Alpenveilchen – Pflege: Standort, Vermehren & Winterhart

Alpenveilchen sind zumeist als Zimmerpflanzen bekannt. Als wunderschöne, aber etwas zickige Zimmerpflanzen wohlgemerkt, denn in den Räumen, in denen sie ihren Besitzer erfreuen sollen und in denen er sich aufhält, ist es den Pflanzen meistens zu warm. Die Folge: entweder das Alpenveilchen lässt schlapp Blüten und Blätter hängen, kann aber angeschaut werden, oder aber – und dies ist meistens die sinnvollere Variante – es wird in einen kühleren Raum gestellt, wo es zwar mangels Gesellschaft kaum gesehen wird, aber wenigstens überlebt…

Alpenveilchen – Steckbrief von Gartenbista:

Standort: So werden Alpenveilchen im Haus gehalten

Alpenveilchen sind die am meisten verkauften Topfpflanzen – trotz ihrer Vorliebe für Kälte und ihrer Abneigung gegenüber Heizungsluft.

Beim Gießen von Alpenveilchen ist stets darauf zu achten, dass sie nicht übergossen werden. Auf keinen Fall darf die Knolle zu nass sein – dies führt nicht nur zu einem Verfaulen der Wurzeln, sondern auch zu Pilzerkrankungen.

Wie bereits erwähnt, schätzen Alpenveilchen kühle, helle Räume. Wird ihnen diese Umgebung zuteil, blühen sie vom Herbst bis in den Frühling hinein. Sind sie verblüht, müssen sie trotzdem nicht weggeworfen werden: die Chance auf ein erneutes Austreiben ist sehr hoch. Zu diesem Zweck werden die welken Pflanzenteile einfach aus der Knolle gerissen. Oder aber man wartet, bis die Knolle diese selbst „einzieht“ – dies hat den Vorteil, dass die Nährstoffe der Triebe in der Knolle gespeichert werden. Die Knolle selbst an einem kühlen Ort aufbewahren und erst Ende August/Anfang September wieder in die Erde in ein Pflanzgefäß setzen, welches an einen wärmeren Platz gestellt werden sollte. Das Alpenveilchen wird nach kurzer Zeit wieder austreiben.

Es gibt aber auch Alpenveilchen, die nach der Blüte im Frühjahr oder zeitigen Sommer noch recht fit aussehen. Diese Pflanzen können in die Sommerfrische geschickt werden; das heißt, sie können an einem halbschattigen Plätzchen direkt in die Gartenbeete gepflanzt oder mitsamt ihren Töpfchen dorthin gestellt werden. Alle 14 Tage gießen und rechtzeitig vor dem ersten Frost wieder ins Haus holen.

360°-Video von Alpenveilchen

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie Alpenveilchen mit weißen Blüten aussehen.

360°-Video von Alpenveilchen – Gartenbista-Videostudio, gedreht im November

Auch im Garten ist ein Pflanzung möglich

Der geeignete Standort für Alpenveilchen ist halbschattig bis schattig. Direkte Sonnenbestrahlung hassen sie ebenso wie Staunässe und sollte von daher unbedingt vermieden werden. Die beste Zeit, um Alpenveilchen ins Freiland zu pflanzen, ist der August. Die Knollen sollten so tief eingesetzt werden, dass sie circa 1 cm über der Erde herausschauen. Sollten mehrere Pflanzen eingesetzt werden, ist unbedingt ein Abstand von mindestens 10 cm zueinander einzuhalten.

Winterharte Alpenveilchen

Es gibt einige winterharte Sorten, wobei diese nicht unbedingt für kalte Winter geschaffen sind. Meistens gehen sie bei Temperaturen um die -5°C ein. Eine Ausnahme bildet die Sorte „Patio“, die auch Eiseskälte überlebt. Da sich die Alpenveilchen über Samen selbst vermehren (sie bohren ihre Samenkapseln einfach in die Erde), kann sich schon eine einzelne Pflanze nach einigen Jahren zu einer wahren Alpenveilchendynastie entwickelt haben…

Alpenveilchen: Krankheiten

Alpenveilchen (Cyclamen) mit weißen Blüten
Alpenveilchen (Cyclamen) mit weißen Blüten

Direkt von „Krankheiten“ betroffen sind Alpenveilchen in der Regel nicht. Falsche Pflege oder Standortwahl hingegen setzt ihnen arg zu: ist ihnen zu warm, vergilben die Blätter und die Blüten vertrocknen. Stehen sie zu feucht, verfaulen die Knollen oder es bildet sich Grauschimmel. Dieser Pilz kann dafür sorgen, dass die Pflanze komplett eingeht. Dieselbe Gefahr besteht bei einem starken Mehltaubefall.

Keine Rettung gibt es ebenfalls bei der Cyclamenwelke. Diese Pilze leben im Boden und sorgen dafür, dass die Blätter welk werden.

Alpenveilchen: Schädlinge

Es gibt verschiedene Arten von Schädlingen, die Alpenveilchen das Leben schwer machen können: neben Blattläusen und Spinnmilben kommen auch die Cyclamenmilben recht häufig auf Alpenveilchen vor. Einen derartigen Befall erkennt man an missgestalteten Blättern und Blüten. Doch das ist noch nicht alles: die Larven dieser Milbe leben in der Erde und ernähren sich von der Knolle und den Wurzeln des Alpenveilchens. Dies führt unweigerlich zum Tod der betroffenen Pflanze. Wird der Befall rechtzeitig bemerkt, kann man versuchen, die Wurzeln komplett zu befreien, zu spülen und in frische Erde in ein neues Töpfchen einzupflanzen.

Alpenveilchen schneiden

Wie bei fast allen Pflanzen, müssen auch beim Alpenveilchen verblühte Blüten sowie alte, vertrocknete oder vergilbte Blätter entfernt werden. Dies sollte mittels Abreißen geschehen (vorsichtig natürlich!). Schneiden vertragen diese Pflanzen nicht so gut…

 Alpenveilchen Vermehrung durch Teilung

Während die Gartenalpenveilchen ihre Vermehrung sozusagen selbst in die Hand nehmen, können ihre stubenhockenden Verwandten dies leider nicht. Möchte deren Besitzer seine Pflanzen vermehren, hat er zwei verschiedene Möglichkeiten, dies zu tun:

  • Teilung der Knolle, was aber nur bei älteren Pflanzen geht
  • Vermehrung aus Samen. Dazu müssen die gebildeten Samenkapseln erst einmal getrocknet werden. Danach steckt man sie circa 0,5 cm tief in einem Pflanzgefäß in die Erde und stellt dieses Töpfchen – nicht abgedeckt!- an einen hellen Ort bei etwa 20°C. dabei ist a) darauf zu achten, dass das Gefäß keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist und b) dass die Erde immer schön feucht gehalten wird – nicht nass! Darüber hinaus sollte man viel Zeit und Geduld haben – es dauert nämlich recht lange, bis die Samen beschließen, zu keimen…

Achtung: Alpenveilchen sind giftig, insbesondere ihre Knollen. Ein Verzehr von Pflanzenteilen kann Durchfall, Erbrechen und Kreislaufbeschwerden hervorrufen.

Graphik: © Tatjana Balzer-Fotolia.com


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