Blutbuche (Fagus sylvatica f. purpurea): Baum-Steckbrief

Blutbuche, Fagus sylvatica f. purpurea
Blutbuche, Fagus sylvatica f. purpurea

Die Blutbuche, Fagus sylvatica f. purpurea, zählt zu den imposantesten Laubbäumen in Mitteleuropa, was nicht nur an ihrer Wuchshöhe von 30 m und mehr liegt, sondern vor allem an ihrer wunderschönen Blattfärbung: Blutbuchenblätter sind rötlich und unterscheiden sich somit von den meisten heimischen Gehölzen. Sehr gerne werden diese Zierbäume in Parks oder an Straßenrändern kultiviert, jedoch ist es keine Seltenheit, sie im eigenen Garten zu halten. Wer genügend Platz zur Verfügung hat, wird durch eine Rotbuche sein Grundstück extrem verschönern; die Pflege dieses imposanten Baumes ist im Übrigen gar nicht schwer…

Blutbuche, Fagus sylvatica f. purpurea, Steckbrief von Gartenbista

Blutbuche Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: sonnig; halbschattig; schattig
  • Boden: tiefgründig; nährstoffreich; lehmhaltig; nicht sandig
  • Pflanzen: Herbst
  • Aussaat: Herbst/Winter in Anzuchttöpfen
  • Vermehrung: Triebstecklinge
  • Bonsaikultur: sehr gut möglich
  • Gießen: an heißen Tagen sowie in längeren Trockenperioden; Staunässe vermeiden
  • Düngen: im Frühjahr Langzeitdünger, Blaukorn oder Kompost
  • Mulchen: Frühjahr oder Herbst
  • Schneiden: im Winter; Nebentriebe sowie steil nach oben wachsende Triebe entfernen
  • Überwintern: winterhart
  • Krankheiten: Pilze
  • Schädlinge: Buchenwolllaus; Buchenblatt-Gallmücke
Blutbuchenblaetter im Herbst
Blutbuchenblaetter im Herbst

Wissenswertes über die Blutbuche

Die Blutbuche, Fagus sylvatica purpurea, gehört zur Familie der Buchengewächse (Fagaceae) und innerhalb derer zur Art der Rotbuchen (Fagus sylvatica). Sie ist überall in Mitteleuropa beheimatet.

Blutbuchen können sehr alt werden: 200 Jahre sind keine Seltenheit. Sie erreichen Wuchshöhen zwischen 30 und 40 m, wenn sie als Baum kultiviert werden, wobei sie einen jährlichen Zuwachs bis 45 cm bekommen können. Somit zählen sie zu den schnell wachsenden Gehölzen.

Ab einem Alter von etwa 30 Jahren bilden die Blutbuchen Blüten und daraus Früchte aus: die Bucheckern. In diesen befinden sich kleine Nüsse, welche zur Aussaat verwendet werden können.

Das eigentlich Interessante an dem „Baum des Jahres 1990“ sind seine rötlich gefärbten Blätter: diese Farbe entsteht aufgrund eines fehlenden Enzyms; lediglich bei jungen Pflanzen ist dieses noch vorhanden. Im Laufe eines Jahres verflüchtigt sich die Rotfärbung, so dass zum Herbst hin – wenn alle anderen Laubbäume sich gelb-rot färben –  das Laub grünlich ist.

Nicht nur die Optik macht die Fagus sylvatica purpurea zu einem der beliebtesten Laubbäume, sondern auch die Tatsache, dass sie einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz leisten: heimische Gartenvögel nutzen das dichte Geäst und Laub der Buchen sehr gerne, um dort zu nisten. Zudem ernähren sich viele Wildtiere von den Bucheckern.

Doch nicht nur im privaten Bereich, sondern auch in der Industrie haben Buchen einen hohen Stellenwert: sie gehören zu den wichtigsten Bäumen, welche verarbeitet werden. Aufgrund seiner Elastizität wird Buchenholz sehr gerne in der Möbelindustrie verwendet; darüber hinaus sind Buchenholzmehl sowie Buchenspäne und der bei Verbrennung daraus entstehende Rauch wichtige Beigaben beim Räuchern von Fischen.

Blutbuche wächst an jedem Standort

Bezüglich ihres Standorts ist die Blutbuche sehr anspruchslos: sie gedeiht an sonnigen Stellen ebenso gut wie an halbschattigen oder schattigen. Aufgrund dieser Anspruchslosigkeit wird die Fagus sylvatica purpurea häufig in Parkanlagen, an Straßenrändern oder zur Begrünung öffentlicher Grundstücke verwendet. Gedeiht sie im Wald, so kann sie sich auch mit den dortigen Gegebenheiten bestens auseinandersetzen.

