Traditioneller Erntemonat August

Erntemonat August.
Erntemonat August.

Erntemonat August: In vielen Gegenden werden Erntebräuche wieder neu belebt bzw. in alter Tradition gehegt und gepflegt. Erntezeit heißt nicht gleich Erntezeit. Auch das wird schon immer zeitlich unterschiedlich gehändelt, ganz nach altem Brauch und guter Sitte. Entweder dauert sie von Johanna bis Bartholomä, also vom 24. Juni bis zum 24. August, oder aber von Jakob bis Ägide, also vom 25. Juli bis zum 1. September.

Erntemonat August: Mariä Himmelfahrt

Am 15. August ist Mariä Himmelfahrt, das älteste aller Marienfeste. Das Datum steht fest und fällt in jedem Fall in die Erntezeit. Nach der Legende fand man bei der Öffnung von Marias Grab statt des Leichnams nur Blumen und Wildkräuter.

Die ganze Umgebung duftete nach Lilien und Rosen. Deshalb finden noch heute an diesem Tag Kräutersegnungen statt, bei denen Sträuße mit bis zu 99 vorgeschriebenen Kräutern geweiht werden. Doch das ist nicht der einzige Brauch, der dem traditionellen Erntemonat August bis heute erhalten geblieben ist.

Kräuterernte

Jedes Jahr an Mariä Himmelfahrt beginnen die so genannten „Frauendreißiger“. Es ist der Zeitraum bis zum 15. September, der vor allem der Kräuterernte gewidmet ist. Durch das besonders intensive Sonnenlicht, sollen die dann erntereifen Kräuter besonders heilsam sein.

Sie werden nach der Ernte zu Sträußen gebunden und mit den bluten nach unten zum Trocknen aufgehängt. Ursprünglich durften nur wild wachsende Heilpflanzen verwendet werden. Heute mischen sich nicht selten, vor allem zu dekorativen Zwecken, auch Blumen aus dem Garten darunter.

Kräuter Rituale

Tradition und Bräuche.
Tradition und Bräuche.

Noch heute klammern sich an diese besonderen Kräuter Rituale, die Heilsames und Gutes versprechen sollen. In vielen ländliche Gegenden, die von diesen Bräuchen geprägt sind, kommt traditionell ein Strauß Kräuter auf den Dachboden. Er soll das Haus vor Feuer bewahren.

Weitere Sträuße werden in Leinensäckchen eingenäht und ins Ehebett gelegt. Der Tradition folgend, bewahrt dies die ehe vor Unheil und sichert reichlich Nachwuchs. Auch Reisende tragen heute noch als Talisman solche Kräutersäckchen mit sich, die sie beschützen sollen.

Auch auf dem Feld werden noch heute Riten und Bräuche gepflegt. So sind die zuerst geschnittenen Halme des Korns für die Erntekränze bestimmt. Die letzten Halme der Ernte hingegen bleiben stehen, um das kommende Erntejahr zu sichern. Oft werden diese auch zu Garben gebunden und reichlich mit Feldblumen verziert. Teilweise werden aber aus den letzten Halmen des Feldes auch Strohpuppen gebunden und als sogenannte Opfergabe verbrannt.

Tiere im Erntemonat August

Auch Tiere spielen im Zusammenhang mit dem Erntemonat August eine wichtige Rolle. In der Lausitz beispielsweise kommt dem Hahn eine besondere Stellung zu, auch wenn er beim traditionellen Rupfen oder Schlagen schon sein Leben lassen musste. Ähnliches geschieht dem Tier im Bergischen Land und in der Eifel beim Hahnenköppen. Gelegentlich ruft das Tierschützer auf den Plan. Doch gegen uralte Bräuche können sie meist nicht viel ausrichten.

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Textquelle: Ralph Kaste

Symbolgrafiken: © Dusan Kostic, Susann Bausbach – Fotolia.com


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