Birkenblatt zweifelsfrei erkennen und seine Kräfte nutzen

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Birkenblatt
Birkenblatt

Das Birkenblatt ist ein unverzichtbares Merkmal, um den Laubbaum zweifelsfrei zu identifizieren. Obwohl es viele verschiedene Birkenarten gibt, ist deren Laub nahezu identisch. Die Blätter sind nicht nur dekorativ, sondern auch essbar und enthalten zudem wertvolle Inhaltsstoffe. Sehr gerne werden sie auch für kosmetische Zwecke verwendet.

Kurz & knapp

  • Die Blätter sämtlicher Birkenarten sind nahezu identisch
  • Sie sind oval bis dreieckig, an den Rändern gezackt und wechselständig angeordnet
  • Junge Birkenblätter duften nach Balsam, schmecken jedoch etwas bitter
  • In der Naturheilkunde werden Birkenblätter sowie ihre Blattknospen aufgrund ihrer harntreibenden und blutreinigen Wirkung sowohl innerlich als auch äußerlich eingesetzt
  • Zur Behandlung der Beschwerden wird ein Tee hergestellt, der unterschiedlich stark angesetzt wird

Allgemeine Informationen über Birken

Die Birke, Betula, ist eine Pflanzengattung, die zur Familie der Birkengewächse gehört. In Europa – außer im Süden sowie im nördlichen Skandinavien – sowie in den eurasischen Gebieten ist sie überall in freier Natur zu finden. Besondere Ansprüche an Standort und Boden stellt sie dabei nicht. Aus diesem Grund gilt sie als Pionierbaumart, also als ein Baum, der für andere Baumarten die Möglichkeit des Gedeihens eröffnet.

Weißbirken
Weißbirken

Obwohl es etwa 40 verschiedene Birkenarten gibt, ist die Weißbirke jene, die mit dieser Bezeichnung assoziiert wird. Nahezu jedes Kind erkennt diese Gehölze an ihrem schwarz-weißen Stamm. Die auch als Sand-Birke oder Hänge-Birke bekannte Vertreterin ihrer Art dient – genau wie ihre Verwandten – zur Gewinnung von Holz verwendet. Dieses ist zwar nicht stabil genug für Bauholz, jedoch ist es als Furnier, für Sperrholzplatten sowie für Schnitzarbeiten bestens geeignet.

Birkenblatt Aussehen & Merkmale

Unabhängig von der jeweiligen Art sind Birkenblätter

  • Gezackt,
  • oval bis dreieckig,
  • wechselständig angeordnet

sowie für gewöhnlich zweireihig platziert. Darüber hinaus besitzen sie weitere identische Merkmale, anhand derer sie sich zweifelsfrei identifizieren lassen:

  • 0,5 – 14 cm lang sowie 0,5 – 8 cm breit
  • Gesägter bis doppelt gesägter Blattrand
  • Kahl oder leicht behaart
  • Zunächst frischgrün, später dunkler

Auffällig ist auch das klebrige, nach Balsam duftende Sekret, welches von jungen Blättern abgesondert wird. im Verlauf des Jahres trocknet dieses ein und hinterlässt auf einem älteren Birkenblatt weiße Überreste.

Blaubirke, Betula caereulea

Diese Art ist eine ganz besonders dekorative: die Blätter sind sehr stark gezackt, rundlich-oval und haben einen leichten Blaustich. Betrachtet man den Baum aus einiger Distanz, schimmert er grünlich-bläulich. Bei näherer Betrachtung von einem solchen Birkenblatt wird man feststellen, dass sein Stiel rötlich ist.

