Blutbuchenhecke – Pflanzen, Schneiden, Krankheiten & Düngen

Blutbuchenhecke
Blutbuchenhecke

Gartenbesitzer, die eine innovative Gartengestaltung praktizieren möchten, sollten sich näher mit der Blutbuche beschäftigen. Dabei handelt es sich um eine Abwandlung der klassischen Rotbuche, die – wie der Name unschwer erraten lässt – stark rot gefärbte Blätter hat. Sehr gerne wird das dekorative Gewächs als Blutbuchenhecke gepflanzt, stellt aber auch als Solitärpflanze einen echten Eyecatcher dar. Die Blutbuchen Pflege ist nicht besonders schwer zu bewerkstelligen; werden einige diesbezügliche Tipps beachtet, wird der Besitzer jahrelang Freude an seinem dekorativen Gehölz haben.

Blutbuche Steckbrief von Gartenbista

Blutbuchenhecke Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: sonnig; halbschattig; notfalls schattig
  • Boden: durchlässig; feucht; frisch; nährstoffreich
  • Pflanzen: bevorzugt im Herbst
  • Vermehrung: Stecklinge; Aussaat
  • Gießen: regelmäßig und mäßig
  • Düngen: März bis Juli 14-tägig mit Kompost oder Hornspänen
  • Mulchen: im Frühjahr mit Gras oder Rindenmulch
  • Schneiden: Frühjahr; eventuell im Spätsommer ein zweites Mal; trapezförmig; kranke Triebe entfernen
  • Überwintern: winterhart
  • Bonsai: Kultivierung als Bonsai möglich
  • Krankheiten: Blattbräune
  • Schädlinge: Buchenblatt-Gallmücke; Buchenwolllaus
Buchenblätter
Buchenblätter

Wissenswertes über die Blutbuche

Die Blutbuche, Fagus sylvatica Atropurpurea, gehört zur Familie der Buchengewächse (Fagaceae) und ist im kompletten mitteleuropäischen Raum anzutreffen. In freier Natur erreichen Blutbuchen Wuchshöhen bis 40 m; werden sie in heimischen Gärten als Hecken oder Solitärpflanzen kultiviert, erreichen sie diese Höhen in der Regel nicht.

Das interessanteste an diesen Gehölzen ist ihre Blattfärbung: tiefrote Blätter zieren die Äste und Zweige einer Blutbuche. Zum Herbst hin verfärbt sich das Blattwerk grünlich, so dass es farblich zu jeder Jahreszeit im krassen Gegensatz zu anderen Gewächsen steht. Im Winter verbleibt das Laub genau wie bei der Rotbuche am Baum und fällt erst im folgenden Frühjahr ab.

Bei richtiger Pflege können Blutbuchen bis zu 200 Jahre alt werden. Ab dem 30. Lebensjahr bilden sie sowohl Blüten als auch die typischen Bucheckern. Handelt es sich bei dem betreffenden Gehölz um ein wurzelechtes, so können die in den Eckern befindlichen Samen zur Vermehrung verwendet werden.

Blutbuche gedeiht an jedem Standort

Bezüglich des Standorts ist die Blutbuche absolut anspruchslos: sie gedeiht sowohl an vollsonnigen Plätzen wie auch im Halbschatten; selbst an einem schattigen Standort kann sie kultiviert werden. Optimal ist jedoch ein sonniges Plätzchen.

Achtung: Die Wahl des Standorts sollte wohlüberlegt sein, da eine einmal gepflanzte Blutbuche nicht mehr umgepflanzt werden sollte!

Blutbuche bevorzugt durchlässigen Boden

Bezüglich des Bodens stellt die Blutbuche schon etwas größere Ansprüche; er sollte

  • durchlässig,
  • feucht,
  • frisch,
  • leicht kalkhaltig und
  • nährstoffreich

sein.

Da eine derartige Bodenbeschaffenheit eher selten zu finden ist, können notfalls einige Abstriche gemacht werden: auch in nährstoffärmeren Böden kann eine Blutbuche gedeihen. Keine Zugeständnisse wird sie hingegen bezüglich zu starker beziehungsweise zu geringer Feuchtigkeit machen: bildet sich Staunässe odertrocknet der Wurzelballen aus, wird das dekorative Gewächs zwangsläufig eingehen.

Bucheckern
Bucheckern

Blutbuchenhecke pflanzen: Was ist zu beachten?

Beim Pflanzen einer Blutbuchenhecke sind zunächst die Ausmaße zu beachten, die dieses Gehölz annehmen kann. Um Schäden an Hauswänden, Zäunen und Dächern zu vermeiden, sollte ein Abstand von mindestens einem Meter zu diesen eingehalten werden. Auch zu anderen Pflanzen muss Platz gelassen werden: als Faustregel gilt, die Hälfte der zu erwartenden Wuchsbreite als Abstand zu lassen.

