Bodendeckerrosen – Pflanzzeit, Pflanzabstand & Schneiden

Bodendeckerrosen, Flächenrosen
Bodendeckerrosen, Flächenrosen

Keine andere Pflanze erfreut sich in heimischen Gärten größerer Beliebtheit als die Rose; innerhalb dieser Spezies sind die Bodendeckerrosen diejenigen, die derart pflegeleicht sind, dass sie auch für Anfänger im Bereich der Gartengestaltung bestens geeignet sind. Bodendeckerrosen besitzen lange Triebe, die – wie sich unschwer erraten lässt – sich über den Boden schlängeln. An ihrem Ende sitzen die Blüten, die in der Regel ihre Hauptblütezeit im Juni haben. Werden bei der Kultivierung dieser Rosen einige Tipps beachtet, wird der Gartenbesitzer viele Jahre lang Freude an ihnen haben.

Bodendeckerrosen Steckbrief von Gartenbista

Bodendeckerrosen – Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: sonnig; hell; luftig; keine Zugluft
  • Boden: humos; nährstoffreich; durchlässig; tiefgründig
  • Kaufen: gesunde, kräftige, unbeschädigte Pflanzen
  • Pflanzen: Herbst
  • Vermehrung: Samen; Absenker; Stecklinge
  • Gießen: im ersten Jahr regelmäßig, danach nur noch bei Bedarf
  • Düngen: April bis Juli alle 4-6 Wochen mit Langzeitdünger
  • Bodenpflege: Boden regelmäßig auflockern
  • Mulchen: Rindenmulch oder Rasenschnitt um die Pflanzen verteilen
  • Ausputzen: einmal wöchentlich verblühte Blüten sowie vertrocknete Pflanzenteile entfernen
  • Schneiden: einmal wöchentlich verwelkte und abgestorbene Pflanzenteile; im Frühjahr Rückschnitt; alle 4-5 Jahre Radikalschnitt
  • Überwinterung: anhäufeln; Tannenreisig
  • Krankheiten: Mehltau; Grauschimmel; Rosenrost; Sternrußtau
  • Schädlinge: Blattläuse; Rosenzikaden
Gelbe Bodendeckerrosen
Gelbe Bodendeckerrosen

Wissenswertes über Bodendeckerrosen

Bodendeckerrosen sind auch unter den Bezeichnungen „Kleinstrauchrose“ oder „Flächenrose“ bekannt. Sie gehören zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae), bilden innerhalb derer jedoch keine eigenständige Rosengruppe, sondern setzen sich aus Sorten anderer Gruppen zusammen.

Bodendeckerrosen erreichen Wuchshöhen zwischen 30 cm und 1 m und bilden lange Triebe, welche sich über dem Boden ausbreiten. Dadurch schließen sie nicht nur ungewollte Lücken in den Beeten, sondern unterdrücken auch Unkraut. Die Wuchsform selbst kann verschiedenartig gegeben sein:

  • Flach niederliegend,
  • buschig breit oder
  • weit überhängend.

Die Hauptblütezeit der Bodendeckerrosen liegt im Juni; die meist gefüllten Blüten selbst erscheinen in vielen verschiedenen Farben und stehen entweder in Büscheln oder einzeln an den Triebenden.

Da die Kleinstrauchrosen sehr pflegeleicht sind, werden sie nicht nur in heimische Gärten, sondern auch sehr gerne in öffentlichen Anlagen kultiviert. Dort gedeihen sie nahezu ohne menschliche Hilfe – und erfreuen den Betrachter mit ihrem Anblick und Insekten mit ihrem Nektar, denn diese Rosen stellen für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge eine wichtige Nahrungsquelle dar.

Bodendeckerrosen Sorten

  • Amber Sun, cremegelb, breit buschig wachsend, 60 x 50 cm
  • Apache, rot, breit buschig wachsend, 60 x 80 cm, öfterblühend
  • Aspirin, weiß, leicht rosa, buschig wachsend, 60 x 80 cm
  • Blühwunder, pink, breiter, buschiger Wuchs, 80 x 80 cm
  • Cubana, cremegelb, breit buschig wachsend, 50 x 50 cm
  • Diamant, weiß, breit buschig wachsend, 50 x 60 cm
  • Escimo, weiß, breit buschig wachsend, 60 x 80 cm
  • Heidefeuer, leuchtend rot, straff aufrecht wachsend, 50-60 cm
  • Juanita, rosa, breit buschig wachsend, 1m x 80 cm, öfterblühend
  • Knirps, pink, flach niederliegend, 60 x 30 cm, öfter blühend
  • Larissa, hellrosa, breit buschig wachsend, 70 x 80 cm
  • Loredo, gelb, straff aufrechter Wuchs, 60-70 cm
  • Medeo, weiß mit rosa Blattspitzen, flach niederliegend, 80 x 60 cm
  • Purple Haze, violett, flach niederliegend, 80 x 30 cm
  • Purple Roadrunner, pink, breit buschiger Wuchs, 70 x 70 cm, öfter blühend
  • Sorento, leuchtend rot, buschig, 60 x 80 cm

Bodendeckerrosen Standort: sonnig und hell

Um optimal gedeihen zu können, benötigen Bodendeckerrosen einen möglichst sonnigen Standort. Notfalls nehmen sie auch mit einem Plätzchen im Halbschatten vorlieb, solange dieses hell ist. Ohne ausreichende Lichteinflüsse werden sich die Rosen nicht entwickeln können.