Bei der Wahl des richtigen Standorts muss zudem die ausladende Breite einer Buche bedacht werden. Zwar wird sie gerne auch als Hecke gepflanzt und dementsprechend geschnitten, als Solitärpflanze kann sie jedoch eine Wuchsbreite von 15 m erreichen. Es muss also darauf geachtet werden, dass ausreichend Abstand zu anderen Pflanzen sowie zu Gebäuden eingehalten wird.

Blutbuche mag keinen sandigen Boden

Auch bezüglich der Bodenverhältnisse ist die Buche leicht zufriedenzustellen; sie gedeiht jedoch optimal in

  • tiefgründigen,
  • nährstoffreichen,
  • lehmhaltigen

Böden, die zudem noch ein wenig Kalk enthalten.

Lediglich mit sehr sandigen Böden kommt die Blutbuche nicht zurecht, da diese nicht in der Lage sind, über längere Zeit Feuchtigkeit zu speichern. Wer lediglich derartige Bodenverhältnisse anzubieten hat, sollte besser auf die Kultivierung dieses Gehölzes verzichten und auf ein anderes zurückgreifen, welches mit solchen Gegebenheiten besser zurechtkommt.

Blutbuche, Fagus sylvatica f. purpurea
Blutbuche, Fagus sylvatica f. purpurea

Blutbuche im Herbst pflanzen

Die beste Pflanzzeit für Fagus sylvatica purpurea ist der Herbst; alternativ ist auch eine Pflanzung im Frühjahr möglich:

  • Pflanzloch ausheben, welches etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen ist
  • Aushub mit Kompost oder Hornspänen vermischen
  • Blutbuche so tief in die Erde setzen, wie es in der Baumschule der Fall gewesen war
  • Pflanzloch mit dem Aushub auffüllen
  • Erde festtreten
  • Gut wässern

Soll die Blutbuche als Hecke gepflanzt werden, so muss ein Abstand von 50-80 cm zwischen den einzelnen Pflanzen eingehalten werden. Mehr zur Pflege einer Blutbuchenhecke erfahren Sie hier.

Gartenbista-Tipp: Unten in das Pflanzloch eine Drainage aus Kies legen, um für eine gute Wasserdurchlässigkeit zu sorgen!

Blutbuche Aussaat durch Bucheckern

Ab ihrem 30. Lebensjahr bilden Blutbuchen Eckern. In diesen Bucheckern befinden sich die Samen, auch „Nüsse“ genannt. Diese werden zur Aussaat verwendet, wobei zu beachten ist, dass es sich bei Buchen um Kaltkeimer handelt, also erst nach einer Kälteperiode keimen wird. Dies bedeutet im Falle der Blutbuche, dass das Saatgut für etwa zwei Monate in einem geschlossenen, dunklen Beutel zusammen mit feuchtem Sand in den Kühlschrak gelegt werden muss, damit es keimfähig ist.

Die Aussaat selbst kann danach direkt ins Freiland erfolgen, allerdings ist eine Anzucht im Hause zu bevorzugen, da ansonsten die Gefahr besteht, dass die jungen Buchen von Schädlingen wie Schnecken verzehrt werden.

  • Pflanzgefäße mit nährstoffarmem Substrat füllen
  • Jeweils einen Samen in die Gefäße geben, gut mit Erde bedecken
  • Plastikfolie über die Pflanzgefäße ziehen
  • Töpfchen an einen warmen, hellen Platz auf die Fensterbank stellen
  • Substrat gleichmäßig feucht halten

Nun kann es einige Wochen bis Monate dauern, bis sich die ersten Keimlinge zeigen; spätestens im folgenden Frühjahr sollte dies jedoch der Fall sein. Wenn die jungen Pflanzen erste richtige Blätter (keine Keimblätter!) ausgebildet haben, werden sie in ein größeres Pflanzgefäß mit nährstoffreicher, lehmhaltiger Erde umgetopft.

Gartenbista-Tipp: Bucheckern in der freien Natur suchen, da diese Bäume „wild“ sind und keimfähige Samen bilden!

Rote Blaetter der Blutbuche
Rote Blaetter der Blutbuche

Blutbuche Vermehrung durch Stecklinge

Wer eine bestehende Blutbuche vermehren möchte, kann dies mithilfe von Triebstecklingen im Frühjahr tun, und zwar noch vor dem Austrieb:

  • Einen zweijährigen, etwa 10 cm langen Trieb abschneiden
  • Die Blätter an der unteren Hälfte komplett entfernen
  • In ein Pflanzgefäß unten eine Drainage aus Kies legen
  • Pflanzgefäß mit gewöhnlicher Gartenerde füllen
  • Steckling in das Töpfchen stecken
  • Gefäß ins Freie stellen
  • Gleichmäßig wässern; Staunässe vermeiden

Auch in der Folgezeit ist eine regelmäßige Wassergabe notwendig. Hat der Steckling Wurzeln gebildet, so zeigt er dies durch neue Blätter beziehungsweise eigene Triebe an, was allerdings bis zu acht Wochen dauern kann. Ist dies der Fall, kann die junge Blutbuche ins Freiland ausgepflanzt werden.

