Dattelpalme, Phoenixpalme selber ziehen, pflegen und überwintern

Dattelpalme, Phoenixpalme
Dattelpalme, Phoenixpalme

Die Dattelpalme (Phoenix) ist die mit Abstand beliebteste Palme, die den Weg in heimische Gärten gefunden hat: ihre Optik vermittelt ein tropisches Flair, so dass sie dadurch jede Terrasse und jeden Garten zu einer exotischen Oase macht. Hinzu kommt, dass sie recht pflegeleicht ist, so dass auch Neulinge im Bereich der Palmen Pflege kaum Probleme haben dürften, diese Pflanze erfolgreich zu kultivieren. Werden einige diesbezügliche Tipps beachtet, kann man viele Jahre lang Freude an der Dattelpalme haben.

Dattelpalme, Phoenixpalme – Steckbrief von Gartenbista

Dattelpalme Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: im Sommer hell, warm windgeschützt, gegengeschützt; im Winter hell, Temperaturen nicht unter 10°C
  • Substrat: nährstoffreich; locker
  • Umtopfen: Frühjahr oder Spätherbst
  • Aussaat: ganzjährig im Haus
  • Vermehrung: Triebe (Schösslinge)
  • Pflegefehler: Lichtmangel; Nährstoffmangel; Nährstoffüberschuss; Sonneneinstrahlung; Staunässe; Wassermangel
  • Gießen: gründlich; Staunässe vermeiden
  • Düngen: April bis September alle 14 Tage mit Grünpflanzendünger
  • Besprühen: zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit mit kalkfreiem Wasser
  • Schneiden: nicht notwendig
  • Überwinterung: helles Winterquartier im Haus
  • Krankheiten: keine bekannt
  • Schädlinge: Spinnmilben; Woll- und Schmierläuse
Phoenixpalmen im Freien
Phoenixpalmen im Freien

Wissenswertes über die Dattelpalme

Dattelpalmen gehören zur Familie der Palmengewächse (Arecaceae), innerhalb derer sie die Gattung Phoenix ausmachen. Zu dieser zählen 14 verschiedene Arte, von denen die meisten hierzulande kultiviert werden können; die beliebtesten sind:

  • Phoenix canariensis, die bis zu 90 cm lange, gefiederte Wedel hat und eine Höhe von maximal 2 m erreicht
  • Phoenix dactylifera, die als besonders schnellwachsend gilt und bogenförmig nach unten wachsende, blaugrüne Wedel besitzt
  • Phoenix roebelenii, die Zwergdattelpalme, die nur selten höher als einen Meter hoch wird, jedoch Wedel ausbildet, die eine ebensolche Länge erreichen können

Die Dattelpalme stammt ursprünglich von den Kanaren und kann dort in Freilandkultur Wuchshöhen von 15 m erreichen, was hierzulande in Zimmerkultur nicht möglich ist.

Dattelpalme Standort: warm und hell

Viele Pflanzenliebhaber machen den Fehler, ihre Phoenix ganzjährig im Zimmer zu kultivieren; dies ist zwar theoretisch möglich, senkt aber die Lebenserwartung der Pflanze extrem. Wer eine Dattelpalme richtig halten möchte, der schickt sie im Sommer in die Sommerfrische ins Freie und stellt sie den Winter über in ein kühleres Winterquartier. Dieser Wechsel von kalten und warmen Temperaturen suggeriert der Palme klimatische Bedingungen, die sie aus ihrer Heimat gewöhnt ist (was im Übrigen nur für Dattelpalmen und nicht für jene Palmenarten gilt, die aus tropischen Gegenden stammen und somit ganzjährig der Wärme ausgesetzt sind).

Für den sommerlichen Standort gilt:

  • Warm
  • Hell
  • Windgeschützt
  • Regengeschützt

Optimal ist ein geschütztes Plätzchen im Halbschatten; direkte Sonneneinstrahlung vertragen die Palmen erst nach einer Eingewöhnungszeit; missgönnt man ihnen diese, kann es zu Verbrennungen an den Wedeln kommen.

Sobald die Temperaturen im Freien dauerhaft unter 15°C gefallen sind, muss die Palme ins Haus geholt werden. Dort kann sie vorübergehend in einen Wohnraum gestellt werden; danach sollte ihr jedoch nach Möglichkeit ein Winterquartier geboten werden. Dieses sollte hell sein; auch dürfen die Temperaturen dort nicht unter 10°C fallen.

Gartenbista-Tipp:  Dattelpalme den Winter vor ein Fenster im Treppenhaus stellen!

Dattelpalme braucht lockeres, nährstoffreiches Substrat

Um optimal gedeihen zu können, brauchen die Phönix ein Substrat, welches

  • locker und
  • nährstoffreich

ist. Spezielle Palmerde erfüllt diese Kriterien, jedoch kann ein solcher Boden auch selbst zusammengemischt werden:

  • zwei Drittel Komposterde
  • ein Drittel groben Sand

vermischen und in ein Pflanzgefäß füllen, welches unten eine Drainage aus Kies oder Tonscherben besitzt.

