Clematis pflanzen – das ist zu beachten

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Clematis
Clematis

Die Waldrebe gilt als robustes und pflegeleichtes Gewächs. Damit sie diesem Anspruch auch gerecht werden und ihre wunderschönen Blüten entwickeln kann, sind bereits beim Clematis Pflanzen einige Kriterien zu beachten. Nicht nur der Standort, sondern auch der Zeitpunkt ist entscheidend.

Clematis – Pflanzen-Steckbrief von Gartenbista

  • Blütezeit: sortenabhängig April bis September
  • Standort: halbschattig, Wurzelbereich schattig
  • Boden: durchlässig
  • Pflanzenhöhe/-größe: je nach Sorte bis zu 12 m hoch und 4 m breit
  • Kübelhaltung: möglich
  • Gießen: nur in Trockenperioden; im Kübel regelmäßig
  • Düngen: im Frühjahr eine Gabe Kompost oder Hornspäne verabreichen; im Sommer etwas Flüssigdünger
  • Schneiden: Schnittmaßnahmen sortenabhängig
  • Vermehrung: Stecklinge, Ableger, Aussaat
  • Überwinterung: winterhart; im Kübel schützen
  • Giftig: ja, Pflanzensaft ist sowohl für Menschen als auch Tiere giftig
  • Heilwirkung: äußerlich gegen Hautausschläge und Juckreiz; vorsichtig anwenden!
  • Krankheiten und Schädlinge: Clematiswelke, Mehltau, Schnecken, Spinnmilben

Clematis pflanzen – Standort

Clematis Pflanzen wollen klettern
Clematis Pflanzen wollen klettern

Welchen Standort die Waldrebe bevorzugt, hängt von der jeweiligen Sorte ab. Generell kann jedoch davon ausgegangen werden, dass ein halbschattiges Plätzchen, an dem gelegentlich die Sonne scheint, gut geeignet ist. Zudem ist zu beachten, dass Clematis schattige Füße brauchen. Dies bedeutet, dass ihr Wurzelbereich grundsätzlich im Schatten gelegen sein sollte. Ist dies nicht der Fall, können verschiedene Maßnahmen getroffen werden:

  • Kleinere Sträucher vor die Clematis pflanzen
  • Wurzelbereich mit Mulch abdecken
  • Natursteine vor dem Wurzelbereich drapieren

Clematis sind Kletterpflanzen. Am gewählten Standort muss demzufolge die Möglichkeit bestehen, dass diese Tätigkeit auch ausgeübt werden kann. So ist beispielsweise eine Pflanzung vor einer Mauer, einer Hauswand oder an einer Pergola ideal. Alternativ muss ein Rankgerüst aufgestellt werden, an welchem sich die Ranken hochziehen können.-

Gartenbista-Tipp: Ein gen Westen oder Südwesten gelegener Standort ist optimal.

Boden

Clematis mögen keine Staunässe und benötigen demzufolge ein durchlässiges Substrat. Dieses kann mithilfe von Sand- oder Kiesbeimengungen optimiert werden. zu viel Sand ist jedoch wiederum ebenfalls nicht ratsam, da dort wiederum Wasser und Nährstoffe nicht lange gespeichert werden können. Sollte der Boden so gar nicht geeignet sein, besteht immer noch die Möglichkeit, die Clematis in einem großen Pflanzgefäß zu kultivieren.

Gartenbista-Tipp: Unten in das Pflanzloch beziehungsweise den Kübel Kies als Drainage geben.

Clematis pflanzen auf dem Balkon?

Da sich die Weinreben auch im Pflanzgefäß kultivieren lässt, kann sie durchaus auch auf dem Balkon gehalten werden. Bei der Kübelhaltung sind jedoch einige zusätzliche Kriterien zu beachten:

  • Pflanzgefäß muss ausreichend groß und stabil sein und unten Löcher haben
  • Ideal ist ein Kübel aus natürlichen Materialien
  • Unten in das Gefäß eine Drainage legen
  • Zwingend ein Rankgitter installieren
  • Auch im Kübel für schattige Füße sorgen, beispielsweise durch Unterpflanzung mit kleineren Gewächsen
  • Alle drei bis vier Jahre in frisches Substrat umtopfen
  • Im Winter vor Frost schützen

Wann ist die optimale Pflanzzeit?

Nicht nur der richtige Standort ist beim Clematis Pflanzen und Kultivieren von Bedeutung. Auch die Pflanzzeit sollte genau eingehalten werden. Die Waldrebe mag es nicht, in zu kalte Böden eingesetzt zu werden, da sie es ansonsten nicht schafft, ein stabiles Wurzelwerk auszubilden. Temperaturen zwischen 14°C und 22°C sollte die Erde haben. Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass dies in den Sommer- beziehungsweise Herbstmonaten der Fall ist. Der Zeitraum von August bis Oktober wird somit als ideale Pflanzzeit angesehen.

