Chinesischer Roseneibisch – Pflege, Schneiden & Überwintern

Chinesischer Roseneibisch, Hibiscus rosa-sinensis
Chinesischer Roseneibisch, Hibiscus rosa-sinensis

Der Chinesische Roseneibisch, Hibiscus rosa-sinensis – auch als Hibiskus bekannt – zählt zu den schönsten Zierpflanzen, die hierzulande kultiviert werden können. Leider auch zu den anspruchsvollsten. Für Anfänger im Bereich der Gartengestaltung ist er nicht geeignet, da er sehr pflegeaufwändig ist. Mit dem richtigen Knowhow bezüglich seiner Wünsche jedoch holt man sich mit dem Roseneibisch eine Pflanze ins Haus, an der man viele Jahre lang Freude haben wird.

Chinesischer Roseneibisch, Hibiscus rosa-sinensis – Steckbrief von Gartenbista

Chinesischer Roseneibisch Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: hell; sonnig; warm
  • Boden: nährstoffreich; durchlässig; kalkhaltig
  • Pflanzen: im Frühling
  • Kübelhaltung: möglich
  • Umtopfen: junge Pflanzen alle 1-3 Jahre, ältere alle fünf Jahre
  • Vermehrung: Stecklinge
  • Gießen: regelmäßig; im Winter weniger; Staunässe vermeiden
  • Düngen: April bis August; im Freiland mit Kompost, im Kübel mit Flüssigdünger
  • Mulchen: nach dem Pflanzen
  • Überwintern: winterhart bis -20°C; junge Pflanzen schützen; in Kübelhaltung in helles Winterquartier bringen
  • Schneiden: Erhaltungsschnitt im Frühjahr; Verjüngungsschnitt im Spätsommer
  • Krankheiten: Wurzelfäule
  • Schädlinge: Blattläuse
  • Giftig: nein
  • Heilwirkung: antibakteriell; harntreibend; galletreibend; krampflösend
Roseneibisch Blüte
Roseneibisch Blüte

Wissenswertes über den Roseneibisch

Der Chinesische Roseneibisch, Hibiscus rosa-sinensis, gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Wo er ursprünglich beheimatet ist, bleibt unbekannt, denn die Zierpflanze ist überall in asiatischen Regionen als Zuchtform aufzufinden. Die Vermutung besteht jedoch, dass er aus China stammt, wodurch er seine Bezeichnung erhielt. Hierzulande wird die Zierpflanze auch gerne als „Chinarose“ oder als „Hibiskus“ bezeichnet.

In tropischen sowie subtropischen Gegenden wächst der Chinesische Roseneibisch als Blütenstrauch und wird auch gerne als Heckenpflanze kultiviert. Der immergrüne Strauch erreicht Wuchshöhen zwischen einem und drei Metern.

Hierzulande wird der Roseneibisch als Kübelpflanze kultiviert, da er nicht winterhart ist und bei einer Überwinterung im Freiland zwangsläufig eingehen würde.

Der Hibiskus wird in verschiedenen Ländern symbolisch verwendet. So gilt er in China als Symbol für Ruhm, Pracht und Reichtum, während er in Malaysia die fünf Grundsätze der Nation darstellt und die Nationalblume ist. Doch die interessante Pflanze findet auch ganz weltliche Verwendung: abgesehen von homöopathischen Anwendungen können die Pflanzenteile gegessen werden; auch können die Blüten sehr gut als biologische Lebensmittelfarbe eingesetzt werden.

Chinesischer Roseneibisch Standort: sonnig und warm

In seiner Heimat hat der Roseneibisch ein warmes und sonniges Klima. Um optimal gedeihen zu können, sollte ihm demzufolge auch in heimischen Gärten ein Plätzchen zugewiesen werden, welches diese Kriterien möglichst erfüllt. So sollte der Standort

  • hell,
  • sonnig und
  • warm

sein. Pralle Mittagssonne wird nicht ganz so gut vertragen und sollte deswegen möglichst vermieden werden. Notfalls nimmt der Hibiscus rosa-sinensis auch mit einem Platz im Halbschatten vorlieb, jedoch muss dort mit einer geringeren Blütenbildung gerechnet werden.

Wichtig ist zudem, dass der Standort windgeschützt ist, da die dekorative Zierpflanze Zugluft nicht verträgt.

Chinesischer Roseneibisch braucht nährstoffreichen Boden

Bezüglich der Bodenbeschaffenheit ist der Hibiskus etwas anspruchsvoll: das Substrat sollte

  • nährstoffreich,
  • durchlässig und
  • kalkhaltig

sein.

Gerne darf die Erde etwas feucht sein, jedoch sollte sich keine Staunässe bilden. Auch saure Böden sind nicht optimal.

Gartenbista-Tipp: Roseneibisch an den Rand eines Gartenteiches pflanzen, da dort in der Regel die optimalen Bedingungen herrschen!

