Blauraute Perovskia – Schneiden, Vermehren und Pflege

Blauraute Petrovskia (Silbertrauch)
Blauraute Petrovskia (Silbertrauch)

Die Blauraute Perovskia, die auch unter dem Namen Silberbusch bekannt ist, da ihre Blüten mit feinen silberfarbenen Härchen besetzt sind und das Laub silbergrau schimmert, ähnelt optisch dem Lavendel, mit dem sie auch verwandt ist.

Durch die späte Blüte bringt der robuste Halbstrauch bis in den Herbst hinein Farbe in den Garten.

Blauraute Perovskia – Steckbrief von Gartenbista

Die Blauraute Perovskia – Pflegetipps für Schnellleser

  • Blütezeit: Juli bis Oktober
  • Standort: sonnig
  • Boden: mager und leicht sandig
  • Pflanzzeit: ganzjährig außer bei Frost möglich, idealerweise im Frühjahr
  • Pflanzen: Ballen gründlich wässern
  • Kübelhaltung: geeignet
  • Vermehrung: Aussaat, Stecklinge, Teilung
  • Aussaatzeit: ganzjährig
  • Gießen: nur bei andauernder Trockenheit
  • Düngen: im Frühjahr
  • Blütenpflege: nicht erforderlich
  • Schneiden: im Frühjahr
  • Überwinterung: winterhart
  • Schädlinge: keine

Wissenswertes zur Blauraute Perovskia

Blüte der Blauraute Petrovskia
Blüte der Blauraute Petrovskia

Die Blauraute ist ursprünglich in den Steppengebieten Vorderasiens beheimatet und sie ist mit dem Lavendel sowie mit Salbei und Thymian verwandt. Sie wächst als buschiger Halbstrauch und kann eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter erreichen. Blätter und Blüten der Blauraute verbreiten einen starken aromatischen Duft und die Pflanze dient als wertvolle Insektenweide und zieht viele Schmetterlinge, Hummeln und Schwebfliegen an.

Der ideale Standort für die Blauraute

Die Blauraute Perovskia liebt die Sonne und wünscht sich daher einen warmen, vollsonnigen Standort. Idealerweise sollte der Standort windgeschützt sein. Je mehr Sonne und Wärme die Blauraute bekommt, desto besser wird sie gedeihen. Zwar wächst sie auch im Halbschatten, doch die Blüte und das allgemeine Wachstum fallen dort weniger üppig aus. Vermeiden sollte man auf jeden Fall Standorte, die im Winter zu Staunässe neigen, hier wird die Blauraute den Winter nicht überstehen.

Blauraute Perovskia Boden

An den Boden stellt die Blauraute keine großen Ansprüche. Sie kommt sehr gut mit mageren Böden zurecht und eignet sich daher gut als Bepflanzung für warme, sandige Böden, auf denen viel andere Pflanzen nicht gut gedeihen.

So sieht der ideale Boden für die Blauraute aus:

  • mager mit wenig Nährstoffen
  • gern auch sandig oder steinig
  • gut durchlässig
  • kalkhaltig
  • trocken bis höchstens mäßig feucht
  • keine schweren Böden mit Staunässe

Blauraute Perovskia pflanzen

Die Blauraute Provskia kann das ganze Jahr über – außer bei Frost – gepflanzt werden, empfehlenswert ist es jedoch, die Pflanzung im Frühjahr vorzunehmen. Vor dem Pflanzen sollten die Wurzelballen sehr gründlich gewässert werden. Dazu werden sie ohne Topf in ein Gefäß mit Wasser getaucht, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Beim Pflanzen sollte außerdem folgendes beachtet werden:

  • Pflanzloch etwa doppelt so groß ausheben wie die Größe des Wurzelballens
  • Boden gründlich auflockern, schwere Böden mit Kies durchlässiger machen und mit Sand abmagern
  • bei flächiger Bepflanzung fünf Pflanzen pro Quadratmeter setzen
  • bei Pflanzung als Hecke drei Pflanzen pro laufendem Meter setzen
  • Gießrand anlegen
  • gründlich wässern
  • in der Folgezeit öfter gießen

360°-Video von der Blauraute (Perovskia abrotanoides)

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie die Blauraute (Perovskia abrotanoides) aussieht.

360°-Video von der Blauraute (Perovskia abrotanoides)- Gartenbista-Videostudio, gedreht im August

Die Pflege der Blauraute Perovskia

Ist der passende Standort für die Blauraute Perovskia gefunden, braucht sie nicht sehr viel Pflege. Sie ist sowohl was den Wasserbedarf als auch im Hinblick auf die Nährstoffversorgung sehr genügsam und wächst am passenden Standort so gut wie von allein.

