Ackerschachtelhalm bekämpfen & vernichten- Zinnkraut loswerden

Der Ackerschachtelhalm / Zinnkraut – ein ungeliebter Gast im Garten

Ackerschachtelhalm bekämpfen & vernichten- Zinnkraut loswerden
Ackerschachtelhalm bekämpfen & vernichten- Zinnkraut loswerden

Die meisten Hobbygärtner haben eine klare Vorstellung davon, was in ihrem Garten wachsen soll und was nicht, und selbst eingefleischte Liebhaber naturnaher Gärten sehen es nicht gern, wenn der gesamte Garten von einer ungewünschten Pflanze überwuchert wird. Eines dieser sogenannten Unkräuter, die sich schnell vermehren und nur schwer wieder loszuwerden sind, ist der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense), der sich in manchen Gärten zu einer reinen Plage entwickeln kann. Hat er sich einmal niedergelassen, ist es schwer, ihn wieder aus dem Garten zu verbannen. Doch es gibt einige nützliche Tipps und Tricks, wie man den Ackerschachtelhalm vernichten kann, und dies auch ohne den Einsatz von Chemie.

Wichtige Informationen zum Ackerschachtelhalm / Zinnkraut auf einen Blick

  • Wissenschaftlicher Name: Equisetum arvense
  • Ordnung: Equisetales (schachtelhalmartige Gewächse)
  • Familie: Equisetaceae (Schachtelhalmgewächse)
  • Gattung: Equisetum (Schachtelhalme)
  • Weitere Namen: der Ackerschachtelhalm ist auch als Zinnkraut, Pferdeschwanz, Schaftheu, Katzenwedel, Scheuerkraut oder Pfannebutzer bekannt.
  • Heimat: der Ackerschachtelhalm ist auf der gesamten Nordhalbkugel beheimatet. Auch in Neuseeland, Südafrika und Australien hat er sich erfolgreich angesiedelt.
  • Wuchshöhe: Zinnkraut erreicht eine Wuchshöre von 20 bis 30 Zentimetern.
  • Vorkommen: die Pflanze wächst vorwiegend an Gräben, an Straßen- und Wegesrändern und auf Wiesen. In den Alpen wächst er in Höhenlagen von bis zu 1.700 Metern.
  • Unkraut: von den meisten Gärtnern und Landwirten wird der Ackerschachtelhalm aufgrund seiner rasanten und hartnäckigen Verbreitung als Unkraut angesehen, er hat jedoch auch durchaus nützliche Eigenschaften.
  • Zeigerpflanze: Zinnkraut ist eine Zeigerpflanze für Staunässe und verdichtete Böden.
  • Giftigkeit: der Ackerschachtelhalm ist ungiftig und wird als Heilpflanze genutzt. Er kann aber leicht mit dem giftigen Sumpfschachtelhalm verwechselt werden.

An diesen Standorten gedeiht der Ackerschachtelhalm besonders gut

Um zu wissen, wie man den Ackerschachtelhalm / Zinnkraut am besten bekämpft bzw. loswerden kann, sollte man sich zunächst über die Bedürfnisse der Pflanze informieren, denn am besten kann man ihr den Garaus machen, indem man ihr den Lebensraum entzieht.

Der Ackerschachtelhalm liebt im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen Staunässe. Er gedeiht besonders gut in verdichteten, zu Staunässe neigenden Böden und gilt daher als Zeigerpflanze für diese Bodenverhältnisse. Zinnkraut wächst an hellen bis halbschattigen Standorten und bevorzugt einen stickstoffarmen, kalkarmen Boden.

Ackerschachtelhalm Vermehrung

Der Ackerschachtelhalm / Zinnkraut vermehrt sich auf zwei Wegen.

  • Geschlechtliche Vermehrung über Sporen

Zinnkraut trägt keine Blüten und bildet dementsprechend auch keine Samen, die geschlechtliche Vermehrung erfolgt vielmehr über Sporen.
Hierzu bildet die Pflanze im März und April bräunliche Sprossenachsen, die nach kurzer Reifezeit Hunderte von hellgrünen Sporen freisetzen, die durch den Wind verteilt werden.

