Ahornbaum pflanzen: Steckbrief mit Tipps zu Standort, Schneiden und Pflege

Ahornbaum: Roter Ahorn
Ahornbaum: Roter Ahorn

Dank seiner gezackten Blattform ist der Ahornbaum gut erkennbar und schmückt viele der heimischen Parks und Wälder. Auch im eigenen Garten – wenn man viel Platz hat – kann man Ahorn im Herbst pflanzen. Der Baum benötigt wenig Pflege, macht kaum Arbeit (außer im Herbst, wenn er Laub ab wirft) und wächst eigentlich überall.

Standort für den Ahorn Baum wählen

Der Ahornbaum mit seinen circa 150 verschiedenen Sorten ist eine reine Zierpflanze. Einzige Ausnahme bildet der in den USA beheimatete Zucker-Ahorn, aus dessen Saft der beliebte Ahorn-Sirup gewonnen wird.

Bei der Wahl des Standorts ist allerdings zu beachten, dass der Baum sehr hoch werden kann und es nicht besonders schätzt, wenn man ihm mit Schere und Säge zu Leibe rückt. Für ausreichend Platz muss also gesorgt sein. Auch sollte der Boden nicht zu nass sein, da dies Pilzkrankheiten begünstigen kann.

Ahorn pflanzen zur richtigen Jahreszeit

Die beste Zeit, um einen Ahorn zu pflanzen, ist der Herbst. So gehen Sie beim Pflanzen vor:

  • Das Pflanzloch, welches gegraben wird, sollte etwa doppelt so groß sein wie der Ballen des Bäumchens.
  • Die Erde darin sollte gelockert und von Steinen befreit werden;
  • besonders schön ist es, wenn etwas Humus eingearbeitet wird.
  • Wenn der Baum eingesetzt worden ist, wird das Pflanzloch zugeschüttet und die Erde wird gut angetreten.
  • Dann wird das Bäumchen gründlich gewässert.
  • Ein Stützpfahl, an den das Bäumchen gebunden wird, ist hilfreich, wenn es bereits recht hoch ist.

Ahorn Pflege – Tipps

Der Ahorn benötigt keinerlei besondere Pflege.

An heißen Sommertagen freut er sich sehr über eine Wassergabe, allerdings ist darauf zu achten, dass er nur im Wurzelbereich gegossen wird.

Gartenbista-Tipp: Im April/Mai kann er einmalig gedüngt werden. Empfehlenswert hierfür ist ein organischer Dünger.

Ahornbaum schneiden

Wie bereits erwähnt, ist das Schneiden seitens des Baumes nicht erwünscht. Der Ahornbaum möchte wachsen, wie er will. Rückt man ihm doch mit Schneidewerkzeug zu Leibe, zeigt er sein Missfallen darüber, indem er seine Äste absterben lässt. Er wird dann sehr anfällig gegenüber Krankheiten und Mehltau, was sogar so weit gehen kann, dass er komplett eingeht.

Ist es trotz des hohen Risikos unumgänglich, den Baum zu schneiden, sollte dies im Spätsommer geschehen, da dann die Vegetationsruhe eintritt. Ansonsten neigt der Ahornbaum dazu, extrem auszubluten. Generell ist es nach dem Schnitt sinnvoll, die Wunden mit Baumwachs zu verschließen.

Ahorn vermehren

Theoretisch bestehen zwei verschiedene Möglichkeiten: Vermehrung durch Stecklinge sowie durch Samen. In der Praxis hat es sich allerdings gezeigt, dass es sehr schwierig bis unmöglich ist, einen Ahornbaum zu vermehren. Es ist daher ratsam, einen jungen Ahornbaum beim Fachhändler zu kaufen.

Wenn Sie dennoch einen Ahorn Baum selber ziehen möchten, können Sie im Juni einen ca. 40 cm langen Steckling von einem bestehenden Ahornbaum abschneiden. Dieser wird in ein Wasserglas gesteckt, wo er Wurzeln bilden soll. Tut er dies, kann er – wie unter „Ahorn pflanzen“ beschrieben – in die Erde gebracht werden.

Bei der Vermehrung durch Samen braucht man viel Geduld, denn das Saatgut braucht sehr, sehr lange, bis es keimt (ein bis zwei Jahre sind keine Seltenheit). Der getrocknete Samen wird in einen Blumentopf gesteckt und leicht mit erde bedeckt. Es ist darauf zu achten, dass die Erde immer leicht feucht ist (nicht nass!).

Ansonsten erledigt der Ahorn seine Vermehrung ganz alleine: aus seinen geblichen Blüten bilden sich Spaltfrüchte (auch als „Nasen“ bekannt), die abfallen, in die Erde absinken und dort zu keimen beginnen.

Krankheiten und Schädlinge

Besonders anfällig gegenüber Schädlingen ist der Ahorn nicht. Blattläuse und Spinnmilben siedeln sich gelegentlich an, aber nur in den seltensten Fällen ist der Befall so stark, dass ein Einschreiten seitens des Gartenbesitzers notwendig ist.

Pilzkrankheiten, vor allem bei jungen Ahornbäumen, treten insbesondere bei einem zu nassen Standort auf. Sie äußern sich beispielsweise im Zweigsterben. Betroffene Äste müssen bis tief in das gesunde Holz hinein abgeschnitten werden.

Was ist noch interessant für Hobby-Gärtner?

Diese Fragen stellen Hobby-Gärtner häufig:

Wie groß wird der Ahornbaum?