Gartenbista-Tipp: Kleine Dattelpalmen in Hydrokultur halten!

Dattelpalme richtig umtopfen

Aufgrund der Tatsache, dass die Phoenix nur sehr langsam wächst, muss sie nicht sehr häufig umgetopft werden. In der Regel ist es ausreichend, dies alle 4-5 Jahre zu tun; sollten bereits vorher die Wurzeln unten aus dem Topf wachsen, muss die Palme jedoch ein größeres Pflanzgefäß bekommen.

Der beste Zeitpunkt zum Dattelpalmen Umtopfen ist das zeitige Frühjahr, bevor die Wachstumsphase beginnt; alternativ kann auch im Spätherbst umgetopft werden:

  • Pflanzgefäß wählen, welches sowohl breiter als auch höher als das bisherige ist
  • Unten in das Gefäß eine Drainage aus Kies oder Tonscherben legen
  • Etwas Substrat einfüllen
  • Palme vorsichtig aus dem Pflanzgefäß heben
  • Wurzeln weitestgehend von dem alten Pflanzsubstrat befreien
  • Soll das Höhenwachstum der Phoenix etwas gedämmt werden, die Wurzeln etwas einkürzen
  • Palme in das neue Pflanzgefäß setzen
  • Gefäß mit Substrat auffüllen
  • Angießen

In den kommenden Tagen sollte die Dattelpalme gründlich und regelmäßig gegossen werden.

Gartenbista-Tipp: Dattelpalmen zu zweit umtopfen, da einer die Palme halten kann, während der andere die Wurzeln von dem bisherigen Substrat befreit.

Junge Dattelpalme
Junge Dattelpalme

Dattelpalmen Aussaat: So ziehen sie selber Palmen!

Die Phoenix kann durch Aussaat ganzjährig selbst gezogen werden; entsprechendes Saatgut ist im Fachhandel erhältlich. Die Anzucht ist jedoch sehr langwierig: es kann Monate dauern, bis sich die ersten Keimlinge zeigen.

  • Samen für einen Tag in lauwarmem Wasser quellen lasen
  • Saatgut mindestens 1 cm tief in Pflanztöpfe mit Anzuchterde stecken
  • Gefäße an einen Ort stellen, an dem mindestens 25°C herrschen
  • Substrat gleichmäßig feucht halten

Nun ist Geduld gefragt; nach einigen Wochen bis Monaten zeigen sich die ersten Keimlinge. Haben diese eine Höhe von etwa 10cm erreicht, werden sie in größere Pflanztöpfe mit Palmenerde umgesetzt.

Achtung: Innerhalb des ersten Jahres nicht düngen, da die kleinen Pflanzen ihre Nährstoffe noch aus der Samenschale beziehen!

Dattelpalme: Vegetative Vermehrung möglich

Wer eine Phoenix vermehren möchte, tut dies in der Regel durch Aussaat. Es besteht jedoch auch die Chance, sie vegetativ zu vermehren: manche Dattelpalmen bilden im Frühjahr neue Triebe, die direkt neben dem Hauptstamm aus der Erde sprießen. Zeigen sich derartige Schösslinge, können diese abgeschnitten und in einen Pflanztopf mit Anzuchterde gesteckt werden. Das Gefäß wird an einen warmen und hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung gestellt; das Substrat muss gleichmäßig feucht gehalten werden. Optimal ist es, ein Plätzchen mit Bodenwärme zu finden, da diese die Wurzelbildung beschleunigt.

Dattelpalme Pflege Tipps

  • Gießen: Dattelpalmen sollten regelmäßig und gründlich gegossen werden; eine Wassergabe hat jedoch erst dann zu erfolgen, wenn die oberste Schicht des Pflanzsubstrats angetrocknet ist. Wichtig ist, dass das Erdreich und der Wurzelballen niemals austrocknen; es darf sich jedoch auch keine Staunässe bilden. Während des Winters verringern sich sowohl der Wasserbedarf als auch die Häufigkeit der Wassergaben; erst nach der Winterruhe werden diese wieder langsam erhöht.
  • Düngen: Von April bis September alle 14 Tage Flüssigdünger zusammen mit dem Gießwasser verabreichen. Handelsüblicher Dünger für Grünpflanzen ist vollkommen ausreichend.
  • Besprühen: Um Schäden durch trockene Heizungsluft zu vermeiden, sollte eine Dattelpalme regelmäßig mit kalkfreiem Wasser eingesprüht werden, sofern sie in Wohnräumen kultiviert wird.

