Australisches Zitronenblatt – die besten Tipps zur Pflege im Sommer & Winter

Lesezeit: 8 Min.
Australisches Zitronenblatt
Australisches Zitronenblatt

Ein Australisches Zitronenblatt ist in jeder Hinsicht eine außergewöhnliche Pflanze: es ist hierzulande noch eine echte Rarität, hat eine sehr ansprechende Optik und kann zudem vielseitig verwendet werden. Die Pflege ist jedoch gar nicht so schwierig: bekommt das Gewächs ein wenig Wasser, so ist bereits ein Großteil der diesbezüglichen Arbeit erledigt…

Australisches Zitronenblatt, Plectranthus species – Pflanzen-Steckbrief von Gartenbista

  • Pflanzenhöhe: 1,50 m
  • Blütezeit: unterschiedlich; gerne im Spätherbst
  • Blütenfarbe: blassblau, violett
  • Standort: sonnig
  • Boden: Gartenerde
  • Gießen: mäßig
  • Düngen: regelmäßig mit Flüssigdünger; alternativ Langzeitdünger
  • Schneiden: Triebenden entfernen
  • Kübelhaltung: sehr empfehlenswert
  • Überwinterung: im Haus
  • Vermehrung: Kopfstecklinge
  • Giftig: nein
  • Wirkung: (noch) unbekannt
  • Schädlinge & Krankheiten: keine bekannt

Allgemeine Informationen über das Australische Zitronenblatt

Das Australische Zitronenblatt, Plectranthus species, gehört zur Familie der Harfensträucher und ist in den tropischen Regionen Australiens beheimatet. Dort wächst es strauch- oder baumartig und kann eine Höhe bis zu zwei Metern erreichen. Auch hierzulande werden die Pflanzen recht hoch: etwa 1,50 m. Doch nicht nur ihre Wuchshöhe, sondern auch die Geschwindigkeit ist beeindruckend, mit der sie diese erreichen, ist beeindruckend. Es gibt Exemplare, die mehrfach im Jahr in ein größeres Pflanzgefäß umgetopft werden müssen, weil das bisherige schlichtweg zu klein für sie geworden ist.

Auffällig sind zudem die bis zu handtellergroßen Blätter: sie sind sehr weich und dick und verströmen zudem einen zitronenartigen, angenehmen Duft. Ihr grüne Grundfarbe hat einen leicht silbrigen Glanz, so dass die komplette Pflanze wunderschön schimmert, wenn Licht auf sie fällt.

Mit etwas Glück werden sich kleine, blassblaue Blüten bilden. Wann dies geschieht, ist ungewiss, aber erfahrungsgemäß erfolgt die Blütenbildung im Spätherbst, also etwa im November. In seiner Heimat bildet das Zitronenblatt zudem kleine Früchte, was hierzulande jedoch ausgeschlossen zu sein scheint.

Besonderheiten

Ein flauschiges, sehr weiches Blatt
Ein flauschiges, sehr weiches Blatt

Die wunderschönen, flauschigen Blätter duften – jedoch nicht alle gleich. Abhängig von ihrem Alter riechen sie mal mehr nach Minze, mal mehr nach Frucht, jedoch verströmen sie allesamt einen sehr angenehmen, zitronigen Duft, der auch in der Umgebung zu erschnuppern ist.

Dieses Artoma ist jedoch – trotz seiner Intensität – nicht aufdringlich oder gar störend. Im Gegenteil: es vermittelt das Gefühl von fernen Ländern, Sonne, Urlaub,…

Ist diese Pflanze giftig?

Keines der Pflanzenteile ist für den Menschen in irgendeiner Form giftig – im Gegenteil: die Blätter und Triebe finden Verwendung in der Küche.

Ob das Australische Zitronenblatt hingegen tiergiftig ist, ist noch unbekannt. Da dies nicht ausgeschlossen werden kann, sollten Hunde, Katzen, Nager und andere Haustiere vorsorglich von der Pflanze ferngehalten werden. Vermutlich haben tierische Mitbewohner ohnehin kein Interesse an ihr aufgrund des intensiven Duftes, aber man kann nie wissen…

Verwechslung mit anderen Pflanzen möglich?

Es ist nahezu ausgeschlossen, ein Australisches Zitronenblatt mit irgendeiner anderen Pflanze zu verwechseln. Seine charakteristischen Blätter in Verbindung mit den zitronig-minzigen Duft machen ihn zu einem Unikat, welches keine Doppelgänger zu befürchten hat.

Verwendung in der Küche

Bislang sind einige Möglichkeiten bekannt, wie sich Plectranthus species in der Küche verwenden lässt – aber bestimmt noch nicht alle. Wie bereits erwähnt, wurde dies Pflanze erst vor kurzem entdeckt, so dass sie noch überhaupt nicht komplett erforscht worden ist.

Gartenbista-Tipp: Blätter einfach in der Küche lagern – sie bleiben wochenlang weich und frisch!