Birkenblatt der Goldbirke

Goldbirke
Goldbirke

Die Betula ermanii hat gelb-grüne, leicht zugespitzte Blätter mit gesägten Rändern. Im Herbst werden diese gelb-orange, was einen besonders schönen Kontrast zu den rötlich-braunen Zweigen darstellt. Besonders auffällig ist jedoch ihr Stamm: bereits im Jugendalter lösen sich von ihm die rosa- oder cremefarbene Rinde und gibt einen Blick auf den gelblich-roten Stamm frei. Nicht zu verwechseln ist diese Art mit der Gelb-Birke, Betula alleghaniensis, die erst im Alter ihre gelbliche Rinde abrollt. Das Birkenblatt dieses Baumes ist im Austrieb zunächst rötlich, später frischgrün und scharf gesägt. Ein optisches Highlight bietet die Gold-Birke im Herbst, wenn sie goldgelb erstrahlt und ihrem Namen alle Ehre macht.

Moorbirke

Betula pubescens hat verhältnismäßig kleine Blätter: maximal 5 cm lang können diese werden. Sie sind stark gezackt, haben eine mattgrüne Unter- sowie eine sattgrüne, glänzende Oberseite.

Weißbirke

Das Birkenblatt der Betula pendula ist abgerundet dreieckig und kann bis zu 7 cm lang werden. Im Herbst verfärbt sich das hellgrüne Laub goldgelb.

Zucker-Birke

Blätter der Zuckerbirke
Blätter der Zuckerbirke

Die Zweige der jungen Betula lenta haben einen süßen Geschmack, der namensgebend für diese Art ist. Das Blatt ist oval, hat einen gesägten Blattrand und erreicht eine maximale Länge von 10 cm. Sehr interessant ist die rotbraune Rinde, die sich waagerecht vom Stamm ablöst.

Birkenblatt Inhaltsstoffe

Die Blätter des beliebten Baumes sind voller wertvoller Inhaltsstoffe:

  • Ätherische Öle
  • Flavonoide
  • Gerbstoffe
  • Phenolcarbonsäuren
  • Triterpenalkohole
  • Vitamine, insbesondere Vitamin C

Wirkung

Birkenblätter wirken blutreinigend und harntreibend. Ein Aufguss kann sowohl innerlich als auch äußerlich gegen verschiedene Beschwerden angewendet werden.

Anwendungsgebiete

Birkenblatt möglichst jung ernten
Birkenblatt möglichst jung ernten

Überwiegend finden die Birkenblätter Verwendung gegen Beschwerden im Nieren-Blasen-bereich. Sie sind jedoch auch hilfreich bei Haut- und Haarproblemen, Stoffwechselerkrankungen sowie bei Frühjahrsmüdigkeit.

  • Blasenentzündung
  • Ekzeme
  • Erkältung
  • Gicht
  • Haarausfall
  • Harnwegsinfekte
  • Nierengrieß
  • Rheuma
  • Schuppenflechte

Gartenbista-Tipp: Auch bei Entschlackungskuren ist ein Tee aus Birkenblättern hilfreich!

Kann ich die Blätter der Birke essen?

Das Blatt der Birke ist essbar. Besonders delikat ist es im Frühjahr, wenn es noch frisch und knackig ist. Es eignet sich hervorragend für

  • Säfte,
  • Salate und
  • Smoothies,

kann aber auch anderen Speisen beigefügt werden. Einfach mal ein Birkenblatt vom Baum abpflücken und essen – schaden wird es nicht…

So ernte und trockne ich das Birkenblatt

Im Frühjahr werden die Blätter einfach von den Zweigen abgestreift. Der Baum wird noch einmal neu austreiben. Wichtig ist, dass es sich bei dem betreffenden Baum um einen handelt, der nicht an stark befahrenen Straßen steht, da diese Blätter weniger gesund als schadstoffverseucht sind.

Nach der Ernte werden die Birkenblätter entweder frisch verzehrt oder auf einem Tuch ausgebreitet. An einem luftigen und dunklen Ort trocknen lassen. Zum Lagern in eine luftdicht verschließbare Dose geben.

