehend zu entsorgen (nicht auf dem Kompost, da sich dort der Pilz ebenfalls weiterentwickeln wird). Bei leichtem Befall genügt es, die betroffenen Pflanzenteile zu entferne und ein entsprechendes Pflanzenschutzmittel einzusetzen. Beim Auftreten der Stecklingsfäule hingegen besteht keine Chance, den betroffenen Steckling noch zu retten. Zu erkennen ist dieser Pilz an einer Schwarzfärbung des Triebes, der zu faulen beginnt. Die Graufäule hingegen entsteht durch zu starkes Gießen, Lichtmangel oder Verletzungen an der Pflanze. Betroffenen Geranien sind mit einem grauen Pilzrasen bedeckt, bilden gräulichschwarze Flecken und verfaulen.

Ideal pink flower GeraniumGeranien vermehren: Welche Mutterpflanzen sind geeignet?

Prinzipiell eignet sich jede kräftig gewachsene Geranie dazu, als Mutterpflanze bei der Geranien Vermehrung zu dienen. Auch Edelgeranien, wie beispielsweise Pelargonien oder Duftgeranien, sind für eine Vermehrung geeignet.

a) Geranien vermehren: Zeitpunkt

Theoretisch lassen sich Geranien nahezu das ganze Jahr vermehre, außer wenn sie sich in Winterruhe befinden: Wer ausgewachsene Pflanzen im Frühjahr kauft, kann bereits zu diesem Zeitpunkt Stecklinge abnehmen. Wer seine Geranien so sehr liebte, dass er im Folgejahr eine Erinnerung an sie haben möchte, startet seine Geranien Vermehrung im Spätherbst.

Der beste Zeitpunkt zum Geranien Vermehren ist jedoch der August: die Mutterpflanzen sind dann sehr kräftig und robust, so dass demzufolge auch sehr kräftige Stecklinge vorhanden sind.

b) Stecklinge von Geranien schneiden

Die Vermehrung von Geranien erfolgt über Stecklinge. Diese sollten etwa 10 cm lang sein und 4 – 5 Blätter besitzen.

Die Stecklinge werden direkt über dem letzten Blattknoten der Mutterpflanze abgeschnitten, wobei zwingend darauf zu achten ist, dass das Schneidwerkzeug scharf ist. Eine Gartenschere hat sich beim Stecklinge Schneiden bewährt, allerdings erfüllt auch ein scharfes Messer seinen Dienst.

Auch besteht die Möglichkeit, sehr kleine und zarte Stecklinge zur Geranien Vermehrung zu verwenden; dabei muss man sich aber dessen bewusst sein, dass im selben Jahr kaum mit einer Blüte zu rechnen ist. Die zarten Stecklinge sollten auch nur abgebrochen und nicht abgeschnitten werden.

Geranien vermehren: So geht´s!

  • Blumentöpfe oder Pflanzgefäße werden mit einem Sand-Kompost-Gemisch gefüllt. Gewöhnliche Blumenerde erfüllt auch ihren Zweck, jedoch ist die Kombination aus Sand und Kompost optimal zum Anwachsen der kleinen Geranien.
  • Die unteren Blätter der Stecklinge sollten entfernt werden.
  • Je nach Größe der Stecklinge wird einer bis vier in ein Gefäß gesetzt, wobei sie nicht mehr als 1 – 2 cm in der Erde stecken sollten. Das Gefäß wird dann an einen hellen Fensterplatz gestellt, wobei direkte Sonneneinstrahlung möglichst zu vermeiden ist.
  • Bis sich Wurzeln gebildet haben, sollten die Stecklinge regelmäßig gegossen werden.
  • Die jungen Geranien haben einen geringen Wasserbedarf und sollten demzufolge nur gegossen werden, wenn das Substrat trocken ist.
  • Sollten sich in den kommenden Monaten bereits Blüten zeigen, sollten diese umgehend entfernt werden; dasselbe gilt für welke Blätter. Einer weiteren Pflege bedürfen die jungen Geranien nicht.

Frühling mit GeranieGeranien überwintern: Was ist zu beachten?