Auch muss am Standort eine gewisse Luftzirkulation herrschen. Diese ist insofern notwendig, als dass Regen oder Tauwasser von den Pflanzenteilen schneller abtrocknen kann. Dabei ist jedoch zwingend darauf zu achten, dass keine Zugluft besteht, da diese von den Bodendeckerrosen überhaupt nicht vertragen wird.

Bodendeckerrosen brauchen nährstoffreichen Boden

Bezüglich der Bodenbeschaffenheit sind die Bodendeckerrosen ein wenig anspruchsvoll. Es sollte

  • humos,
  • nährstoffreich,
  • durchlässig und
  • tiefgründig

sein. Sind derartige Gegebenheiten nicht vorhanden, so muss der Boden entsprechend aufbereitet werden. Sinnvoll ist es in jedem Fall, vor der Pflanzung Kompost unter die Erde zu mischen, um den Nährstoffansprüchen der Flächenrosen gerecht zu werden.

Bodendeckerrose als Containerware
Bodendeckerrose als Containerware

Worauf ist beim Bodendeckerrosen Kaufen zu achten?

Die Kleinstrauchrosen sind sowohl als Containerware als auch als wurzelnackte Pflanzen im Handel erhältlich.  Für welche sich individuell entschieden wird, obliegt dem Gartenbesitzer selbst; wichtig ist nur, dass die Rosenpflanzen folgende Kriterien erfüllen:

  • Rinde muss unverletzt und glatt sein
  • Triebe und Blätter müssen unbeschädigt, grün und fest sein
  • An der Rose dürfen sich keine verfaulten Stellen befinden
  • Die Veredelungsstelle muss sauber verwachsen sein
  • Die Augen sollten gut ausgebildet sein

Handelt es sich um wurzelnackte Ware, so sollten die Wurzeln ebenfalls kontrolliert werden. Sie dürfen keinerlei Beschädigungen oder Faulstellen aufweisen und sollten kräftig sein.

Gartenbista-Tipp: Besonderes Augenmerk auf das Blattwerk legen. Weisen die Blätter Flecken auf, ist von dem Kauf dieser Pflanze abzuraten.

Bodendeckerrosen im Herbst pflanzen

Obwohl auch eine Frühjahrspflanzung möglich wäre, ist die optimale Pflanzzeit für Flächenrosen der Herbst:

  • Wurzelballen wurzelnackter Pflanzen für 24 Stunden in einen Wassereimer stellen
  • Boden auflockern, gegebenenfalls aufbereiten
  • Pflanzloch so ausheben, dass rund um die Wurzel eine Handbreit Platz bleibt
  • Aushub mit Kompost vermischen
  • Wurzeln auflockern
  • Rosenstock so tief einsetzen, dass sich die Veredelungsstelle circa 5 cm unter der Erdoberfläche befindet
  • Pflanzloch auffüllen
  • Erde vorsichtig festtreten
  • Gießrand anlegen
  • Gründlich angießen

Werden mehrere Bodendeckerrosen gesetzt, so sollte ein Pflanzabstand von 40 cm bis 100 cm zwischen den einzelnen Pflanzen gelassen werden.

Gartenbista-Tipp: Grundsätzlich mindestens drei Flächenrosen zusammen in ein Beet pflanzen, da so ihre Optik besonders gut zur Geltung kommt.

Bodendeckerrosen Vermehrung

Flächenrosen lassen sich auf drei verschiedene Arten vermehren:

  • Samen
  • Absenker
  • Stecklinge

Es muss allerdings erwähnt werden, dass es eher ungewöhnlich ist, Bodendeckerrosen zu vermehren, und auch nicht zwangsläufig von Erfolg gekrönt.

Die Vermehrung durch Samen ist nur bei denjenigen Sorten möglich, die Hagebutten und somit Saatgut bilden. Dieses wird im Frühjahr direkt an den gewünschten Standort in die Erde gesteckt und leicht feucht gehalten.

Soll die Rose durch Absenker vermehrt werden, wird ein geeigneter Trieb ausgewählt, auf den Boden gelegt und mit Erde bedeckt. Gegebenenfalls wird er noch mit einem Stein beschwert. Nun dauert es einige Monate, bis sich Wurzeln gebildet haben. Ist dies der Fall, wird die junge Pflanze von der Mutterpflanze abgetrennt, ausgegraben und an dem gewünschten Standort eingepflanzt.

