Zwetschgenbaum pflanzen, schneiden & Krankheiten

Ein Zwetschgenbaum im eigenen Garten – für viele Gartenbesitzer ein Traum, den sie sich leider nie erfüllen, denn im Gegensatz zu den „Klassikern“ wie Apfelbäumen oder Kirschbäumen stehen diese Pflanzen in dem Ruf, nicht unbedingt pflegeleicht zu sein. Doch das ist ganz und gar nicht der Fall: ist der Zwetschgenbaum einmal gepflanzt, muss er nur regelmäßig zurückgeschnitten werden, um einen guten Ertrag zu garantieren. Wird dies erledigt, steht einer üppigen Ernte der blauvioletten Früchte nichts im Weg…

Zwetschgenbaum – Steckbrief Gartenbista.de

Der richtige Standort für einen hohen Ertrag

Zwetschgen lieben Sonne, deswegen sollten die Bäumchen keinesfalls an einem schattigen Standort gepflanzt werden. Des Weiteren sollte der Boden nährstoffreich sein, was aber auch durch eine jährliche Kompostgabe erledigt werden kann. Ausreichend Feuchtigkeit sollte gegeben sein, aber bitte darauf achten, dass es nicht zu Staunässe kommt.

Zwetschgenbaum pflanzen: so geht´s!

Zwetschgenbäume sind in drei verschiedenen Sorten erhältlich: hochstämmig, halbstämmig und niedrigstämmig. Generell gilt: je kleiner ein Bäumchen ist, desto schneller trägt es Früchte. Allerdings haben auch Zwetschgenbäume mit einem kürzeren Baumstamm automatisch eine kürzere Lebenserwartung als andere…

Vom Herbst an bis hin zum Frühjahr können Zwetschgenbäume gepflanzt werden, wenn kein Frost besteht. Vor dem Einpflanzen sollten die Wurzeln ein wenig gestutzt werden, ebenso die Triebe. Das Pflanzloch sollte etwas breiter als der Wurzelballen sein und so tief, dass die Wurzeln komplett in der Erde verschwinden. Nach dem Einpflanzen gut angießen und einen Holzpfahl zum Stützen in die Erde hauen und das Bäumchen dort anbinden.

ZwetschgenZwetschgenbaum schneiden

Wie bereits erwähnt, ist ein regelmäßiger, rigoroser Rückschnitt für einen guten Ertrag und große Früchte unerlässlich. „Rigoros“ heißt in diesem Fall, dass sämtliche dicht stehenden, kahlen und hängenden Äste beim Zwetschgenbaum schneiden komplett weggeschnitten werden müssen. Junge Triebe sollten ein wenig zurückgeschnitten werden. Je schärfer der Rückschnitt erfolgt, desto stärker wird der Neuaustrieb kommen.

Des Weiteren sollte Zwetschgenbaum schneiden zum Auslichten erfolgen. Dicht stehende Äste werden hierbei abgesägt; Leit- und Nebenäste gekürzt. Der beste Zeitpunkt zum Zwetschgenbaum schneiden ist die Zeit von November bis März, allerdings sollte diese Tätigkeit nicht bei starkem Frost ausgeübt werden, denn dann könnte das Holz brüchig werden.

In früheren Zeiten kursierte unter Gartenbesitzern häufig das Gerücht, es sei nicht notwendig, einen Zwetschgenbaum zu schneiden. Leider ist dies nicht so, denn wie alle anderen Obstbäume bedarf auch der Zwetschgenbaum ein wenig Hilfe, wenn er auch in fortgeschrittenem Alter noch viele Früchte tragen soll…Doch keine Angst: einen Zwetschgenbaum zu schneiden, ist denkbar einfach – nur einige Tipps sollten befolgt werden…

a) Zeitpunkt

Zwetschgenbäume werden immer nach der Ernte geschnitten. Dazu bieten sich grundsätzlich zwei Möglichkeiten: entweder im Herbst, dann ist darauf zu achten, dass nicht so bald Frost zu erwarten ist. Es ist immens wichtig, dass die Schnittflächen vor Frosteintritt austrocknen können, da die Äste ansonsten schlichtweg erfrieren.