  • Ungeschlechtliche Vermehrung über Rhizome

Zusätzlich vermehrt sich Equisetum arvense auch über unterirdische Wurzelausläufer, die sogenannten Rhizome. Die Wurzeln reichen in Tiefen von bis zu zwei Metern und verzweigen sich an den Seiten über eine Länge von mehreren Metern. Durch dieses ausufernde Wurzelgeflecht, in dessen Verlauf an vielen Stellen neue Ackerschachtelhalme entstehen, ist es so schwer, der Ausbreitung der Pflanze Herr zu werden.

Ackerschachtelhalm bekämpfen

Ackerschachtelhalm zu bekämpfen ist nicht einfach und auch nicht immer von Erfolg gekrönt, denn nicht umsonst existiert die Familie der Schachtelhalmgewächse seit über 375 Millionen Jahren.

Zu den Möglichkeiten, den Ackerschachtelhalm zu bekämpfen, zählen:

  • Die manuelle Entfernung des Ackerschachtelhalms.
  • Die chemische Vernichtung mit Herbiziden.
  • Bekämpfung mit biologischen Mitteln.
  • Die Bekämpfung mit diversen Hausmitteln.
  • Der Entzug der Lebensgrundlage.

Ackerschachtelhalm manuell entfernen

Der Ackerschachtelhalm / Zinnkraut (Equisetum arvense) breitet sich rasant aus
Der Ackerschachtelhalm / Zinnkraut (Equisetum arvense) breitet sich rasant aus

Anders als viele andere Unkräuter kann Equisetum arvense aufgrund seiner tiefen und weitverzweigten Wurzelausläufer nicht einfach so aus der Erde gezogen und dadurch bekämpft werden. Bei Wurzeltiefen von bis zu zwei Metern und mehrere Meter langen seitlichen Wurzelausläufern müsste man schon den gesamten Garten umbaggern und könnte noch immer nicht sicher sein, den Ackerschachtelhalm wirksam bekämpft zu haben, denn ein kleines Stück in der Erde belassenes Rhizom reicht aus, um den ungeliebten Gast zurückkehren zu lassen.

Ackerschachtelhalm, der sich im Rasen ausgebreitet hat, lässt sich jedoch durch regelmäßiges Mähen gut in Schach halten.

Auch an anderen Stellen des Gartens hilft es, das Zinnkraut regelmäßig herunterzuschneiden. Ganz besonders wichtig ist das im März und April, wenn die Pflanze für die geschlechtliche Vermehrung bereit ist. Schneidet man die Pflanze in dieser Zeit regelmäßig zurück, verhindert man zumindest das Ausbilden der Sporen und eine weitere Verbreitung auf diesem Wege.

Ackerschachtelhalm vernichten mit Herbiziden

Eine weitere Möglichkeit, Zinnkraut loszuwerden, ist die Bekämpfung mit Herbiziden. Hier kommt es zunächst einmal darauf an, ob man generell chemische Giftstoffe im Garten einsetzen möchte oder nicht. Wer einen naturnahen Garten pflegt, Gemüse und andere Nutzpflanzen im Garten kultiviert oder Kinder und Haustiere hat, die den Garten nutzen, sollte auf den Einsatz von Pflanzengiften besser verzichten.

Wer hingegen nicht auf den Einsatz chemischer Giftstoffe verzichten möchte und sich davon eine schnelle und einfache Beseitigung des Ackerschachtelhalms verspricht, der findet im Handel einige entsprechende Produkte.

Gartenbista-Tipp: In den allermeisten Fällen ist der Erfolg jedoch nur von kurzer Dauer, da durch den Einsatz des Gifts meist nur der oberirdische Teil der Pflanze abstirbt. Der Ackerschachtelhalm überdauert den Gifteinsatz in seinem Rhizom und kehrt spätestens in der nächsten Saison zurück.

Zinnkraut loswerden mit biologischen Mitteln

Im Handel gibt es Präparate auf biologischer Basis, die den ebenso ungeliebten Giersch im Garten bekämpfen sollen. Mit diesen Präparaten kann es gelingen, die Pflanze für eine Saison zurückzudrängen, eine vollständige Vernichtung des Ackerschachtelhalms ist aufgrund der weit verbreiteten Rhizome jedoch nicht möglich.

