Eibe – Standort, Schneiden, Vermehren & Krankheiten

Es gibt Pflanzen, die recken sich selbstbewusst in die Höhe und verdrängen nahezu alle anderen, die sich in ihrer Nähe befinden. Dann gibt es wiederum welche, die bescheiden im Unter- beziehungsweise Hintergrund wachsen und ihre ganze Vegetation darauf ausgerichtet haben, zu überleben, ohne jemanden zu stören. Zu dieser Kategorie gehört die Eibe, auch bekannt als „Taxus“.

Eiben – Pflanzensteckbrief von Gartenbista:

Wissenswertes über Eiben

Bereits im Jahre 1994 wurde die Eibe zum „Baum des Jahres“ gekürt; heute steht sie auf der Liste der gefährdeten Arten. Es könnte passieren, dass eines Tages keine Eiben mehr vorhanden sind, denn – auch wenn der momentane Bestand noch nicht besorgniserregend knapp ist – die Vermehrung der Eiben dauert sehr lange. Viel länger jedenfalls, als es dauert, den Eibenbestand abzuholzen, wie es in den vergangenen Jahrhunderten nur allzu gerne getan wurde. Kein Wunder: ihr Holz gilt als besonders zäh und widerstandsfähig gegenüber Fäulnis.

Doch nicht nur das: in freier Natur dienen Eiben Hochwild wie Rehen als wahrer Leckerbissen. Im Gegensatz zu Menschen und Haustieren wirkt das in allen Teilen der Eibe (außer im roten Fruchtfleisch) enthaltene Gift bei Wiederkäuern nicht tödlich.

Die Eibe: Giftpflanze des Jahres 2011

Eiben sind – wie bereits erwähnt – hochgiftig. Diese Tatsache führte dazu, dass dieser immergrüne Strauch zur „Giftpflanze des Jahres 2011“ gekürt wurde; eine Ehre, die sie sich redlich verdient hatte. Mit Ausnahme des roten Fruchtfleisches sind sämtliche Teile der Eibe giftig; selbst die Samen. Auch, wenn von dem Fruchtfleisch keine Lebensgefahr ausgeht und es durchaus Rezepte zu dessen Verarbeitung gibt, ist davon dringend abzuraten – wenn man kein Profi ist. Es gibt genügend andere Beeren, die unbedenklich gegessen werden können; also bitte: Finger weg von Eibenbeeren!

Ein Verzehr von Eibenteilen führt innerhalb kürzester Zeit in der Regel zum Tod; sowohl beim Menschen als auch bei Haustieren. Sollten Sie versehentlich (wie isst man „versehentlich“ eine Eibe?!?) ein Stück Taxus gegessen haben, suchen Sie unverzüglich einen Arzt auf! Übelkeit, Schwindel sind noch das geringste Übel – meistens kommt es zur Bewusstlosigkeit und/oder Atemlähmung.

Eibe – Standort: volle Sonne als auch Schatten

Eiben gedeihen an jedem Standort, sowohl in der vollen Sonne als auch im Schatten. Selbst als Unterpflanzung für hochwachsende Bäume sind diese bescheidenen Pflanzen bestens geeignet. Stören tun sie niemanden in ihrer Umgebung, denn ihre Wurzeln wachsen sehr flach.

Eiben können ganzjährig gepflanzt werden; der beste Zeitpunkt ist allerdings der Herbst.

Eiben schneiden

Der optimale Zeitpunkt zum Schneiden von Eiben ist der Sommer, wobei sie eigentlich ganzjährig geschnitten werden können. Beachtet werden sollte aber die Blütezeit der Eiben im März/April; werden die Blüten abgeschnitten, können sich keine Beeren und somit keine Samen bilden. Werden Eiben zweimal im Jahr geschnitten, wirkt sich dieses positiv auf die Dichte ihres Wuchses aus.

Eiben können entweder einen Formschnitt bekommen (Kugel, Pyramide, Figur, etc.) oder einen Ausdünnungsschnitt, bei dem selbst ganze Äste entfernt werden können. Bitte bedenken, dass Eiben sehr langsam wachsen.

Achtung: beim Schneiden von Eiben bitte Handschuhe tragen, da es eventuell zu Hautreizungen kommen kann!

Eibe vermehren

Eiben kümmern sich meistens selbst darum, dass sie Nachkommen bilden. Rund um Eibensträucher sind häufig kleine Jungpflanzen zu finden, die eigentlich nur ausgegraben und an die gewünschte Stelle gepflanzt werden müssen.

Wer allerdings selbst Hand anlegen und junge Eiben züchten möchte, braucht viel Geduld – bei beiden möglichen Methoden: In den roten Beeren, die sich im Herbst bilden, befinden sich Samenkörner, die herausgepult (bitte mit Handschuhen!) und in ein mit einem feuchten Sand-Erde-Gemisch gefülltes Gefäß gesteckt werden. Dieses Gefäß an einer geschützten Stelle platzieren – für sage und schreibe circa 12 bis 18 Monate, denn erst nach diesem Zeitraum sind die Samen keimfähig und bilden Wurzeln. Zeigen sich diese, sollten die jungen Pflänzchen sofort in ein richtiges Pflanzgefäß eingetopft werden.

Eine weitere Möglichkeit, Eiben zu vermehren, ist die Vermehrung durch Stecklinge. Hierzu werden circa 10 – 15 cm lange Triebe abgeschnitten und etwa 5 cm tief in die Erde gesteckt – entweder direkt ins Freiland oder in ein entsprechendes Pflanzgefäß. Bitte immer ausreichend feucht halten. Nach ungefähr sechs Monaten sollten die kleinen Eiben genügend Wurzeln gebildet haben, um an ihren endgültigen Standort gepflanzt werden zu können.

Schädlinge an Eiben, Eiben Krankheiten

Vor allem ein Käfer ist gefährlich für Eiben: der Dickmaulrüssler. Nicht nur, dass dieser die Stämme anfrisst; er legt auch seine Eier direkt an die Wurzeln ab, so dass seine Larven voller Begeisterung sowohl die Wurzeln als auch die Wurzelhälse fressen.

Auch Schildläuse und Milben können sich auf Eiben ansiedeln; allerdings sind diese selten in solchen Mengen anzutreffen, dass sie die Existenz der Eibe bedrohen.

Von Krankheiten bleiben Eiben weitestgehend verschont; lediglich die Wurzelfäule – hervorgerufen durch Staunässe – kann ein Problem darstellen.

Graphik: © Reena-Fotolia.com


2 Kommentare

  1. Wenn ich ein kleines Eibenpflänzchen habe und mir daraus einen Baum züchten möchte, kann ich das nur mit schneiden beeinflussen oder gibt es da verschiedene Arten aus denen dann ein Baum oder Busch wird?!?
    Wir finden Eiben schön und würden gerne zur Verbreitung in der freien Natur beitragen. Deshalb wollen wir selbst züchten und vermehren und sie dann in Wäldern einpflanzen wenn sie „reif“ für die freie Natur sind.
    Danke schon mal für die Antwort und liebe Grüße von Jana & Andi

    1. Hallo Ihr beiden!
      Prinzipiell kann man jede Eibe in die gewünschte Form schneiden. Allerdings gibt es so viele Eiben-Arten, dass Ihr Euch gleich eine Solche aussuchen könnt, die Euren Wünschen am ehesten entspricht (beispielsweise eine „hohe Sorte). Hier findet Ihr einen sehr guten Überblick darüber, was es alles für Sorten gibt. Vielleicht ist ja die passende für Euch dabei…
      Viel Erfolg bei Eurem Projekt und liebe Grüße-
      Elietta

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