Doch nicht nur die Bodentemperatur sollte beachtet werden, sondern auch die äußeren Witterungsbedingungen: in langen Trockenperioden sowie bei starker Hitze sollte man keine Clematis pflanzen. Gemäßigte Temperaturen hingegen sind ideal. Auch kleine Regenschauer sind nicht hinderlich, sondern fördern sogar ein schnelles Einwachsen der Pflanze.

Vor den Eisheiligen?

Wenn im April oder Anfang Mai die Temperaturen längerfristig so warm gewesen sind, dass sich der Boden auf die gewünschten 14°C – 22°C erwärmt hat, kann man auch vor den Eisheiligen Clematis pflanzen. Dies sollte jedoch nur in äußersten Notfällen geschehen, da es hierzulande relativ unwahrscheinlich ist, dass der Boden zu diesem Zeitpunkt bereits dauerhaft solche Temperaturen aufweist.

Anleitung zum Clematis Pflanzen

  • Clematis pflanzen
    Clematis pflanzen

    Clematis mitsamt ihrem Topf für etwa 10 Minuten in einen Eimer Wasser stellen

  • Pflanzloch ausheben, welches etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen ist
  • Aushub gegebenenfalls mit Sand oder Kies vermischen
  • Unten in das Pflanzloch etwas Kies als Drainage legen
  • Waldrebe vorsichtig aus dem Pflanzgefäß nehmen
  • 5 – 7 cm tiefer in das Loch setzen, als sie zuvor gestanden hat (gilt nicht für Wildarten)
  • Loch mit Aushub auffüllen und festtreten
  • Rankhilfe installieren
  • Gut angießen

Abstand

Je nach der zu erwartenden Wuchshöhe und -breite sollte ein Abstand zwischen einem und vier Metern eingehalten werden. Wenn die Clematis in einem Kübel gepflanzt wird, so reichen 30 – 35 cm. Als Faustregel gilt: in ein 30 l großen Gefäß können drei Waldreben gesetzt werden.

Gartenbista-Tipp: Wird die Clematis an einem Wandspalier gepflanzt, so sollte der Abstand zu dieser mindestens 10 – 15 cm betragen.

Richtige Pflege nach dem Pflanzen

Verblühte Waldrebe
Verblühte Waldrebe

Wenn die Waldrebe erst einmal in die Erde gesetzt worden ist, benötigt sie nicht mehr viel Aufmerksamkeit seitens des Hobbygärtners. Zumindest nicht, wenn sie im Freiland kultiviert wird. In Kübelhaltung hingegen ist sie wesentlich pflegebedürftiger.

Gießen

Direkt nach der Pflanzung sollte die Clematis regelmäßig gegossen werden. Danach ist dies bei Pflanzen, die im Freiland kultiviert werden, nur in langen Trockenperioden sowie an heißen Tagen notwendig. Keinesfalls darf sich Staunässe bilden, da diese zum Eingehen der Waldrebe führen würde.

In Kübelhaltung hingegen müssen die Clematis regelmäßig, jedoch mäßig gegossen werden. Vor einer erneuten Wassergabe ist eine Fingerprobe sinnvoll.

Düngung

Im Frühjahr werden Kompost oder Hornspäne in den Boden eingearbeitet, um der Clematis den Start ins Gartenjahr zu erleichtern. Wie bei allen Blühpflanzen kann man auch die Waldrebe während der Blütezeit durch erneute Düngegaben unterstützen. Hierbei wird gelegentlich ein wenig Flüssigdünger zusammen mit dem Gießwasser verabreicht.

Gartenbista-Tipp: Einige Clematis Sorten bevorzugen kalkreiches Substrat. Sie können alle zwei bis drei Jahre ein wenig Kalk in den Boden eingearbeitet bekommen.

Tipps & Tricks

Viele Waldreben enthalten den Giftstoff Protoanemonin, der sowohl für Menschen als auch für Tiere giftig ist. Schon die Berührung mit dem Pflanzensaft kann massive Hautreizungen verursachen. Im Umgang mit den Pflanzen sollten deshalb zwingend Handschuhe und gegebenenfalls sogar eine Schutzbrille getragen werden.

Haustierhalter sollten es sich gut überlegen, ob sie wirklich eine Clematis pflanzen wollen. Ob Katzen, Hunde, Nager: für sämtliche Tiere sind die Weinreben giftig.

 

Symbolgraphiken: © fgsmiles – stock.adobe.com; NATALIA – stock.adobe.com; Maksim Kostenko – stock.adobe.com; evbrbe – stock.adobe.com

 


, Kategorie: Pflanzen

1 Kommentar

  1. Ich wusste bis jetzt nicht, dass man Clematis auch auf dem Balkon pflanzen kann. Für mich waren das immer reine Gartenpflanzen, deswegen habe ich keine. Dieses jahr werde ich mir eine kaufen und in einen Kübel pflanzen. Guter Tipp.

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