Bambus im Topf – so gedeiht er am besten

Bambus im Topf
Bambus im Topf

Als Sichtschutz sowie als Heckenpflanze ist er weit verbreitet und erfreut sich großer Beliebtheit. Doch nur wenige wissen, dass sich Bambus im Topf nahezu ebenso gut kultivieren lässt wie in Freilandpflanzung. Dabei müssen einige Kriterien beachtet werden, damit er sich rundherum wohl fühlt.

Kann ich einen Bambus im Topf kultivieren?

Sehr gut kann man einen Bambus im Topf kultivieren, sofern seine Ansprüche bezüglich Pflege und Standort berücksichtigt werden. Bei dieser Form der Kultivierung werden die Pflanzen allerdings nie dieselbe Wuchshöhe erreichen können wie im Freiland ausgepflanzte. Auch der Durchmesser der Halme wird geringer ausfallen. Dennoch wird sich auch ein Bambus im Topf zu einem imposanten Gewächs entwickeln, der nicht nur dekorativ, sondern auch einfach zu pflegen ist.

Drinnen?

In Wohnräumen sollten grundsätzlich nur Zimmerbambus Arten gehalten werden. Diese sind ebenso pflegeleicht wie jene fürs Freiland, jedoch kommen sie mit gemäßigten Temperaturen innerhalb einer Wohnung gut zurecht. Zu diesen gehören

  • Chinesischer Tempelbambus,
  • Gelber Vierkantbambus,
  • Marmorierter Zimmerbambus,

sowie der „typische“ Zimmerbambus Bambusa ventricosa, der auch liebevoll Buddhabauch-Bambus genannt wird.

Draußen

Es gibt genügend Gründe, warum man im Freiland einen Bambus im Topf kultivieren sollte. Zum einen ist durch eine Kübelhaltung die Gefahr der immensen Ausbreitung durch Wurzelausläufer bei einigen Arten gebannt. Zum anderen können durch diese Art der Kultivierung auch Stellen begrünt werden, an denen keine Freilandpflanzung möglich ist: asphaltierte Flächen wie Hofeinfahrten, Terrassen oder Balkone.

Standort

Damit er sich optimal entwickeln kann, braucht ein Bambus im Topf einen möglichst sonnigen, notfalls auch halbschattigen Standort. Dieser sollte zudem noch windgeschützt sein. Perfekt wäre dieses Plätzchen, wenn dort eine hohe Luftfeuchtigkeit herrschen würde. Leider ist dies in der Praxis eher selten der Fall.

Pflanzgefäß

Pflanzgefäß muss bestimmte Anforderungen erfüllen
Pflanzgefäß muss bestimmte Anforderungen erfüllen

Das A und O bei der Kübelhaltung ist das passende Pflanzgefäß. Dieses sollte

  • frostsicher und
  • stabil

sein. Unten muss es Abflusslöcher besitzen, durch die überschüssiges Wasser ablaufen kann. Besonderes Augenmerk ist auf die Größe zu richten: 60 l Fassungsvermögen sollte das Pflanzgefäß haben, damit sich die Wurzeln gut ausbreiten können. Für kleinere Exemplare können zwar theoretisch Gefäße mit 40 oder 50 l Inhalt gewählt werden, jedoch ist es dann nur eine Frage der Zeit, bis diese zu klein für den Bambus geworden sind. Wer sich die anstrengende Schlepperei ersparen möchte, wählt von vorneherein Gefäße mit Rollen.

Ein weiterer Aspekt, der beim Kauf berücksichtigt werden sollte, ist die Form des Pflanzgefäßes. Natürlich sehen konisch geformte oder schmale, eckige Töpfe sehr dekorativ aus. Den richtigen Platz für Bambuswurzeln bieten sie jedoch nicht, da sich diese nicht ausbreiten können. Auch ist das Umtopfen bei derartigen Gefäßen wesentlich schwieriger als bei runden. Es ist demzufolge sinnvoll, seinen Bambus im Topf in einem großen, runden Kübel zu kultivieren.

Gartenbista-Tipp: Eine preisgünstige Alternative sind Mörtelkübel, in die unten Abflusslöcher gebohrt werden.

Substrat

Geeignet ist jedes Substrat, welches nicht zu leicht ist. Im Fachhandel ist spezielle Kübelpflanzenerde erhältlich, welche verwendet werden kann. Auch ist es möglich, humusreiche Erde mit Bambuserde zu mischen (Verhältnis 2:1).

Gartenbista-Tipp: Vor dem Einfüllen des Substrats eine Drainage aus Tonscherben oder Blähton in den Pflanzkübel legen!

