Blutampfer – Pflege, Verwendung, Standort & winterhart

Blutampfer (Rumex sanguineus)
Blutampfer (Rumex sanguineus)

Der Blutampfer ist eine anspruchslose Wildpflanze, die in der Vergangenheit alljährlich für Blutreinigungskuren im Frühling verwendet wurde. Das Kraut der Pflanze hat einen angenehm säuerlichen Geschmack und zeigt sich deutlich milder als der bekannte Sauerampfer.

Durch seine rote Äderung eignet sich der Blutampfer als Zierpflanze. Er bevorzugt feuchte und warme Standorte, wobei der Wasserbedarf den größten Teil der Pflege ausmacht. Blutampfer sollte trotz seiner positiven Wirkung auf den Organismus in kleinen Mengen verzehrt werden.

Blutampfer (Rumex sanguineus) – Steckbrief von Gartenbista

Blutampfer (Rumex sanguineus): Pflegetipps für Schnellleser

  • Blütezeit: Mai bis Juli
  • Standort: feucht, warm & halbschattig bis sonnig
  • Boden: humos, sauer, sandig-lehmig
  • Pflanzen: Reihenabstand 40 cm
  • Kübelhaltung: geeignet
  • Vermehrung: Samen oder Stockteilung
  • Aussaatzeit: Jänner bis April in Töpfen; ab April ins Freiland
  • Gießen: feucht halten
  • Düngen: Komposterde, organischer Gemüsedünger
  • Überwinterung: bis -20 °C
  • Heilwirkung: blutreinigend, appetitfördernd, harntreibend
  • Schädlinge: kaum befallen

Allgemeine Informationen über den Blutampfer

Die rote Äderung gibt der Heilpflanze ihren Namen. Außerdem deutet der Name auf die blutreinigende Wirkung des Blutampfers hin. Er gehört zur Gattung der Ampfer (Rumex) und zu der Pflanzenfamilie der Knöterichgewächse. Zu dieser Familie zählen 1.200 Pflanzenarten. Im Volksmund wird er Hain-Ampfer oder Blut-Sauerampfer genannt. Dem Sauerampfer ist er aufgrund seiner nahen Verwandtschaft ähnlich. Zum Beispiel im Geschmack erinnert der Blutampfer an seinen sauren Verwandten. Jedoch schmeckt er milder.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Ästhetik. Der Blutampfer wird gerne als Zierpflanze in Töpfen gezogen oder im Beet als farbbringendes Element gesehen. Genauso weist der Hain-Ampfer auf dem Teller dekorative Werte auf. An und für sich zählt er zu den Wildpflanzen, was sein robustes Wesen und seine geringen Ansprüche erklärt. Für Schädlinge ist der Blut-Sauerampfer nicht interessant. Er blüht von Mai bis Juli. In dieser Zeit enthalten seine Blätter ein hohes Maß an Oxalsäure. Ist der Ampfer an seinem Standort gut versorgt, erreicht er Höhen von bis zu 120 cm.

Blutampfer Pflege

Zwischen März und April teilt der ambitionierte Gärtner den Wurzelballen. Die anspruchslose Wildpflanze verkraftet diesen Einschnitt gut und es bilden sich kräftige Pflanzen aus der Teilung. Wer Samen hat, sät diese ab April ins Freiland. In dieser Beziehung halten Sie ein Reihenabstand von 40 cm ein. Zwischen den Pflanzen einer Reihe wird ein Abstand von 25 bis 30 cm benötigt. Der Blutampfer keimt problemlos in Topf oder Beet. Er ist ein Lichtkeimer. Bedecken Sie die Samen aus diesem Grund mit einer geringen Menge Erde oder lassen Sie sie frei liegen.

Die Kunst der Pflege einer Topfkultur ist im Falle des Hain-Ampfers die richtige Bewässerung. Die Erde darf ab und zu antrocknen. Achten Sie, um Fäulnis zu vermeiden, darauf, dass überschüssiges Wasser gut abläuft. Selbstredend vermeiden Sie ein Austrocknen des Topfballens. Je nach Bedarf reichen Sie der Pflanze kleine Mengen an organischem Gemüsedünger oder Komposterde. Für frisches Kraut von Frühling bis Herbst werden die Blüten, sobald sie sich bilden, entfernt. Zwischen Ende August und Ende September säen Sie den Blutampfer erneut aus. Er keimt im Herbst genauso wie am Anfang des Gartenjahres unkompliziert in Töpfen. Beernten Sie die jungen Blätter, sofern welche vorhanden sind, das ganze Jahr über.

