Wilde Mirabelle – Aussehen, Merkmale und Verwendung

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Wilde Mirabelle
Wilde Mirabelle

Wenn bereits im März ein buschiger Kleinbaum unzählige wunderschöne Blüten hervorbringt, die zudem noch einen intensiven Duft verströmen, dann könnte es sich um die Wilde Mirabelle handeln. Sie gehört zu den ältesten bekannten Wildobstsorten und kann problemlos in Hausgärten kultiviert werden.

Allgemeine Informationen über Wilde Mirabelle

Die Wilde Mirabelle, Prunus caerasifera, ist auch als Wildpflaume oder Kirschpflaume bekannt. Sie wächst als sparriger, buschiger kleiner Baum oder Strauch und erreicht Wuchshöhen bis acht Meter sowie eine Breite von maximal sechs Metern.

Ganz zeitig im Jahr bringt sie Abertausende weißer Blüten hervor: bereits im März erstrahlt das Gehölz in einem dichten Blütenmeer. Dieses verströmt zudem einen süßlichen Duft, mit welchem er Bienen, Hummeln und andere Insekten anlockt. Sie laben sich an seinem Nektar, der eine der ersten Nahrungsquellen des Jahres darstellt.

Ab Juli sind die kugeligen, 2 – 3 cm großen Früchte reif. Sie können von Gelb bis Rot verschiedene Farbnuancen annehmen. Zunächst schmecken sie ein wenig säuerlich, mit zunehmender Reife werden sie immer süßer und zudem noch weicher.

Wilde Mirabellen gehören zu den ältesten Wildobstsorten. Nachdem sie vor einigen Jahren fast komplett aus Hausgärten verschwunden sind, erleben sie in letzter Zeit wieder eine Renaissance. Immer mehr Hobbygärtner erinnern sich an dieses Gehölz und kultivieren es. Bereuen wird dies niemand: die Wildpflaume ist sehr anspruchslos, pflegeleicht und dekorativ. Ihre bizarre Wuchsform macht sie zu jeder Jahreszeit zu einem echten Eyecatcher.

Ist Wilde Mirabelle giftig?

Keines der Pflanzenteile der Wilden Mirabelle ist in irgendeiner Weise giftig für Menschen oder Tiere.

Oder essbar?

Kirschpflaumen
Kirschpflaumen

Genau wie andere Wildobstsorten ist auch die Kirschpflaume essbar. Geschmacklich ist sie eine echte Delikatesse, denn ihr Fruchtfleisch ist süß und saftig. Doch nicht nur das: Wilde Mirabellen haben einen hohen Gehalt an Vitamin B, Vitamin C, Pektin, Zellulose, Mineralien und Fruchtzucker, also sehr gesunde Inhaltsstoffe.

Wilde Mirabelle Erntezeit

Bereits im Juli sind die ersten Wildpflaumen reif und können geerntet werden. Dennoch lohnt es sich, ein wenig zu warten: je länger die Früchte reifen dürfen, desto saftiger und süßer werden sie. Generell zieht sich die Erntezeit bis in den September hinein.

Verwendung

Wilde Mirabellen lassen sich vielfältig zubereiten
Wilde Mirabellen lassen sich vielfältig zubereiten

Die Früchte eignen sich sowohl für den Rohverzehr als auch zum Verarbeiten. Frisch geerntet sind sie ein gesunder Snack für zwischendurch. Aufgrund ihrer starken Süße geben sie zudem einen hervorragenden Kuchenbelag ab. Besonders als Mirabellen-Käse-Kuchen sind sie zu empfehlen.

Darüber hinaus sind Wilde Mirabellen großartige und vor allem schnelle Energielieferanten. Aufgrund ihres hohen Gehalts an Fruchtzucker wird durch den Verzehr die Energie wieder aufgeladen – und dies auf eine gesunde Art und Weise. Pektin wirkt zudem verdauungsfördernd, während der hohe Kaliumgehalt eine entwässernde Wirkung mit sich bringt.

Wer lieber einen Vorrat für den Winter anlegen möchte, kann die Kirschpflaumen zu Mus, Marmelade, Gelee oder Konfitüre verarbeiten. Auch zur Herstellung von Chutney sind sie hervorragend geeignet.

Im Übrigen ist die Verarbeitung recht einfach, da sich die Kerne sehr leicht aus den reifen Früchten herauslösen lassen.

Gartenbista-Tipp: Im rohen Zustand ist der Vitamin C-Gehalt wesentlich höher als in verarbeitetem.

Tipps & Tricks

Die Blüten der Wilden Mirabelle können als Tee zubereitet werden, und zwar sowohl in frischem als auch in getrocknetem Zustand. Dieser schmeckt frisch und aromatisch und ist eine gute Abwechslung zu den gewöhnlichen Teesorten.

Auch die Blätter des Gehölzes können verwendet werden: sie haben einen leicht aromatischen Geschmack und können wie andere Küchenkräuter verarbeitet werden. Dies sollte allerdings immer zusammen mit anderen Kräutern geschehen, da die Würzkraft nicht besonders stark ist.

Die scharf-saure Würzsoße Tqemali wird ebenfalls aus Wilden Mirabellen hergestellt, und zwar aus reifen sowie unreifen Früchten in Verbindung mit speziellen Gewürzen. Je nachdem, in welchem Reifezustand sich die verwendeten Kirschpflaumen befinden, wird diese Soße entweder rot oder grün.

 

Symbolgraphiken: © M. Schuppich – stock.adobe.com; Malia – stock.adobe.com; elmowski – stock.adobe.com


, Kategorie: Obst

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