Achtung: Diese Angaben beziehen sich auf Blutbuchenhecken; wird die Blutbuche als Solitärpflanze gesetzt, sollte mindestens 15 m Abstand zwischen ihr und Gemäuern, Zäunen etc. gelassen werden!

Ist der richtige Standort gefunden worden, kann mit dem Heckenpflanzen begonnen werden.  Dies kann ganzjährig geschehen, solange es frostfrei ist, wobei der Herbst als Pflanzzeitpunkt zu bevorzugen ist. Wurzelnackte Pflanzen sollten grundsätzlich ausschließlich im Herbst in die Erde gesetzt werden.

Pro laufendem Meter werden drei Blutbuchenpflanzen einkalkuliert, sofern es sich um Containerware handelt. Bei Ballenware ist es notwendig, fünf Pflanzen pro Meter einzukalkulieren.

Blutbuchenhecke pflanzen: So geht´s!

Zunächst wird jeweils am Anfang sowie am Ende einer Heckenreihe ein Stab in die Erde gerammt. Zwischen diesen wird eine Schnur gespannt, welche der Pflanzung als Richtlinie dienen soll.

Nun wird ein Pflanzloch gegraben, welches entweder in Form eines Grabens erfolgt, der entlang der Schnur führt, oder aber alternativ für jede Pflanze selbst.

  • Den Aushub mit Kompost und Hornspänen vermischen
  • Pflanzlöcher unten mit einer Drainage aus Kies versehen
  • Sollten die betreffenden Pflanzen wurzelnackt sein, werden die Wurzeln um etwa ein Drittel eingekürzt

Nun werden die Blutbuchenpflanzen so tief in die Erde gesetzt, wie sie zuvor gepflanzt gewesen sind. Danach muss die Erde gut festgetreten und gründlich gewässert werden.

Mit dem Gießen ist jedoch das Blutbuchenhecken Pflanzen noch nicht erledigt: damit die Gehölze schön dicht und üppig wachsen können und kräftig austreiben, ist es unabdingbar, sie zu schneiden. Sämtliche Triebe, die nicht verzweigt sind, werden dabei um die Hälfte eingekürzt.

Gartenbista-Tipp: Gießrand anlegen, welcher verhindert, dass das Gießwasser unkontrolliert davonfließt, anstatt direkt an die Pflanzen zu gelangen.

Blutbuche Vermehrung durch Stecklinge

Wer seine vorhandene Blutbuche vermehren möchte, kann dies ganz leicht mithilfe von Stecklingen tun:

  • Im Frühling 10 – 15 cm lange Triebe abschneiden, die noch nicht verholzt sind
  • Diese Triebe sollten mindestens drei Augen besitzen
  • Blätter vom unteren Drittel des Stecklings entfernen
  • Pflanzgefäße mit einem Torf-Sand-gemisch füllen
  • Substrat gut anfeuchten
  • Jeweils einen Steckling pro Pflanzgefäß setzen

Nun werden die Töpfe an einen warmen, geschützten Platz im Freien gestellt und müssen regelmäßig mit Wasser besprüht werden. Geduld ist gefragt, bis sich Wurzeln bilden: es kann durchaus zwei Monate in Anspruch nehmen, bis der Steckling neue Triebe zeigt, die ein Indiz für eine Bewurzelung sind.

Hat sich ein Wurzelsystem gebildet, kann die junge Blutbuche ins Freiland gepflanzt werden.

Blutbuche Vermehrung durch Aussaat

Alternativ kann eine Purpurbuche auch durch Aussaat vermehrt werden; entsprechendes Saatgut wird aus den Früchten bestehender älterer Exemplare gewonnen. Ab etwa ihrem 30. Lebensjahr bildet die Blutbuche Blüten, aus denen Früchte entstehen: die Bucheckern. Diese sind zwar an den meisten der käuflich erworbenen Pflanzen nicht zu finden, da diese veredelt sind, jedoch haben Blutbuchen in freier Natur ihre Fähigkeit der Samenbildung noch nicht verloren.

Bei diesen Samen handelt es sich um Kaltkeimer; dies bedeutet, dass sie einmal Temperaturen um den Gefrierpunkt ausgesetzt werden müssen, um keimen zu können. Um dies zu gewährleisten, werden die Bucheckern im Herbstzusammen mit feuchtem Sand in eine Plastiktüte gesteckt und für 6-8 Wochen ins Gemüsefach im Kühlschrank gelegt.