360°-Video von der Blutampfer (Rumex sanguineus)

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie die Blutampfer (Rumex sanguineus) aussieht.

360°-Video von der Blutampfer (Rumex sanguineus)- Gartenbista-Videostudio, gedreht im Mai

 

Blutampfer Verwendung

Der Blutampfer ist mild im Geschmack. Verzehren Sie die Wildpflanze demungeachtet nicht in großen Mengen. Am gängigsten war früher eine Frühjahrskur zur Blutreinigung. Dazu wurde die Heilpflanze im Verlauf von zwei Wochen täglich in kleinen Mengen verzehrt. Obwohl sein Verwandter, der Sauerampfer gerne wie Blattspinat zubereitet wird, eignet sich der Blutampfer nicht zum Kochen. Durch die Hitze büßt er wertvolle Nährstoffe ein.

Blutampfer (Rumex sanguineus)
Blutampfer (Rumex sanguineus)

Am häufigsten wird der Blutampfer Salaten beigefügt. Eine weitere Möglichkeit ist, ihn als Suppeneinlage zu verwenden. Dazu schneiden Sie die Blätter in dünne Streifen und fügen sie der fertigen Suppe bei. Verwenden Sie bevorzugt die jüngeren Blätter, da die älteren zu hart sind. Gegen Entzündungen an den Mundschleimhäuten hilft der Frischsaft der Pflanze. Er wird als Mundspülung verwendet. Zunutze machen Sie sich bei dieser Behandlung die zusammenziehende Wirkung des Blutampfers. Sie sorgt dafür, dass sich die Wunde rasch schließt und die Blutung gestoppt wird. Ansonsten kommt der Hain-Ampfer bei allerlei Hautbeschwerden zum Einsatz.

Er passt als würzig-saure Beigabe unter Gemüsegerichte, Omeletts und Soßen. Wer ihn auf Vorrat erntet oder sammelt, hat die Möglichkeit das Kraut einzufrieren. Im Kühlschrank hält es sich bis zu einer Woche lang. Trocknen Sie diese Art des Ampfers nicht. Er büßt durch dieses Verfahren sein Aroma ein. Folgend sind mögliche Verwendungen des Blutampfers in der Küche gelistet.

  • Salat
  • Spinat
  • Gemüsegerichte
  • Omeletts
  • Soßen
  • Pesto
  • grüner Smoothie
  • Tee
  • Suppeneinlage
  • Mundspülung

Blutampfer Bilder-Galerie

Gartenbista-Tipps: Bei Eisenmangel oder Nierenleiden ist von Blutampfer stark abzuraten. Die Pflanze enthält Oxalsäure, welche die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung hemmt. Konzentriert kommt die Säure vor allem in den älteren Blättern.
Überdies enthält der blühende Blutampfer große Mengen an Oxalsäure. Da der Gehalt in den jungen Blättern nicht problemlos abschätzbar ist, sei es jedem, der an Eisenmangel leidet, angeraten, auf den Verzehr der Wildpflanze zu verzichten. Während einer Eisentherapie erweist sich der Blutampfer als kontraproduktiv.
In hohen Dosen führt Oxalsäure zu Nierenschäden. Aus diesem Grund sei Menschen mit Nierenproblemen ebenfalls vom Verzehr des Blutampfers abgeraten.

Blutampfer Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe des Blutampfers nehmen wesentlichen Einfluss auf seine Wirkungsweise. Teilweise ergänzen sich die Stoffe, andere heben einander auf.

Vitamin C

Ascorbinsäure sorgt für die blutreinigende Wirkung des Ampfers. Sie aktiviert ein Enzym der Leber. Dieses ist dafür verantwortlich Gifte aus dem Blut zu leiten. Es sorgt für die Ausscheidung der ungesunden Stoffe. Zusätzlich hält Vitamin C die Blutgefäße sauber. Es hemmt die Verkalkung der Innenwände in den Arterien. Auf diese Weise hilft Blutampfer, einem Herzinfarkt vorzubeugen. Das wichtige Vitamin hat einen positiven Effekt auf die Wundheilung. Dies geschieht, indem Vitamin C Eiweiße mit anderen Stoffen zu Kollagen verbindet. Beispielsweise Narben bestehen aus dieser Verbindung, die von dem Supervitamin gefördert wird.

