Erika-Pflanze, Heidekräuter (Erica) pflanzen und schneiden

Erika, Erica
Erika, Erica

Es gibt kaum einen heimischen Garten, in dem nicht die eine oder andere Erika, Heidekraut, zu finden ist. Wen wundert´s? Die immergrünen Zierpflanzen sind nicht nur ausgesprochen dekorativ, sondern zudem auch noch sehr pflegeleicht und anspruchslos. Einmal gepflanzt, benötigen sie nur noch wenig Pflege und Aufmerksamkeit seitens ihres Besitzers. Wird ihnen diese zuteil, erfreuen sie ihn und alle anderen Betrachter viele Jahre lang mit ihrem Anblick. Was ist bei der Erika-Pflanzen Pflege zu beachten?

Erika, Heidekraut, Erica – Steckbrief von Gartenbista

Erika, Heidekraut – Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: sonnig; halbschattig
  • Boden: humos; sauer; nährstoffreich; durchlässig; locker
  • Pflanzen: Frühjahr oder Herbst
  • Kübelhaltung: sehr gut möglich
  • Vermehrung: Teilung; Absenker; Stecklinge
  • Gießen: regelmäßig, auch im Winter
  • Düngen: im Freiland im Frühjahr und Herbst mit Kompost oder Hornspänen; in Kübelhaltung von März bis August einmal monatlich mit Flüssigdünger
  • Mulchen: mit Laub oder Tannennadeln
  • Schneiden: jährlich
  • Überwintern: leichter Frostschutz im Beet; in Kübelhaltung Schutz zwingend erforderlich
  • Krankheiten: Hallimasch-Pilz
  • Schädlinge: keine bekannt
Heide, Erika
Heide, Erika

Wissenswertes über die Erika-Pflanze

Die Erika, Erica gehört zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae), innerhalb derer sie eine große Gattung bilden. Dieser gehören knapp 900 Arten und etwa 4.000 verschiedene Sorten an, von denen die meisten winterhart oder zumindest winterfest sind. Grob unterteilt werden sie in

  • Sommerheide und
  • Winterheide.

Während erstere in der warmen Jahreszeit blüht, hat die Winterheide ihre Hauptblütezeit in den kälteren Monaten.

Die immergrünen Erikapflanzen werden in der Regel als Sträucher kultiviert, sie können jedoch auch als kleine Bäume wachsen. Höher als 80 cm werden sie allerdings für gewöhnlich nicht.

Je nach Sorte bilden sie in jeder Jahreszeit glockenartige oder Knospen-Blüten, die nicht nur in den für Heidekraut typischen Violetttönen auftreten können, sondern auch weiß, gelb, purpurfarben oder hellgrün sind. Sind diese verblüht, bilden sich aus ihnen kleine Schalenfrüchte, die Samen enthalten.

Erika Standort: sonnig bis halbschattig

Heidekräuter wirken besonders schön in eigens angelegten Heidelandschaften beziehungsweise einem Heidegarten, können aber auch problemlos in jedem anderen Zierbeet kultiviert werden. Wichtig ist, dass dieses sonnig bis halbschattig gelegen ist und dass sich dort während der heißen Sommertage keine Hitze staut. Optimal ist es, wenn der Standort in der Nähe eines Gartenteiches gelegen ist, da von diesem in der Regel eine angenehme Luftfeuchtigkeit ausgeht. Schattige Plätze sind hingegen überhaupt nicht zur Erikakultivierung geeignet: nicht nur, dass die Pflanzen dort per se nur sehr kümmerlich wachsen; sie bilden auch kaum Blüten aus.

Erika-Pflanzen brauchen humosen Boden

Damit sie sich optimal entwickeln können, brauchen Heidepflanzen einen humosen und sauren Boden; der pH-Wert sollte zwischen 4,5 und 5,5 liegen. Außerdem sollte die Erde

  • nährstoffreich,
  • durchlässig und
  • locker

sein. Sehr gerne darf das Substrat auch sandig oder feucht sein.

Ist die Bodenbeschaffenheit am gewählten Standort nicht so, wie Erikapflanzen es wünschen, muss die Erde entsprechend aufbereitet werden. Dies kann beispielsweise dadurch geschehen, dass schwere Böden mit Sand, Torf vermischt und gründlich umgegraben werden. Ist der Boden hingegen zu kalkhaltig, kann ihm etwas Knochenmehl beigemischt werden.

Gartenbista-Tipp: Alle paar Jahre erneut Torf unter die Erde mischen, um den optimalen pH-Wert zu erhalten!

