Buschwindröschen (Anemone nemorosa) – Steckbrief, Pflanzen & Blütezeit

Buschwindröschen, Anemone nemorosa
Buschwindröschen, Anemone nemorosa

Buschwindröschen (Anemone nemorosa) sind zwar sehr kleine Pflanzen, jedoch tut ihre geringe Größe ihrer Beliebtheit keinen Abbruch: die ursprünglich in Wäldern beheimatete kleine Blühpflanze ist in vielen heimischen Gärten zu finden, da sie nicht nur schöne farbliche Akzente setzt, sondern zudem auch noch pflegeleicht ist. Darüber hinaus zählt das Buschwindröschen zu den Frühblühern, so dass es bereits im zeitigen Frühjahr seinen Besitzer durch den Anblick seiner fröhlichen Blüten erfreut.

Buschwindröschen, Anemone nemorosa – Steckbrief von Gartenbista

Buschwindröschen Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: schattig; Unterpflanzung von Bäumen
  • Boden: feucht; natürlich; nährstoffreich
  • Pflanzen: Herbst; 5 cm tief
  • Aussaat: möglich, jedoch nicht zu empfehlen
  • Vermehrung: Teilung des Rhizoms
  • Gießen: während der Blüte bis zum Einziehen regelmäßig
  • Düngen: Kompost; im Herbst mulchen
  • Schneiden: nicht notwendig
  • Überwintern: winterhart
  • Entfernen: bodennah abschneiden; Rhizome abstechen
  • Krankheiten: Pilze bei Staunässe
  • Schädlinge: Schnecken
  • Giftig: ja, in allen Pflanzenteilen
Buschwindröschen im Frühjahr
Buschwindröschen im Frühjahr

Wissenswertes über das Buschwindröschen

Das Buschwindröschen, Anemone nemorosa, gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und innerhalb derer zur Gattung Windröschen. Es erreicht Wuchshöhen zwischen 15 und 25 cm und ist demzufolge eine eher kleinwüchsige Staude. Beheimatet ist es im gesamten europäischen und asiatischen Raum, wo es in freier Natur als typische Waldpflanze wächst – allerdings ausschließlich weißblühend. Aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit kann die Anemone nemorosa jedoch auch sehr gut im Garten kultiviert werden: ist der richtig Standort gefunden, benötigen die kleinen Pflanzen kaum Pflege und werden dennoch perfekt gedeihen.

Bereits im März bringt das Buschwindröschen seine blauen, weißen, roten oder rosafarbenen Blüten hervor und gilt deswegen als echter Frühblüher. Während andere Pflanzen sich noch in der Winterruhe befinden, sorgt die kleine Anemone somit schon für die ersten fröhlichen Farbtupfer in heimischen Beeten. Diese bleiben für mehrere Wochen bestehen, denn das Buschwindröschen hat eine extrem lange Blütezeit: bis in das späte Frühjahr hinein bildet die kleine Staude immer wieder neue Blüten. Danach sieht man das ganze Jahr nichts mehr von ihr: sie zieht sich komplett in die Erde zurück, bis sie erst im folgenden Frühjahr wieder in Erscheinung tritt.

Buschwindröschen Standort: Bitte schattig!

Da es sich bei der Anemone nemorosa ursprünglich um eine Waldpflanze handelt, fühlt sie sich am wohlsten an Standorten, welche waldähnliche Bedingungen bieten. Das bedeutet, dass sie sehr gerne in schattigen Bereichen gedeiht; notfalls nimmt sie auch mit einem Plätzchen im Halbschatten vorlieb. Ansonsten kann das Buschwindröschen überall dorthin gepflanzt werden, wo ansonsten nicht viele andere Pflanzen gedeihen würden. Optimal ist es, die kleine Staude als Unterpflanzung von Bäumen zu verwenden.

Ob der gewählte Standort der Anemone zusagt, zeigt sie recht deutlich: ist dies der Fall, verwildert sie, so dass sich innerhalb weniger Jahre ein Teppich aus unzähligen kleinen Blüten bilden wird. Gefällt ihr der zugewiesene Platz hingegen nicht, wird sie nur spärlich wachsen und sich nicht weiter ausbreiten.

Buschwindröschen Boden: feucht, aber keine Staunässe

Auch bezüglich der Beschaffenheit des Bodens möchte die kleine Waldpflanze gerne an ihre heimatlichen Gefilde erinnert werden: ein Boden, der

  • feucht,
  • natürlich kultiviert und
  • nährstoffreich

ist, erfüllt diesen Wunsch vollumfänglich. Wichtig dabei ist, dass das Substrat tatsächlich feucht und nicht etwa nass ist; Staunässe verträgt das Buschwindröschen nämlich überhaupt nicht. Die sonst so robuste Pflanze kann von Pilzen befallen werden, welche im schlimmsten Fall sogar zu ihrem Tod führen.