Geranien sollten Ende Oktober bis Mitte November ins Haus geholt werden. Zwar vertragen sie leichten Frost bis circa -5°C, aber es gibt keinen Grund, ihnen diesen Kälteschock anzutun. Einige Gartenbesitzer behaupten zwar, dass ihre Geranien nach einer kleinen Frosteinlage im Folgejahr besser blühen, doch eine wissenschaftliche Erklärung hierfür gibt es nicht.

Egal, welche Art der Geranien Überwinterung praktiziert werden soll: die Geranien müssen vorher geschnitten werden. Dabei kann ruhigen Gewissens großzügig vorgegangen werden; die Triebe können durchaus auf eine Länge von 10 cm eingekürzt werden. Es ist vollkommen ausreichend, wenn pro Seitentrieb 2 – 3 Knoten übrig bleiben; aus diesen wird die Geranie im Folgejahr wieder austreiben. Wer möchte, kann aus den abgeschnittenen Trieben Stecklinge schneiden und diese auf der Fensterbank vorziehen.

Von den übrig gebliebenen Trieben wird ein Großteil der Blätter entfernt, da diese für die Überwinterung nicht benötigt werden und nur ein Risiko bezüglich Schädlingsbefalls darstellen.

Die Geranien müssen generell gründlich auf Schädlinge untersucht werden, bevor sie in ihr Winterquartier kommen.

a) Geranien überwintern im Blumentopf: so geht´s!

Die beschnittenen Geranien können – je nach Größe – zu dritt oder viert in einen Blumentopf gesetzt werden. Diesen an einen hellen Standort stellen, an dem Temperaturen zwischen 5° und 10°C herrschen. Dabei sollte beachtet werden, dass das Winterquartier umso kälter sein muss, je lichtärmer es ist. Wenn die Geranien während der Überwinterung zu warm oder zu dunkel stehen, treiben sie zu früh aus. Diese Triebe sind zudem zu lang und zu dünn, um wirklich schön auszusehen…

Den Winter über müssen die Geranien immer leicht feucht gehalten werden; im folgenden Jahr können sie im Februar/März in Töpfe mit frischer Blumenerde gesetzt und auf der Fensterbank langsam an den Sommer gewöhnt werden.

b) Geranien wurzelnackt überwintern: so geht´s!

Die Geranien – welche unbedingt trocken sein müssen, da sie ansonsten faulen können –  werden aus ihren Töpfen genommen und in mehrere Lagen Zeitungspapier eingewickelt. Diese „Päckchen“ werden dann ins Winterquartier gelegt, wo sie bis Februar/März bleiben, ohne dass man sich um sie kümmern muss.

Geranien, die wurzelnackt überwintern, sollten dies am besten im Keller tun, da sie Dunkelheit und Kälte benötigen. Optimalerweise sollten dort Temperaturen zwischen 2° und 8° C herrschen. Wenn also ein Schuppen oder eine Garage solch ein Ambiente bieten kann, ist es ebenfalls sehr als Winterquartier für Geranien geeignet.

c) Geranien in Plastik überwintern: so geht´s!

Bei Geranien, welche in Plastik überwintern sollen, muss neben den anderen Vorbereitungen auch noch ein Teil der Erde von den Wurzeln sowie dem Wurzelstock entfernt werden. Die Wurzeln werden danach in eine dünne Lage Zeitungspapier eingeschlagen.

Nun wird ein Frühstücksbeutel aus Plastik (oder ein anderer kleiner Kunststoffbeutel), in den vorher einige Löcher gestochen wurden, über die Wurzeln gezogen und verschnürt, wobei darauf zu achten ist, dass die Triebe nicht eingeschnürt werden. Die Geranien werden danach kopfüber in einen kühlen, dunklen Keller gehängt, wo sie bis zum Februar/März bleiben – ganz ohne weitere Pflege…

Graphik: © womue – Fotolia.com; © Sonne07-Fotolia.com; © Aleksandr Volkov – Fotolia.com


1 Kommentar

  1. Hallo,
    habe eine Frage. Meine Geranien stehen noch auf dem Balkon, sie blühen und Blühen. Es wäre eine Schande sie jetzt zurückzuschneiden. Es kommen auch immer wieder neue Knospen dran. Muss dabei sagen, es sind selbstgezogene, die schon das dritte Jahr blühen (sind teilweise schon kleine Büsche), kann ich sie auf dem Balkon stehen lassen über den Winter.
    Danke schön für die Antwort.

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