Gamander-Ehrenpreis – Interessante Fakten über das kleine Wildkraut

Lesezeit: 5 Min.
Gamander-Ehrenpreis
Gamander-Ehrenpreis

Viele haben ihn bereits gesehen, doch kaum einer kennt seinen Namen: Der Gamander-Ehrenpreis ist ein recht unbekanntes Wildkraut, welches jedoch ausgesprochen dekorativ ist. Doch nicht nur das: die kleine Pflanze wird gerne in der Naturheilkunde eingesetzt, da sie fantastische Wirkungen erzielen kann.

Allgemeine Informationen über Gamander-Ehrenpreis

Bei dem Gamander-Ehrenpreis, Veronica chamaedrys, handelt es sich um ein Wildgewächs. Er ist in Europa, und Asien verbreitet. Die auch als Wildes Vergissmeinnicht, Männertreu oder Katzenäuglein bezeichnete Pflanze wächst ausdauernd und krautig und kann dabei bis zu 30 cm hoch werden.

Von April bis Juli bildet der Gamander-Ehrenpreis himmelblaue Blüten mit einem weißen Schlund, die bei näherer Betrachtung tatsächlich an Katzenaugen erinnern. Jeweils 10 bis 20 von ihnen stehen in rispigen Blütenständen zusammen. Aus ihnen entwickeln sich Kapselfrüchte, welche 1 mm große Samen enthalten. Diese werden von der Staude zur Selbstaussaat verwendet, so dass für ihren Fortbestand gesorgt ist. Die vegetative Vermehrung erfolgt über unterirdische Wurzelausläufer.

Ist diese Pflanze giftig für Menschen oder Tiere?

Keines der Pflanzenteile ist in irgendeiner Form giftig – weder für Menschen noch für Tiere.

Essbar?

Blüten und Blätter sind essbar und dekorativ
Blüten und Blätter sind essbar und dekorativ

Blätter und Blüten des Gamander-Ehrenpreis können gegessen werden. Sie haben einen milden Geschmack und sind umso zarter, je jünger sie sind. Verwendet werden sie für gewöhnlich für Suppen und Salate; die Blüten sind zudem bestens zu Dekorationszwecken geeignet.

Wer gerne auf seinem Brot ein Stückchen Natur hat, der ist bei dieser Pflanze genau richitg: kleingeschnitten oder -gezupft sind die frischen Pflanzenteile auf einem Butter- oder Frischkäsebrot eine wunderbare geschmackliche und optische Verbesserung. Auch in Dips sowie Kräuterquarks können Blätter und Blüten gut verarbeitet werden.

Wirkung & Anwendung

In früheren Zeiten wurde der Gamander-Ehrenpreis aufgrund seiner Heilwirkung sehr geschätzt. Zwar gibt es einige Pflanzen deren Wirkung um einiges stärker sind, jedoch ist auch diese kleine Stade nicht zu verachten. Heutzutage geht der Trend wieder zu alternativen Heilmethoden und demzufolge zur Naturheilkunde, so dass das Wilde Vergissmeinnicht seine fantastischen Wirkungen beweisen kann. Unter anderem wirkt es

  • adstringierend,
  • beruhigend sowie
  • entzündungshemmend

und wird deswegen unterstützend

  • zur Blutreinigung,
  • Wundheilung,
  • bei Magen-Darm-Beschwerden sowie
  • Erkältungen

eingesetzt. Dies geschieht überwiegend in Form von Tee, der sowohl innerlich als auch äußerlich eingenommen wird.

Aussehen & Merkmale

Das kleine Männertreu wirkt auf eine bescheidene, filigrane Art sehr dekorativ.

Wuchs

Gamander-Ehrenpreis wächst ausdauernd und krautig und wird zwischen 10 und 30 cm hoch. Die mehrjährige Staude bildet runde, aufsteigende Stängel, an denen gegenständig angeordnete Laubblätter sitzen.

Blätter

Die Blätter sind 2 – 3 cm lang, herzförmig, oval oder breit-elliptisch. Auffällig ist der Blattrand, der gesägt oder gekerbt ist. Während die Blattunterseite auf den Nerven sowie am Rand behaart ist, ist die Oberseite fast kahl.

Gamander-Ehrenpreis Blüten

Gamander-Ehrenpreis Blüte
Gamander-Ehrenpreis Blüte

Bereits im April erscheinen die ersten Blüten, die etwa 10 mm breit sind und aus jeweils vier blauen Kronblättern sowie zwei weißen Staubblättern bestehen. Nach nur zwei Tagen verblühen sie bereits wieder und es bilden sich dreieckige Kapselfrüchte.