Dattelpalme Pflegefehler erkennen und vermeiden

Dattelpalmen zeigen ihren Unmut über falsche Pflege in der Regel durch braune Wedel; diese können auf verschiedene Ursachen hindeuten:

  • Lichtmangel
  • Nährstoffmangel
  • Nährstoffüberschuss
  • Sonneneinstrahlung
  • Staunässe
  • Wassermangel

Meistens ist es jedoch so, dass die Palme zu nass steht. Sinnvoll ist es, sie tatsächlich erst dann zu gießen, wenn die oberste Schicht des Substrats angetrocknet ist. Sollten die braunen Wedel dennoch bestehen bleiben, ist ein Standortwechsel sinnvoll.

Dattelpalme, Phoenixpalme
Dattelpalme, Phoenixpalme

Dattelpalme schneiden?

Die Blattwedel einer Phoenix werden nicht beschnitten, da sie zum einen dem Stoffwechsel der Pflanze dienen, zum anderen die Bildung des Stammes übernehmen. Lediglich vertrocknete Wedel werden abgeschnitten, jedoch erst dann, wenn sie komplett braun geworden sind. Dabei sollte ein gerader Schnitt angesetzt werden, der einige Zentimeter vom Stamm entfernt ist. Dies dient der Erhaltung der schönen Optik des Stammes.

Neigt eine Dattelpalme dazu, zu hoch zu werden, so ist es nicht möglich, ihr Höhenwachstum durch Abschneiden der Wedel zu begrenzen; entweder wird die Palme daran zugrunde gehen, oder aber sie wird zwar weiterleben, aber sehr verunstaltet sein. beim Umtopfen können die Wurzeln dieser Pflanze gekappt werden; eventuell wird diese Maßnahme die Palme dazu veranlassen, ihre Wuchsfreudigkeit ein wenig einzudämmen.

Zeigen sich an den Wedeln braune Stellen, so dürfen diese ebenfalls nicht einfach weggeschnitten werden: derartige Verstümmelungen würden beliebte Eintrittspforten für Bakterien und Pilze abgeben. Zeigen sich solche Stellen, so werden sie entweder ignoriert oder aber mit einer sterilen Schere abgeschnitten. Zu empfehlen ist jedoch erste Option.

Dattelpalme überwintern

Die Phoenixpalme braucht eine Winterruhe, um neue Kräfte zu sammeln. Dies ist hierzulande jedoch im Freien nicht möglich, da die Pflanze nicht winterhart ist und somit eingehen würde. Um dies zu verhindern, muss sie in ein Winterquartier gebracht werden, sobald die Temperaturen dauerhaft unter 15°C fallen. Dieses Quartier ist optimaler Weise hell und weist mindestens 10°C auf. Dort verbleibt die Phoenix bis zum folgenden Frühjahr; während dieser Zeit gilt bezüglich ihrer Pflege:

  • Weniger gießen!
  • Düngen einstellen!

Sobald es im Frühjahr etwas wärmer geworden ist, darf die Dattelpalme tagsüber für ein paar Stunden ins Freie gestellt werden; direkte Sonne ist dabei zwingend zu vermeiden. Diese Eingewöhnung hat den großen Vorteil, dass die Pflanze bereits an die Lichtverhältnisse im Freien gewöhnt ist, wenn die Temperaturen dauerhaft über 15°C liegen und somit eine perfekte Umgebung für die Phoenix bieten.

Steht kein entsprechendes Winterquartier zur Verfügung, muss die Dattelpalme den Winter über im Wohnraum kultiviert werden. Dies sollte nur in jenen Fällen praktiziert werden, in denen es keine Alternative gibt, denn die Palme benötigt definitiv eine Ruhepause. Wird sie ihr nicht gegeben, wird sie nicht nur Krankheitsanfällig, sondern hat auch eine geringe Lebenserwartung.

Phoenixpalme in freier Natur auf Teneriffa
Phoenixpalme in freier Natur auf Teneriffa

Dattelpalme Krankheiten und Schädlinge

Gegenüber Krankheiten ist die Dattelpalme weitestgehend immun; viel mehr machen ihr Pflegefehler zu schaffen.

Schädlingsbefall hingegen tritt häufiger auf; vor allem bei zu trockener Raumluft:

  • Spinnmilben, die sich durch weiße, spinnwebenartige Gespinste an den Blattwedeln zeigen und die mit einem Pflanzenschutzmittel bekämpft werden sollten.
  • Woll- und Schmierläuse, die mit Hausmitteln vernichtet werden können, gegebenenfalls aber mit einem speziellen Pflanzenschutzmittel bekämpft werden müssen.

Vorbeugend sollte in geschlossenen Räumlichkeiten für eine hohe Luftfeuchtigkeit gesorgt werden; dies kann erreicht werden, indem mit Wasser gefüllte Schalen aufgestellt werden. Auch sollte die Phoenix regelmäßig besprüht werden.

 

Graphiken: © hcast – Fotolia.com (3); SethRyan – Fotolia.com; svf74 – Fotolia.com


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