Richtige Pflege

Ein Bambus im Topf benötigt zwar etwas mehr Aufmerksamkeit als im Freien ausgepflanzte Exemplare, gilt aber gemeinhin immer noch als sehr pflegeleicht. Wichtig ist ein regelmäßiges Umtopfen. Etwa alle 2 – 4 Jahre ist das Pflanzgefäß derart durchwurzelt, dass es weder Nahrung bereitstellen kann noch Platz für die Wurzeln bietet. Im zeitigen Frühjahr wird der Bambus in ein größeres Gefäß umgetopft. Dabei bietet sich eine gute Gelegenheit zur Wurzelkontrolle: der Ballen neigt dazu, zu verfilzen. Wenn dies der Fall ist, wird er vorsichtig auseinandergezupft. Zu lange Rhizome werden gekürzt. Vor dem Einpflanzen wird der Wurzelballen gründlich gewässert und dann mittig in den zu etwa einem Drittel mit frischem Substrat gefüllten Pflanzkübel gesetzt. Ist dies geschehen, wird der Topf so mit Erde aufgefüllt, dass die Wurzeln etwa einen Zentimeter bedeckt sind. Danach noch einmal gründlich gießen.

Gießen

Bambus im Topf hat einen hohen Wasserbedarf
Bambus im Topf hat einen hohen Wasserbedarf

Ein Bambus im Topf hat einen hohen Wasserbedarf. Extremen Mangel zeigt er durch Einrollen seiner Blätter an. Dies sollte möglichst nicht geschehen, also sind regelmäßige Wassergaben notwendig. Diese dürfen jedoch nicht zu großzügig ausfallen, denn es darf keinesfalls zu Staunässe kommen.

Auch im Winter benötigen die Zierpflanzen Wasser, allerdings weniger als in den übrigen Monaten.

Schneiden?

Ältere sowie dünne Halme stören ein wenig die Optik. Sie können entfernt werden. Dasselbe gilt für die kleinen Seitenhalme: werden sie von unten ein Stück weit abgeschnitten, können sich die Zierhalme besser entwickeln und kommen noch besser zur Geltung. Weitere Schnittmaßnahmen sind nicht notwendig.

Bambus im Topf düngen?

Die dekorative Pflanze zählt zu den Starkzehrern. Demzufolge muss sie mit Nährstoffen versorgt werden, am besten in Form von einem langsam wirkenden Volldünger mit einem hohen Anteil an Stickstoff. Dieser wird erstmalig im März verabreicht und dann im Abstand, wie seitens des Herstellers angegeben wird. Doch Achtung: spätestens Ende Juni muss das Düngen eingestellt werden. Nur so kann ein Bambus im Topf widerstandsfähig werden, um den Winter zu überleben.

Überwinterung im Topf möglich?

Ein Bambus kann im Topf überwintern. Wo er dies tun wird, hängt von der jeweiligen Sorte ab: winterharte Arten können mit einem entsprechenden Winterschutz versehen werden und im Freien verbleiben. Frostempfindliche Arten hingegen müssen in ein Winterquartier gebracht werden.

Standort

Der Standort im Freien sollte windgeschützt sein, beispielsweise vor einer Hauswand. Zudem sollte das Pflanzgefäß mit einem Frostschutzvlies oder Noppenfolie umwickelt werden. Auch die Halme sollten geschützt werden: zusammenbinden und mit besagtem Vlies einwickeln. Keinesfalls Plastikfolie verwenden!

Wenn der Bambus nicht winterhart ist, benötigt er ein helles, frostfreies Winterquartier. Ein Wintergarten beispielsweise ist gut geeignet, sofern es dort nicht zu warm ist.

Pflege

Auch im Winter benötigt ein Bambus im Topf Wasser. Keinesfalls darf sein Wurzelballen austrocken. Der wasserbedarf ist jedoch wesentlich geringer als im Sommer, so dass gelegentliche Wassergaben vollkommen ausreichend sind.

Auspflanzen?

Grundsätzlich kann man jeden Bambus, der in einem Pflanzgefäß kultiviert worden ist, auspflanzen. Es ist jedoch nur sinnvoll, dies bei winterharten Sorten zu tun, da man ansonsten alljährlich vor Frosteintritt sein Gewächs wieder eintopfen muss. Vor dem Auspflanzen sollte der Bambus noch einmal gründlich gewässert werden.

Zeitpunkt

Ideal ist es, den Bambus im zeitigen Frühjahr auszupflanzen. Bereits ab März kann er in die Erde gebracht werden. Zu diesem Zeitpunkt beginnt er mit dem Austrieb und wird bald schon in vollem Saft stehen. Doch auch im Sommer sowie im Herbst ist ein Auspflanzen möglich.

Vermehrung im Topf?

Vermehrung im Wasserglas nicht möglich
Vermehrung im Wasserglas nicht möglich

Ein Bambus im Topf kann durch Teilung seines Wurzelballens vermehrt werden. Dies geschieht am sinnvollsten im Zuge des Umtopfens. Alternativ ist es auch möglich, ihn mithilfe von Rhizomen zu vermehren. Dabei müssen die Rhizome freigelegt, ausgegraben und abgetrennt werden. Nach einem Tag Austrocknen werden sie in ein Gefäß mit einem Erde-Sand-Gemisch gesteckt.

Tipps & Tricks

Im Umgang mit dem Bambus sollte vorsorglich Schutzkleidung inklusive Schutzbrille getragen werden, da die Halme zu Verletzungen führen können.

 

Symbolgraphiken: doji1989 – stock.adobe.com; Redzen – stock.adobe.com; New Africa – stock.adobe.com; TheMist – stock.adobe.com


, Kategorie: Pflanzen

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