Ist der Faulbaum giftig für Hunde, Katzen oder Menschen?

Faulbaum, Rhamnus frangula
Faulbaum, Rhamnus frangula

Er sieht sehr ansprechend aus, ist jedoch im wahrsten Sinne des Wortes mit Vorsicht zu genießen: der Faulbaum ist giftig, und zwar in allen Pflanzenteilen. Wir sagen Ihnen, wie Sie den Rhamnus frangula erkennen und was im Umgang mit ihm zu beachten ist.

Faulbaum – Steckbrief von Gartenbista

  • Verbreitung: Europa, Nordafrika
  • Standort: lichte Wälder, Wasserläufe, Moore
  • Höhe: 2-4 m
  • Vermehrung: Samen (Kerne)
  • Holz: faserreich, zur Herstellung von Holzkohle geeignet
  • Rinde: verströmt Fäulnisgeruch, keine Borke
  • Blüte: von Mai bis September grünlich-weiße Blüten
  • Früchte: kleine Beeren, die zunächst grün sind, dann rot, später schwarz

Faulbaum – Giftstoffe und Symptome

In sämtlichen Pflanzenteilen des Faulbaums befinden sich

  • Glykoside und
  • Saponine

Diese sind giftig. Besonders gefährlich für Organismen sind die Glykoside: werden Pflanzenteile beschädigt, setzt sich Blausäure in ihnen frei, welche sich schädlich auf den Stoffwechsel auswirken. Werden Teile des Faulbaums verzehrt, kommt es unweigerlich zu Vergiftungssymptomen:

  • Blutige Durchfälle
  • Erbrechen
  • Leibkrämpfe
  • Übelkeit

Auch ist Vorsicht geboten bei Selbstmedikation: frische Rinde des Rhamnus frangula gilt als ein natürliches Abführmittel. Dennoch sollte sie nicht fahrlässig eingenommen werden. Ein übermäßiger Verzehr führt ebenfalls zu den oben angegebenen Symptomen einer Vergiftung.

Faulbaum giftig für Menschen?

Für Menschen sind sowohl die Rinde als auch die Blätter und Beeren vom Faulbaum giftig. Von einem Verzehr der Pflanzenteile ist demzufolge dringend abzuraten. Ein Tee aus der Rinde hergestellt wird in der Naturheilkunde als Abführmittel angesehen. Aufgrund der hohen Giftigkeit sollte er jedoch nur in geringen Mengen eingenommen werden. Schwangere, Kinder, ältere und geschwächte Personen sollten von einer derartigen Medikation Abstand nehmen.

Kinder/Baby

Für Kinder sind bereits geringe Mengen der Inhaltsstoffe giftig. Besondere Gefahr geht von den Beeren aus, die verlockend saftig zu sein scheinen und manch ein Kind zum Naschen verführen. Da bereits geringe Mengen der Saponine und Glykoside schwere Vergiftungssymptome bei Kindern hervorrufen können, ist besondere Vorsicht geboten.

Dürfen Tiere Faulbaum essen?

Nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere ist der Faulbaum giftig. Tierhalter sind deshalb gut beraten, das dekorative Gehölz nicht in ihrem Garten zu kultivieren.

Hunde?

Für Hunde sind sämtliche Pflanzenteile giftig und sollten demzufolge keinesfalls verzehrt werden.

Katzen?

Auch Katzen reagieren sehr empfindlich auf die Inhaltsstoffe des Rhamnus frangula. Sie sind sogar noch größerer Gefahr ausgesetzt als Hunde: kratzen sie an der Rinde des Faulbaums, wird dadurch Blausäure freigesetzt. Gelangt diese in den Körper einer Katze, führt dies zu schweren Schädigungen des Stoffwechsels.

Nager?

Für Nager ist der Faulbaum ebenfalls giftig. Dies gilt nicht nur für Hauskaninchen, Hamster und Meerschweinchen, sondern auch für Feldhasen. Diese haben aber meist einen natürlichen Respekt vor Faulbäumen und fressen keine Pflanzenteile von ihm. Dasselbe gilt für Wild.

Faulbaum giftig für Pferde?

Pferde vertragen die Inhaltsstoffe des Rhamnus frangula nicht und sollten deswegen auf keinen Fall Teile von ihm fressen.

Hilfe bei Vergiftung

Besteht auch nur der geringste Verdacht, dass ein Haustier Teile eines Faulbaums gegessen hat, ist umgehend ein Tierarzt aufzusuchen. Es ist ratsam, Pflanzenteile mitzunehmen, um dem Veterinär die Diagnose zu erleichtern.

 

Symbolgraphiken: © Ruckszio – Fotolia.com


, Kategorie: Pflanzen

1 Kommentar

  1. Schade, dass der Faulbaum so giftig ist. Ich hätte gerne solch ein Gewächs auf meinem Grundstück, weil es wirklich sehr dekorativ ist. Gibt es vielleicht Sorten, die nicht giftig sind?

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