Alternativ kann man den Zwetschgenbaum im sehr zeitigen Frühjahr schneiden, sobald es frostfrei ist.

b) Erziehungsschnitt

Junge Zwetschgenbäume müssen einen sogenannten Erziehungsschnitt erhalten. Dies bedeutet, man zeigt dem Bäumchen quasi, in welcher Form es zu wachsen hat. Dieser Erziehungsschnitt sollte allerdings erst zwei Jahre nach dem Pflanzen des Zwetschgenbaums erfolgen.

Bei dieser Schnittart ist es wichtig, dass die Kronenäste des Zwetschgenbaums so waagerecht wie möglich erzogen werden. Wird dies versäumt, folgen sie ihrer Natur und wachsen starr senkrecht nach oben, was dazu führt, dass sie sich irgendwann gegenseitig ins Gehege kommen. Grundsätzlich sollte deshalb nur ein einziger senkrechter Mitteltrieb stehen bleiben.

c) Pflegeschnitt

Hat man als Gartenbesitzer seinen Zwetschgenbaum soweit gebracht, dass er in der korrekten Form wächst, ist nur noch der sogenannte Pflegeschnitt notwendig, welcher in der Regel jährlich erfolgen sollte. Beim pflegeschnitt geht es darum, den Zwetschgenbaum so zu schneiden, dass seine Krone so licht wie möglich gehalten wird. Dies bedeutet in der Praxis, dass Zweige entfernt werden müssen, die

  • steil senkrecht,
  • zu eng oder
  • nach innen

wachsen. Dasselbe gilt für Zweige, welche nach unten hängen, dürr oder offensichtlich krank sind: sie schwächen den Zwetschgenbaum nur unnötig und müssen dementsprechend entfernt werden.

d) Was ist noch zu beachten?

  • Der Schnitt sollte von außen nach innen erfolgen; es wird also von außen begonnen und sich dann ins Innere des Zwetschgenbaums vorgearbeitet.
  • Scharfes Schneidewerkzeug ist unerlässlich beim Zwetschgenbaum Schneiden: ist dieses nicht gegeben, besteht die Gefahr, dass die Zweige einreißen beziehungsweise abbrechen.
  • Wurzelausläufer, welche sich grundsätzlich am Stamm bilden, müssen entfernt werden.
  • Schnittstellen sollten mit Wundverschlusspaste versiegelt werden, damit keine Bakterien oder Pilze in den Zwetschgenbaum eindringen können.

Welche Pflegemaßnahmen sind sinnvoll?

Zwetschgenbäume neigen zu einer erhöhten Flechten- beziehungsweise Moosbildung am Stamm. Um dem entgegenzuwirken, sollten sie regelmäßig gepflegt werden; das heißt, den Stamm mithilfe einer Drahtbürste abbürsten.

Zwetschgen ernten; Zwetschgen verarbeiten

In der Zeit von Juli bis Oktober können Zwetschgen geerntet werden. sie werden entweder gleich frisch gegessen, eignen sich aber auch wunderbar zum Einfrieren. Hierfür sollten sie aber halbiert und entsteint werden. Auch eingekocht sind die blauvioletten Früchte sehr beliebt. Tolle Rezepte finden Sie unter anderem hier.

Zwetschgenbaum: Krankheiten selbst erkennen

Narren- oder Taschenkrankheit: die Früchte wachsen bananenförmig. Auf ihnen bildet sich ein hellgrüner, später grauer mehliger Belag und sie bleiben hart und ungenießbar. Der hierfür verantwortliche Pilz bildet sich vor allem bei regnerischem Wetter. Nur eine komplette Entfernung sämtlicher befallener Triebe und Früchte kann den Baum retten.

Zwetschgenrost: dieser Pilz äußert sich in schwarzen Punkten auf der Blattunterseite. Die betroffenen Blätter werden schließlich gelb und fallen ab.