Blutbuche als Bonsai kultivieren

Der Fagus sylvatica purpurea kann auch sehr gut als Bonsai kultiviert werden. Das Pflanzgefäß kann sowohl im Freien als auch im Hause aufgestellt werden – je nach Belieben…

Bei der Bonsai Kultivierung ist zu beachten, dass die kleine Blutbuche alle zwei bis drei Jahre in ein größeres Pflanzgefäß umgetopft werden sollte; dies geschieht im zeitigen Frühjahr:

  • Größeres Pflanzgefäß mit Bonsaierde oder einem Gemisch aus Lavasplitt, Humus und Akadama füllen
  • Bonsai vorsichtig aus dem bisherigen Gefäß nehmen
  • Wurzeln vorsichtig etwas einkürzen
  • Blutbuche in das neue Pflanzgefäß einsetzen
  • Mit Substrat auffüllen
  • Angießen

Blutbuche Pflege Tipps

  • Gießen: An heißen Tagen sowie in längeren Trockenperioden sollten die Blutbuchen gründlich gegossen werden, wobei Staunässe zu vermeiden ist.
  • Düngen: Die Fagus sylvatica purpurea können im Frühjahr eine Gabe Langzeitdünger, Blaukorn oder Kompost bekommen, um das Wachstum zu fördern. Weitere Düngungen sind nicht notwendig.
  • Mulchen: Es empfiehlt sich, im Frühjahr oder Herbst rund um den Stamm Rindenmulch, Laub oder Grasschnitt aufzutragen, da dies der Wasserspeicherung dient.

Blutbuche schneiden?

Fagus sylvatica purpurea besitzt per se eine schöne Wuchsform und müssen deswegen kaum einen Formschnitt bekommen. Lediglich Nebentriebe, die in unerwünschte Richtungen wachsen, sollten entfernt werden; die beste Zeit hierfür sind die Wintermonate. Auch sollten steil nach oben wachsende Triebe abgeschnitten werden, da diese zu einer Schädigung der Haupttriebe führen können.

Wird die Blutbuche hingegen als Hecke kultiviert, so sollte sie ein- bis zweimal jährlich einen Rückschnitt bekommen.

Gartenbista-Tipp: Buchen überstehen problemlos einen starken Rückschnitt, jedoch sollte vermieden werden, einen Großteil der Krone zu entfernen. Dies kann zu Folgeschäden führen.

Blätter der Blutbuche
Blätter der Blutbuche

Blutbuche überwintern

Die Blutbuchen sind komplett winterhart und benötigen keinen speziellen Schutz, um die kalten Monate zu überstehen.

Blutbuche Krankheiten und Schädlinge

Es ist sinnvoll, die Blutbuche regelmäßig auf Krankheiten und Schädlingsbefall hin zu untersuchen, um gegebenenfalls schnellstmöglich eingreifen zu können.

  • Pilzbefall: Speziell die Blattbräune kommt bei Buchen häufig vor; insbesondere bei feuchter Witterung. Zu erkennen ist dieser Pilz an welken Blättern im Sommer, eine Behandlung sollte mit einem speziellen Pflanzenschutzmittel erfolgen; auch ist es sinnvoll, das abgefallene Laub schnellstmöglich einzusammeln und zu vernichten (nicht auf dem Kompost!).
  • Buchenwolllaus: Rollen sich die Triebspitzen ein und verfärben sich braun, so könnte dies auf die Anwesenheit der Buchenwolllaus (auch „Buchenblattlaus“ oder „Buchenzierlaus“ genannt) schließen lassen. Dieser saugende Schädling ist nur 3 mm groß, tritt aber in Scharen auf und sollten mit einem speziellen Pflanzenschutzmittel behandelt werden.
  • Buchenblatt-Gallmücke: Zeigen sich geleeartige Aussonderungen auf den Buchenblättern, kann dies auf den Befall mit Buchenblatt-Gallmücken hindeuten, deren Larven sich von dem Pflanzensaft ernähren. Es ist in der Regel jedoch nicht notwendig, gegen diesen Schädling vorzugehen, da er nur optische Störungen verursacht.

 

 

Graphiken: © ohenze – Fotolia.com; Poliuszko – Fotolia.com; Fotoschlick – Fotolia.com; ines39 – Fotolia.com; cmfotoworks – Fotolia.com


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