Blauregen als Baum erziehen – das sollte ich beachten

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Blauregen Baum
Blauregen Baum

Für gewöhnlich ist der Wisteria als Kletterpflanze bekannt, die artenabhängig bis zu 30 m groß werden kann. Doch es geht auch anders: es ist tatsächlich möglich, den Blauregen als Baum zu kultivieren. Dieses Procedere erstreckt sich über mehrere Jahre, dafür wird die Mühe mit einem wunderschönen, individuellen Gewächs belohnt.

Allgemeine Informationen über Blauregen

Bei dem Blauregen, Wisteria, handelt es sich um eine Pflanzengattung, die zur Familie der Hülsenfrüchtler gehört. Es handelt sich dabei um sehr stark wachsende Kletterpflanzen, die bis zu 30 m hoch werden können. Sie gelten als besonders robust und widerstandsfähig und überstehen selbst eisige Temperaturen: lediglich das junge Holz friert ein wenig zurück.

Die grünen Laubblätter sind unpaarig gefiedert, gelegentlich sind zudem noch kleine Nebenblätter vorhanden. Auffällig sind jedoch die langen, hängenden traubigen Blütenstände. Für gewöhnlich sind diese Blüten blau, wie sich unschwer vermuten lässt. Inzwischen gibt es jedoch auch Züchtungen, die weiße, rosafarbene oder violette Blüten hervorbringen. Sie entwickeln sich zu Hülsenfrüchten, welche Samen enthalten. Zur Vermehrung haben die Blauregenhülsen einen ganz eigenen Trick entwickelt: sie explodieren quasi, wodurch ihre Samen sehr weit weggeschleudert werden und sich an ihrem Landeplatz aussäen können.

Blütezeit

Blauregen besticht durch seine wunderschönen Blüten
Blauregen besticht durch seine wunderschönen Blüten

Blauregen gilt als extrem blühfreudig: er zeigt seine duftenden Blüten bereits im April. Diese Pracht hält bis in den Juni hinein an, doch damit gibt sich das Gewächs nicht zufrieden: witterungsabhängig kann es durchaus passieren, dass der Blauregen ein zweites Mal blüht. Zwar fällt diese Blüte nicht ganz so üppig aus wie die erste, dennoch kann auch sie sich sehenlassen.

Leider kann es bei älteren Exemplaren durchaus vorkommen, dass sie keine Kraft mehr zur Blütenbildung haben. Dies ist insofern schade, als dass ein Blauregen ohne Blüten kaum noch seinen speziellen Charme versprühen kann. Ein Radikalschnitt kann jedoch Abhilfe schaffen – zumindest ist es einen Versuch wert. Nach diesem Procedere wird es zwar noch 2 – 3 Jahre dauern, bis sich wieder Blüten zeigen, aber die Geduld zahlt sich aus…

Ist er giftig für Menschen oder Tiere?

Die dekorative Pflanze enthält drei verschiedene Giftstoffe, die per se schon sehr große gesundheitliche Schäden hervorrufen können. In Kombination hingegen wirken sie absolut tödlich, und zwar sowohl für Menschen als auch für Haustiere:

Alkaloide sind in sämtlichen Pflanzenteilen enthalten. Bereits deren Berührung kann Vergiftungserscheinungen wie Juckreiz, Hautentzündungen oder sonstige Veränderungen hervorrufen. Hunde und Katzen können bereits durch die Aufnahme geringer Mengen an Herz-Kreislauf-Versagen sterben, dasselbe gilt für Nager: auch sie dürfen keinesfalls die Pflanzenteile anknabbern.

Lektin, welches in Samen und Hülsen enthalten ist. Schon der Verzehr von drei Samen kann für einen Erwachsenen tödlich enden.

Dasselbe gilt für Rinde und Wurzeln: diese Pflanzentele enthalten Wistarin, ein giftiges Glykosid.

Gartenbista-Tipp: Tierhalter sollten davon Abstand nehmen, einen Blauregen im Garten zu kultivieren – in welcher Form auch immer.

Blauregen als Hochstamm erziehen?

Nun ist der Blauregen dafür bekannt, als mächtige und kräftige Kletterpflanze zu waschen. Nicht jeder Gartenbesitzer möchte dies jedoch beziehungsweise kann dem Gewächs den benötigten Platz zur Verfügung stellen. Glücklicherweise gibt es die Möglichkeit, einen Blauregen Baum zu züchten. Mit diesem Procedere muss jedoch frühzeitig begonnen werden.

Anleitung: erstes Jahr

Um einen Blauregen als Hochstamm zu erziehen, wird bereits im ersten Frühjahr festgelegt, welcher Trieb der Haupttrieb werden soll. Für gewöhnlich wird hierfür der kräftigste Trieb ausgewählt und um ein Drittel eingekürzt; alle anderen Triebe werden abgeschnitten.

Nun wird der Trieb nicht von alleine stehenbleiben. Um ein Umkippen zu verhindern, bekommt er einen Stützstab, an den er angebunden wird.