Australisches Zitronenblatt Rezepte

Ideal zur Verfeinerung von Salaten
Ideal zur Verfeinerung von Salaten

Aufgrund seines frischen Geschmackes eignet sich das Zitronenblatt am besten für Süßspeisen, Kuchen sowie Desserts. Es peppt aber auch Erfrischungsgetränke jeglicher Art auf und kann zudem hervorragend zur Verfeinerung von

  • Gelee,
  • Kompott,
  • Marmelade,
  • Salaten sowie
  • Soßen

verwendet werden.

Auch in eher asiatisch angehauchten Speisen kommt das zitronenartige Aroma sicherlich sehr gut zur Geltung:

  • Fisch
  • Gemüsecurry
  • Hähnchencurry
  • Risotto

Sowohl im Sommer als kalter als auch im Winter als heißer Tee ist das Australische Zitronenblatt unübertroffen. Doch Vorsicht: es sollte sparsam verwendet werden; sein Geschmack ist wesentlich intensiver, als manch einer denkt….

Gartenbista-Tipp: Ein winzig kleines Stückchen eines Blattes in ein gewöhnliches Kaugummi geben – eine fantastische Erfrischung!

Duft-Potpourris

Die kleinen Schälchen mit den wunderbar duftenden Blättern und Blüten sind eine echte Wohltat für die Seele. Die Blätter des Zitronenblatts sollten darin nicht fehlen: sie verströmen den bekannten, zitronenartigen Duft, der unwillkürlich an Sommer, Urlaub, Wärme denken lässt. Ganz nebenbei sorgt er dafür, dass sich Mücken in der näheren Umgebung nicht so wohl fühlen…

Übrigens: Auch als Badezusatz für ein Aromabad eignen sich die flauschigen Blätter hervorragend.

Schädlings-Abwehr

Die ätherischen Öle des Plectranthus species wirken abschreckend auf Schädlinge, so dass die Pflanze diesbezüglich keine Probleme hat. Doch nicht nur das: sie hilft auch benachbarten Gewächsen dabei, schädlingsfrei zu bleiben. Ihre bloße Anwesenheit – und natürlich ihr intensiver Duft – trägt dazu bei, dass sich auch auf den anderen Pflanzen keine ungebetenen Gäste ansiedeln.

Gartenbista-Tipp: Zu stark gefährdeten Pflanzen einfach einen Steckling des Zitronenblatts in das Substrat stecken!

Australisches Zitronenblatt Wirkung?

Ob und in welcher Form die Pflanze auch in der Naturheilkunde verwendet werden kann, ist bislang nicht bekannt. Es ist gut vorstellbar, dass sie aufgrund ihrer ätherischen Öle durchaus positive Heilwirkungen erzielen kann, aber das ist rein spekulativ.

Da die Erforschung dieses Gewächses jedoch noch in den Kinderschuhen steckt, bleibt zu hoffen, dass es irgendwann diesbezüglich neue Ergebnisse geben wird.

Plectranthus species Pflege

Ein Australisches Zitronenblatt ist trotz seiner Schönheit und seiner fernen Heimat nicht besonders pflegeintensiv. Wer sich dazu entschließt, sie zu kultivieren, bekommt nicht nur ein anspruchsloses, dekoratives Gewächs, sondern zudem eine echte Rarität. Momentan kann man diese Pflanze hierzulande lediglich im ausgewählten Fachhandel kaufen.

Standort & Substrat

Das Australische Zitronenblatt mag es gerne warm
Das Australische Zitronenblatt mag es gerne warm

Um sich rundherum wohlzufühlen, braucht das Zitronenblatt einen hellen und sonnigen Standort. Dieser kann ganzjährig im Haus gelegen sein. Alternativ kann die Pflanze nach den Eisheiligen ins Freie gestellt werden, wo sie gerne den Sommer über verbringt. Sobald die Temperaturen auf 15° C absinken, muss sie jedoch wieder eingeräumt werden; ansonsten ist es ihr tatsächlich zu kalt.

Bezüglich des Substrates ist das Gewächs sehr anspruchslos: Gartenerde ist vollkommen ausreichend; alternativ kann auch handelsübliche Pflanzenerde verwendet werden.

Gartenbista-Tipp: An schattigen Standorten wird die Pflanze auch überleben, allerdings werden sich dort die Blätter nicht so gut entwickeln können.

Gießen

Der Wasserbedarf ist recht gering, da die sukkulenten Blätter Feuchtigkeit sehr gut speichern, jedoch sollte der Wurzelballen nicht austrocknen. Die regelmäßigen Wassergaben sollten nur sehr sparsam ausfallen, um Staunässe zu vermeiden.

Wer jedoch die ohnehin bestehende Schnellwüchsigkeit noch unterstützen möchte, der versorgt sein Zitronenblatt mit mehr Wasser: die Wuchsfreudigkeit wird durch vermehrtes Gießen noch mehr angeregt, so dass man förmlich dabei zusehen kann, wie sich die Pflanze entwickelt.

Auustralisches Zitronenblatt düngen

Wer so schön und üppig wächst wie diese Exotin, der hat auch einen hohen Nährstoffbedarf. Aus diesem Grund sollten ihr regelmäßig Nährstoffe zugeführt werden, entweder in Form von organischem Dünger oder als Langzeitdünger.