Oxalsäure

Die im Blutampfer enthaltene Oxalsäure bildet keinen Baustein seiner Heilwirkung, sondern beeinträchtigt diese. Sie hemmt die Aufnahme von Eisen und bindet im Körper wichtige Mineralstoffe wie Kalzium, welche im Anschluss daran nicht mehr zur Verfügung stehen. Darüber hinaus begünstigt Oxalsäure durch den notwendigen Ausscheidungsprozess die Bildung von Nierensteinen. Frauen leiden infolge einer zu hohen Aufnahme an Oxalsäure deutlich an den Mangelerscheinungen der fehlenden Mineralien. Männer trifft der Mangel nicht derart drastisch. Dementsprechend haben sie ein drei Mal höheres Nierensteinrisiko zu verzollen.

Flavonoide

Flavonoide kommen ausschließlich in Pflanzen vor. Andere Lebewesen, in deren Organismus diese Stoffe vorgefunden werden, nahmen diese durch den Verzehr von Pflanzen auf. Flavonoide schützen Blutgefäße durch ihre blutdrucksenkende Wirkung. Wie Vitamin C wirken sie antioxidativ. Überdies spielen sie eine entzündungshemmende Rolle im Körper und stärken das Immunsystem.

Gerbstoffe

Gerbstoffe werden normalerweise zum Gerben von Tierhäuten und -fellen verwendet. Dieser Vorgang macht das organische Material haltbar und verhindert Fäulnis. Zahlreiche synthetische Mittel stehen für diesen Prozess zur Verfügung. Die Natur bietet eine Reihe von Pflanzen, die ebenfalls Gerbstoffe enthalten. Der Ampfer zählt zu dieser Pflanzengruppe. Gerbstoffe verdichten neben ihrer Wirkung auf abgestorbenes Gewebe darüber hinaus lebendiges Gewebe an seiner Oberfläche. Sie führen zu einer Reaktion des Zusammenziehens an der betroffenen Stelle, und trocknen das Gewebe bis zu einem gewissen Grad aus. Auf verletzten Schleimhäuten wird auf diese Art und Weise schädlichen Keimen jede Lebensgrundlage entzogen. Bakterien und Pilze werden daran gehindert, in das Gewebe einzudringen. Schmerzen und der Fluss von Sekreten aus der Wunde werden gestoppt. Kapillare Blutungen werden gestillt und Entzündungen gehemmt. In der lebenden Pflanze schützen die Gerbstoffe diese vor Fäulnis.

Blutampfer Standort

Blutampfer (Rumex sanguineus)
Blutampfer (Rumex sanguineus)

In der Natur kommt der Blutampfer in Auwäldern und feuchten Laubwäldern vor. Seine ursprüngliche Herkunft ist im mediterranen Raum zu finden. Heute wächst er in vielen Gebieten West- und Mitteleuropas.

Die rot geäderte Wildpflanze bevorzugt es feucht und warm an ihrem Standort. So ist sie an Flussufern zu finden, wo dieser in unregelmäßigen Abständen über die Ufer tritt. Umstände, die andere Pflanzen von ihrem Standort verbannt hätten, machen dieser Wildpflanze nichts aus. Im Gegenteil würden ihr eher Trockenphasen ihr Ende bereiten. Der Boden für den Blut-Sauerampfer ist im optimalen Fall humos, sowie sandig-lehmig. Ein verdichteter Boden stört ihn keineswegs.

Im eigenen Garten passt der Blutampfer am besten in die direkte Nähe eines Teiches. Wer diese Möglichkeit nicht hat, achte darauf die Pflanze nicht dem direkten Sonnenlicht auszusetzen, da durch die hier verstärkt eintretende Verdunstung der Bedarf an Bewässerungsmaßnahmen drastisch steigt.

Neben diesem steigenden Bedarf verträgt der Ampfer die direkte Sonneneinstrahlung, ohne Schäden davon zu tragen. Noch nicht verzüchtet zeigt sich der Blutampfer widrigeren Umständen problemlos gewachsen. So gehört er zu den Pflanzen, die in Asphaltritzen keimen. Geht es ihm gut, samt der Ampfer von alleine aus.

Blutampfer überwintern

Winterhart ist der Blutampfer bis zu -20 °C ohne jeglichen Frostschutz. Das ganze Jahr über ist das Thema Gießen bei dieser Pflanze aktuell, sofern sie im Topf gezogen wird. Denn in den kalten Monaten ist ein etwaiges Austrocknen weiterhin eine aktuelle Gefahr für die Pflanze. Dabei gießen Sie ausschließlich an frostfreien Tagen.

Gartenbista-Tipp: Zur Sicherheit besteht die Möglichkeit, den Topf zusätzlich mit Jute zu umwickeln und an einen geschützten Außenplatz zu stellen. Nach dem Winter bringen Sie einmalig eine Extradüngung auf.

Graphiken: © Simone Andress – Fotolia.com,  Heike Rau – Fotolia.com, emer – Fotolia.com


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