Monilia-Fruchtfäule: der Pilz gelangt durch allerfeinste Verletzungen der Fruchthaut, beispielsweise durch einen Insektenstich, in das Innere der Frucht. Zu erkennen ist eine derartige Erkrankung an weißen Pusteln auf der Zwetschge und an deren Verfärbung ins Schwarze. Die Frucht an sich verkümmert komplett. Auch hier ist nur eine konsequente Entfernung der betroffenen Pflanzenteile und der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels wirkungsvoll.

Schädlinge sind an Zwetschgenbäumen leider keine Seltenheit

Pflaumenwickler: die Larve dieses Falters überwintert am Baum, Stamm oder im Boden. Diese Larven bohren sich in die Früchte, welche sich bläulich verfärben und abfallen können. Die Raupen des Wicklers verlassen die Früchte, werden im Juli zu neuen Faltern, die wiederum ihre Eier an reifen Früchten ablegen. Da dies ein ständiger Kreislauf ist, hilft meistens nur der Einsatz eines geeigneten Pflanzenschutzmittels.

Blattläuse sind an für sich nicht das Problem, allerdings kann durch einen derartigen befall Krankheiten wie Scharka ausgelöst werden. Sollten sich also viele Blattläuse auf dem Zwetschgenbaum befinden, wäre eine Behandlung mit einem Pflanzenschutzmittel ebenfalls ratsam.

Graphik: © fothoss-Fotolia.com, © Christian Pedant – Fotolia.com


8 Kommentare

      1. Ja, das ist möglich, allerdings muss der alte Zwetschgenbaum unveredelt sein. Verwendet werden dann all jene Triebe, die im unteren Bereich des Baumes wachsen.

  1. Ich habe meine Zwetschge im September 2013 gepflanzt. Sonniger Standort, regelmäßiges Gießen auch Dünger für Obstbäume und jetzt 2014 volle in Blütte und grüne Blätter und seit ca. 4 Wochen sind aller Blätter abgetrocknet und fallen ab warum?

    1. Es könnte sich dabei um eine Pilzkrankheit (Monilia) handeln. Ist dies der Fall, müssen die betroffenen Zweige bis tief in das gesunde Holz abgeshnitten werden. Da es sich um ein sehr junges Bäumchen hanelt, reicht allerdings eventuell auch der Einsatz eines speziellen Pflanzenschutzmittels. Tipp: einige Blätter einsammeln und zum Fachhändler bringen. Dieser wird erkennen, ob es sich um den Monilia-Pilz handelt.

  2. Wir haben einen älteren, größeren Zwetschgenbaum im Garten, der über die Jahre Früchte getragen hat. Dieses Jahr haben wir die Situation, dass am Baum sowohl gelbliche, trockene, bananenförmige Früchte hängen – wie aber auch saftig grüne Früchte, die sich hoffentlich zu schönen Zwetschgen entwickeln. Hat unser Baum also zum Teil die Narren- oder Taschenkrankheit, denn das Frühjahr war ja total verregnet?

  3. hallo habe zwetschgenbäume und andere kirschbäume . in den letzten jahren haben die immer viel frucht getragen ; jedoch dieses mal weiss ich nicht woran ich bin . die zwetschgenbäume beginn einer nach dem anderen von oben her dürre zu werden ; blätter fallen ab und der baum bleibt kahl ; man hat den eindruck jemand entzieht ihnen die lebenskraft ; weiss vielleicht jemand mit was man es zu tun hat bzw. weiss jemand wie man entgegenwirken kann ?
    Ich will betonen , dass wir versucht haben ohne pflanzenschutzmittel auszukommen. hat auch die ersten jahre funktioniert . Jedoch ………

  4. Habe vor 5 Jahren ein Zwetschgenbäumchen gepflanzt!
    Regelmäßig geschnitten …. er sieht auch sehr gut und gesund aus.
    Aaaaber! Er hat einmal geblüht … etwa 1/3 des Baumes….. aber noch nie etwas getragen, d.h. noch keine einzige Frucht.
    Ist das normal?

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