Buchenhecke schneiden – so gelingt der richtige Schnitt

Buchenhecke schneiden
Buchenhecke schneiden

Viele Gartenbesitzer umzäunen ihr Grundstück mit einer Buchenhecke. Diese sieht nicht nur ausgesprochen dekorativ aus, sondern bietet zudem auch zahlreichen heimischen Gartenvögeln Unterschlupf und Schutz. Damit solche eine Hecke über viele Jahre und Jahrzehnte bestehen bleibt, benötigt sie etwas Pflege, vor allem aber den richtigen Schnitt. Was ist beim Buchenhecken Schneiden zu beachten? Und wie gelingt der richtige Schnitt?

Warum man die Buchenhecke schneiden sollte

Hecken, die nicht, unregelmäßig oder falsch geschnitten werden, bekommen schnell eine unschöne Optik. Dies ist in der Regel seitens ihres Besitzers nicht gewünscht, so dass dies alleine schon Grund genug ist, zum Schneidwerkzeug zu greifen. Doch nicht alleine das Aussehen ist relevant für einen Schnitt: er dient auch der Verjüngung der Pflanzen. Sie verkahlen nicht so schnell und die Hecke wächst blickdicht.

Zeitpunkt – wann und wie oft ist es erlaubt?

Auch, wenn manch ein Gartenbesitzer am liebsten das ganze Jahr über im Freien verbringen und dort mucken möchte: es ist nicht so, dass es immer erlaubt ist, Buchenhecken zu schneiden.

Frühjahr, Sommer Herbst, Winter

  • Grundsätzlich ist es so, dass starke Rückschnitte bei Buchenhecken am besten durchgeführt werden, wenn sich die Pflanzen in der Winterruhe befinden, also im späten Winter beziehungsweise zeitigen Frühjahr. Der gewählte Tag muss frostfrei und trocken sein.
  • Im Sommer werden lediglich kleine, äußere Triebe entfernt. Wichtig dabei ist dass dieser Schnitt nicht an einem sehr sonnigen Tag stattfindet, da es ansonsten durch die Sonneneinstrahlung zu Verbrennungen an Pflanzenteilen kommen könnte.
  • Im Herbst ist kein Schnitt erforderlich. Einzige Ausnahme: im Pflanzjahr. Dann können Buchenhecken einen Formschnitt bekommen.

Achtung: In der Zeit vom 01. März bis 30. September besteht die Brut- und Setzzeit, welche dem Schutz einheimischer Vögel gilt, die am Brüten sind. Währenddessen ist ein starker Rückschnitt nicht gestattet: lediglich die äußeren Triebe werden gekürzt.

Schnitttermine

  • Februar: Zeit für einen radikalen Rückschnitt an einem frostfreien, trockenen Tag
  • Mai: wer zweimal jährlich einen Formschnitt durchführen möchte, bei dem die äußeren Triebe gekürzt werden, sollte dies das erste Mal im Mai erledigen.
  • Juni: nach Johanni (24. Juni) legt die Buche eine Vegetationspause ein. Dies ist eine sehr gute Gelegenheit für einen kleinen, einmaligen Formschnitt, bei dem die äußeren Triebe etwas gekürzt werden.
  • August: sollte die Buchenhecke zweimal im Jahr in Form geschnitten werden, so ist der August dafür prädestiniert
  • September: falls der August nur heiße, sonnige Tage zu bieten hatte, kann jetzt noch ein Formschnitt gemacht werden
  • Oktober/November: junge Buchenhecken werden, im Jahr ihrer Pflanzung, erstmalig geschnitten

Was ist bei Frost?

Es ist nicht ratsam, Buchenhecken bei Frost zu schneiden. Dieser kann irreparable Schäden an den Pflanzen verursachen, so dass die gesamte hecke in Gefahr ist.

Nicht bei Sonne schneiden!

Ebenso wenig wie bei Frost sollte die Buchenhecke bei Sonne geschnitten werden: durch Entfernen von Pflanzenteilen werden andere an die Oberfläche gebracht, die kein Licht und keine Sonne gewöhnt sind. Aufgrund dessen kann es leicht zu Verbrennungen an den Pflanzen kommen, welche nicht nur unschön aussehen, sondern zudem noch das Leben der betroffenen Buchen bedrohen.

Optimal zum Buchenhecke Schneiden ist demzufolge ein trockener, frostfreier, bedeckter Tag, an dem Temperaturen von mindestens 5°C herrschen.