Ackerschachtelhalm bekämpfen mit Hausmitteln

Es gibt natürlich auch diverse Hausmittel, die helfen sollen, den Ackerschachtelhalm zu vernichten.
Dazu gehören in erster Linie

  • Heißes Wasser
  • Salz
  • Essig oder Essigessenz

Diese Ackerschachtelhalm Hausmittel werden mehr oder weniger erfolgreich die oberirdischen Teile zum Absterben bringen, die unterirdischen Rhizome lassen sich davon jedoch wenig beeindrucken und somit ist das Problem in keinster Weise gelöst.

Stattdessen zieht der Einsatz dieser Hausmittel auch die in der unmittelbaren Umgebung wachsenden Pflanzen in Mitleidenschaft und schadet dem Boden vor allem bei dem Einsatz von Essig oder Essigessenz und Salz weitaus mehr, als dass er nutzt.

Gartenbista-Tipp: Salz kann großen Schaden im Boden anrichten. Daher ist es gesetzlich verboten, im Garten Salz zur Vernichtung von Unkraut einzusetzen. Es drohen Strafen bis zu 50.000 Euro. Auch für den Einsatz von Essig gelten strenge Regelungen z.B. die Konzentration betreffend.

Ackerschachtelhalm vernichten durch Entzug der Lebensgrundlage

Beim Ackerschachtelhalm bekämpfen ist der langfristige Entzug der Lebensgrundlage der Pflanze der erfolgversprechendste Weg. Damit ist jedoch keine schnelle Beseitigung der ungeliebten Pflanze möglich, sondern es bedarf eines recht langen Atems. Dafür wählt man aber garantiert die ökologisch sinnvollste und verträglichste Lösung.

Diese Maßnahmen helfen langfristig, das Zinnkraut aus dem Garten zu verdrängen:

  • Düngen
    Equisetum arvense wächst auf mageren, verdichteten Böden. Zu viele Nährstoffe und vor allem zu viel Stickstoff verträgt die Pflanze nicht gut, sodass sie auf nährstoffreichen Böden langfristig nicht gedeihen wird. Durch regelmäßiges Düngen mit organischem Dünger wie beispielsweise Mist oder Kompost oder auch mit einem stickstoffhaltigen Kunstdünger wachsen und gedeihen die meisten anderen Pflanzen im Garten prächtig, der Ackerschachtelhalm wird jedoch langfristig den Rückzug antreten. Auch Hornspäne, die Ihre Nährstoffe über einen langen Zeitraum abgeben, sind gut geeignet, um Zinnkraut dauerhaft zu verdrängen.
  • Staunässe und verdichtete Böden beseitigen
    Die wenigsten Pflanzen mögen Staunässe und verdichtete Böden, der Ackerschachtelhalm hingegen liebt sie. Durch ein regelmäßiges Umgraben der betroffenen Areale und ein Untermischen von Sand oder kleinen Kieselsteinen um den Boden aufzulockern und ein besseres Versickern von Regenwasser zu gewährleisten, schlägt man daher zwei Fliegen mit einer Klappe:
    Der Boden wird nutzbar für andere Pflanzen und das Zinnkraut wird sich dort nicht mehr wohlfühlen. Die Gelegenheit ist günstig, um gleich etwas Kompost, Mist, Hornspäne oder anderen Dünger einzuarbeiten und es der ungeliebten Pflanze dadurch noch ungemütlicher zu machen.
  • Kalken
    Da Zinnkraut keine kalkhaltigen Böden mag, ist es auch möglich, seiner Verbreitung durch das Ausbringen von Kalk Einhalt zu gebieten. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn sich in der unmittelbaren Nähe andere Pflanzen befinden, die ebenfalls keine kalkhaltigen Böden vertragen wie beispielsweise Rhododendren. Diese würden den Bekämpfungsmaßnahmen wahrscheinlich erfolgreicher zum Opfer fallen als der Ackerschachtelhalm.
  • Schatten herstellen
    Der Ackerschachtelhalm braucht Licht, um gut zu gedeihen. Werden an den Standorten des Ackerschachtelhalms dichte Büsche oder andere schattenspendende Pflanzen angesiedelt, wird sich der Ackerschachtelhalm ebenfalls zurückziehen.

