Gauklerblume (Mimulus luteus) – Pflege der Teichpflanze

Gauklerblume, Mimulus luteus
Gauklerblume, Mimulus luteus

Kaum eine andere Pflanze ist derart blühfreudig wie die Gauklerblume, Mimulus. Die auch als „Affenblume“ bezeichnete Pflanze bildet von Juni bis spät in den Herbst orchideenartige Blüten, die in den verschiedensten Farben auftreten können. Besonderer Beliebtheit erfreut sich die Mimulus luteus: Die kleine Blühpflanze kann zu den Teichpflanzen gezählt werden und ist bezüglich ihres Standorts zwar ein wenig anspruchsvoll; ist der optimale Platz jedoch gefunden, kommt sie mit wenig Pflege aus. Somit können auch unerfahrene Gartenbesitzer die Gauklerblume erfolgreich kultivieren – vorausgesetzt, es werden einige Pflegetipps beachtet…

Gauklerblume, Mimulus luteus – Steckbrief von Gartenbista

Gauklerblume Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: halbschattig
  • Boden: feucht
  • Vermehrung: Aussaat; Kopfstecklinge; Teilung
  • Pflanzen: nach den Eisheiligen
  • Kübelhaltung: möglich, jedoch nicht empfehlenswert
  • Gießen: regelmäßig und gründlich
  • Düngen: Teichpflanzen nicht düngen; in Kübelhaltung mit Flüssigdünger oder Guano; im Freiland mit Guano
  • Blütezeit verlängern: erste Blüten vor Samenbildung entfernen
  • Schneiden: verblühten Blüten; beschädigte Pflanzenteile; im Herbst bodennah
  • Überwintern: winterhart; Kübelpflanzen schützen
  • Krankheiten: keine bekannt
  • Schädlinge: Schnecken
Gauklerblumen
Gauklerblumen

Wissenswertes über die Gauklerblume

Die Gauklerblume, Mimulus, gehört zur Familie der Gauklerblumengewächse (Phrymaceae). Ursprünglich stammt sie aus Australien und den USA, inzwischen ist sie mit ihren 170 Arten aber auch in anderen Erdteilen zu finden.

Gauklerblumen treten in den unterschiedlichsten Variationen auf:

  • Einjährig oder mehrjährig
  • Aufrecht wachsend, kriechend oder buschig
  • Land- oder Wasserpflanzen

Die Affenblumen erreichen Wuchshöhen zwischen 20 cm und 90 cm. Von Juni bis in den Spätherbst hinein bilden sie immer wieder orchideenartige Blüten, die weiß, gelb, orange, rosafarben, blau, scharlachrot oder violett sein können. Aus diesen Blüten bilden sich Kapselfrüchte, welche Samen enthalten. Diese können zur Gauklerblumen Vermehrung verwendet werden.

Zu den beliebtesten Gauklerblumenarten gehört die Mimulus luteus, eine Wasserpflanze. Sie wird nur maximal 30 cm groß, besticht aber durch ihre goldgelben Blüten, die im Inneren rotbraune Flecken besitzen. Die kleine Blühpflanze gilt als pflegeleicht und wird ihrem Besitzer viele Jahre lang Freude machen.

Gauklerblume bevorzugt halbschattigen Standort

Um sich optimal entwickeln zu können, benötigt die Mimulus luteus einen halbschattigen Platz im Garten. Notfalls nimmt sie auch mit einem sonnigen Standort vorlieb, allerdings ist bei diesem darauf zu achten, dass nicht die pralle Mittagssonne einfällt. Diese würde dazu führen, dass die dekorativen Blüten sehr schnell wieder verblühen; außerdem wären sehr häufige Wassergaben notwendig. Morgen- sowie Abendsonne hingegen wird sehr gut vertragen und fördert sogar die Blütenbildung.

Bezüglich der Bodenverhältnisse geht die kleine Pflanze keine Kompromisse ein: die Erde muss dauerhaft feucht sein. Besonders gut geeignet ist demzufolge ein Plätzchen am Gartenteich oder – noch besser – in der flachen Uferrandzone eines solchen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass das Wasser dort nicht tiefer als 10 cm ist.

Wer keinen Gartenteich besitzt, kann die Affenblume jedoch auch sehr gut als Unterpflanzung immergrüner Sträucher einsetzen.

Gauklerblume braucht feuchten Boden

Wie bereits erwähnt, benötigt die Mimulus luteus einen permanent feuchten Boden, um sich optimal entwickeln zu können. Im Gegensatz zu dem meisten anderen Pflanzen macht ihr Staunässe nichts aus, so dass sie problemlos an Stellen gepflanzt werden kann, die für viele Gewächse viel zu feucht wären.

