Bergenien (Bergenia) – Standort, Pflege & Vermehren

Bergenien - Bergenia
Bergenien – Bergenia

Bergenien, Bergenia, zählen zu den beliebtesten, immergrünen Stauden. Dies liegt nicht zuletzt an der Tatsache, dass sie selbst an schattigen Standorten gut gedeihen können, und dort auch ihre dekorativen Blüten entwickeln werden. Zudem sind Bergenien sehr robust und pflegleicht, so dass sie selbst von Gartenbesitzern geschätzt werden, welche ansonsten nicht unbedingt einen grünen Daumen besitzen. Mit einem Minimum an Arbeit wird der Hobbygärtner viele Jahre lang Freude an seiner Bergenie haben – vorausgesetzt, es werden einige Pflegetipps beachtet…

Bergenie, Bergenia – Steckbrief von Gartenbista

Bergenie, Bergenia – Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: sonnig; halbschattig; schattig
  • Boden: wasserdurchlässig; nährstoffreich; alkalisch
  • Pflanzen: Spätsommer oder Herbst
  • Kübelhaltung: möglich
  • Umtopfen: nach der Blüte
  • Vermehrung: Wurzelteilung; Rhizomstecklinge; Aussaat
  • Gießen: im Freiland mäßig in Trockenperioden; im Pflanzgefäß regelmäßig; Staunässe vermeiden
  • Düngen: einmal jährlich im Herbst mit Kompost (Freiland) oder Blaukorn (Kübelhaltung)
  • Pflegefehler: Übergießen
  • Schneiden: verblühte Blütenstängel; verwelkte Blätter; vertrocknete Pflanzenteile; Radikalschnitt möglich
  • Überwintern: winterhart; Schutz vor Spätfrösten empfehlenswert
  • Krankheiten: keine bekannt
  • Schädlinge: Dickmaulrüssler
rosafarbene Bergenie
rosafarbene Bergenie

Wissenswertes über die Bergenie

Bei der Bergenie handelt es sich um eine winterharte, immergrüne Staude, die horstig wächst und eine Höhe von maximal 40 cm erreicht. Sie gehört zur Familie der Steinbechergewächse und wird auch „Riesensteinbech“ oder „Wickelwurz“ genannt.

Im April/Mai bildet sie weiße, rosafarbene oder rote Blüten, welche eine einzigartige Optik aufweisen. Einige Sorten blühen im Herbst sogar ein zweites Mal, während die Sorten „Biedermeier“ und „Oeschberg“ ausschließlich im Herbst blühen.

Charakteristisch für die Bergenia sind ihre herzförmigen Blätter, die sehr gerne von Floristen zur Gestaltung von Blumensträußen und Gestecken verwendet werden.

360°-Video von der Bergenie (Bergenia)

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie die Bergenie (Bergenia) aussieht.

360°-Video von der Bergenie (Bergenia) – Gartenbista-Videostudio, gedreht im April

Bergenie wächst an jedem Standort

Bezüglich ihres Standorts sind die Bergenien sehr anspruchslos: sie gedeihen sowohl an sonnigen als auch an halbschattigen oder schattigen Plätzen. Selbst an Stellen innerhalb des Gartens, die derart dunkel und schattig sind, dass kaum ein anderes Gewächs kultiviert werden kann, wachsen diese Stauden. Da sie zudem immergrün sind, eignen sie sich hervorragend dazu, dunkle und ansonsten eher karge Ecken zu verschönern und sind auch als Unterpflanzung von Bäumen und Sträuchern geeignet.

Gartenbista-Tipp: Bergenia an den Rand eines Gartenteichs pflanzen!

Bergenie bevorzugt wasserdurchlässigen Boden

Bergenien gedeihen zwar auch für einen gewissen Zeitraum in trockenen Substraten, bevorzugen jedoch Böden, die

  • wasserdurchlässig,
  • nährstoffreich und
  • alkalisch

sind. Gerne darf das Substrat auch lehmig sein, keinesfalls jedoch vom Wasser durchnässt.

Ist der Boden zudem noch kalkhaltig, fördert dies die Blütenbildung der Bergenia.

