Edelweiß Pflege, Standort, Aussaat & Vermehren

Edelweiß, Leontopodium
Edelweiss, Leontopodium

Als Wahrzeichen der Hochgebirge bekannt, hat das Edelweiß eine ganze Reihe von Bewunderern, die nicht nur die zarte Schönheit dieser Pflanze schätzen, sondern auch die Mythen, die um sie herum gewoben worden sind. Allseits bekannt ist wohl die Geschichte des liebenden Jünglings, der von seiner Angebeteten nur dann erhört wird, wenn er ihr ein Edelweiß von den höchsten Gipfeln pflückt. Kein Wunder also, dass viele Pflanzenfreunde die kleine Pflanze auch gerne in ihrem eigenen Garten kultivieren möchten. Dies ist durchaus möglich, sofern mit dem richtigen Knowhow an die Edelweiss Pflege herangegangen wird…

Edelweiß, Leontopodium – Steckbrief von Gartenbista

Edelweiss Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: vollsonnig
  • Boden: durchlässig; kalkhaltig; mager; mineralisch; sandig
  • Pflanzen: ganzjährig; optimal zwischen März und Mai; 15 – 20 cm Abstand
  • Kübelhaltung: möglich; Drainage; durchlässiges Substrat
  • Vermehrung: Teilung; Aussaat
  • Gießen: nur in Kübelhaltung sowie in langen Hitzeperioden im Sommer
  • Düngen: nicht notwendig; in Kübelhaltung etwas Gesteinsmehl; im Freiland einmalig Vitalkalk
  • Pflegefehler: zu viel oder zu wenig Wasser; Überdüngung
  • Schneiden: verblühte Blütenstände; im Frühjahr vertrocknete und eingezogene Pflanzenteile
  • Überwintern: winterhart; Schutz vor winterlicher Staunässe; in Kübelhaltung schützen
  • Krankheiten: keine bekannt
  • Schädlinge: Schnecken
Edelweiss in seiner Heimat
Edelweiss in seiner Heimat

Wissenswertes über das Edelweiß

Edelweiß, Leontopodium gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist ursprünglich in den Hochgebirgen Europas und Asiens zu finden. Ja nach Art erreicht es eine Wuchshöhe von 10 – 20 cm und bildet in der Zeit von Juni bis September weiße, sternenförmige Blüten, die sich leicht filzig anfühlen und einen süßlichen Duft verströmen, der zahlreiche Insekten anlockt.

In freier Natur ist die kleine Pflanze nur noch sehr selten anzutreffen und steht deswegen unter absolutem Naturschutz. Dies bedeutet, dass freiwachsende Edelweiss weder abgepflückt noch ausgegraben werden dürfen. Wer es doch tut, muss mit horrenden Geldstrafen rechnen. Diese Schutzmaßnahmen haben bereits seit Jahrzehnten Gültigkeit, jedoch hat sich der Bestand nicht wesentlich vergrößert.

Das Leontopodium kann jedoch auch sehr gut in heimischen Gärten kultiviert werden, sofern dort seine Ansprüche erfüllt werden. Wichtig ist, die kleine Pflanze nur von vertrauenswürdigen Händlern zu kaufen; dubiosen Angeboten – beispielsweise über das Internet – sollte man nicht trauen. Viel zu groß ist die Gefahr, dass es sich bei der angebotenen Pflanze um ein illegal erworbenes – sprich: aus der freien Natur gerissenes – Exemplar handelt. Als echter Pflanzenfreund dürfen solche Händler nicht unterstützt werden.

360°-Video von dem Alpen-Edelweiß (Leontopodium nivale)

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie das Alpen-Edelweiß (Leontopodium nivale) aussieht.