  • in den Wochen nach der Pflanzung feucht halten und bei trockener Witterung entsprechend gießen
  • bei älteren Pflanzen ist Gießen nur bei lang anhaltenden Trockenperioden nötig
  • im Kübel kultivierte Pflanzen brauchen etwas mehr Wasser
  • immer nur mäßig gießen
  • Staunässe unbedingt vermeiden und bei Kübelhaltung auf Übertöpfe und Untersetzer verzichten, in denen sich Regenwasser sammeln kann

Die Blauraute verträgt einen Überschuss an Nährstoffen ebenso wenig wie einen Überschuss an Wasser. Auch beim Düngen sollte man daher sehr maßvoll vorgehen.

  • bei normal nährstoffreichem Boden meist keine Düngung notwendig
  • sehr karge, sandige oder steinige Böden im Frühjahr einmal mit Langzeitdünger düngen

Um die Blauraute in einer ansprechenden Form zu halten, kann die Pflanze im unteren Bereich locker mit Bast umwickelt werden, so können vor allem die langen Triebe nach dem Regen wieder aufgerichtet werden. Zu sehr sollte man den eher locker wachsenden Halbstrauch jedoch nicht in eine Form zwängen.

Blauraute Perovskia schneiden

Blauraute Perovskia im Garten
Blauraute Perovskia im Garten

Auch was den Schnitt angeht ist die Blauraute Petrovskia sehr pflegeleicht und verursacht kaum Arbeit.

Auf einen Rückschnitt im Herbst sollte auf jeden Fall verzichtet werden, da das Laub einen wichtigen Winterschutz für die Pflanze bietet. Dafür geht es dann aber im Frühjahr daran, die Blauraute zurückzuschneiden. Dabei darf ruhig radikal vorgegangen werden. Ohne einen starken Rückschnitt im Frühjahr neigt der Halbstrauch dazu im unteren Bereich stark zu verkahlen.

  • nie im Herbst zurückschneiden
  • der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt ist im frühen Frühjahr zwischen Ende Februar und Anfang März
  • der Rückschnitt muss vor dem Austrieb erfolgen
  • bis kurz über dem Boden zurückschneiden
  • verholzte Triebe etwa 20 Zentimeter lang lassen
  • beschädigte und abgestorbene Triebe entfernen
  • in gerader oder leicht kugeliger Form schneiden

Ohne regelmäßigen Rückschnitt wird die Blauraute Petrovskia nicht mehr so schön und üppig blühen, da sich die Blüten nur am jungen Holz bilden.

Blauraute Perovskia vermehren

Die Vermehrung der Blauraute Perovskia ist auf drei Arten möglich:

  • durch Aussaat
  • durch Stecklinge
  • durch Teilung

Am schwierigsten und auch am wenigsten erfolgsversprechend ist die Vermehrung durch Aussaat. Sie ist sehr langwierig und kompliziert, so dass eine Vermehrung durch Stecklinge und Teilung empfohlen wird. Wer die Blauraute dennoch durch Aussaat vermehren möchte, geht folgendermaßen vor:

  • Samen in feuchtem Sand ausbringen und 2-4 Wochen an einem warmen Ort mit Temperaturen von etwa 20° C aufstellen
  • Substrat feucht halten
  • nach dieser Wärmebehandlung die Samen mit Folie abdecken und 4-6 Wochen bei Temperaturen von 5° C halten. Dazu eignet sich beispielsweise eine Aufbewahrung im Kühlschrank
  • Nach der Kältebehandlung Samen in kleine Gefäße mit Anzuchterde aussäen und bei 5° bis 12° C kultivieren, bis die Größe zum Auspflanzen erreicht ist.

Für die Aussaat der Blauraute Petrovskia ist viel Geduld notwendig, denn bis zur Keimung können mehrere Monate bis hin zu einem Jahr vergehen und die so gezogenen Pflanzen blühen oft erst nach 5 bis 6 Jahren. Einfacher und schneller ist da eine Vermehrung durch Stecklinge oder Teilung.