Unterschied zum Vergissmeinnicht

Vergissmeinnicht
Vergissmeinnicht

Der dekorative Gamander-Ehrenpreis wird gerne mit dem Vergissmeinnicht verwechselt – und dies nicht nur aufgrund seines Trivialnamens. Tatsächlich gibt es bei beiden Pflanzen einige Gemeinsamkeiten, jedoch auch Unterschiede:

Gamander-Ehrenpreis Vergissmeinnicht
Botanischer Name Veronica chamaedrys Myosotis
Familie Wegerichgewächse Raublattgewächse
Pflanzenhöhe 10 – 30 cm 20 – 40 cm
Blütenfarbe himmelblau blau, weiß, rosafarben
Anzahl der Blütenblätter 4 5
Blütezeit April – Juli April – Juni
Vorkommen Wiesen, Wegränder, lichte Trockenwälder, Waldränder, vor Hecken und Büschen Feldränder, Wege, Wiesen
Heilwirkung schweißtreibend, entzündungshemmend, harntreibend entzündungshemmend, adstringierend, beruhigend
Verwendung Wildgewächs Zierpflanze, Wildgewächs
Besonderheiten Blüten öffnen sich morgens und schließen sich abends wieder Symbol für liebevollen Abschied sowie zärtliche Erinnerung

Mehr über die interessante kleine Pflanze erfahren Sie in folgendem Video:

Kann ich diese Pflanze im Garten kultivieren?

Auch im Garten eine Augenweide...
Auch im Garten eine Augenweide…

Zwar ist der Gamander-Ehrenpreis eigentlich ein Wildgewächs, jedoch kann er durchaus auch im Garten kultiviert werden. Er ist dort sogar ausgesprochen gerne gesehen, da er zu den Frühblühern gehört und bereits im April seine fröhlichen blauen Blüten hervorbringt. So sieht bereits eine noch recht karge Landschaft frühlingshaft aus – sehr zur Freunde von Bienen, Hummeln und anderen Insekten, die gerne den Nektar der kleinen Pflanze trinken.

Im Übrigen muss man häufig gar keine Ehrenpreise anpflanzen: durch Selbstaussaat siedelt er sich von ganz alleine an.

Was ist dabei zu beachten?

Die Pflanzung sollte im Sommer erfolgen. Wer einen Blütenteppich wünscht, der setzt 4 – 5 Pflanzen pro Quadratmeter ein, und zwar in einem Abstand von 30 – 40 cm.

Standort

Damit das Wilde Vergissmeinnicht seine Blüten hervorbringen kann, benötigt es einen sonnigen und hellen Standort. Es wird zwar auch im Halbschatten gedeihen, jedoch werden Liebhaber seiner Blüten enttäuscht sein: sie erscheinen nur sehr spärlich; im Schatten hingegen gar nicht.

Gamander Ehrenpreis mag nährstoffreichen Boden

Der Boden sollte möglichst sandig, nährstoffreich und nicht zu trocken sein, allerdings gibt sich die genügsame Pflanze auch mit anderen Substraten zufrieden.

Richtige Pflege im Garten

Die Pflege ist denkbar einfach, da die kleine Pflanze sehr genügsam und anspruchslos ist. Auch von Krankheiten und Schädlingen wird sie weitestgehend verschont; gelegentlich kann Mehltau auftreten.

  • Gießen: In langen Trockenperioden sowie an hei0ßen Tagen sollte der Gamander-Ehrenpreis gegossen werden. Staunässe ist dabei zwingend zu vermeiden.
  • Düngen: Die Wilden Vergissmeinnicht haben einen recht hohen Nährstoffbedarf und sollten demzufolge regelmäßig gedüngt werden. Kompost ist hierfür hervorragend geeignet, aber auch Hornspäne oder Guano können sehr gut in den Boden eingearbeitet werden.
  • Vermehren: Die Stauden können in den Sommermonaten ausgegraben, geteilt und wieder eingepflanzt werden. Alternativ ist auch eine Aussaat möglich. Diese erfolgt im Frühling auf nährstoffreichem Boden.
  • Schneiden: Die winterharte Staude kann im Herbst zurückgeschnitten werden. Weitere Schnittmaßnahmen sind nicht notwendig.
  • Überwinterung: Der Gamander-Ehrenpreis ist winterhart und benötigt eigentlich keinen besonderen Schutz während der kalten Jahreszeit. In sehr kalten Regionen kann ein wenig Mulch auf die zurückgeschnittenen Pflanzen gegeben werden. Dieser muss jedoch rechtzeitig im Frühjahr entfernt werden, da die Stauden sehr früh austreiben.

Gartenbista-Tipp: Im Umgang mit der Pflanze ist ein wenig Sorgfalt angesagt, da die Blüten bei Berührung leicht abfallen.

Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Ist Ehrenpreis winterhart?

Die Stauden sind winterhart. Manche Arten ziehen sich im Herbst zurück und überwintern dann im Boden, von wo sie im folgenden Frühjahr wieder aus.

Was ist Ehrenpreiskraut?

Veronica officinalis ist ebenfalls ein Wildkraut mit blauen Blüten. Auch das Ehrenpreiskraut wird als Heilpflanze eingesetzt.

Kann man Ehrenpreis essen?

Viele Ehrenpreis Arten sind essbar und werden für Salate, Suppen oder Gemüsegerichte verwendet. Blüten und Blätter können zudem als Dekorationen dienen.

 

Symbolgraphiken: © Reinhold Einsiedler – stock.adobe.com; Christine – stock.adobe.com; Schmutzler-Schaub – stock.adobe.com; haenson – stock.adobe.com


• 5. Juni 2021 • Kategorie: Pflanzen

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