Flieder pflanzen, schneiden, vermehren & Krankheiten

Seit Jahrzehnten – um nicht zu sagen: Jahrhunderten – erfreut ein Zierstrauch mit fast 30 Arten seine Betrachter in fast jedem heimischen Ziergarten: der Flieder. Nicht nur sein Anblick ist besonders angenehm, sondern auch sein Duft, der sich weit verbreitet und anzeigt, dass endlich der Frühling gekommen ist. Fliedersträucher eignen sich zudem aufgrund ihres üppigen Wachstums und ihres dichten Blattwerks hervorragend als Sichtschutz. Ein weiterer Grund für die Beliebtheit des Flieders ist die Tatsache, dass er sehr pflegeleicht ist – mit ein paar Handgriffen gedeiht er quasi von alleine.

Flieder – Steckbrief Gartenbista.de

Flieder Standort: Sonnig bis halbschattig

Der Flieder bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf möglichst nährstoffreichem Boden. Sind derartige Bodenverhältnisse nicht gegeben, sollte in das Pflanzloch humusreiche Erde gegeben werden. Steht der Flieder zu schattig, bildet er weniger Blüten.

Wasserbedarf Flieder

Flieder benötigt regelmäßig Wasser, allerdings nicht zu viel. In der Anwachsphase sollte er täglich gegossen werden, später ist dies jedoch nicht mehr notwendig. An heißen Tagen zeigt der Flieder ohnehin von selbst, dass er durstig ist: er lässt seine Blätter schlapp nach unten hängen und macht dadurch einen sehr leidenden Eindruck…

Flieder düngen

Flieder zu düngen ist nicht notwendig. Eine gelegentliche Düngegabe schadet ihm aber nicht.

großer Fliederbusch im GartenFlieder schneiden

Wird ein Fliederstrauch radikal geschnitten, ist er darüber so entsetzt, dass er ein Jahr erst einmal gar nicht blüht. Dementsprechend ist es so, dass er umso mehr Blüten trägt, je weniger er geschnitten wird.

Ob er seinen Fliederstrauch beschneidet oder nicht, hängt von dem individuellen Wunsch des Gartenbesitzers ab. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass Fliedersträucher eine Höhe von 6 m und mehr errechen können. Die verblühten Blütenstände jedoch sollten generell entfernt werden. Wenn ein Flieder an den Seiten keine Blüten mehr hervorbringt, oder aber immens breit geworden ist, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass ein Schnitt unabdingbar ist – und zwar ein radikaler, der bis ins alte Holz gehen muss. Oft genug haben die frisch geschnittenen Fliedersträucher nur noch eine Höhe von 1,2 m, aber keine Angst: Flieder wächst schnell.

a) Zeitpunkt

Der beste Zeitpunkt, um Flieder zu scheiden, ist der Frühsommer, und zwar direkt nach der Blüte. Der Grund hierfür ist ganz einfach: in der Regel ist es um diese Jahreszeit schön warm, so dass die Schnittstellen gut trocknen können. Wird der Flieder nun im Herbst geschnitten, könnte es passieren, dass zu viel Feuchtigkeit in das Holz eindringt, was zu massiven Frostschäden führen kann.

b) Flieder schneiden: Was ist zu beachten?

Grundsätzlich werden Fliedersträucher beziehungsweise –bäume geschnitten, die schon einige Zeit an ihrem Platz stehen. Es macht wenig Sinn, einen frisch gepflanzten Flieder zu beschneiden, da er sich erst einmal an seine neue Umgebung anpassen muss.

Wichtig beim Flieder Schneiden ist auch das richtige Werkzeug. Dieses sollte keinesfalls stumpf sein, damit das harte Holz des Flieders nicht verletzt wird.

Unterschieden wird zwischen einem normalen Rückschnitt und einem Radikalschnitt. Während ersterer jährlich stattfindet, liegt ein Radikalschnitt nur an, wenn der normale Rückschnitt nicht jährlich stattgefunden hat oder der Flieder aus Platzgründen extrem beschnitten werden muss.

Optimal für einen Flieder ist der jährliche Rückschnitt, und zwar aus zweierlei Gründen: zum einen behält er seine buschige Form, zum anderen fördert der regelmäßige Schnitt die Blühfreudigkeit des Flieders.

c) Flieder schneiden: So geht´s!

  • Abgestorbene Triebe entfernen.
  • Alte Triebe entfernen.
  • Sämtliche Triebe so weit zurückschneiden, dass drei Augen stehenbleiben. Keinesfalls weniger, da ansonsten nicht mit einer Blütenbildung im Folgejahr zu rechnen ist.
  • Wilde oder dünne Triebe entfernen; ebenso Triebe, die aus dem Boden oder aus dem Stamm wachsen.

Radikalschnitt beim Flieder

Der Radikalschnitt erfolgt in der Form, dass sämtliche Äste und Zweige des Flieders auf eine Länge von circa einem Meter zurückgeschnitten werden. Im Laufe der Zeit werden sie wieder neu treiben, jedoch ist nicht mit einer Blüte im Folgejahr zu rechnen.

Flieder Vermehrung durch Stecklinge oder Ausläufer

Flieder lässt sich relativ gut durch Stecklinge beziehungsweise Ausläufer vermehren, wobei die Vermehrung durch Ausläufer zu empfehlen ist. Diese Ausläufer, die bereits gewurzelt haben, werden ausgegraben und können an einer beliebigen Stelle wieder eingepflanzt werden. Dabei ist zu beachten, dass die jungen Pflanzen wiederum viel Wasser benötigen.

Möchte man den Flieder mit Stecklingen vermehren, wird im Frühjahr ein ca. 40 – 60 cm langer Steckling vom Fliederstrauch abgeschnitten und in die Erde gesteckt. Allerdings dauert es sehr lange, bis der Steckling Wurzeln bildet.

Flieder Krankheiten, Flieder Schädlinge

Der Flieder ist ein wenig anfällig für Pilzbefall: der Fliederbrand, welcher sich durch braune Flecken an den Blättern zeigt, Grauschimmel (die Triebe sterben ab) sowie das echte Mehltau können in Einzelfällen zu einem Problem für den Fliederstrauch werden. Ist ein derartiger Befall vorhanden, sind alle betroffenen Pflanzenteile zu entfernen und zu entsorgen (nicht auf dem Kompost!). Gegebenenfalls ist der Einsatz eines speziellen Pflanzenschutzmittels notwendig.

Darüber hinaus können Fliedersträucher von Blattwespen sowie Dickmaulrüsslern heimgesucht werden, welche die Fliederblätter auffressen.

Übrigens: Flieder ist sowohl für Menschen als auch für Tiere leicht gifitg. 

Graphik: © Daorson – Fotolia.com; © Krawczyk-Foto – Fotolia.com


2 Kommentare

    1. Es gibt immer sogenannte „Fliederjahre“, in denen der Flieder besonders üppig blüht – wie beispielsweise in diesem Jahr. In anderen Jahren hingegen wächst er eher spärlich, so dass der Eindruck entsteht, es gäbe nicht mehr so viele derartige Sträucher. Grundsätlich ist es aber tatsächlich so, dass früher ein Flieder in jeden Gare gehörte, während heutzutage aufgrund der mannigfaltigen Gartengestaltung viele der „alten“ Pflanzen immer mehr von der Bildfläche verschwinden. Leider…

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