360°-Video von das Alpen-Edelweiß (Leontopodium nivale) – Gartenbista-Videostudio, gedreht im Mai

Edelweiß Sorten

  • Alpenstern mit großen, weißen, sternenförmigen Blüten und silbrigen Blättern
  • Matterhorn, das sehr kompakt und buschig wächst
  • Mignon, welches eine Wuchshöhe von maximal 10 cm erreicht

Edelweiß braucht vollsonnigen Standort

Bezüglich des Standorts gibt es für das Edelweiss keine Alternativen: er muss so sonnig wie möglich sein. In halbschattigen oder gar schattigen Plätzen wird die kleine Pflanze nicht gedeihen können und im schlimmsten Fall sogar eingehen.

Edelweiss Boden: mager und durchlässig

Der Boden, in welchen ein Edelweiß gepflanzt werden soll, muss jene Kriterien erfüllen, welche die Gebirgspflanze aus ihrer Heimat gewöhnt ist:

  • Durchlässig
  • Kalkhaltig
  • Mager
  • Mineralisch
  • Sandig

Zu feuchte Böden werden ebenso wenig vertragen wie zu trockene, deswegen muss die Erde gegebenenfalls aufbereitet werden: sollte der Boden zu schwer sein, ist es empfehlenswert,

  • Kies und
  • Sand

einzuarbeiten, um die Ansprüche des Leontopodium zu erfüllen.

Optimal geeignet zur Edelweiß Kultivierung sind Steingärten, aber auch Trockenmauern oder Kiesbeete.

Großes Edelweiss
Großes Edelweiss

Edelweiss ganzjährig pflanzen

Da die kleine Gebirgspflanze winterhart ist, kann sie ganzjährig gepflanzt werden, solange es frostfrei ist. Optimal ist es jedoch, die Pflanzung zwischen März und Mai vorzunehmen.

Obwohl ein Edelweiß per se ausgesprochen dekorativ ist, kommt es am Besten in kleinen Gruppen zur Geltung. Dabei sollte zwischen den einzelnen Pflanzen ein Abstand von 15 – 20 cm eingehalten werden, damit sie Platz zum Entwickeln haben.

Edelweiß in Kübelhaltung

Das Leontopodium kann auch in Kübelhaltung kultiviert werden, jedoch muss auch dieses Pflanzgefäß im Freien stehen. Ein Edelweiß ist nicht dafür konzipiert, als Zimmerpflanze gehalten zu werden.

Bei der Kübelhaltung sind einige Kriterien zu beachten:

  • Unten in das Pflanzgefäß eine Drainage aus Kies oder Blähton legen, um Staunässe zu vermeiden
  • Als Substrat handelsübliche Blumenerde mit Blähton und Sand vermischt verwenden
  • In Pflanzkästen einen Abstand von 10 cm zwischen den einzelnen Pflanzen einhalten
  • Mit etwas Gesteinsmehl düngen
  • Regelmäßig aber mäßig gießen
  • Vollsonnigen Standort wählen
  • Verwelkte Blütenstände regelmäßig abschneiden
  • Im Frühjahr die abgestorbenen Blätter entfernen

Gartenbista-Tipp: Das silbrig-weiße Edelweiss mit blauen Pflanzen kombinieren!

Edelweiß Vermehrung durch Teilung

Ein Leontopodium, welches bereits einige Jahre im Beet verbracht hat, wird in der Regel eine buschige, polsterartige Form entwickelt haben. Diese Stauden sind prädestiniert dafür, durch Teilung vermehrt zu werden:

  • Im Frühjahr oder Herbst Edelweiß ausgraben
  • Wurzelballen mit einem scharfen Messer in zwei Teile schneiden, wobei jedes Teil mindestens zwei Triebe besitzen muss
  • Pflanzen umgehend wieder einpflanzen
  • So tief einsetzen, wie zuvor die Mutterstaude in der Erde gewesen ist
Edelweiß
Edelweiß