Bergenie im Spätsommer oder Herbst pflanzen

Obwohl es nahezu ganzjährig möglich ist, mehrjährige Stauden wie die Bergenie zu pflanzen, ist die beste Pflanzzeit für sie der Spätsommer oder Herbst:

  • Bergenia in einen Wassereimer stellen, damit die Wurzeln gut durchfeuchten
  • Pflanzloch graben, welches etwas größer als der Wurzelballen der Staude ist
  • Bergenie einsetzen
  • Pflanzloch mit Aushub auffüllen
  • Erde gut andrücken (Vorsicht: keine Wurzeln beschädigen!)

Nach dem Einpflanzen sollte die kleine Staude gut angegossen werden.

Werden mehrere Bergenien zusammen gepflanzt, so ergeben sie einen dekorativen und optisch sehr ansprechenden Blätter- und Blütenteppich. Sollen sie als Bodendecker kultiviert werden, so müssen 7-9 Pflanzen pro Quadratmeter einkalkuliert werden.

Gartenbista-Tipp: Mindestens 40 cm Abstand zu anderen Pflanzen halten!

Bergenie
Bergenie

Bergenie in Kübelhaltung

Es ist sehr gut möglich, Bergenien im Kübel zu kultivieren. Dieser sollte

  • ausreichend Platz für die Wurzeln bieten,
  • unten Löcher haben, um einen guten Wasserablauf zu gewährleisten.

Das Pflanzsubstrat sollte durchlässig sein; optimal ist es, handelsübliche Blumenerde mit etwas Blähton zu mischen.

Darüber hinaus ist bei der Bergenien Kultivierung im Kübel folgendes zu beachten:

  • Unten in das Pflanzgefäß eine Drainage aus Kies oder Tonscherben legen
  • Staunässe vermeiden
  • Alle zwei Jahre in ein größeres Gefäß umtopfen

Gartenbista-Tipp: Pflanzgefäß auf einen Untersetzer stellen!

Bergenie richtig umtopfen

Bergenien in Kübelhaltung sollten alle zwei Jahre in ein größeres Pflanzgefäß umgetopft werden. Dies ist aus zweierlei Gründen notwendig:

  • Pflanzgefäß wird zu klein
  • Blumenerde ist verbraucht und beinhaltet keine Nährstoffe mehr

Die beste Zeit zum Umtopfen ist der Herbst, wenn die Blütezeit beendet ist; Ausnahmen bestehen bei jenen Bergenien Sorten, die dann blühen: sie sollten im Frühjahr umgetopft werden.

Beim Umtopfen selbst ist folgendes zu beachten:

  • Pflanzgefäß wählen, welches etwas größer als das bisherige ist
  • Frisches Pflanzsubstrat einfüllen
  • Bergenie vorsichtig aus dem Pflanzgefäß nehmen
  • Staude in den neuen Kübel setzen
  • Gefäß mit Substrat auffüllen
  • Erde leicht andrücken
  • Bergenia angießen

Bergenien vermehren durch Wurzelteilung

Die Bergenia kann leicht durch Teilung ihrer Wurzeln vermehrt werden. Hierfür wird die Staude nach der Blüte ausgegraben, dann wird mit einem scharfen Messer oder Spaten die Wurzel geteilt. Die beiden neu gewonnenen Pflanzen werden nun umgehend wieder in die Erde gesetzt.

Wird die Bergenie in einem Pflanzgefäß gehalten, so sollte dies im Zuge des Umtopfens geschehen.

Gartenbista-Tipp: Wurzelteilung spätestens im Herbst vornehmen, da ansonsten der Boden zu hart ist, so dass die Gefahr besteht, dass die Wurzeln der kleinen Staude verletzt werden.

Bergenien Vermehrung durch Rhizomstecklinge

Eine alternative Vermehrungsmethode ist die Anzucht durch Rhizomstecklinge. Hierbei werden im Frühjahr Rhizome abgetrennt und entweder direkt in die Erde oder aber in Anzuchttöpfe gesteckt. Diese werden mit Plastikfolie überzogen und so lange an einen hellen und warmen Standort gestellt, bis sich die ersten Triebe zeigen. Ist dies der Fall, werden die jungen Bergenien in größere Pflanzgefäße beziehungsweise ins Freiland gepflanzt.

