Clematis Unterpflanzung: diese Gewächse sorgen für kalte Füße

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Clematis ist in Hausgärten sehr gerne gesehen
Clematis ist in Hausgärten sehr gerne gesehen

Die Waldrebe ist eine der beliebtesten Kletterpflanzen, die in heimischen Gärten kultiviert wird. Kein Wunder: dank ihrer Blütenfülle bietet sie einen ausgesprochen dekorativen Anblick. Damit sie sich optimal entwickelt, sollten bei der Clematis Unterpflanzung ihre Wünsche berücksichtigt werden: Schatten für das Wurzelwerk.

Clematis: heißer Kopf – kalte Füße

In Hausgärten sorgt der Anblick der Waldrebe immer wieder für Freude: die Kletterpflanze bildet lange, kräftige Triebe und wunderschöne Blüten, die artenabhängig von Juni bis in den September erscheinen. Manch ein Hobbygärtner wundert sich jedoch, dass sein Exemplar eher zurückhaltend mit der Blütenbildung ist, obwohl er bezüglich Standort und Pflege vermeintlich alles richtig gemacht hat. Leider vergessen viele, dass die Clematis kühle Füße benötigt, um sich ideal entwickeln zu können. Dies bedeutet: Schatten für die Wurzeln.

Nun wäre dieser Wunsch der Pflanze kein großes Problem, wenn nicht der Rest von ihr lieber in der Sonne stehen möchte, die wiederum unabdingbar für die Blütenbildung ist. Ein rein schattiger Standort würde zwar zu einer gut wachsenden, jedoch nur spärlich blühenden Waldrebe führen, während ein vollsonniges Plätzchen wiederum eine üppige Blütenpracht hervorrufen könnte, falls nicht vorher die Wurzeln verbrennen.

Unterpflanzung sinnvoll

Um die unterschiedlichen Ansprüche der Clematis erfüllen zu können, ist eine passende Unterpflanzung sinnvoll. „Passende“ bedeutet: Gewächse, die hoch genug sind, um dem Wurzelwerk Schatten zu spenden, ohne aber den Rest der Pflanze zu beschatten. Mit der richtigen Auswahl kann so die natürliche Umgebung nachgeahmt werden, welche die Waldrebe aus der freien Natur kennt. Dort gedeiht sie an Waldrändern sowie auf Lichtungen mit kühlen Füßchen und einem warmen Kopf.

Clematis Unterpflanzung – geeignete Stauden

Balkan-Storchschnabel eignet sich hervorragend zur Unterpflanzung
Balkan-Storchschnabel eignet sich hervorragend zur Unterpflanzung

Bei der Auswahl der Pflanzen kann man ganz nach seinem eigenen Geschmack agieren: es gibt genügend Möglichkeiten einer Unterpflanzung: Stauden, Gräser oder Kräuter in den unterschiedlichsten Farben, Formen und Höhen. Besonders beliebt sind Stauden, da sie pflegeleicht und winzerhart sind:

  • Aster
  • Balkan-Storchschnabel
  • Frauenmantel
  • Funkie
  • Glockenblumen
  • Goldkörbchen
  • Helle Färberkamille
  • Purpurglöckchen
  • Schleierkraut
  • Silberraute
  • Steinquendel

Ideal ist es, wenn 30 – 50 cm der Waldrebe im Schatten liegen. Manch ein Gartenbesitzer mag es lieber filigraner und greift auf Polsterstauden oder die allseits beliebten Hornveilchen zurück. Kann man natürlich machen, jedoch ist es tatsächlich sinnvoller, etwas höhere Gewächse zu wählen.

Gartenbista-Tipp: Bei stark wuchernden Stauden eine Rhizomsperre legen, damit die Clematiswurzeln nicht verdrängt werden!

Gräser

Ziergräser sind dekorativ und spenden Schatten
Ziergräser sind dekorativ und spenden Schatten

Da die Clematis bereits eine starke Blütenpracht entwickelt, muss ihre Unterpflanzung dies nicht zwingend ebenfalls tun. Gräser sind nicht nur dekorativ, sondern zudem auch etwas weniger auffällig, so dass sie der Waldrebe nicht die Schau stehlen.