Schneiden?

Ein Rückschnitt erfolgt für gewöhnlich in Form einer Ernte: werden Blätter und Triebe benötigt, so können sie ganzjährig abgeschnitten werden. Dies sollte man im Übrigen unbedingt machen, da ansonsten die wunderschöne Pflanze schnell sehr ausufernd wächst.

Zusätzlich ist es sinnvoll, gelegentlich die Triebenden zu entfernen. Eine derartige Maßnahme fördert wiederum einen buschigen Wuchs, welcher dem Gewächs sehr gut steht.

Vermehrung

Junges Zitronenblatt
Junges Zitronenblatt

Wer sein Zitronenblatt gerne vermehren möchte, kann dies ganz einfach mithilfe von Kopfstecklingen tun. Dies kann ganzjährig geschehen. Sie werden abgeschnitten und in feuchtes Substrat gesteckt, wo sie innerhalb weniger tage anfangen, Wurzeln zu bilden. Von einer Bewurzelung in Wasser ist hingegen abzuraten: die Stecklinge werden dort nicht wurzeln, sondern verfaulen.

Kübelhaltung möglich?

Es ist nicht nur möglich, das Australische Zitronenblatt im Kübel zu kultivieren, sondern sogar sinnvoll. Da es nicht winterhart ist, muss es bei sinkenden Temperaturen ins Haus geholt werden und darf erst frühestens nach den Eisheiligen (Mitte Mai) wieder ins Freie. Ein ständiges Ein- und Auspflanzen in Gartenboden ist recht mühsam, vor allem, wenn die Pflanze erst einmal eine gewisse Höhe und Breite erreicht hat.

Bei der Kübelhaltung sind jedoch einige Kriterien zu beachten:

  • Gefäß muss groß und stabil sein und unten Löcher besitzen
  • Eine Drainage ist sinnvoll
  • Gartenerde ist als Substrat vollkommen ausreichend
  • Regelmäßig, jedoch sparsam gießen
  • Düngen nicht vergessen!

Ernte & Konservierung

Am besten schmecken die Blätter und Triebe, wenn sie frisch vom Strauch geerntet werden. Dies ist ganzjährig möglich, so dass eine Konservierung im eigentlichen Sinne nicht zwingend erforderlich ist. Wer sich dennoch bevorraten möchte, kann zum einen die kompletten Blätter ohne Stiel einfrieren. Sollen sie dann zum Würzen von Speisen verwendet werden, können sie ganz einfach über diese zerbröselt werden.

Alternativ kann man auch das Australische Zitronenblatt trocknen. Dies geht jedoch nicht, wie man es von anderen Pflanzen her kennt: bei Zimmertemperaturen ausgebreitet dauert es mehrere Wochen, bis die Blätter halbwegs trocken sind. sinnvoller ist es, sie in kleinere Stücke zu zerschneiden, da dies den Trocknungsprozess beschleunigt. Anschließend werden sie in luftdichte Gefäße gegeben und können dort aufbewahrt werden.

Ist das Australische Zitronenblatt winterhart?

Die dekorative Pflanze ist alles andere als winterhart: bereits Temperaturen unter 15° C mag sie überhaupt nicht. Hat sie den Sommer im Freien verbracht, muss sie demzufolge ins Haus geholt werden, sobald sich die Temperaturen in diese Richtung hinbewegen.

Tipps zur Überwinterung

Wenn die Pflanze ganzjährig am selben Standort im Haus kultiviert wird, so ist die Pflege in den Wintermonaten identisch mit jener im Sommer. Eventuell ist der Wasserbedarf etwas geringer.

Video-Tipp der Redaktion: Australisches Zitronenblatt Steckbrief

Sie möchten ein Australisches Zitronenblatt live sehen? Dann sollten Sie unbedingt folgendes Video anschauen, was wir für Sie erstellt haben:

▶️

Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Was ist ein Kopfsteckling?

Im Gegensatz zu den gewöhnlichen Stecklingen, die aus nahezu jedem Trieb gewonnen werden können, handelt es sich bei Kopfstecklingen um Triebspitzen. Diese besitzen einen Stängel und zumeist noch einige Blätter.

Kann ich das Australische Zitronenblatt kochen?

Die Blätter eignen sich sowohl zum Rohverzehr als auch zum Kochen. Es ist jedoch sinnvoll, sie zuvor in kleine Streifen zu schneiden…

Darf das Australische Zitronenblatt im Gewächshaus stehen?

Ein Gewächshaus, in dem die Pflanze ganzjährig kultiviert wird, bietet die ideale Umgebung für das Australische Zitronenblatt – vorausgesetzt, es ist beheizt. So kann dem Gewächs ein Klima angeboten werden, welches jenem in seiner Heimat recht nahekommt.

 

Symbolgraphiken: © Chr.Weiss – stock.adobe.com (1&4); Elietta Becker (2&5 ); nolonely – stock.adobe.com


• 12. Oktober 2021 • Kategorie: Pflanzen

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