Die Größe eines Ahornes ist abhängig von der jeweiligen Art:

  • Japanischer Ahron erreicht Wuchshöhen zwischen 8 und 10 m
  • Feld-Ahorn wird durchschnittlich 15 m hoch; gelegentlich auch über 20 m
  • Spitzahorn erreicht Höhen zwischen 20 und 30 m
  • Bergahorn kann bis zu 35 m hoch werden

Daneben gibt es die noch kleineren Arten, wie beispielsweise den Kugelahorn, der etwa sechs Meter hoch werden kann. Noch filigraner sind die Zierahornsorten, die teilweise nicht einmal 2 m hoch werden und somit auch für kleine Gärten bestens geeignet sind.

Was sind die Früchte vom Ahorn?

Die Früchte vom Ahorn sind leicht zu erkennen und von anderen Gewächsen zu unterscheiden. Kinder lieben die auch als „Nasenzwicker“ bekannten Ahornfrüchte. Bei den Früchten des Ahorns handelt es sich um sogenannte Spaltfrüchte. Dies bedeutet, dass sie erst bei Reife durch Teilung in zwei Fruchthälften zerfallen. Diese sind einflügelig und können so durch den Wind weit weggeweht werden, um sich irgendwo auszusäen. Interessanterweise ähneln sich die Doppelfrüchte der verschiedenen Ahorn-Arten sehr, so dass sie für einen Laien kaum auseinanderzuhalten sind. Die einflügeligen Hälften hingegen unterscheiden sich in ihrer Form, dem Winkel ihrer Flügel sowie der Form der Samen.

Wie viele Arten von Ahorn gibt es?

In den gemäßigten Zonen Eurasiens, Nord- und Zentralamerikas sowie Nordafrikas sind etwa 150 verschiedene Ahorn-Arten (Acer) bekannt. Die meisten von ihnen wachsen in den USA sowie in China. In Deutschland sind nur sehr wenige Ahorn-Arten heimisch:

In milden Regionen wachsen darüber hinaus noch

  • Französischer Ahorn,
  • Schneeballahorn sowie
  • Tatarenahorn.

Zierahornarten wie der japanische Ahorn lassen sich in den gemäßigten Regionen kultivieren, werden dort aber niemals in freier Natur anzutreffen sein. Gerne wird auch die Ahornblättrige Platane zur Familie der Acer zugeordnet, da ihre Blattform jener des Ahornes sehr ähnelt. Dies ist jedoch nicht korrekt, da dieses Gehölz ein Platanengewächs ist.

Ist der Ahornbaum ein Flachwurzler?

Grundsätzlich gilt der Ahorn als Flachwurzler. Seine Wurzeln wachsen in die Breite, wobei sie sich nahe unter der Erdoberfläche befinden. Kommen einheimische Ahornbäume in die Jahre, so bilden sie eine Pfahlwurzel aus, so dass sie dann zu den Herzwurzlern gezählt werden. Bei diesen handelt es sich um Gehölze, deren Wurzeln sowohl senkrecht als auch waagerecht wachsen. Wie tief beziehungsweise breit sie sich individuell ausdehnen, hängt zum einen vom Alter des betreffenden Baumes ab, zum anderen von dem jeweiligen Substrat, in dem sie wachsen.

Graphik: © Bruce Shippee – Fotolia.com


, Kategorie: Pflanzen

7 Kommentare

  1. Hallo, ich beziehe mich auf Ihren Artikel. Ich habe im letzten Herbst 60 Samen des Ahornbaumes gepflanzt und habe nun 53 Töpfe mit zwischen 10 und 40 cm hohen kleinen Ahornbäumen. Es ist also nicht unmöglich. LG annie

  2. Ich habe meinen sehr schönen Ahorn radikal beschnitten, da ich ihn im Winter einpacken wollte. Jetzt sieht er ziemlich doof aus – dick und garnicht mehr elegant. Was kann/muss ich tun, um ihn wieder hübsch japanisch aussehen zu lassen. Ich freue mich auf euren Kommentar.

    Herzliche Grüße

    Ingrid

    1. Einen Ahorn beschneidet man nicht. Er nimmt das SEHR übel und läßt die beschnittenen Äste auch absterben. Ein Ahorn braucht Platz und er wächst sehr gerne so, wie ER will. Wenn sie einen „einpacken“ wollen, dann nehmen Sie doch einen Ableger von ihm, die er reichlich bildet, sofern man sie nicht immer sofort auszupft. Einfach einige stehen lassen und beobachten, welche Form der Ableger annimmt. Der wird dann ausgegraben, eingepackt und wo anders wieder eingesetzt. Der Ahorn ist ein genügsamer und sehr pflegeleichter Baum, mit dem man KEINE Arbeit hat, außer im Herbst Laub zusammen fegen. Das kommt bei mir auf die Erde unter den Büschen oder ich lasse es trocknen und nehme es für die Igelhütten. Igel haben die Blätter sehr gerne und viele!

  3. Wir haben einen sehr großen rotblätterigen Ahorn im Garten. Dieser wurde vor einigen Jahren von einem Gartenbaubetrieb (siehe oben!!) geschnitten. Daß man den Ahorn nicht schneiden sollte hat uns dieser Herr auch nicht gesagt – das Geld nimmt man eben gerne auch mit…..
    Wie alt kann ein solcher Baum eigentlich überhaupt werden?? Das würde mich sehr interessieren! Für die Antwort meinen besten Dank im voraus.

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