Edelweiß Vermehrung durch Aussaat

Alternativ kann die kleine Gebirgspflanze auch durch Aussaat vermehrt werden; dies geschieht im Frühjahr. Entsprechendes Saatgut kann im Fachhandel erworben sowie aus den verblühten Blütenständen bestehender Stauden gewonnen werden:

  • Anzuchtschale mit einem Torf-Sand-Gemisch füllen
  • Samen mit Vogelsand vermischen
  • Saarmischung auf Substrat streuen
  • Nicht mit Erde bedecken (Lichtkeimer!)
  • Leicht angießen
  • Anzuchtschale ins gemüsefach des Kühlschranks stellen

Dort verbleibt das Gefäß für vier Wochen, danach wird es an einen halbschattigen Platz gestellt, an dem Temperaturen um 20°C herrschen. Nun dauert es etwa vier Wochen, bis das Saatgut zu keimen beginnt. Das Pflanzgefäß wird nun bei Temperaturen von maximal 15°C aufgestellt; nach einem weiteren Monat sind die Jungpflanzen groß genug, um pikiert zu werden.

Optimaler Weise sollten sie noch einige Wochen in Einzeltöpfen verbringen, bevor sie ins Freiland ausgepflanzt werden. Die sehr jungen und zarten Triebe sind eine wahre Delikatesse für Schnecken, so dass es sehr häufig vorkommt, dass die jungen Leontopodium die ersten Tage im Beet nicht überleben.

Edelweiß Pflegetipps

  • Gießen: Das Leontopodium ist es gewöhnt, mit wenig Wasser auszubekommen, und muss demzufolge nicht gegossen werden. Ausnahmen bestehen leidglich bei Edelweiß in Kübelhaltung sowie in längeren Hitzeperioden, doch auch dann ist zwingend darauf zu achten, dass sich keine Staunässe bilden kann. Grundsätzlich sollte entweder in den frühen Morgen- oder in den Abendstunden gegossen werden.
  • Düngen: Es ist nicht notwendig, Edelweiss im Freiland zu düngen; eine einmalige geringe Dosis Vitalkalk im Frühjahr sorgt jedoch für ein kräftiges Wachstum. In Kübelhaltung freuen sich die Pflanzen über etwas Gesteinsmehl.

Gartenbista-Tipp: vor dem Gießen Finger ins Pflanzsubstrat bohren. Erst, wenn die obersten 5 cm trocken sind, sollte eine Wassergabe erfolgen!

Edelweiß Pflegefehler

Da das Leontopodium sehr pflegeleicht ist, können kaum Pflegefehler auftreten. Lediglich eine nicht korrekte Wasserzufuhr sorgt für eine optische Veränderung der Pflanze: werden die Blätter der kleinen Pflanze gelb oder braun, so deutet dies genau darauf hin. Aufgrund dieses Schadbildes obliegt es dem Gartenbesitzer, die Bodenbeschaffenheit zu kontrollieren, denn es tritt sowohl bei zu viel als auch bei zu wenig Wasser auf. Je nachdem, welche Erkenntnisse e gewinnt, hat die weitere Pflege dahingehend zu erfolgen, dass dieser Pflegefehler schnellstmöglich korrigiert wird.

Werden Blüten und andere Pflanzenteile grün und verlieren ihren silbrigen Glanz, so ist das Edelweiss mit zu viel Nährstoffen, beispielsweise in Form von Dünger, in Berührung zu kommen. Da ein Überangebot dieser Nähstoffe im schlimmsten Fall zum Eingehen der Pflanze führen kann, sollte ein Standortwechsel durchgeführt werden.

Edelweiß schneiden?

Grundsätzlich sollten verblühte Blütenstände umgehend abgeschnitten werden, da diese der kleinen Gebirgspflanze viel Kraft rauben. Soll jedoch Saatgut für eine Edelweiß Aussaat gewonnen werden, entfällt dieser Schnitt.

Im Frühjahr werden die eingezogenen Stängel sowie das eingetrocknete Laub abgeschnitten.