Buschwindröschen, Anemone nemorosa
Buschwindröschen, Anemone nemorosa

Buschwindröschen im Herbst pflanzen

Vor dem Pflanzen sollte ein Blick auf bereits vorhandene Gewächse geworfen werden: es ist sinnvoll, solche Pflanzen als Nachbarn für die Anemone nemorosa zu wählen, welche die kleine Waldstaude nicht beim Bilden ihrer unterirdischen Rhizome stören. Gut geeignete Nachbarn sind beispielsweise Glockenblumen oder Akeleien, da diese identische Standortansprüche haben, jedoch kein Bollwerk unterirdischer Wurzeln bilden.

Im Fachhandel sind die Anemonen in der Regel im Herbst als Wurzelstock erhältlich, und dies nicht ohne Grund: die beste Pflanzzeit für Buschwindröschen ist der Herbst. Der Wurzelstock kommt so in die noch vom Sommer angewärmte Erde, während oberirdische Pflanzenteile nicht vorhanden sind.

Vor dem Pflanzen sollte der Wurzelstock über Nacht in Wasser gelegt werden.

Das Pflanzen selbst ist schnell erledigt:

  • Circa 5 cm tiefe Pflanzlöcher graben
  • Anemone nemorosa einsetzen
  • Mit Erde bedecken
  • Gründlich angießen

Werden mehrere Buschwindröschen in die Erde gesetzt, so sollte ein Anstand von 10 – 15 cm zwischen den einzelnen Pflanzen gelassen werden.

Gartenbista-Tipp: Buschwindröschen in Gruppen pflanzen; je nach Größe der Pflanzen werden 12 – 20 Stück pro Quadratmeter benötigt.

Buschwindröschen Aussaat

Die Anemone nemorosa kann durch Aussaat vermehrt werden, jedoch ist von einem derartigen Procedere abzuraten. Zum einen ist es ausgesprochen mühsam, zum anderen nicht zwingend von Erfolg gekrönt. Für Anfänger im Bereich der Pflanzenvermehrung ist dieses Procedere überhaupt nichts.

Wer es dennoch versuchen möchte, sollte sich im Fachhandel neben dem Saatgut auch sterile Anzuchterde besorgen, denn nur in einem derartigen Substrat werden die Samen angehen.

  • Im Spätherbst Frühbeet mit steriler Anzuchterde füllen
  • Saatgut aussäen, nur leicht mit Erde bedecken
  • Erde gleichmäßig feucht halten; Staunässe vermeiden

Nun bleibt abzuwarten, ob es Frost gibt. Ist dies nicht der Fall, wird das Saatgut nicht keimen, da es sich dabei um Kaltkeimer handelt. Ist der Samen jedoch gefroren gewesen, werden sich im Frühjahr kleine Keimlinge zeigen. Diese müssen pikiert werden, sobald sie zwei Keimblätter gebildet haben.

Dennoch besteht keine Garantie, dass die jungen Anemonen tatsächlich überleben werden: sie werden sehr gerne von Schnecken gefressen oder trocknen aus.

Buschwindröschen Vermehrung durch Teilung

Wer ein bestehendes Buschwindröschen vermehren möchte, der hat sehr viel bessere Erfolgschancen, als es bei der Aussaat der Fall ist:

  • Während der Blütezeit eine Anemone nemorosa ausgraben
  • Mit einem Messer oder Spaten den Wurzelstock teilen
  • Beide Teile wieder einpflanzen

Soll die Anemone während der Blüte nicht gestört werden, kann eine Teilung des Wurzelstocks auch im Herbst vorgenommen werden:

  • Boden nach Wurzelstöcken durchsuchen
  • Wurzel ausgraben
  • Mit einem Messer oder Spaten teilen
  • Beide Teile wieder in die Erde setzen

Grundsätzlich ist es jedoch so, dass das Buschwindröschen seine Vermehrung ganz alleine erledigt, indem es lange Rhizome bildet, die unterirdisch lang kriechen. Überall werden sie Spitzen nach oben treiben, aus denen neue Pflanzen entstehen. Mit etwas Geduld seitens des Gartenbesitzers erledigt sich das Thema der Vermehrung also von selbst…

Weißes Buschwindröschen
Weißes Buschwindröschen

Buschwindröschen Pflege Tipps

  • Gießen: Die Anemone nemorosa verträgt keinen trockenen Boden.; demzufolge muss die Erde immer leicht feucht sein. Ist dies nicht per se gegeben, muss gegossen werden, und zwar regelmäßig. Allerdings ist es nur notwendig, die Buschwindröschen während der Blütezeit mit Wasser zu versorgen. Haben sich die kleinen Waldpflanzen eingezogen, benötigen sie keine Wassergabe mehr.
  • Düngen: Da die Anemone nemorosa einen hohen Nährstoffbedarf hat, muss der Boden regelmäßig mit Humus vermischt werden. Auch ist es empfehlenswert, im Herbst zu mulchen.