Sehr gerne wird die Gauklerblume als Teichpflanze verwendet, da die dortigen Bodenverhältnisse genau ihren Wünschen entsprechen.

Gauklerblume Vermehrung durch Aussaat

Eigentlich erledigt die Mimulus luteus ihre Vermehrung ganz alleine: sie bildet aus ihren Blüten zahlreiche Samenkapseln, die im Herbst reif sind. Werden sie nicht seitens des Gartenbesitzers entfernt, öffnen sie sich und verstreuen die Samen fleißig. Im kommenden Frühjahr keimen sie und bilden so viele neue Pflanzen.

Nun ist diese unkontrollierte Selbstaussaat nicht im Sinne eines jeden Hobbygärtners. Wer sie unterbinden möchte, sollte verblühte Blüten umgehend entfernen. Einige lässt werden stehen gelassen, bis die Samenkapseln herangereift sind. Dann werden sie entfernt und an einem geschützten Platz im Freien getrocknet. Dies dauert nur wenige Tage. Danach werden sie in einen luftdichten Behälter gelegt und den Winter über in einem kühlen Raum aufbewahrt. Im folgenden März wird die Aussaat durchgeführt:

  • Anzuchtschalen mit Pflanzenerde füllen
  • Saatgut auf das Substrat legen; nur leicht mit Erde bedecken
  • Gefäße an einen hellen Platz stellen, an dem Temperaturen um 15°C herrschen
  • Substrat gleichmäßig feucht halten; Nässe vermeiden

Nun dauert es etwa 14 Tage, bis sich die ersten Keimlinge zeigen; nach weiteren vier Wochen müssen sie pikiert werden. Ins Freiland sollten sie jedoch erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ausgepflanzt werden; in der Regel haben die jungen Gauklerblumen dann bereits Blüten entwickelt.

Gauklerblume am Teich
Gauklerblume am Teich

Gauklerblume Vermehrung durch Kopfstecklinge

Alternativ können die Affenblumen auch durch Kopfstecklinge vermehrt werden; dies sollte optimaler Weise im Frühsommer geschehen:

  • 15 cm lange, kräftige Triebe abschneiden
  • Stecklinge in Anzuchtgefäße mit Anzuchterde stecken
  • Alternativ in ein Wasserglas stellen
  • Warm stellen
  • Gleichmäßig feucht halten

Nach wenigen Tagen werden sich die ersten Wurzeln zeigen. Sind diese kräftig und buschig geworden, kann die Mimulus luteus in ein Pflanzgefäß mit einem Erde-Sand-Gemisch umgesetzt werden. Dort verbleibt sie bis zum kommenden Frühjahr, wobei das Substrat immer gleichmäßig feucht zu halten ist. Nach den Eisheiligen können die Affenblumen dann ins Freiland ausgepflanzt werden.

Gartenbista-Tipp: Während des Aufenthalts im Hause regelmäßige Schädlingskontrollen durchführen!

Gauklerblume Vermehrung durch Teilung

Die Gauklerblume bildet im Laufe ihres Lebens einen großen Wurzelballen. Dieser kann geteilt und somit zur Vermehrung der Teichpflanze genutzt werden. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das zeitige Frühjahr, wenn keine Minusgrade mehr herrschen:

  • Affenblume ausgraben
  • Wurzelballen mit einem scharfen Messer oder Spaten in mehrere Teilstücke teilen, von denen jedes Triebe und Knospen besitzt
  • Teilstücke an den gewünschten Standorten einpflanzen

angießen

Gauklerblume richtig pflanzen

Erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) sollten die Gauklerblumen ausgepflanzt werden:

  • Wurzelballen gründlich wässern
  • Pflanzloch ausheben
  • Gauklerblume einsetzen
  • Loch auffüllen
  • Gründlich angießen (entfällt bei Affenblumen, die in einen Teich gepflanzt werden)

Gegebenenfalls eine Mulchschicht auftragen, die die Pflanze vor Austrocknung schützt. Im Gegensatz zu anderen Teichpflanzen benötigt die Gauklerblume keinen Pflanzkorb, da sie nicht zu Wucherungen neigt.

Werden mehrere Gauklerblumen gepflanzt, so sollte ein Abstand von 20 – 30 cm zwischen ihnen eingehalten werden.

Achtung: Aushub darf nicht mit Kompost vermischt werden, wenn die Gauklerblume als Teichpflanze kultiviert werden soll.