Anleitung: Schnittarten

Gemeinhin wird immer von „Hecke Scheiden“ oder „Buchenhecke Schneiden“ gesprochen. Doch verallgemeinern lässt sich der Schnitt eigentlich nicht, denn es gibt verschiedene Methoden und Techniken, die angewendet werden können.

Rechteckig oder trapezförmig schneiden?

Häufig werden Buchenhecken schnurgerade geschnitten – und das auch noch mit einer ebenen Oberfläche. Sinnvoll ist diese Methode nicht: Triebe und zweige, die sich im Inneren der Hecke befinden, bekommen so weder ausreichend Licht noch Luft, was wiederum dazu führt, dass die Hecke verkahlt.

Wird eine Hecke hingegen trapezförmig geschnitten (oben breiter als unten; spitz zulaufend), erreichen die Sonnenstrahlen selbst die untersten Pflanzenteile, wodurch Verkahlungen vermieden werden. Auch kann auf einer ebenen Oberfläche Schnee liegenbleiben, der aufgrund seines Gewichtes häufig ursächlich dafür ist, dass Pflanzenteile abbrechen. Bei einer trapezförmigen Hecke ist dies nicht möglich.

Von unten nach oben schneiden

Buchenhecken werden in der Regel von unten nach oben geschnitten, und zwar immer, sofern elektrische Heckenscheren benutzt werden. Der Grund  hierfür ist simpel: wird eine Heckenschere von oben nach unten geführt, so verbleibt das Grüngut, welches abgeschnitten worden ist, an den Seiten der Hecke.

Pflicht ist diese Richtung allerdings nicht: es bleibt jedem Gartenbesitzer selbst überlassen, in welche Richtung er seine Hecke schneiden möchte – seitens der Pflanze macht dies keinen Unterschied.

Darf man die Buchenhecke radikal kurz schneiden?

Buchen sind im Allgemeinen sehr schnittverträglich und kommen auch mit starken Rückschnitten gut zurecht. Gelegentlich kann es notwendig sein, die Buchenhecke radikal zurückzuschneiden. Dies ist der Fall, wenn sie

  • zu hoch und/oder breit geworden oder
  • krank ist,

oder zur allgemeinen Verjüngung der Hecke. Ein derartiger Schnitt wird das Wachstum extrem angeregt.

Auch im Jahr der Pflanzung ist ein radikaler Schnitt sinnvoll, da dieser zu einer schnelleren Verzweigung der Triebe führt.

Im Herbst oder Februar werden sämtliche Triebe, die sich bis dahin noch nicht verzweigt haben, bis auf drei Augen, also circa 30 cm, eingekürzt. Zusätzlich wird das gesamte abgestorbene Holz direkt an der Basis abgeschnitten.

So wird die Hecke schön dicht

Wird eine Buchenhecke regelmäßig geschnitten, bildet sie viele Verzweigungen. Diese führen dazu, dass sie schön dicht wird.

Buchenhecke auf die gewünschte Höhe schneiden

In der Praxis ist es leider so, dass es kaum einem Hobbygärtner gelingen wird, ohne Hilfsmittel die Hecke gerade sowie auf die gewünschte Höhe zu schneiden. Schnell schleicht sich die eine oder andere Welle beziehungsweise Delle ein, was die Optik erheblich stört. Von daher ist es sinnvoll, eine Richtschnur zu spannen:

  • Am Anfang und Ende der Hecke einen Stock in die Erde rammen
  • Bei sehr langen Hecken zusätzlich dazwischen einen oder mehrere Stöcke verwenden
  • Zwischen den Stäben eine Schnur in der Höhe spannen, die die Hecke nach dem Schnitt haben soll

Achtung: Zunächst müssen die Seiten geschnitten werden, bevor die Hecke oben gekürzt werden kann!

Buchenhecke durch regelmäßiges Schneiden in Form bringen

Es kann nicht oft genug betont werden: nur, wenn eine Buchenhecke regelmäßig geschnitten wird, bekommt sie eine schöne, dichte und üppige Form. Wichtig ist, dass dies von Anfang an geschieht: innerhalb fünf bis sechs Jahren vergreist eine ungeschnittene Hecke – zu retten ist sie dann nur noch durch einen Radikalschnitt.