Im Laufe des Sommers werden sich wieder neue Seitenriebe bilden. Diese werden um die Hälfte eingekürzt.

Blauregen als Baum erziehen – zweites Jahr

Jetzt ist der Zeitpunkt, um festzulegen, wie hoch der Blauregen werden soll. Der Haupttrieb wird auf die gewünschte Höhe eingekürzt; die Seitentriebe werden auf drei bis fünf Knospen zurückgeschnitten.

Drittes Jahr

Ein Blauregen Baum, der bereits im dritten Jahr steht, hat bereits die klassische Baumform erreicht. Demzufolge ist es einfach, ihn in dieser zu halten: sämtliche Seitenriebe, welche nicht in das Gesamtbild passen, werden eingekürzt.

Pflege Tipps

  • Wisteria als Hochstamm
    Wisteria als Hochstamm

    Junge Blauregen Bäume können im Pflanzgefäß kultiviert werden, was besonders die Überwinterung erleichtert; sie eignen sich jedoch auch für eine Kultur im Garten. Wenn das Gehölz größer geworden ist, bietet sich solch eine Kultivierung ohnehin an.

  • Der Wasserbedarf ist recht hoch: das Substrat darf vor allem während der Blütezeit nicht austrocknen, jedoch sollte sich auch keine Staunässe bilden.
  • Zwischen den Blühphasen freut sich der Blauregen über stickstofffreien Dünger.
  • Jährliche Form- und Erhaltungsschnitte sind notwendig: im Frühjahr vor der Blüte sowie direkt danach sind die besten Zeitpunkte.

Japanischer Blauregen als Bonsai

Wem ein normaler Hochstamm noch nicht klein genug ist, der kann auch einen Blauregen als Bonsai züchten. Derartige Kultivate sind darauf ausgerichtet, mittelgroße oder sogar große Bonsais zu werden. sie sind ausgesprochen beliebt, da sie während der Blütezeit einen wunderschönen Anblick bieten. Danach verlieren sie ein wenig an Attraktivität, da ihre Blätter und Ranken den Stamm stark verbergen.

Video-Tipp der Redaktion: Bonsai extravagant züchten

Wer einen außergewöhnlichen Bonsai ziehen möchte, sollte sich folgendes Video anschauen:

So pflege ich den Blauregen Bonsai

  • Blauregen Bonsai
    Blauregen Bonsai

    Blauregen Bonsai benötigen einen vollsonnigen Platz, zumindest während der Vegetationszeit. Sie können ganzjährig im Freien verbleiben; sind sie in einer Schale, benötigen sie jedoch einen Frostschutz.

  • Der Wasserbedarf ist sehr hoch. Eine mit Wasser gefüllte Schale, in welche die Bonsai-Schale gestellt wird, sorgt für dessen Deckung. Vorsicht: im Herbst und Winter dürfen die Wurzeln keinesfalls nass stehen, müssen aber weiterhin feuchtgehalten werden.
  • Während der Vegetationsphase wird einmal monatlich fester organischer Dünger verabreicht.
  • Alle zwei Jahre sollte ein junger Blauregen Bonsai umgetopft werden; ältere Exemplare nur noch alle fünf Jahre. Der beste Zeitpunkt hierfür ist im zeitigen Frühjahr. Achtung: die Blütenentwicklung ist umso stärker, wenn die Wurzeln etwas aus der Schale hervorkommen.
  • Ein starker Rückschnitte sollte entweder im zeitigen Frühjahr oder direkt nach der Blüte erfolgen; die Ranken werden im Juli geschnitten. Soll zudem ein Schnitt der Äste und Zweige erfolgen, so geschieht dies nach dem Laubfall; im Anschluss daran wird gedrahtet.

Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Wo pflanzt man Blauregen?

Der Wisteria bevorzugt einen warmen, sonnigen und möglichst geschützten Standort. Gerne kann er vor einer Hauswand kultiviert werden, sofern diese gen Süden gerichtet ist. Das Gehölz würde auch im Halbschatten gedeihen, jedoch kann es sich dort nicht so üppig entwickeln; auch die Blütenbildung fällt zurückhaltender aus.

Wie schnell wächst Blauregen pro Jahr?

Der Wisteria gehört zu den schnellwachsenden Pflanzen: mit 1 – 1,5 m Zuwachs pro Jahr muss man rechnen. Durch gezielte und regelmäßige Schnitte lässt sich die Wuchsfreudigkeit jedoch ein wenig bremsen.

Wann blüht Blauregen das erste Mal?

Sehr junge Pflanzen benötigen ihre Kraft, um zu wachsen, und können sich demzufolge nicht um die Blütenbildung kümmern. Dies ist nach frühestens 2 – 3 Jahren der Fall.

 

Symbolgraphiken: © IrinaN – stock.adobe.com; photosimysia – stock.adobe.com; Stillkost – stock.adobe.com; mbruxelle – stock.adobe.com


• 2. Mai 2021 • Kategorie: Pflanzen

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