Hibiskusblüte, geschlossen
Hibiskusblüte, geschlossen

Roseneibisch richtig pflanzen

Die beste Pflanzzeit für Hibiskussträucher ist das Frühjahr, da sie so bis zum Winter noch genügend Zeit haben, sich einzuwurzeln:

  • Pflanzloch ausheben, welches etwa 1,5-mal so groß wie der Wurzelballen ist
  • Aushub mit Sand vermischen
  • Hibiscus rosa-sinensis einsetzen
  • Pflanzloch mit Aushub auffüllen
  • Gut angießen

Der Eibisch eignet sich hervorragend zur Heckenpflanzung. Werden mehrere Sträucher gepflanzt, so sollte ein Abstand von etwa 50 cm zwischen ihnen eingehalten werden.

Chinesischer Roseneibisch in Kübelhaltung

Der Hibiskus kann sehr gut als Kübelpflanze gehalten werden, solange einige diesbezügliche Tipps beachtet werden:

  • Pflanzgefäß muss unten Löcher haben, durch welche überschüssiges Wasser ablaufen kann
  • Unten in das Gefäß eine Drainage aus Kies oder Blähton einsetzen, die ebenfalls der Verhinderung von Staunässe dient
  • Nährstoffreiche Erde mit etwas Sand mischen
  • Regelmäßig gießen; Staunässe vermeiden
  • Von April bis August alle 2-3 Wochen mit Flüssigdünger versorgen

Hibiscus rosa-sinensis in Kübelhaltung sollte nicht im Freien überwintern, da er dort sehr leicht erfrieren kann. Bevor die ersten Nachtfröste auftreten, wird er ins Haus geholt und dort in ein helles Winterquartier gestellt, in dem Temperaturen zwischen 12°C und 15°C herrschen.

Gartenbista-Tipp: Chinarosen möglichst nicht umstellen oder drehen, da weder die Blüten noch die Blätter es schätzen, sich gen Licht drehen zu müssen.

Roseneibisch regelmäßig umtopfen

Der Hibiskus muss regelmäßig in neues Substrat umgetopft werden. Bei jüngeren Pflanzen hat dies in einem Abstand von einem Jahr bis zu drei Jahren zu geschehen; ältere Pflanzen können bis zu fünf Jahre im selben Substrat verbleiben.

Das Umtopfen sollte grundsätzlich im Frühjahr nach der Winterruhe erfolgen:

  • Hibiskus aus dem Pflanzgefäß nehmen
  • Wurzeln auf Beschädigungen kontrollieren, gegebenenfalls etwas einkürzen
  • Gegebenenfalls ein größeres Gefäß auswählen
  • Frisches Substrat einfüllen
  • Hibiskus in die neue Erde einsetzen
  • Angießen

Chinesischer Roseneibisch Vermehrung durch Stecklinge

Hibiskus lässt sich sehr gut durch Stecklinge vermehren; dies geschieht im März/April:

  • Maximal 8 cm lange Stecklinge schneiden
  • Stecklinge so ins Beet setzen, dass sie komplett mit Erde bedeckt sind

Da eine hohe Bodentemperatur notwendig ist, um eine Verwurzelung zu erreichen, empfiehlt es sich, eine Schicht aus Laub oder Reisig über den Steckling zu legen. Nach einigen Wochen bilden sich die ersten Wurzeln, jedoch dauert es etwa zwei Jahre, bis der Steckling sich zu einem Strauch entwickelt hat.

Hibiskusblüte
Hibiskusblüte

Chinesischer Roseneibisch Pflege Tipps

  • Gießen: Der Hibiskus hat einen hohen Wasserbedarf, der nur in den seltensten Fällen alleine durch Regen abgedeckt wird. Besonders an heißen Tagen muss der dekorative Zierstrauch regelmäßige Wassergaben bekommen. Wichtig ist, dass das Wasser nicht zu kalt ist. Beim Gießen selbst ist darauf zu achten, lediglich um den Roseneibisch herum zu gießen, ohne seine Blätter oder gar die Blüten zu befeuchten. Im Winter dürfen die Wassergaben nicht komplett eingestellt werde.  In Kübelhaltung benötigen die Hibiskuspflanzen ganzjährig regelmäßig Wasser, wobei der Wasserbedarf im Winter geringer ist und die Chinarose erst dann erneut gegossen wird, wenn ihr Substrat trocken ist.
  • Düngen: Von April bis August sollte der Chinesische Roseneibisch alle 2-3 Wochen eine Gabe Kompost bekommen, welcher um die Pflanze herum in den Boden eingearbeitet wird. In Kübelhaltung ist es empfehlenswert, im selben Rhythmus Flüssigdünger zusammen mit dem Gießwasser zu verabreichen.
  • Mulchen: Nach der Pflanzung ins Freiland Rindenmulch um den Hibiskus auftragen. Dieser sorgt nicht nur für eine Speicherung der Feuchtigkeit, sondern auch für eine zusätzliche Nährstoffzufuhr.