Gauklerblume, Affenblume, Mimulus
Gauklerblume, Affenblume, Mimulus

Gauklerblume in Kübelhaltung

Es gibt durchaus Pflanzenfreunde, die ihre Affenblume in einem Pflanzkübel halten, auch, wenn dieser nicht die optimale Umgebung für die Gauklerblume darstellt, ist eine Kübelhaltung durchaus möglich. Dabei sollten jedoch folgende Kriterien berücksichtigt werden:

  • Gefäß nicht mit einer Drainage versehen
  • Kübel nicht in die pralle Sonne stellen
  • Oft und gründlich gießen
  • Alle 14 Tage Flüssigdünger dem Gießwasser beifügen
  • In einem kühlen Winterquartier überwintern lassen

Gauklerblume Pflege Tipps

  • Gießen: Da die Gauklerblume sehr feuchtigkeitsliebend ist, muss sie häufig und gründlich gegossen werden; im Kübel noch mehr als im Freiland.
  • Düngen: Wird die Affenblume als Teichpflanze kultiviert, entfällt jegliche Art von Düngung. In Kübelhaltung kann sie alle 14 Tage mit Flüssigdünger versorgt werden; auch Guano ist empfehlenswert. Dieser kann auch sehr gut für Beetpflanzen verwendet werden, da er die Blütenbildung anregt.
  • Blütezeit verlängern: Erste Blüten abschneiden, bevor sich Samen bildet.

Gauklerblume schneiden?

Die Mimulus luteus muss während der Vegetationsphase nicht geschnitten werden. Es ist lediglich sinnvoll,

  • verblühte Blüten sowie
  • beschädigte Pflanzenteile

abzuzupfen.

Im Herbst werden die Stauden bodennah zurückgeschnitten.

Gauklerblume überwintern

Die Mimulus luteus ist winterhart und kann die kalte Jahreszeit im Freien verbringen. Hierbei sollte sie jedoch unterstützt werden:

  • Im Herbst bodennah zurückschneiden
  • Mit Laub, Reisig oder Stroh abdecken

Affenblumen in Kübelhaltung benötigen mehr Aufmerksamkeit. Für ihre Überwinterung stehen ihrem Besitzer zwei Optionen zur Auswahl:

  • Geschützter Platz im Freien
  • Winterquartier im Haus

Das Pflanzgefäß wird mit Wintervlies oder einem Jutesack umwickelt und an einen geschützten Platz vor eine Hauswand gestellt. Optimal ist es, wenn der Kübel auf einem Holz- oder Styropurblock stehen kann.

Soll die Mimulus luteus hingegen im Haus überwintern, wird sie vor Frosteinbruch hineingeholt. Das dortige Winterquartier sollte

  • kühl,
  • dunkel und
  • frostfrei

sein.

Während der Überwinterung darf die Gauklerblume nicht austrocknen; das Düngen wird jedoch komplett eingestellt.

Im März werden die Pflanzen an einen wärmeren und helleren Platz gestellt; sowohl die Temperaturen als auch der Lichteinfall sowie die Wassergaben werden langsam erhöht. Erst nach den Eisheiligen können die Affenblumen wieder ins Freie gebracht werden; ein schattiger Standort ist zunächst empfehlenswert.

Gauklerblume Blüte
Gauklerblume Blüte

Gauklerblume Krankheiten und Schädlinge

Gegenüber Krankheiten ist die Mimulus luteus sehr resistent.

Auch Schädlinge machen ihr kaum zu schaffen; lediglich Schnecken können zu einem Problem für die Wasserpflanze werden. Überwiegend die Nacktschnecken sehen die Triebe der Affenblume als eine echte Delikatesse an und nutzen nahezu jede Gelegenheit, sich diese einzuverleiben.

Die einfachste Methode, Schnecken zu bekämpfen, ist das Auslegen von Schneckenkorn – allerdings auch die unmenschlichste: die Schädlinge werden nach dem Verzehr dieses Korns versterben. So bleiben der Garten und somit auch die Gauklerblumen zwar weitestgehend schneckenfrei, jedoch ist die Anwendung des Schneckenkorns nicht unbedingt im Sinne eines echten Naturliebhabers. Viel humaner – wenn auch zeitaufwändiger – ist es daher, die Schnecken einfach einzusammeln und im Feld oder Waldgebiet wieder auszusetzen. Alternativ können auch die Pflanzen mit einem sogenannten „Schneckenkragen“ oder Schneckenzaun versehen werden, der verhindern soll, dass die Schädlinge zu nahe herankommen.

Wie Schnecken wirksam – und ohne Einsatz von Chemie – bekämpft werden können, erfahren Sie hier.

 

 

Graphiken: © M. Schuppich – Fotolia.com (3); emer – Fotolia.com; thom_morris – Fotolia.com


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