Dahlien – Alles über Pflanzen, Pflege, Vermehrung und Überwinterung

Dahlien
Dahlien

Von Juli bis weit in den Herbst hinein verschönern Dahlien manch einen Ziergarten mit ihrer Anwesenheit. Die Pflege ist gar nicht so kompliziert, jedoch sind die dekorativen Pflanzen nicht winterhart. Mit ein wenig Knowhow kann jedoch auch diese Hürde gemeistert werden.

Dahlien – Pflanzen-Steckbrief von Gartenbista

  • Blütezeit: Juli bis Oktober
  • Standort: sonnig, windgeschützt
  • Boden/Substrat: locker, durchlässig, nährstoffreich
  • Kübelhaltung: möglich
  • Gießen: mäßig, jedoch regelmäßig
  • Düngen: hoher Nährstoffbedarf; je nach Substrat alle ein bis zwei Wochen
  • Schneiden: Verblühtes entfernen; vor der Überwinterung
  • Vermehrung: Teilung, Stecklinge, Aussaat
  • Überwinterung: nicht winterhart; kühles Winterquartier
  • Pflanzenhöhe/-größe: 30 – 180 cm
  • Giftig: nein
  • Heilwirkung: nicht bekannt
  • Krankheiten und Schädlinge: Knollenschäden durch Staunässe, Mehltau, Schnecken, Blattläuse, Wühlmäuse

Allgemeine Informationen über Dahlien

Die Dahlien gehören zur Familie der Korbblütler. Ursprünglich stammen sie aus mittelamerikanischen Gebirgsregionen, sind mittlerweile jedoch nahezu weltweit vertreten. Aus den zunächst etwa 30 bestehenden Arten entstanden im Laufe der Jahre über 20.000 verschiedene Zuchtformen, die in zehn verschiedene Kategorien eingeteilt werden:

  • Anemonenförmige Dahlien
  • Ballförmige Sorten
  • Halbkaktusförmige Arten
  • Halskrausenförmige Dahlien
  • Kaktusförmige Sorten
  • Pomponförmige Exemplare
  • Schmuck-Dahlien
  • Seerosenförmige Arten
  • Ungefüllte Dahlien
  • Wild-Dahlien

Von Juli bis weit in den Oktober hinein bilden die Zierpflanzen Blüten. Diese können

  • gefüllt,
  • kugelig,
  • orchideenförmig oder
  • ungefüllt

sein und in den verschiedensten Farben auftreten:

  • dunkelrot
  • gelb
  • orange
  • rosa
  • rot
  • weiß

Auch können sie mehrfarbig, geflammt oder marmoriert sein. Je nach Sorte erreichen die Blüten Größen zwischen 10 und 25 cm.

Dahlien Standort

Die dekorativen Zierpflanzen eignen sich perfekt zur Bepflanzung von Rabatten und Blumenbeeten. Um sich optimal entwickeln zu können, muss der Standort

  • sonnig und
  • windgeschützt

sein. Keinesfalls sollten Dahlien an schattigen Plätzen kultiviert werden, da sie dort zwar lange Stängel, jedoch nur kleine Blüten hervorbringen werden.

Doch nicht nur in Beeten, sondern auch als Kübelpflanzen machen die blühfreudigen Pflanzen eine gute Figur. Hierfür sollten jedoch möglichst kleinere Sorten verwendet werden. Wichtig dabei ist, dass das Pflanzgefäß wesentlich größer ist als die Knollen und dass diese in ausreichendem Abstand zueinander ins Substrat gesetzt werden. Zudem muss der Kübel unten Löcher besitzen, durch die überschüssiges Wasser ablaufen kann, da Dahlien keine Staunässe vertragen.

Substrat

Der Boden sollte locker und nach Möglichkeit ein wenig feucht sein, jedoch nicht nass. Auch muss eine gute Durchlässigkeit vorhanden sein. Ideal ist es, wenn die Erde nährstoffreich ist. In Kübelhaltung wird handelsübliche Blumenerde verwendet.

Dahlien im Freiland pflanzen

Wenn etwaige Nachtfröste nicht mehr tief in die Erde eindringen, können die Dahlienknollen ins Freie. Dies ist je nach Region Mitte bis Ende April der Fall. Bevor es ans Auspflanzen geht, werden die Knollen für einen Tag in Wasser gelegt. Sind sie zu groß, ist jetzt der optimale Zeitpunkt zum Teilen: mit einem sauberen, scharfen Messer Teilstücke schneiden, von denen jedes mindestens einen Triebansatz besitzen muss.