  • Bärenschwingelgras
  • Blaugras
  • Japanisches Berggras
  • Regenbogen-Schwingel
  • Steinfeder

Kräuter als Unterpflanzung für Clematis

Oregano als Clematis Unterpflanzung
Oregano als Clematis Unterpflanzung

Auch verschiedene Kräuterpflanzen sind sehr gut geeignet, um die Füße der Waldrebe zu beschatten. Der Klassiker ist Lavendel, der sich überall einfügt und zudem noch wunderschön aussieht. Doch auch andere Pflanzen sind geeignet, sofern der Standort ihre Kultivierung zulässt:

  • Basilikum
  • Estragon
  • Oregano
  • Salbei
  • Thymian
  • Ysop

Gartenbista-Tipp: Katzenminze spendet nicht nur der Clematis Schatten, sondern erfreut auch die Vierbeiner!

Unterpflanzung für Waldrebe im Kübel

Teppichphlox in voller Pracht
Teppichphlox in voller Pracht

Nun wird nicht jede Clematis im Freiland kultiviert; es gibt genügend Exemplare in Kübelhaltung. Diese müssen natürlich ebenso beschattet werden. Hierfür eignen sich neben kleineren Gewächsen durchaus auch Bodendecker, die gerne auch über den Rand des Pflanzgefäßes herabhängen dürfen:

  • Blaukissen
  • Gefüllter Hornklee
  • Goldkörbchen
  • Hängepolster-Glockenblume
  • Hornveilchen
  • Schleierkraut
  • Spanisches Gänseblümchen
  • Steinfeder
  • Steinkraut
  • Teppichphlox
  • Zwerg-Geißbart

Clematis beschatten ohne Pflanzen?

Wer nun gar keine Unterpflanzung wünscht oder diese aus Platzgründen nicht kultivieren kann, sollte sich dennoch Gedanken um die Beschattung der Waldrebe machen. Eine der einfachsten Methoden ist das Ausbringen einer großzügigen Schicht Rindenmulch: dieser hat die Eigenschaft, Feuchtigkeit zu spenden und den Boden somit länger kühl zu halten. Vor dem Ausbringen sollten jedoch Hornspäne in die Erde eingearbeitet werden, um eine Unterversorgung an Nährstoffen zu verhindern.

Alternativ können auch Natursteine vor dem Wurzelbereich drapiert werden. Sie stellen ein fantastisches gestalterisches Element dar und sorgen gleichzeitig für kalte Füße…

Clematis richtig pflanzen – so geht´s

  • Beim Clematis Pflanzen die Unterpflanzung nicht vergessen!
    Beim Clematis Pflanzen die Unterpflanzung nicht vergessen!

    Boden sollte mindestens 14° C warm sein

  • Clematis vor dem Pflanzen 10 Minuten in ein Wasserbad stellen
  • Pflanzloch in doppelter Größe des Wurzelballens ausheben
  • Aushub mit Sand, Kompost oder Kies vermischen
  • Drainage aus Kies legen
  • Waldrebe so tief in das Loch setzen, dass das zweite Auge noch unter der Erde ist
  • Loch mit Erde auffüllen
  • Clematis angießen
  • Rankhilfe installieren!

Ist dies geschehen, kann mit der Unterpflanzung begonnen werden.

Video-Tipp der Redaktion: Clematis richtig pflanzen

Sie möchten wissen, wie ein Profi die Waldreben pflanzt? Dann sollten Sie sich folgendes Video anschauen:

Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Wann kann man Clematis pflanzen?

Prinzipiell stehen zwei verschiedene Zeitfenster offen: entweder im Frühjahr oder zwischen August und Oktober. Bei der späten Pflanzung ist der Boden schön vorgewärmt, jedoch können frühe Fröste die Pflanze am Einwurzeln hindern. Wird die Waldrebe hingegen im Frühjahr gepflanzt, so sollten möglichst keine Spätfröste mehr zu erwarten sein.

Wann fängt die Clematis an zu blühen?

Die Blütezeit hängt von der individuellen Sorte ab. Sehr beliebt sind die Frühblüher: sie öffnen bereits im Mai/Juni ihre wunderschönen Blüten und können – bei richtiger Pflege – im August noch eine Nachblüte hervorbringen.

Warum blüht die Clematis nicht?

Häufig bringen Waldreben keine Blüten hervor, wenn sie zu warme Füße haben. eine Unterpflanzung wie oben beschrieben ist sinnvoll, damit der Wurzelbereich beschattet wird.

 

Symbolgraphiken: © Igor Strukov – stock.adobe.com; Ruckszio – stock.adobe.com; alisseja – stock.adobe.com; pusteflower9024 – stock.adobe.com; Lars Gieger  – stock.adobe.com; bildlove – stock.adobe.com


• 2. Mai 2021 • Kategorie: Pflanzen

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