Anleitung: Strauchrosen richtig schneiden

Rosenschnitt
Rosenschnitt

Strauchrosen sind in vielen heimischen Gärten zu finden. Kein Wunder: sie sind sehr dekorativ, können sortenabhängig einen intensiven Duft verströmen und gelten gemeinhin als die Königin der Blumen. Doch diese Königinnen wollen gepflegt werden, um lange am Leben bleiben zu können. Eine der wichtigsten Pflegemaßnahmen ist der richtige Schnitt, der nicht nur optische Vorteile bringen soll, sondern auch der Gesunderhaltung der Pflanzen dient. Was ist beim Strauchrosen Schneiden zu beachten?

Strauchrosen schneiden – Anleitung von Gartenbista

Strauchrosen schneiden Tipps für Schnellleser

  • Gründe für einen Schnitt: Kräftigung; Gesunderhaltung; Optik
  • Zeitpunkt: einmal blühende Sorten nach der Blüte; öfterblühende Sorten im Frühjahr
  • Werkzeug: scharfe, saubere Rosenschere
  • Einmal blühende Sorten: verblühte Blüten entfernen; Triebe einkürzen; ein bis zwei alte Triebe komplett entfernen
  • Öfter blühende Sorten: Triebe einkürzen; ein bis zwei alte Triebe komplett entfernen
  • Blütenbildung durch Schnitt anregen: Seitentriebe einkürzen; blühfaule Triebe kürzen
  • Frostschäden entfernen: beschädigte Triebe bis tief in das gesunde Holz herausschneiden
Strauchrosen
Strauchrosen

Warum soll man Strauchrosen schneiden?

Einige Gartenbesitzer vertreten die Auffassung, dass Strauchrosen nicht geschnitten werden sollten, um ihre natürliche Wuchsform zu erhalten. Was bei manchen Gewächsen durchaus Sinn macht, trifft jedoch auf diese Pflanzen nicht zu: ein Schnitt bei Strauchrosen dient dazu, sie gesund und kräftig zu erhalten. Dass dabei auch noch eine schönere Optik entsteht, ist ein positiver Nebeneffekt.

 

Würden diese Rosen nicht geschnitten werden, würde sich nach einigen Jahren folgendes Bild ergeben:

  • Verkahlung des unteren Pflanzenteils
  • Bildung längerer und dünnerer Triebe
  • Geringere Blütenbildung

Allgemein würde die Pflanze schwächer werden, was wiederum dazu führen würde, dass sie anfälliger für Schädlinge und Krankheiten ist. Wer also eine gesunde, starke und dekorative Strauchrose haben möchte, sollte unbedingt regelmäßige Schnittmaßnahmen durchführen.

Bei diesem ist jedoch zu beachten, dass die Schnittmaßnahmen umso weniger geschnitten werden muss, je mehr ihr individueller Standort ihren natürlichen Ansprüchen gerecht wird. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass bei einem nicht optimalen Standort ausführlichere Schnittmaßnahmen notwendig sind.

Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Strauchrosen Schnitt?

Wann Strauchrosen geschnitten werden sollen, ist abhängig von der jeweiligen Sorte:

  • Einmal blühende Strauchrosen
  • Öfter blühende Strauchrosen

Die einmal blühenden Sorten zeichnen sich dadurch aus, dass sie sehr üppige Blüten bilden, allerdings nur einmal im Jahr. Der Schnitt hat direkt nach der Blüte zu erfolgen, also im Sommer, damit noch genügend Zeit bleibt, neue Blütenansätze für das Folgejahr zu bilden. Zusätzlich erfolgt im Frühjahr ein Schnitt, bei dem alte und kranke Triebe entfernt werden.

Öfter blühende Sorten hingegen werden im Frühjahr geschnitten. Dieser Schnitt dient nicht nur dazu, einen kräftigen Austrieb zu fördern, sondern auch noch eine üppige Blüte.

Achtung: Keinesfalls dürfen einmal blühende Strauchrosen im Frühjahr geschnitten werden, da dann die Blütenansätze zwangsläufig mit entfernt werden würden!