Die Pflanzung selbst ist nicht schwierig:

  • Pflanzlöcher so tief ausheben, dass die Knollen nur wenige Zentimeter mit Erde bedeckt sein werden
  • Dahlienknollen in die Erde setzen
  • Löcher auffüllen
  • Hornspäne oder Kompost in den Boden einarbeiten
  • angießen

Manche Sorten neigen dazu, beim Gedeihen auseinanderzufallen. Um dies zu verhindern, können Stützstäbe neben den betreffenden Pflanzen eingesetzt werden. sobald sich Triebe zeigen, werden diese an den Stäben festgebunden. Dies sollte – ja nach Wuchsgeschwindigkeit – etwa alle zwei Wochen wiederholt werden.

Achtung: Wenn nach dem Dahlien Pflanzen noch einmal Frost angesagt ist, müssen die Knollen zwingend mit einem Schutz versehen werden.

Pflanznachbarn

Theoretisch können die dekorativen Pflanzen neben allen anderen Gewächsen kultiviert werden, die dieselben Ansprüche bezüglich des Standortes und Boden haben. Sehr schön ist es jedoch, wenn die Nachbarn eher bescheidene, kleinere Blüten hervorbringen oder gar keine haben, damit die Dahlien besonders gut zur Wirkung kommen. So eignen sich als Pflanznachbarn beispielsweise Verbenen, Löwenmäulchen, Phlox sowie Ziergräser.

Im Pflanzgefäß

Werden die Dahlien in einem Pflanzgefäß kultiviert, so muss dieses ein Volumen von mindestens 10 l, besser noch 20 l haben. Darüber hinaus sind Abflusslöcher im Boden zwingend erforderlich. Sinnvoll ist es, die Knolle im Haus oder Gewächshaus vorzuziehen. Wenn sie nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ins Freiland darf, hat sie dadurch bereits einige Triebe gebildet.

Das Gefäß wird mit Erde gefüllt, die Knollen kommen möglichst mittig hinein. Sie sollten nicht zu dicht stehen und sich weder gegenseitig berühren noch mit dem Rand des Pflanzgefäßes in Berührung kommen. Wenn sie zu eng stehen, führt dies häufig zur Bildung von Pilzen.

Pflege der Dahlien

Die Zierpflanzen sind nicht besonders pflegeintensiv. Sinnvoll ist es, bei höheren Exemplaren besagte Stützstäbe zu installieren, damit sie nicht umknicken

Gießen

Bezüglich des Wasserbedarfs sind die Dahlien etwas anspruchsvoll: sie bevorzugen eine gleichmäßige Feuchtigkeit, die weder in Richtung Trockenheit noch in Staunässe ausarten sollte. Als Hobbygärtner sollte man demzufolge unbedingt darauf achten, regelmäßig, jedoch mäßig zu gießen. Wird die Dahlie in einem Pflanzgefäß kultiviert, benötigt sie etwas mehr Wasser, jedoch ist auch dort Staunässe zwingend zu vermeiden.

Düngen

Dahlien haben einen hohen Nährstoffbedarf. Um diesen zu decken, sollte bereits beim Pflanzen Dünger in die Erde eingearbeitet werden. weitere Düngegaben sind abhängig von der individuellen Bodenqualität: wenn die Pflanzen in nährstoffreichen Böden kultiviert werden, reicht es aus, gelegentlich etwa Volldünger zu verabreichen. Ist die Erde jedoch eher karg, so sollte sie im Frühsommer durch wöchentliche Gaben stickstoffreichen Düngers aufgebessert werden; später sollte dieser durch kaliumreichen Dünger ersetzt werden. Ab September werden jegliche Nährstoffgaben eingestellt.

In Kübelhaltung sollten Dahlien alle zwei Wochen Flüssigdünger oder Zwiebelpflanzendünger zusammen mit dem Gießwasser bekommen.

Dahlien schneiden?

Grundsätzlich sollten verblühte Blüten entfernt werden. Diese Maßnahme regt zum einen eine erneute Blütenbildung an, zum anderen sorgt sie für einen schönen, dichten Wuchs. Für gewöhnlich ist es ausreichend, die Blüten einfach abzuknipsen, da die Stängel sehr weich sind. Alternativ wird eine saubere, scharfe Gartenschere verwendet.

Wer gerne Dahlien in der Blumenvase haben möchte kann dies getrost tun: sie sind hervorragend als Schnittblumen geeignet. Besonders lange halten sie sich, wenn sie in den frühen Morgenstunden abgeschnitten und umgehend ins Wasser gestellt werden. Durch das Schneiden der Stängel werden im Übrigen auch wieder eine erneute Blütenbildung sowie eine dichte Verzweigung angeregt.

Weitere Schnittmaßnahmen sind nicht notwendig; lediglich kranke oder abgestorbene Pflanzenteile sollten grundsätzlich entfernt werden. Vor der Überwinterung wird jedoch zur Schere gegriffen: etwa eine Handbreit über dem Boden wird die komplette Pflanze abgeschnitten.