Vermehrung durch Stecklinge

  • im Frühjahr, beispielsweise beim jährlichen Rückschnitt, Stecklinge von einjährigen Trieben schneiden
  • die Stecklinge sollten über mindestens zwei Knospen verfügen
  • die unteren Blätter entfernen und maximal drei Blätter am Trieb lassen
  • die Rinde der Stecklinge direkt über der Schnittstelle einritzen oder ganz entfernen
  • die Stecklinge entweder in Töpfe auf der Fensterbank oder gleich ins Freiland setzen
  • bei Anzucht im Topf mit etwas Sand vermischte Anzuchterde verwenden
  • bei Anzucht im Freiland lockere und gut durchlässige Gartenerde verwenden
  • Stecklinge zu etwa einem Drittel in die Erde stecken
  • leicht feucht halten
  • bei Anzucht im Topf Steckling mit Folie bedecken
  • regelmäßig lüften, um Schimmelbildung zu vermeiden

Bilden sich die ersten neuen Blätter, ist der Steckling angewachsen. Sind die Blätter ausgewachsen, können die im Topf gezogenen Stecklinge ins Freiland ausgepflanzt werden. Nach dem Auspflanzen müssen sie einige Wochen feucht gehalten und bei trockener Witterung entsprechend gegossen werden.

Vermehrung durch Teilung

  • für die Teilung eignen sich am besten das Frühjahr oder der Herbst
  • den Wurzelballen der Blauraute vorsichtig ausgraben
  • den Wurzelballen mit einem scharfen Messer oder dem Spaten teilen
  • nur gesunde Pflanzen teilen
  • Werkzeug vorher desinfizieren, um keine Pilze und Krankheiten zu übertragen
  • abgestorbene Pflanzenteile im Wurzelbereich entfernen
  • die geteilten Pflanzen an geeignetem Standort wieder einpflanzen
  • gründlich angießen
  • in den ersten Wochen feucht halten und gegebenenfalls gießen

Blauraute überwintern

Blauraute Perovskia nach der Blüte
Blauraute Perovskia nach der Blüte

Die Blauraute Petrovskia ist bis zu Temperaturen von -20° C frosthart und kann daher in der Regel problemlos im Freiland überwintert werden. Bei starkem Frost friert die Pflanze oft bis zum Boden zurück. Das Laub sollte ihr als Winterschutz unbedingt gelassen werden und erst im Frühjahr zurückgeschnitten werden.

Nach dem Austrieb im Frühjahr kann es nötig sein, die Pflanze vor Spätfrösten zu schützen, damit die jungen Triebe nicht erfrieren. Dazu kann die Blauraute mit Laub oder Reisig bedeckt werden oder durch Anhäufeln geschützt werden.

Wird die Blauraute Perovskia im Kübel kultiviert, muss der Wurzelballen vor dem Durchfrieren geschützt werden.

  • Pflanzgefäß an eine geschützte Stelle verbringen
  • den Kübel auf einen Holzklotz oder ein Stück Styropor stellen
  • den Kübel mit Jute oder einem Vlies einwickeln
  • Wurzelballen gegebenenfalls mit Laub abdecken

Gartenbista-Tipp: Wichtig ist, dass das Pflanzgefäß nicht nur gegen Wind, sondern auch gegen Regen geschützt ist, da die Blauraute keine Winternässe verträgt. Sie sollte im Winter nur an frostfreien Tagen sehr wenig gegossen werden.

Blauraute Krankheiten und Schädlinge

Blauraute Perovskia hat optisch große Ähnlichkeit mit Lavendel
Blauraute Perovskia hat optisch große Ähnlichkeit mit Lavendel

Spezielle Krankheiten und Schädlinge der Blauraute Petrovskia sind nicht bekannt. Die Pflanze verträgt jedoch absolut keine Staunässe und vor allem im Winter reagiert sie sehr empfindlich auf einen zu nassen Boden.

Es sollte daher von Anfang an ein Standort gewählt werden, der nicht zur Winternässe neigt und an dem die Blauraute in einem trockenen und durchlässigen Boden überwintern kann.

Gartenbista-Tipp: Bei anhaltenden Regenfällen und sehr nassen Wintern kann der Boden um den Wurzelbereich mit locker aufgeschichteten Tannenzweigen geschützt werden.

Die Blauraute Petrovskia bietet bis in den Herbst hinein bunte Farbtupfer

Als Spätblüher bietet die Blauraute Petrovskia bis in den Oktober hinein einen schönen Anblick und die blauen Blütenähren harmonieren besonders gut mit den kräftigen Farben des Indian Summer. Der aromatische und würzige Duft der Blauraute sorgt an Sommertagen und -abenden auf der Terrasse für eine ganz besondere Stimmung und auch für die Insekten bietet die Blauraute bis kurz vor dem Winter wichtige Nahrung. In einem naturnahen Garten sollte der pflegeleichte Halbstrauch daher auf gar keinen Fall fehlen, aber auch in allen anderen Gärten ist die Blauraute eine gute Wahl.

 

© Dejan Gospodarek – Fotolia.com, © 7monarda – Fotolia.com, Junebreeze – Fotolia.com, joools – Fotolia.com

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.