  • Kleine Pflanzgefäße (9 cm Durchmesser) mit Anzuchterde füllen
  • Jeweils eine Buchecker in ein Gefäß stecken
  • Gefäße mit Plastikfolie abdecken und an einen warmen, hellen Platz auf die Fensterbank stellen
  • Substrat gleichmäßig feucht halten

Nach einiger Zeit platzen die Bucheckern auf, was das sichere Zeichen dafür ist, dass die sich darin befindenden Kerne zu keimen beginnen: Zunächst werden sich die Keimblätter, später auch die richtigen Buchenblätter zeigen; das Gefäß wird nach und nach durchwurzelt. ist dies geschehen und die jungen Blutbuchen haben eine Größe von 10 – 15 cm erreicht, können sie an den gewünschten Standort ins Freie gepflanzt werden.

Blutbuche im Park
Blutbuche im Park

Blutbuchenhecke Pflegetipps

  • Gießen: Blutbuchen mögen weder zu starke Trockenheit noch Staunässe. Im Sommer sollte sie in langen Trockenperioden regelmäßig aber mäßig gegossen werden; sinnvoll ist es, die Baumscheibe rund um den Stamm gleichmäßig feucht zu halten.
  • Düngen: Von März bis Juli alle 14 Tage mit Hornspänen oder Kompost düngen.
  • Mulchen: Im Frühjahr Gras oder Rindenmulch unter der Blutbuchenhecke verteilen; durch das Mulchen wird das Erdreich feuchtgehalten.

Blutbuchenhecke schneiden

Bis zu 50 cm Zuwachs pro Jahr kann eine Blutbuche schnell ausarten. Damit die Hecke einen optisch ansprechenden Eindruck macht, ist ein regelmäßiges Schneiden unabdingbar. „Regelmäßig“ bedeutet in diesem Falle einmal, gegebenenfalls auch zweimal jährlich:

  • Kurz bevor die Hecke im zeitigen Frühjahr neu austreibt
  • Ende August, sofern die Blutbuchen den Sommer über extrem stark gewachsen sind und so ihre Form verloren haben

Beim Blutbuchenhecke Schneiden ist folgendes zu beachten:

  • Schnitt grundsätzlich parallel zur Hecke ansetzen
  • Von der Spitze bis zur Basis schneiden
  • Blutbuchenhecke trapezförmig schneiden, damit genügend Licht und Sonne in sämtliche Pflanzenteile gelangt

Neben dem Formschnitt ist es wichtig,

  • vertrocknete,
  • kranke sowie
  • verkümmerte

Triebe komplett zu entfernen.

Blutbuche überwintern

Blutbuchen sind in heimischen Regionen winterhart und benötigen keinen speziellen Winterschutz.

Blutbuche, Fagus sylvatica f. purpurea
Blutbuche, Fagus sylvatica f. purpurea

Blutbuche als Bonsai kultivieren

Blutbuchen eignen sich sehr gut zur Haltung als Bonsai; sie können sowohl im Hause als auch im Freiland kultiviert werden. Dabei sind einige Kriterien zu berücksichtigen:

  • Pflanzgefäß wählen, welches ausreichend groß ist und einen Wasserablauf besitzt
  • Drainage unten in das Gefäß legen
  • Bonsaisubstrat aus Lavasplitt, Humus und Akadame zusammenmischen
  • Junge Blutbuche einsetzen
  • Alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr umtopfen
  • Beim Umtopfen Wurzeln einkürzen

Blutbuche Krankheiten und Schädlinge

  • Blattbräune: Diese Pilzerkrankung tritt vor allem bei feuchter Witterung auf. Sie schädigt zwar die Optik der Pflanze, aber nicht deren Gesundheit. Dennoch sollte der Pilz bekämpft werden, und zwar mit einem speziellen Pflanzenschutzmittel.
  • Buchenblatt-Gallmücke: Zeigen sich geleeartige Gebilde auf den Blättern der Blutbuche, so handelt es sich dabei um die Larven der Gallmücken, die sich von dem Saft der Pflanzen ernähren. Große Schäden verursachen die Larven jedoch nicht, so dass eine Bekämpfung nicht zwingend notwendig ist.
  • Buchenwolllaus: Rollen sich die Triebspitzen der Blutbuche ein und verfärbt sie ihre Blätter braun, so könnte die Buchenwolllaus daran schuld sein. Dieser saugende Schädling erzeugt zudem Honigtau, welcher wiederum zu Pilzerkrankungen führen kann. Eine Bekämpfung mit chemischen Mitteln ist jedoch nicht sinnvoll, da dieser Honigtau von anderen Insekten wie Bienen und Ameisen verwendet wird. Besser ist es, die Läuse entweder mit Fressfeinden wie Florfliegen oder aber mit Hausmitteln wie Brennnesselbrühe zu bekämpfen.

 

Graphiken: © Matthias Krüttgen – Fotolia.com; Ingrid Hoffmann – Fotolia.com; J and S Photography – Fotolia.com; Jürgen Hüls – Fotolia.com; Darkage – Fotolia.com


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