Buchenhecke auf Stock schneiden

Heckenpflanzen, die aus ihrem alten Stumpf (=Stock) austreiben, müssen auf Stock geschnitten werden. Dies bedeutet, dass sie um zwei Drittel ihrer ursprünglichen Größe gekürzt werden. Es handelt sich dabei um eine radikale Schnittform, welche alle sechs bis acht Jahre angewendet werden soll. Keinesfalls öfter, da es sich bei dieser Methode um einen sehr radikalen Schnitt handelt. Zwar erholen sich Buchen wieder von solch einem Kahlschlag, jedoch wird es einige Jahre dauern, bis sie wieder ihre vorherige Höhe erreicht haben.

Neu gepflanzte junge Buchenhecke nach Pflanzung schneiden

Wird eine Hecke neu gepflanzt, so ist es sinnvoll, im Herbst des Pflanzjahres den ersten Schnitt anzusetzen. Dieser dient der Anregung des Wachstums und der Verzweigung. Dabei werden vorzugsweise jene Triebe gekürzt, die stark nach außen wachsen.

Alte Buchenhecke schneiden

Ob es bei einer alten Buchenhecke ausreichend ist, einen Verjüngungsschnitt vorzunehmen, oder ob gleich ein radikaler Rückschnitt notwendig ist, hängt von der individuellen Beschaffenheit ab. Ist die betreffende Hecke bereits stark vergreist und/oder verkahlt, sollte die radikale Maßnahme durchgeführt werden.

Steht die Hecke jedoch noch buschig und dicht belaubt da, so kann ein Verjüngungsschnitt ausreichend sein:

  • Vorder- und Rückseite der Hecke schneiden
  • Schmale Seiten einkürzen
  • Richtschnur spannen
  • Hecke auf die gewünschte Höhe einkürzen

Schnittwerkzeuge per Hand oder elektrisch?

Wenn es sich bei der Buchenhecke um ein älteres Exemplar handelt, so wird sie sicherlich sehr dicke Äste entwickelt haben. Diese lassen sich nicht mit einer Heckenschere bearbeiten, sondern nur mit einer Säge.

Für den Form- beziehungsweise Verjüngungsschnitt im Februar bietet es sich an, eine elektrische Heckenschere zu verwenden. Mit dieser lassen sich kleine Zweige und etwas dickere Triebe problemlos entfernen; zudem erhält man eine gleichmäßige, gerade Form.

Werden im Sommer kleinere Pflanzenteile entfernt, sollte kein elektrisches Werkzeug verwendet werden. Wenn Vögel in der Hecke nisten, würde der Lärm sie unnötig aufschrecken. Von daher ist eine Handgartenschere die bessere Wahl.

Grundsätzlich gilt:

  • Schnittwerkzeuge müssen scharf sein. Ist dies nicht der Fall, kommt es zu Verletzungen an den Pflanzenteilen, durch die Pilze ins Innere eindringen können.
  • Werkzeuge müssen zwingend sauber sein. Sowohl vor dem Schneiden als auch danach ist eine sorgfältige Reinigung absolut notwendig. Sind die Geräte verunreinigt, besteht die große Gefahr, dass Bakterien, Pilze und andere Krankheiten auf die Pflanzen übertragen werden.

Pflege der Buchenhecke nach dem Schnitt: Düngen?

Wenn eine Buchenhecke frisch geschnitten worden ist, hat sie einen erhöhten Wasserbedarf. Demzufolge müssen die Pflanzen nach dem Schnitt sehr gründlich und sorgfältig gewässert werden.

Manch ein Gartenbesitzer meint es zu gut und möchte seine Buchen gleich düngen. Davon ist jedoch abzuraten: nach dem Rückschnitt sollten sich die Pflanzen erst einmal ein paar Tage erholen, bevor ihnen Dünger verabreicht wird. Ausnahme besteht jedoch bei Kompost: dieser darf sofort nach dem Schneiden verabreicht werden!

Buchenhecke schneiden Video von YouTube

Hier wird veranschaulicht, wie eine Buchenhecke geschnitten wird:

Gartenbista-Tipps & Tricks

  • Vor dem Schneiden kontrollieren, ob sich im Inneren der Hecke bewohnte Vogelnester befinden. Ist das der Fall, sollte der Schnitt auf einen späteren Zeitpunkt vertagt werden.
  • Schnittgut nicht auf der Hecke liegen lassen! Dort verursacht es Schatten und behindert zudem den frischen Austrieb.
  • Herabgefallenes Schnittgut unter den Heckenpflanzen belassen, da es sich ausgezeichnet zum Mulchen eignet.
  • Beim Arbeiten Handschuhe tragen! Die Verletzungsgefahr beim Hecke Schneiden ist nicht gerade gering.

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Graphik: © by-studios – Fotolia.com


, Kategorie: Pflanzen

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