Edelweiss Blüte
Edelweiss Blüte

Edelweiß richtig überwintern

Das Leontopodium ist in hiesigen Breitengraden komplett winterhart und benötigt keinen speziellen Winterschutz – zumindest nicht vor Frost. Zu schaffen kann der kleinen Pflanze jedoch winterliche Staunässe machen. Um diese zu vermeiden, sollte das Edelweiss vor Wintereinbruch mit Tannenreisig abgedeckt werden. Pflanzen, die in Kübelhaltung kultiviert werden, sollten mitsamt ihrem Pflanzgefäß in einen hellen Raum gestellt werden. In diesem Winterquartier sollten Temperaturen um 5°C herrschen. Sollte dies nicht möglich sein, kann alternativ der gesamte Pflanzkübel winterfest gemacht werden:

  • Mit Frostschutzfolie umwickeln
  • Auf einen Holz- oder Styropurblock stellen
  • Pflanzsubstrat mit Reisig bedecken
  • An einen geschützten Platz, beispielsweise vor eine Hauswand, stellen

Edelweiß Krankheiten und Schädlinge

Gegen Krankheiten ist die kleine Gebirgspflanze sehr resistent; auch Schädlinge machen ihr kaum zu schaffen. Eine große Gefahr geht lediglich von Schnecken aus, die mit Vorliebe die zarten Triebe des Edelweiß fressen. Um dies zu verhindern, können bereits im Vorfeld Maßnahmen ergriffen werden:

  • Beet mit einem Schneckenzaun umfassen
  • Pflanze mit Schneckenkragen versehen
  • Sägespäne um das Edelweiß ausstreuen

Da derartige Methoden jedoch nicht nur fragwürdig sind, sondern auch die Optik eines Beetes stören, sind herkömmliche Methoden zur Schneckenvernichtung sinnvoller:

  • Schnecken regelmäßig einsammeln
  • Schneckenfallen aufstellen
  • Schneckenkorn ausstreuen
  • Pflanzen um das Edelweiss einpflanzen, auf welche Schnecken empfindlich reagieren

 

Graphiken: © Jürgen Fälchle-Fotolia.com; Adi Ciurea – Fotolia.com; snowserge – Fotolia.com; photo 5000 – Fotolia.com; porojnicu – Fotolia.com

 


4 Kommentare

  1. Ich habe im Frühjahr 5 Edelweiß-Pflanzen ausgesät und im Juni in den Garten in sonnige Lage verpflanzt. Sie wuchsen auch gut an und gediehen bis in den November hinein, gingen dann jedoch – alle fünf !- ein. Könnte es sein, dass zu saure Erde der Grund ist? Gibt es spezielle Erden für Edelweiß?
    Besten Dank im Voraus für Ihre Antwort.

    1. LIeber Herr Jahnke,
      am Wikipedia steht:

      „Lebensraum[Bearbeiten]

      Edelweißstock an der Höfats in den Allgäuer Alpen
      … Das Alpen-Edelweiß findet sich somit – neben den Vorkommen auf Kalksteinfelsen – wieder auf steinigen Wiesen und Rasen, …, ist ungleichmäßig verteilt und bevorzugt felsige Kalksteinumgebung auf Höhenlagen zwischen 1800 und 3000 Metern. Es zeigt eine Präferenz für kieselsäurehaltige Standorte, auch auf Kalk, wo es Chertknollen anzeigt.“

      Möglicherweise, Steine + Kalk die Antwort sind.

      MfG, Raúl

  2. Hallo zusammen.
    Ich habe gerade ein edelweiß aus dem Urlaub mitgebracht. Die nette Verkäuferin informierte mich darüber, daß sich die Pflanze gerne über den Winter in die Erde zurück zieht. Vielleicht ist deine ja gar nicht eingegangen,sondern hat sich nur in den Winterschlaf verkrümmelt??
    Liebe grüße elli

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