Gartenbista-Tipp: Um größere Blüten zu bekommen, müssen sämtliche Nebenknospen entfernt werden.

Vermehrung

Zur Dahlien Vermehrung stehen drei verschiedene Methoden zur Auswahl:

  • Teilung
  • Stecklinge
  • Aussaat

Die Teilung ist die gängigste; sie wird unmittelbar vor dem Pflanzen durchgeführt und ist denkbar einfach: Knollen mit einem scharfen Messer in Teilstücke schneiden. Jedes muss mindestens einen Triebansatz besitzen. Stücke in die Erde setzen, angießen.

Die Stecklingsvermehrung erfolgt im Januar:

  • Knolle so in einen mit Erde gefüllten Blumentopf stecken, dass der Stängelhals herausschaut
  • Topf auf die Fensterbank stellen
  • Stängel abbrechen, wenn er etwa 3 cm lang ist
  • Pflanzgefäß mit Anzuchterde füllen
  • Stängel in die Anzuchterde stecken
  • Hellen, warmen Standort wählen

Nun dauert es zwei bis drei Wochen, bis der Steckling Wurzeln gebildet hat. Dies erkennt man daran, dass er wächst. Nach weiteren vier Wochen wird er in ein größeres Gefäß mit handelsüblicher Blumenerde umgetopft.

Die Aussaat wird weniger häufig praktiziert. Sie erfolgt mithilfe von Saatgut aus dem Fachhandel im März.

Dahlien richtig überwintern

Während der Pflegeaufwand für die dekorativen Pflanzen den Sommer über relativ überschaubar ist, ist im Herbst Einsatz seitens des Hobbygärtners gefragt: Dahlien sind nicht winterhart und dürfen demzufolge während der kalten Jahreszeit nicht im Freien verbleiben. Sobald sie etwas Frost abbekommen haben, verfärben sich die Blüten bräunlich. Dies ist das Signal zum Start der Überwinterung:

  • Pflanzenteile auf circa 5 cm einkürzen
  • Einige Tage noch in der Erde lassen
  • Danach die Knollen ausgraben und weitestgehend von der Erde befreien

Ist dies geschehen, werden die Knollen auf eventuelle Schadstellen kontrolliert. Falls welche vorhanden sind, werden diese herausgeschnitten. Nun werden die Dahlienknollen einige Tage getrocknet, bevor sie bereit für ihr Winterquartier sind. Dieses sollte kühl und trocken sein; ein Kellerraum ist hervorragend geeignet.

Lesen Sie hier, was es beim Dahlien Überwintern alles zu beachten gibt.

Gartenbista-Tipp: Die Knollen möglichst an einem trockenen Tag ausgraben, damit nicht so viel Erde an den Knollen verbleibt.

Krankheiten und Schädlinge

  • Wurzelschäden durch Staunässe: Zu viel Wasser beziehungsweise eine unzureichende Durchlässigkeit des Substrats führt zu Staunässe, die von den Pflanzen nicht gut vertragen wird.
  • Mehltau: Bei feuchter Witterung kann es zu Mehltau kommen. Dieser kann sowohl mit Hausmitteln als auch mit speziellen Pflanzenschutzmitteln bekämpft werden.
  • Schnecken: Dahlien sind bei Schnecken ausgesprochen beliebt. Wird der Befall unerträglich stark, sollten die Weichtiere eingesammelt und an einem anderen Ort wieder ausgesetzt werden. Leider ist dies keine Dauerlösung, da sie von den Pflanzen immer wieder aufs Neue angelockt werden.
  • Blattläuse: Es gibt kaum eine Pflanze, auf der keine Blattläuse anzutreffen sind; auch die Dahlie bildet da keine Ausnahme. Für gewöhnlich halten sich die Schäden in Grenzen. Nimmt die Besiedelung jedoch überhand, sollten sie mithilfe von Hausmitteln vertrieben werden.
  • Wühlmäuse: Gelegentlich nagen Wühlmäuse an den Dahlienknollen. Um dies zu verhindern, können die Knollen in einem Pflanzkorb in die Erde gesetzt werden. Alternativ wird vor der Pflanzung ein Kaninchendraht in das Pflanzloch gelegt.

Tipps & Tricks

  • Bei Kübelhaltung gilt: je höher die Pflanze ist, desto größer muss das Gefäß sein.
  • Bei spärlicher Blütenbildung die Wasser- und Nährstoffversorgung überprüfen. Sowohl ein Mangel als auch zu großzügige Gaben sorgen für ein Ausbleiben der Blüten.

 

Symbolgraphiken: © Elisabeth – Fotolia.com


, Kategorie: Pflanzen

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