Für die Stecklingsvermehrung wird ein weicher, etwa 15-20 cm langer Trieb ausgewählt. Dieser wird in den unteren zwei Dritteln von den Blättern befreit und in die Erde gesteckt. Wichtig ist, das Substrat immer leicht feucht zu halten.

Bluehende Bodendeckerrosen
Bluehende Bodendeckerrosen

Bodendeckerrosen Pflege Tipps

  • Gießen: Da die Bodendeckerrosen Tiefwurzler sind, müssen sie nur bei anfallender Trockenheit gegossen werden. Ausnahmen bestehen lediglich bei Pflanzen in ihrem ersten Jahr im Freien: sie haben einen erhöhten wasserbedarf und sollten regelmäßig gegossen werden. Beim Gießen ist unbedingt darauf zu achten, dass kein Wasser auf die Blätter und Blüten gerät, da dies zu Fäulnis und Pilzerkrankungen führen kann.
  • Düngen: In der Zeit von April bis Juli sollten die Bodendeckerrosen alle 4-6 Wochen eine Gabe Langzeitdünger bekommen.
  • Bodenpflege: Da Rosenwurzeln ein lockeres Substrat bevorzugen, sollte der Boden regelmäßig aufgelockert werden.
  • Mulchen: Um die Pflanzen eine Mulchschicht auftragen; diese sorgt für eine optimale Wasserspeicherung. Sehr gut geeignet sind neben Rindenmulch Rasenschnitt sowie geschredderte Gartenabfälle.
  • Ausputzen: Einmal wöchentlich verblühte Blüten sowie beschädigte und kranke Pflanzenteile entfernen.

Bodendeckerrosen richtig schneiden

Während der Hauptvegetationszeit sollte die Bodendeckerrose einmal wöchentlich von Altlasten befreit werden:

  • Verblühte Blüten abschneiden
  • Vertrocknete und kranke Pflanzenteile entfernen

Darüber hinaus muss im Frühjahr ein gezielter Rückschnitt erfolgen, der dazu dient, den lockeren Wuchs der Pflanzen zu erhalten sowie die Blütenbildung anregt:

  • Geschnitten wird 5 mm schräg über einer nach außen wachsenden Knospe
  • Seitentriebe entfernen
  • Wildtriebe abschneiden
  • Abgestorbene Pflanzenteile entfernen

Alle 4-5 Jahre einen radikalen Rückschnitt durchführen, bei dem sämtliche Pflanzenteile auf 20 cm eingekürzt werden!

Gartenbista-Tipp: Beim Abschneiden verblühter Blüten zwei darunterliegende Laubblätter mit entfernen, da dies die Knospenbildung anregt!

Bodendeckerrosen überwintern

Die Flächenrosen sind zwar winterhart, sollten aber dennoch vor kalten Temperaturen geschützt werden:

  • Vor Frosteintritt die Pflanzen 20 cm anhäufeln
  • Sehr gut geeignet ist Kompost oder Rindenmulch
  • Tannenreisig um die Pflanzen stecken

Wichtig ist, den kompletten Winterschutz bereits in der zweiten Märzhälfte zu entfernen, damit sich die Bodendeckerrosen gut entwickeln können.

Kleinstrauchrosen
Kleinstrauchrosen

Bodendeckerrosen Krankheiten und Schädlinge

  • Pilzerkrankungen: Stehen die Rosen zu dicht, werden ihre Blätter zu nass und/oder herrscht keine ausreichende Luftzirkulation, sind Bodendeckerrosen etwas anfällig für Pilzerkrankungen wie Mehltau oder Grauschimmel. Diese können mit einem Hausmittel bekämpft werden; sollte dies erfolglos bleiben, muss ein spezielles Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.
  • Rosenrost: Gelbliche und rötliche Flecken an den Blattoberseiten in Verbindung mit dunklen Pusteln an den Blattunterseiten deuten auf Rosenrost hin. Auch diese Pilzerkrankung sollte mit einem speziellen Pflanzenschutzmittel bekämpft werden.
  • Sternrußtau: Kleine dunkle Flecken auf den Blättern deuten auf Sternrußtau hin. Vergilben die Blätter schnell und fallen ab, so ist dies das beste Indiz für diese Pilzerkrankung, welche ebenfalls mit einem Fungizid behandelt werden sollte.
  • Blattläuse: Auch Bodendeckerrosen bleiben von Blattläusen nicht verschont. Ist der Befall sehr stark, muss ein spezielles Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.
  • Rosenzikaden: Haben die Blätter der Bodendeckerrose kleine, helle Einstiche und zeigen sich auf deren Unterseite grüngelbe Larven, so deutet dies auf die Anwesenheit von Rosenzikaden hin. Dieser Schädling verursacht starke Schäden am Blattwerk sowie an den Knospen und sollte deswegen umgehend mit einem speziellen Pflanzenschutzmittel bekämpft werden.

 

 

Graphiken: © victoria p – Fotolia.com (2); Andrea Wilhelm – Fotolia.com; Kathleen Rekowski – Fotolia.com; Ingairis – Fotolia.com


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