Erika in Kübelhaltung
Erika in Kübelhaltung

Erika richtig pflanzen

Grundsätzlich können Heidekräuter ganzjährig gepflanzt werden. Optimal ist jedoch eine Pflanzung im Herbst oder Frühjahr:

  • Beet vorbereiten (Erde aufbereiten, Boden lockern)
  • Pflanzloch graben, welches etwas größer als der Wurzelballen ist
  • Erika so tief einsetzen, dass der Wurzelballen komplett mit Erde bedeckt ist
  • Pflanzloch auffüllen
  • Erde fest andrücken
  • Gründlich gießen

Auch in der Folgezeit muss die Heide regelmäßig gegossen werden.

Werden mehrere Heidekräuter gepflanzt, so muss ein Abstand von 20 – 30 cm zwischen den einzelnen Pflanzen gelassen werden. Stehen sie zu dicht, besteht die Gefahr, dass die Individuen zu wenig Licht bekommen und sich demzufolge nicht gut entwickeln können.

Gartenbista-Tipp: Nach dem Einpflanzen eine etwa 2 cm dicke Schicht Rindenmulch um das Heidekraut verteilen!

Erika in Kübelhaltung

Sehr gut kann Heidekraut auch in Pflanzgefäßen kultiviert werden. Ob in einer Schale, einem Balkonkasten, Kübel oder sonstigen Gefäß: die Erika macht auch dort eine sehr gute Figur.

  • Speziell die Winterheide kann so Plätze und Ecken verschönern, die ansonsten einen tristen winterlichen Anblick bieten würden.
  • Bei der Kübelhaltung ist darauf zu achten, dass das Pflanzgefäß unten Löcher hat, damit sich keine Staunässe bildet.
  • Unten in das Gefäß eine Drainage aus Blähton oder Kies legen.
  • Das Substrat sollte mit Torf oder Sand angereichert werden, um Durchlässigkeit zu gewährleisten.
  • Alternativ kann Rhododendronerde verwendet werden.

Das wichtigste Kriterium bei der Erikakultivierung in einem Pflanzgefäß ist jedoch das regelmäßige Umtopfen. Heidekräuter sind zwar nicht dafür bekannt, maßlos schnell Wurzeln zu bilden, jedoch ist es in der Regel nach zwei bis drei Jahren der Fall, dass das bestehende Pflanzgefäß komplett durchwurzelt ist. Spätestens dann muss zwingen umgetopft werden:

  • Pflanzgefäß wählen, welches nur 2-3 cm größer ist als das bisherige
  • Drainage legen
  • Eine Schicht Erde einfüllen
  • Heidekraut aus dem bisherigen Pflanzgefäß herausnehmen
  • Alte Erde von den Wurzeln abschütteln
  • Erika auf das frische Substrat stellen
  • Pflanzgefäß mit Substrat auffüllen
  • Angießen

Gartenbista-Tipp: Wird Pflanzerde aus dem Fachhandel verwendet, muss die frisch eingepflanzte beziehungsweise umgetopfte Erika sechs Wochen lang nicht gedüngt werden!

Erika Vermehrung durch Teilung

Ein vorhandenes Heidekraut kann sehr gut durch Teilung vermehrt werden; dies geschieht im zeitigen Frühjahr:

  • Erikapflanze ausgraben
  • Mit einem Spaten oder scharfen Messer den Wurzelballen teilen
  • Teilstücke an den gewünschten Standorten einpflanzen
  • Angießen
Heidegarten
Heidegarten

Erika Vermehrung durch Absenker

Alternativ kann das Heidekraut auch durch Absenker vermehrt werde; der beste Zeitpunkt hierfür ist ebenfalls das Frühjahr:

  • Einen Trieb auswählen, der biegsam ist und am Rande einer bestehenden Pflanze wächst
  • Unter diesem Absenker eine Furche in den Boden ziehen
  • Absenker in die Furche legen und in der Mitte mit Erde bedecken
  • Mit einem Stein beschweren
  • Spitze des Absenkers an einen Holzstab binden, damit er aufrecht wächst

Im Herbst kann der Trieb von der Mutterpflanze abgeschnitten, ausgegraben und am gewünschten Standort wieder in die Erde setzen.

Erika Vermehrung durch Stecklinge

Eine weitere Möglichkeit, Heidekräuter zu vermehren, ist die Verwendung von Stecklingen:

  • Im Sommer etwa 4 cm lange Stecklinge abschneiden, die bereits halb verholzt sind
  • Untere Hälfte der Stecklinge von Laub befreien
  • Anzuchttöpfe mit einem Sand-Torf-Gemisch füllen
  • Stecklinge einzeln in die Töpfchen setzen
  • Töpfe mit einer durchsichtigen Plastikhaube überziehen
  • Halbschattigen Standort wählen
  • Substrat regelmäßig gießen

Nu dauert es etwa vier bis sechs Wochen, bis die kleinen Stecklinge Wurzeln gebildet haben. Zu erkennen ist dies an frischem, grünen Austrieb. Zeigt sich dieser, kann die Abdeckung entfernt werden.