Bergenienblüte
Bergenienblüte

Bergenien vermehren durch Aussaat

Auch durch Aussaat können Bergenien vermehrt werden; Saatgut kann entweder aus den verblühten Blütenständen bestehender Pflanzen gewonnen oder im Fachhandel erworben werden:

  • Die Aussaat erfolgt im März/April oder im September
  • Anzuchtschalen mit Anzuchterde füllen
  • Saatgut in die Schalen legen und leicht mit Erde bedecken
  • Substrat gleichmäßig feucht halten
  • Bei mindestens 21°C die Gefäße an einen hellen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung stellen

Nun kann es bis zu vier Wochen dauern, bis sich die ersten Keimblätter zeigen. Ist dies der Fall, werden die Anzuchtschalen an einen Standort gebracht, an dem etwa 15°C herrschen. Haben die jungen Bergenien mehrere Blätter gebildet, können sie an den gewünschten Platz ins Freiland oder in größere Pflanzgefäße umgesetzt werden.

Bergenien Pflege Tipps

  • Gießen: Grundsätzlich gilt: eine Bergenie kommt besser mit zu starker Trockenheit als zu großer Nässe zurecht. Der Wasserbedarf von im Garten ausgepflanzten Bergenien wird in der Regel durch Regenfälle gedeckt; lediglich an heißen Tagen sowie in Trockenperioden sollten die Stauden zusätzlich gegossen werden – allerdings nur mäßig. Eine Bergenia in Kübelhaltung hingegen braucht regelmäßige wassergaben, wobei Staunässe zwingend zu vermeiden ist.
  • Düngen: Auch in punkto Dünger ist die Bergenia sehr anspruchslos. Eine einmalige Gabe Kompost oder Langzeitdünger im Herbst ist vollkommen ausreichend, um den Nährstoffbedarf einer ausgepflanzten Staude zu decken. Bergenien in Kübelhaltung sollten ebenfalls einmal jährlich gedüngt werden; anstelle von Kompost sollte jedoch Blaukorn verwendet werden.

Bergenien Pflegefehler

Es ist nahezu unmöglich, die robuste Pflanze falsch zu pflegen. Lediglich zu hohe Wassergaben schaden ihr. Kommt es zu einer Übergießung, führt diese zur Staunässe und/oder Wurzelfäule. Demzufolge sollte die Bergenia tatsächlich nur in langen Trockenphasen gegossen werden, und dies auch nur mäßig.

Bergenie schneiden?

Ein typischer Schnitt hat bei der kleinen Staude nicht zu erfolgen; es gibt jedoch einige Kriterien, die in punkto Schneiden zu berücksichtigen sind:

  • Nach der Blüte die Blütenstängel direkt über dem Boden abschneiden
  • Verwelkte Blätter im Winter entfernen
  • Schießt die Bergenie zu sehr in die Höhe, mit einem scharfen Messer auf gewünschte Höhe einkürzen

Ein Radikalschnitt ist ebenfalls möglich, jedoch nur in den seltensten Fällen notwendig, empfehlenswert ist er beispielsweise, wenn die Staude keine schöne Wuchsform mehr hat oder viele vertrocknete Triebe aufweist. Dieser Schnitt erfolgt im Herbst: sämtliche Pflanzenteile werden kurz über dem Boden abgeschnitten; danach sollte die Staude ein wenig Dünger bekommen.

Bergenie mit leicht roten Blättern
Bergenie mit leicht roten Blättern

Bergenien überwintern

Bergenien sind winterhart, können jedoch einige Probleme mit Spätfrösten im Frühling bekommen. Sinnvoll ist es, den Stauden einen kleinen Frostschutz aus Reisig zu verpassen. Dieser sollte jedoch erst kurz vor der Blütezeit angelegt werden, da die Bergenien ansonsten die kalten Temperaturen brauchen, um die dekorative Rotfärbung des Laubes zu erhalten.

Bergenien in Kübelhaltung können ebenfalls im Freien überwintern; gegebenenfalls sollte das Pflanzgefäß mit Folie umwickelt werden. Auch ist darauf zu achten, dass die Wurzeln den Winter über nicht austrocknen.

Bergenien Krankheiten und Schädlinge

Bergenien sind sehr robust und widerstandsfähig und bleiben von Krankheiten und Schädlingen weitestgehend verschont. Lediglich der Dickmaulrüssler kann eine ernsthafte Gefahr für die kleine Staude darstellen. Ist ein derartiger Befall erkennbar, sollten Nematoden eingesetzt werden, welche zusammen mit dem Gießwasser verabreicht werden. Bereits nach wenigen Anwendungen ist der Dickmaulrüssler wirksam bekämpft.

 

Graphiken: © M. Schuppich – Fotolia.com (2); Eileen Kumpf – Fotolia.com; Jutta Adam – Fotolia.com; tinadefortunata – Fotolia.com


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