Bei diesen Maßnahmen, die langfristig gut geeignet sind, den Ackerschachtelhalm weitgehend aus dem Garten zu vertreiben, sollte man die ungeliebten Pflanzen vor allem während der Vermehrungszeit regelmäßig schneiden, um das Ausbilden von Sporen zu verhindern.

Der Ackerschachtelhalm – wirklich nur ein Unkraut?

Der Ackerschachtelhalm / Zinnkraut (Equisetum arvense) ist mehr als ein Unkraut!
Der Ackerschachtelhalm / Zinnkraut (Equisetum arvense) ist mehr als ein Unkraut!

Den Ackerschachtelhalm pauschal als ungeliebtes Unkraut zu bezeichnen, wird der Pflanze alles andere als gerecht. Denn auch wenn Zinnkraut vor allem bei Landwirten mehr als unbeliebt ist, bringt die Pflanze dennoch einiges an nützlichen Eigenschaften mit.

  • Der Ackerschachtelhalm als Nutzpflanze

Zinnkraut ist hervorragend geeignet, um eine Jauche herzustellen, die andere Pflanzen stärkt und vor dem Befall mit Schädlingen wie Blattläusen schützt.

Ein Tee aus Schachtelhalm schützt Tomatenpflanzen und Obstgehölze gegen Krankheiten wie Rost oder Mehltau und Schachtelalmextrakte werden vor allem in der ökologischen Landwirtschaft zum Beizen von Saatgut eingesetzt.

  • Der Ackerschachtelhalm im Haushalt

Die umgangssprachlichen Bezeichnungen Zinnkraut, Scheuerkraut und Pfannebutzer beziehen sich auf die Eigenschaften des Ackerschachtelhalms als Putz- und Reinigungsmittel. Durch die in der Pflanze enthaltenen Kieselsäurekristalle können vor allem Gegenstände aus Zinn gut gereinigt werden. Außerdem eignen sich die Stiele zum Messerschärfen.

  • Der Ackerschachtelhalm als Heilpflanze

Auch als Heilpflanze hat die Pflanze eine lange Tradition und sie wird unter anderem verwendet als Heilmittel gegen Rheuma und Gicht, sie soll die Wundheilung fördern und dient zur Blutstillung. Als Tee soll Equisetum arvense lindernd bei Lungenerkrankungen, Husten und Asthma wirken und als äußerlicher Umschlag soll Zinnkraut die Beschwerden bei Schwellungen lindern.

  • Der Ackerschachtelhalm als Nahrungsmittel

In Japan gilt der Ackerschachtelhalm als Gemüse. Auch hierzulande finden sich in der Küche viele Einsatzmöglichkeiten für das schmackhafte Kraut.

Zinnkraut loswerden oder lieber doch das Beste aus der Situation machen?

Der Ackerschachtelhalm ist weit mehr als nur ein ungeliebtes Unkraut. In Küche, Haushalt, der Hausapotheke und bei der Gartenpflege erfüllt er viele nützliche Aufgaben, sodass es durchaus eine Überlegung wert ist, die nützliche Pflanze zu ernten und zu nutzen, anstatt sich darauf zu konzentrieren, das Zinnkraut loszuwerden. Zinnkraut loswerden, das gelingt sowieso nur auf lange Sicht, indem man der Pflanze die Lebensgrundlagen im eigenen Garten entzieht und auch dann ist nicht gesagt, dass sich nicht doch hier und da noch ein Exemplar des Ackerschachtelhalms findet.

Daher sollte man das Beste aus der Situation machen, den Ackerschachtelhalm mit natürlichen Mitteln an einer allzu großen Verbreitung hindern und sich ansonsten über seine nützlichen Eigenschaften freuen.

 

Fotos: © LianeM, @nt, DoraZett – Fotolia.com


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.