Buschwindröschen schneiden?

Es besteht keinerlei Notwendigkeit, ein Buschwindröschen zu schneiden, da es sich nach der Blütezeit ins Erdinnere zurückzieht. Demzufolge entfallen jeglicher Art von Form- sowie Erhaltungsschnitt, was der Anemone nur recht ist: sie wächst am liebsten ungestört und möchte weder berührt und schon gar nicht geschnitten werden.

Die kleinen Anemonen werden jedoch sehr gerne als Schnittblumen in Frühlingssträußen verwendet. Beim Anschneiden der Blütenstängel ist jedoch darauf zu achten, dass diese grundsätzlich vom Rand einer Pflanzengruppe entnommen werden. Anemonen möchten – wie bereits erwähnt – nicht gestört werden, und wenn ihnen aus der Mitte Pflanzenteile entnommen werden, können sie darauf empfindlich reagieren; beispielsweise mit Einstellen der Blüte.

Gartenbista-Tipp: Beim Abschneiden von Anemonen Handschuhe tragen, da die kleinen Pflanzen hautreizende Substanzen abgeben!

Buschwindröschen überwintern

Die Anemone nemorosa ist winterhart und benötigt keinerlei Unterstützung seitens des Gartenbesitzers, um den Winter zu überleben. Ein Winterschutz ist demzufolge nicht notwendig.

Buschwindröschen bilden Blütenteppich
Buschwindröschen bilden Blütenteppich

Buschwindröschen entfernen

Wer einmal eine Anemone nemorosa gepflanzt hat, merkt bald, wie schnell sich diese ausbreitet. Manch ein Gartenbesitzer freut sich sehr über den stetig anwachsenden Blütenteppich – andere hingegen weniger.

Wem die Blütenpracht des Buschwindröschens zu viel wird, muss sich die Mühe machen, die kleinen Pflanzen zu entfernen. Möglich ist es; einfach jedoch nicht:

  • Sämtliche ungewollten Buschwindröschen kurz über dem Boden abschneiden
  • Unterirdische Wurzelstöcke abstechen
  • Wurzelstöcke ausgraben und vernichten (nicht auf dem Kompost!)

Das Procedere ist mühsam, da sich die Anemone an einer anderen Stelle wieder aus dem Rhizom, emporranken wird. So bleibt dem Hobbygärtner nichts Anderes übrig, als sämtliche Rhizome zu entfernen, welche ihm ein Dorn im Auge sind.

Buschwindröschen Krankheiten und Schädlinge

Die robusten Pflanzen sind gegenüber Krankheiten ausgesprochen resistent. Lediglich bei Staunässe kann es zu Pilzerkrankungen kommen.

Schnecken sind die einzigen Schädlinge welche gefährlich für die Buschwindröschen werden können – allerdings nur für deren oberirdischen Pflanzenteile. An die in der Erde gelegenen Wurzelstöcke kommen die Schnecken nicht heran, so dass in der Regel keine Notwendigkeit besteht, gegen sie mit einem speziellen Pflanzenschutzmittel vorzugehen.

Ist das Buschwindröschen giftig?

So schön die kleine Anemone nemorosa aussieht, so giftig ist sie auch, und zwar in sämtlichen Pflanzenteilen. Sie enthält diverse Giftstoffe, unter anderem Protoanemonin, die haut- und schleimhautreizend sind, und welche für Haustiere stark gesundheitsschädigend sein können. Tierbesitzer sollten unbedingt darauf achten, dass ihre Haustiere keine Pflanzenteile verzehren.

Beim Kultivieren des Buschwindröschens sollten Handschuhe getragen werden, um ungewollten Kontakt mit den Giftstoffen zu vermeiden.

 

 

Graphiken: © EBFoto – Fotolia.com; jojoo64 – Fotolia.com; M. Schuppich – Fotolia.com; sichkarenko_com – Fotolia.com; romayanu – Fotolia.com


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