Gelbe Strauchrose
Gelbe Strauchrose

Welches Werkzeug ist zum Strauchrosen Schneiden geeignet?

Eine scharfe, qualitativ hochwertige Rosenschere ist unabdingbar, um einen richtigen Strauchrosen Schnitt durchzuführen. Diese Schere muss unbedingt scharf sein; ist dies nicht der Fall, könnte es zu Quetschungen der Pflanzenteile kommen. Diese Stellen wiederum dienen als Eintrittspforten für Pilze und Bakterien.

Die Rosenschere muss nicht nur scharf, sondern auch sauber sein. Die Schnittstellen sind wie kleine Wunden, in die keine Verschmutzungen und/oder Keime eintreten sollten. Sind diese bereits am Schnittwerkzeug vorhanden, ist eine Verunreinigung unvermeidbar.

Nach jedem Gebrauch sollte die Schere demzufolge gründlich gereinigt und getrocknet werden, denn auch Rost sollte vermieden werden: Rostpartikel verunreinigen nicht nur die Schnittstellen, sondern machen auch die Schere stumpf. So käme es wiederum zu den unerwünschten Quetschungen.

Einmal blühende Strauchrosen schneiden: So geht´s!

Die einmalblühenden Strauchrosen bilden ihre Blüten an mehrjährigen Zweigen. Würde ein Rückschnitt im Frühjahr erfolgen, würden die Blütenansätze mit entfernt werden. Dies hätte zwangsläufig zur Folge, dass die betreffende Rose nicht blühen könnte. Wie bereits erwähnt, erfolgt der Schnitt deshalb direkt nach der Blüte:

  • Verblühte Blüten zusammen mit drei bis vier Blättern entfernen
  • Triebe, die zu lang oder zu kräftig sind, einkürzen, wobei die individuelle Form des Strauches beachtet werden sollte
  • Ein bis zwei alte Triebe komplett entfernen

Zusätzlich können auch Triebe, die die Optik stören, auf die gewünschte Länge eingekürzt werden.

Neben diesem Schnitt, der grundsätzlich bei allen einmal blühenden Strauchrosen erfolgen sollte, können im Frühjahr kranke, beschädigte und abgestorbene Triebe entfernt werden. Keinesfalls jedoch sollten gesunde Pflanzenteile abgeschnitten werden, da dies in der Regel dazu führt, dass die Blütenansätze mit entfernt werden.

Strauchrosen schneiden
Strauchrosen schneiden

Öfter blühende Strauchrosen schneiden Anleitung

Die öfter blühenden Sorten benötigen einen Rückschnitt, um ihre Form beizubehalten. Zudem sorgt der Schnitt dafür, dass die Pflanzen stark austreiben und eine reiche Blüte hervorbringen können. Geschnitten wird im Frühjahr:

  • Starke Triebe um ein Drittel einkürzen
  • Ein bis zwei alte Triebe komplett entfernen
  • Schwache Triebe grundsätzlich entfernen

Auch ist es möglich, die gesamte Pflanze um ein Drittel ihrer Wuchshöhe einzukürzen. Dies fördert nicht nur einen buschigen Wuchs, sondern auch eine vermehrte Blütenbildung.

Strauchrosen schneiden Tipps

Zunächst muss man sich als Pflanzenfreund darüber im Klaren sein, dass beim Rosenschneiden kaum Fehler gemacht werden können – außer, es wird gar nicht geschnitten. Selbst, wenn versehentlich ein falscher Schnitt angesetzt wird, verzeiht die Strauchrose diesen in der Regel. Ansonsten gilt folgendes zu beachten:

  • Verletzte sowie geschädigte Triebe bis in das gesunde Holz zurückschneiden
  • Schwache und dünne Triebe zurückschneiden
  • Bei sich überkreuzenden Trieben den schwächeren entfernen und den stärkeren am Strauch lassen
  • Strauch auslichten, indem sämtliche vergreisten Triebe entfernt werden
  • Wuchsform beachten: mittlere Triebe etwas höher lassen, äußere mehr einkürzen

Achtung: Grundsätzlich nicht mehr als 40% der älteren Triebe entfernen, damit das Gleichgewicht zwischen alten und jungen Trieben bestehen bleibt!