Chinesischer Roseneibisch überwintern

Die Chinarosen sind bis etwa -20°C winterhart und können demzufolge in heimischen Gärten problemlos ohne besondere Schutzmaßnahmen überwintern. Dies gilt jedoch nur, wenn sie ausgepflanzt und bereits etwas älter sind. Jüngere Exemplare hingegen sollten vorsorglich gegen Minusgrade geschützt werden. Dies kann mit einer Schicht

  • Laub,
  • Reisig oder
  • Tannenzweigen

geschehen. Alternativ kann auch ein Frostschutzvlies um die Pflanzen gewickelt werden. Zu beachten ist dabei, dass der Stamm grundsätzlich frei bleiben muss.

Sobald die Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen, wird der Winterschutz wieder entfernt. Dies ist insofern zwingend notwendig, als dass es ansonsten leicht zu Schimmelbildung kommen kann.

Wird der Hibiskus im Kübel kultiviert, muss er den Winter in einem hellen Winterquartier verbringen, in dem Temperaturen zwischen 12°C und 15°C herrschen. Während der Überwinterung wird er gelegentlich gegossen, aber nicht gedüngt.

Chinesischer Roseneibisch schneiden

Das Schneiden der Chinarose ist zwingend notwendig, und zwar aus zweierlei Gründen: zum einen fördern Schnittmaßnahmen die Blütenbildung, zum anderen bewahren sie den Zierstrauch vor Vergreisung. Beim Eibisch sollten demzufolge grundsätzlich zwei verschiedene Schnitte durchgeführt werden:

  • Erhaltungsschnitt, der die Blütenbildung fördert
  • Verjüngungsschnitt, welcher der allgemeinen Verjüngung der Pflanze dient

Beim Erhaltungsschnitt, der jährlich im zeitigen Frühjahr noch vor Austrieb der Blüten durchgeführt wird, werden die Triebe des Vorjahres um mindestens ein Drittel eingekürzt. Dies ist insofern notwendig, als dass die Chinarose ihre Blüten ausschließlich an einjährigen Trieben bildet; alte Zweige werden also keine Blüten hervorbringen. Darüber hinaus ist zu beachten:

  • Kranke Triebe entfernen
  • Nach innen wachsende sowie sich kreuzende Triebe entfernen
  • Keinesfalls den Hauptstamm schneiden

Der Verjüngungsschnitt hingegen, der nur alle 2-3 Jahre durchgeführt wird, sorgt für einen buschigen Wuchs und verhindert Vergreisungen.  Er erfolgt im Spätsommer:

  • Steil nach oben wachsende Triebe entfernen
  • Konkurrenztriebe zum Hauptstamm abschneiden

Sollte der Hibiskus einen unregelmäßigen Wuchs aufweisen, kann er radikal zurückgeschnitten werden.

Gartenbista-Tipp: Junge Chinarosen in ihren ersten Lebensjahren stark einkürzen, da dies die Bildung von Trieben anregt.

Chinesischer Roseneibisch, Hibiscus rosa-sinensis
Chinesischer Roseneibisch, Hibiscus rosa-sinensis

Chinesischer Roseneibisch Krankheiten und Schädlinge

  • Wurzelfäule: Steht die Chinarose zu nass, bildet sich Fäulnis, welche wiederum zur Wurzelfäule führt. Sind die Wurzeln matschig und braun, müssen die betroffenen Teile entfernt werden; zudem muss der Boden aufgelockert werden. Zur Verhinderung von Staunässe ist grundsätzlich ein lockerer Boden sinnvoll.
  • Blattläuse: Sehr gerne siedeln sich Blattläuse am Eibisch an. Gegen diese können Hausmittel angewendet werden. Helfen diese nicht, so ist der Einsatz eines speziellen Pflanzenschutzmittels unabdingbar.

Ist der Chinesische Roseneibisch giftig?

Nein, im Gegenteil: seine Blüten werden sehr gerne in der Homöopathie verwendet. Im asiatischen Raum werden die Pflanzenteile sogar verzehrt.

Chinesischer Roseneibisch Heilwirkung

Der Hibiskus ist in der Naturheilkunde eine gerne gesehene Pflanze, die verschiedene positive Eigenschaften aufweist.

  • Abführend
  • Antibakteriell
  • Galletreibend
  • Harntreibend
  • Krampflösend

Unterstützend wird die Chinarose deswegen gerne bei

  • Krämpfen
  • Harnwegserkrankungen
  • Verdauungsbeschwerden

eingesetzt. Äußerlich wirkt der Hibiskus unterstützend bei Hauterkrankungen wie Ekzemen.

Die Anwendung erfolgt in Form von Tee, welcher aus den Blüten hergestellt wird. Diese werden von Juli bis September gesammelt und entweder frisch verarbeitet, oder aber getrocknet. Dann werden sie mit heißem Wasser übergossen und 10 Minuten ziehen gelassen.

Bitte beachten Sie, dass gartenbista-Artikel nicht den fachlichen Rat eines Arztes, Heilpraktikers oder Physiotherapeuten ersetzen können. Außerdem übernehmen weder der Autor noch gartenbista das Risiko für eine Eigenbehandlung aufgrund dieses Artikels.

 

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