Fingerhut Blätter – Gefahr für Menschen und Tiere

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Fingerhut Blattrosette
Fingerhut Blattrosette

Fingerhut Blätter sind eigentlich so charakteristisch, dass eine Verwechslung nur schwer möglich ist. Dennoch ist sie vor allen im ersten Lebensjahr der Pflanze nicht ausgeschlossen, was zu schweren Vergiftungen führen kann. Um diese zu vermeiden, möchten wir ihnen diese interessanten Pflanzenteile gerne vorstellen.

Allgemeine Informationen über Fingerhut

Der Fingerhut, Digitalis, gehört zu den schönsten (Wild-)Pflanzen, die in Hausgärten sowie in freier Natur zu finden sind. Mit seinen Wuchshöhen von bis zu 2 m, seiner imposanten, in Trauben angeordneten Blütenständen sowie den wunderschönen Blüten ist er eine echte Augenweide. Bei ihm gilt allerdings: nur anschauen, nicht anfassen, denn er ist sehr giftig, und zwar in allen Pflanzenteilen.

Bildet der Fingerhut erst einmal seine Blütenstiele, so ist eine Verwechslung ausgeschlossen. Dies geschieht jedoch erst im zweiten Lebensjahr; im ersten bildet die Giftpflanze des Jahres 2007 zunächst Blattrosetten.

Giftig für Menschen & Tiere

Fingerhut Blätter sind giftig!
Fingerhut Blätter sind giftig!

Fingerhut enthält den Giftstoff Digitalis, der sehr schwere Vergiftungssymptome hervorrufen kann.

  • Delirium
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Halluzinationen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Übelkeit

Im schlimmsten Fall kann der Verzehr von Fingerhut zum Tod durch Herzstillstand führen.

Da die wunderschöne Pflanze nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere giftig ist, sollten Tierhalter sehr gut aufpassen, dass ihre Katze oder ihr Hund nicht versehentlich an den Pflanzenteilen knabbern…

Maßnahmen bei Vergiftung

Wenn ein Mensch oder ein Tier Teile des Fingerhuts verzehrt hat, so hilft nur eines: schnellstmöglich in die Obhut eines Arztes oder Veterinärs begeben. Eigenständige Maßnahmen wie Erbrechen herbeizuführen oder literweise Wasser oder Milch zu trinken, werden nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Merkmale der Blätter

Gezahnter Blattrand
Gezahnter Blattrand

Ein Fingerhut Blatt kann bis zu 20 cm lang werden; dies geschieht jedoch erst im zweiten Standjahr. Die Form ist oval bis lanzettlich; auffällig ist die derbe Beschaffenheit der Blätter. Der Rand ist gezahnt beziehungsweise gekerbt.

Ein Blick auf die Blattunterseite lohnt sich: im Gegensatz zur grünen Oberseite ist diese gräulich-filzig behaart; die Blattadern treten hell hervor und sind dadurch gut sichtbar.

Gartenbista-Tipp: Im Umgang mit der Pflanze – und sei es nur eine Blattkontrolle – Handschuhe tragen!

Entwicklung

Der Fingergut wächst zweijährig, kann jedoch gelegentlich auch älter werden. Der beginn seiner Entwicklung ist jedoch immer gleich: er bildet eine Blattrosette, die sich nicht weit weg vom Boden befindet. Sie verbleibt den Winter über grün. Im Folgejahr entsprießt aus ihrer Mitte der lange Blütenstiel, der ebenfalls Blätter hervorbringt. Diese sind jedoch nicht gestielt, sondern sitzend und weisen noch eine weitere Besonderheit auf: eine spiralenförmige Anordnung.

Betrachtet man den Stängel genau, so wird man feststellen, dass die Blätter in einer bestimmten Anordnung vertreten sind: das sechste Blatt befindet sich exakt über dem ersten, das siebente über dem zweiten und so weiter.

Fingerhut Blätter: Verwechslung möglich?

Borretsch Blätter
Borretsch Blätter

Sowohl die Beinwell Blätter als auch jene des Borretsches haben eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Fingerhut. Eine Verwechslung der beliebten Heil- und Küchenpflanzen mit dem giftigen Gewächs kann tödlich enden, also bitte Vorsicht!

  Beinwell Borretsch
Botanischer Name Symphytum officinale Borago officinalis
Pflanzenhöhe 50 – 80 cm bis 70 cm
Blattform spitz zulaufend lanzettförmig bis oval
Größe der Blätter Bis 25 cm 10 – 15 cm
Merkmale der Blätter beidseitig rauhaarig, ungezahnt, Grundblätter gestielt behaart, dunkelgrün, derbe
Blüten violett, eingerollt, nach unten hängend klein, sternförmig, zunächst rosafarben, später blau

Heilwirkung der Giftpflanze

In früheren Zeiten wurden die Fingerhut Blätter tatsächlich in der Naturheilkunde eingesetzt, da ihnen herzstärkende und tonisierende Eigenschaften nachgesagt wurden. Auch die Tatsache, dass die Einnahme den Herzschlag verlangsamen kann, wurde sich zunutze gemacht. So wurden die Pflanzenteile bei diversen Beschwerden sowohl innerlich als auch äußerlich angewandt. Irgendwann jedoch wurde festgestellt, wie giftig die Pflanzenteile tatsächlich sind, und der Fingerhut spielte fortan keine Rolle mehr.

Vorsicht: keinesfalls eigenständig anwenden!

Nun liest man allerdings selbst in der heutigen Zeit gelegentlich noch Tipps, dass beispielsweise die Blätter auf Wunden aufgelegt werden können, um eine bessere Heilung zu erzielen. Von derartigen Experimenten ist dringend abzuraten! Nie, wirklich niemals sollte man sich irgendwelche Teile des Fingerhuts irgendwo auflegen oder diese gar verzehren. In den Händen eines Heilpraktikers oder Arztes kann eine Anwendung erfolgen, jedoch niemals eigenständig.

Video-Tipp der Redaktion: Fingerhut Blätter Steckbrief

In folgendem Video zeigen wir Ihnen die Blätter des Digitalis und erläutern Ihnen die wesentlichen Merkmale:

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Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Welche Krankheiten können die Fingerhut Blätter bekommen?

Gelegentlich wird der Fingerhut von Mehltau und anderen Pilzkrankheiten befallen, welche sich zunächst an weißem Belag, braunen Flecken oder eingerollten Blättern zeigen. In derartigen Fällen sollte die komplette Pflanze entsorgt werden.

Welche Giftstoffe sind im Fingerhut?

Der Giftstoff mit der höchsten Konzentration ist das Digitalis; zudem sind jedoch auch Gitaloxin sowie Gitoxin vorhanden. In den Samen, welche von der Pflanze so großzügig gebildet und verteilt werden, befindet sich auch noch Digitonin, ein Saponin.

Wie lange dauert eine Fingerhut Vergiftung?

Im Gegensatz zu manch anderen Vergiftungen kann eine durch den Verzehr von Fingerhut Blättern oder anderen Pflanzenteilen hervorgerufene über mehrere Tage hinweg anhalten.

 

Symbolgraphiken: © Elietta Becker (1-3); ExQuisine – stock.adobe.com

 

 


• 19. September 2021 • Kategorie: Pflanzen

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