Schnittführung beim Rosenschneiden

In welcher Form der Schnitt ausgeführt wird, ist extrem wichtig: die scharfe und saubere Schere wird grundsätzlich circa 5 mm über einem Auge angesetzt. Dies hat schräg zu erfolgen, damit das Regenwasser gut ablaufen kann. Wenn möglich, wird zudem ein Auge ausgewählt, welches vom Inneren des Rosenstrauches nach außen führt. Folgende Fehler sollten unbedingt vermieden werden:

  • Schnitt erfolgt zu dicht über dem Auge -> Knospe erleidet Beschädigungen
  • Schnitt ist zu schräg -> Wunde ist zu groß
  • Schnitt erfolgt zu weit oberhalb des Auges -> es entsteht ein überschüssiges Triebstück, welches später abstirbt
  • Falsche Schnittrichtung ->Wasser sammelt sich und führt zur Fäulnis
Üppig blühende Strauchrosen
Üppig blühende Strauchrosen

Strauchrosen zum Blühen anregen

Im Laufe ihres Lebens werden einige öfterblühende Strauchrosen gerne blühfaul. Sie bilden nicht nur weniger Blüten, sondern zudem auch noch kleinere. Mit ein paar kleinen Handgriffen jedoch können diese faulen Pflanzen jedoch wieder zum Blühen angeregt werden:

  • Im äußeren Bereich die Seitentriebe auf fünf Knospen einkürzen
  • Triebe, die keine Blüten mehr bilden wollen, auf ein Drittel einkürzen

Frostschäden an Rosen entfernen

Neben den erwähnten Schnittmaßnahmen kann es notwendig sein, Rosen nach dem Winter zu schneiden; nämlich dann, wenn Frostschäden an ihnen entstanden sind. Diese können in unterschiedlicher Stärke auftreten:

  • Leichte Frostschäden zeigen sich durch dunkelbraun bis schwarz gefärbten Trieben, die nicht austreiben
  • Bei schweren Schäden, die in der Regel bei langen Frostperioden entstehen, ist die Färbung der Triebe identisch, jedoch geht diese bis unterhalb der Erdoberfläche

Je nachdem, um welche Art des Schadens es sich handelt, müssen individuelle Schnittmaßnahmen eingeleitet werden:

Leicht beschädigte Triebe werden im Frühjahr bis ins grüne Holz zurückgeschnitten. Dauerhafte Schädigungen sind nicht zu erwarten; die Triebe werden wieder austreiben.

Bestehen hingegen schwere Schädigungen, so sind die Triebe in der Regel bis zum Boden erfroren oder vertrocknet. Bei Pflanzen, deren Veredelungsstelle unter der Erdoberfläche liegt, ist ein Rückschnitt der betroffenen Triebe bis zum Boden sinnvoll. Mit etwas Glück wird die Rose aus der Veredelungsstelle wieder austreiben, was jedoch einige Wochen dauern kann. Ist dies nicht der Fall, so ist die Strauchrose offensichtlich erfroren und sollte ausgegraben und entsorgt werden.

Doch nicht alle Frostschäden sind sofort zu Beginn der Vegetationszeit erkennbar: gelegentlich kommt es vor, dass Schädigungen der Leitbahnen der Wurzeln vorliegen, welche dazu führen, dass keine Nährstoffe mehr aufgenommen werden können. Betroffene Triebe können zwar zunächst austreiben, stellen aber kurz danach ihr Wachstum ein und bilden gelbe beziehungsweise braune Blätter. Zeigt sich ein derartiges Schadbild an einer Strauchrose, sollte diese ebenfalls bis zum Boden zurückgeschnitten werden. Eventuell ist eine Rettung möglich.

 

Graphiken: © animaflora – Fotolia.com; M. Schuppich – Fotolia.com; fototuner – Fotolia.com; olyapon – Fotolia.com; tunedin – Fotolia.com


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