Rezepte

Für eine Birkenkur werden die Blätter zu einem Aufguss verarbeitet. Hierfür benötigt man:

2 Esslöffel getrocknete oder eine Handvoll frische Birkenblätter
1 Liter Wasser
Birkenblättertee
Birkenblättertee

Und so geht´s:

  • Blätter in einen Topf geben
  • Mit dem kochenden Wasser übergießen
  • Topf abdecken
  • 10 – 15 Minuten ziehen lassen
  • Abseihen

Über einen Zeitraum von drei Wochen werden täglich zwei Liter dieses Tees getrunken. Er wirkt entschlackend und beugt zudem der Bildung von Nieren- und Harnsteinen vor. Auch die Haut wird merklich von innen her gereinigt.

Bei akuten Harnwegs- oder Nierenproblemen sowie gegen Erkältungen wird ein stärkerer Tee hergestellt:

  • 2 Teelöffel getrocknete oder einige frische Blätter in eine Tasse geben
  • Mit 200 ml kochendem Wasser übergießen
  • 10 Minuten ziehen lassen abseihen

Zweimal täglich eine Tasse davon trinken; verstärkt wird die Wirkung noch durch die Zugabe einer Messerspitze Natron.

Gartenbista-Tipp: Je nach Beschwerden ist eine Mischung aus dem Birkenblatt sowie anderen Kräuter empfehlenswert!

In folgendem Video gibt es viele Tipps, was man alles mit dem Birkenblatt anstellen kann. Anschauen lohnt sich:

Birkenblätter in der Kosmetik

Auch in der Kosmetik ist die Wirkung der Birkenblätter nicht unbekannt:

  • Gegen Akne sowie Hautunreinheiten sind Umschläge mit dem Birkentee sinnvoll
  • Als Haarspülung den Tee in die Kopfhaut einreiben; er beugt Schuppenbildung vor und kurbelt den Haarwuchs an

Besonders hilfreich ist ein Badeauszug, wen man unter Rheuma oder Gicht leidet; auch bei hartnäckiger Akne ist ein solches Bad hilfreich. Nebenbei wirkt es entschlackend und strafft die Haut.

Zunächst wird der Auszug hergestellt:

  • Etwa 500 g getrocknete Birkenblätter in einen Topf geben
  • Mit zwei Litern kochendem Wasser übergießen
  • 10 Minuten ziehen lassen

Der Badeauszug wird dann dem Badewasser zugefügt. Ein derartiges Vollbad sollte nicht länger als 20 Minuten andauern, im Anschluss daran ist eine Ruhepause sinnvoll.

Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Für was ist Birkenblättertee gut?

Aufgrund ihrer harntreibenden Wirkung werden Birkenblätter gerne zum Durchspülen verwendet, vor allem bei Harnwegsinfekten sowie Nierengrieß. Auch bei Stoffwechselerkrankungen wie Rheuma oder Gicht kann ein Aufguss unterstützend eingenommen werden.

Wie zapft man Birkensaft ab?

Der Saft der Laubbäume ist sehr begehrt und kann nur innerhalb eines sehr kurzen Zeitraumes abgezapft werden: vom zeitigen Frühjahr an bis zu dem Moment, in dem die Blattknospen anfangen, zu sprießen. Diese Zeitspanne umfasst etwa vier Wochen. Der Stamm der ausgewählten Birke sollte einen Durchmesser von mindestens 20 cm haben. in ihn wird ein 5 cm tiefes, schräg nach oben verlaufendes Loch gebohrt. Unter dieses wird eine Flasche zum Auffangen des Saftes gehängt.

Wie heißt die Frucht der Birke?

Birken bilden Nussfrüchte, die auch als „Samara“ bekannt sind. Sie bestehen aus vielen einzelnen Schuppen, in denen sich die geflügelten Samen befinden. Sind diese reif, lösen sie sich und fliegen mit dem Sind davon, um sich irgendwo einzusamen und für den Fortbestand der Bäume zu sorgen.

 

Symbolgraphiken: © vvoe – stock.adobe.com; alexugalek – stock.adobe.com; marjancermelj – stock.adobe.com; vodolej – stock.adobe.com; AGfoto – stock.adobe.com; Heike Rau – stock.adobe.com


• 13. April 2021 • Kategorie: Pflanzen

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