Die jungen Erikapflanzen können im Herbst an den gewünschten Standort im Beet ausgepflanzt werden.

Erika Pflege Tipps

  • Gießen: Heidekräuter vertragen grundsätzlich keine Trockenheit. Sie zeigen ihren Unmut über zu trockene Bodenverhältnisse im Abwurf von Blättern und Blüten. Demzufolge muss die Erika regelmäßig gegossen werden – auch im Winter an frostfreien Tagen. Optimal ist kalkfreies Wasser wie beispielsweise Regenwasser. Eine erneute Wassergabe sollte sogleich erfolgen, wenn die Oberfläche der Erde angetrocknet ist. Wenn möglich, das Wasser direkt in den Wurzelbereich und nicht auf die Blüten und Blätter geben.
  • Düngen: Jeweils eine Gabe Kompost oder Hornspäne im Frühjahr sowie nach dem Schnitt deckt in der Regel den Nährstoffbedarf des Heidekrautes im Freiland. Im Kübel kultvierte Pflanzen bekommen von März bis August einmal monatlich Flüssigdünger zusammen mit dem Gießwasser verabreicht.
  • Mulchen: Da eine Mulchschicht sehr gut zur Feuchtigkeitsspeicherung geeignet ist, sollte eine solche um die Erikapflanzen herum aufgetragen werden. Diese Schicht sollte vorzugsweise aus Laub oder Tannennadeln bestehen, da gewöhnlicher Rindenmulch dem Boden zu viele Nährstoffe entzieht.
Erika, Erica
Erika, Erica

Erika schneiden?

Manch ein Gartenbesitzer möchte seine Heidekräuter nicht schneiden, weil er der Auffassung ist, dass sie ungeschnitten eine viel schönere und natürlichere Wuchsform bekommen. Dies mag vielleicht in den ersten Jahren der Fall sein; ältere Pflanzen hingegen verkahlen von innen heraus und bilden keine Blüten mehr. Ein Schnitt ist demzufolge unabdingbar.

Folgende Kriterien sind beim Heidekräuter Schneiden zu beachten:

  • Nicht alle Erikapflanzen eines Beetes auf dieselbe Höhe einkürzen, um das natürliche Flair zu bewahren
  • Winterblühende Sorten werden direkt nach der Blüte zurückgeschnitten
  • Sommerblühende Sorten bekommen ihren Schnitt im zeitigen Frühjahr
  • Der Rückschnitt kann rigoros erfolgen

Erika überwintern

Im Freiland ausgepflanzte Heidekräuter freuen sich grundsätzlich über einen Winterschutz – auch, wenn sie als winterharte Exemplare gekauft worden sind. Doch diese Winterhärte muss nicht zwangsläufig ausgetestet werden, und so empfiehlt es sich, sie vor Frosteintritt mit Laub oder Tannenzweigen abzudecken. Dieser Schutz bleibt so lange bestehen, bis der Boden im folgenden Frühjahr nicht mehr gefroren ist.

Erika in Kübelhaltung muss noch besser geschützt werden:

  • Pflanzgefäße in ein Frostschutzvlies oder in Luftpolsterfolie wickeln
  • Gefäße auf einen Holz- oder Styropurblock stellen
  • Erde mit Laub, Tannennadeln oder Stroh abdecken
  • Sobald die Erde angetrocknet ist, ist eine Wassergabe vonnöten

Erika Krankheiten und Schädlinge

Gegenüber Krankheiten und Schädlingen sind Heidekräuter sehr resistent; lediglich der Hallimasch-Pilz kann eine Gefahr für die dekorativen Gewächse darstellen. Der Pilz zeigt sich zunächst an der Rinde der Erika, die daraufhin in der Regel abstirbt. Betroffene Pflanzen sollten schnellstmöglich entfernt werden, da der Pilz sehr schnell auf andere Gewächse übergeht. Doch nicht nur das: auch die Erde, in der eine befallene Erika gestanden hat, sollte großzügig abgetragen und entsorgt werden (nicht auf dem Kompost!), da dort Sporen des Pilzes verblieben sein könnten.

 

Graphiken: © Thomas Söllner – Fotolia.com; Rokfeler – Fotolia.com; Maksim Shebeko – Fotolia.com; katatonia – Fotolia.com; womue – Fotolia.com


, Kategorie: Pflanzen

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