Säulenobstbäume: Pflanzen, Pflege, Schneiden & Sorten Tipps

Säulenobstbäume
Säulenobstbäume

Nicht jedes Grundstück bietet ausreichend Platz zur Kultivierung von Obstbäumen; eine sehr gute Alternative zu herkömmlichen Obstbäumen stellt das Säulenobst dar. Säulenobstbäume können auf kleinstem Raum angebaut werden; selbst auf Terrassen oder Balkonen ist dies möglich. Aufgrund der platzsparenden Kultivierung können so selbst in kleinsten Gärten verschiedenen Obstsorten angebaut werden; die Säulenobst Pflege ist nicht besonders kompliziert. Werden einige diesbezügliche Tipps beherzigt, kann sich jeder Gartenbesitzer oder Terrassenbesitzer über frisches, selbst angebautes Obst freuen.

Säulenobstbäume – Steckbrief von Gartenbista

Säulenobstbäume Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: sonnig bis halbschattig; geschützt
  • Boden: nährstoffreich; durchlässig
  • Pflanzen: Containerware ganzjährig; wurzelnackte Pflanzen im Herbst/Winter
  • Kübelhaltung: sehr gut möglich
  • Umtopfen/umpflanzen: in Kübeln gehaltene Pflanzen alle fünf Jahre umtopfen; Substrat erneuern; im Freiland gepflanzte Bäumchen nur umpflanzen, wenn der Standort sehr ungeeignet ist
  • Vermehrung: Veredelung in der Baumschule
  • Gießen: nach dem Einpflanzen; in Kübelhaltung regelmäßig
  • Düngen: im Frühjahr stickstoffreichen Dünger verabreichen; im Sommer kaliumhaltigen Dünger verwenden
  • Schneiden: Formschnitt im Sommer; Ausdünnen jederzeit möglich
  • Überwinterung: winterhart, Frostschutz jedoch empfehlenswert
  • Krankheiten: sortenabhängig
  • Schädlinge: sortenabhängig
Säulenapfel
Säulenapfel

Wissenswertes über Säulenobstbäume

Bei Säulenobstbäumen handelt es sich um Obstbäume, die nicht ausladend, sondern säulenförmig wachsen. Dies kann auf zwei verschiedene Arten erreicht werden:

  • Züchten von Obstbäumen, welche von Natur aus säulenförmig wachsen (natürliches Säulenobst)
  • Formschnitt von Obstbäumen (selektives Säulenobst)

Säulenobstbäume wurden ursprünglich als reines Naschobst kultiviert; dies bedeutet, die schlanken, bis zu 3,50 m hohen Bäumchen wurden angebaut, um selbst auf engstem Raum frisches Obst züchten zu können. So können diese Bäume auf Balkonen oder Terrassen, aber auch in sehr kleinen Gärten gepflanzt werden. Im Laufe der Zeit fanden auch Gartenbesitzer Gefallen an dieser Art der Obstbäume, die durchaus auch Platz für größere Exemplare haben würden. Kein Wunder: zum einen sehen die Säulenobstbäume sehr dekorativ aus. Zum anderen können sie sehr gut als Obsthecke gepflanzt werden, welche wiederum zur Abtrennung einzelner Bereiche des Grundstücks eingesetzt werden kann.

Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass es viele verschiedene Arten Säulenobstbäume gibt. Mischt man als Gartenbesitzer diese, kann man viele verschiedene Obstsorten in seinem Garten kultivieren – bei großen Obstbäumen wäre dies nur in den seltensten Fällen möglich. Last not least seien der gute Ertrag und die einfache Ernte zu erwähnen: aufgrund der schmalen Form und der geringen Höhe lassen sich Säulenobstbäume sehr gut abernten, da jeder Zweig und somit jede Frucht gut erreichbar sind. Selbst professionelle Obstbauern haben die vielen Vorteile des Säulenobstes erkannt und bauen dieses vielerorts bereits an.

Säulenobstbäume können – außer als Hecken – als Solitärpflanzen oder in Kübelhaltung kultiviert werden.

Im Gegensatz zu gewöhnlichen Obstbäumen ist das Säulenobst ein wenig pflegeintensiver: es muss regelmäßig geschnitten werden; in Kübelhaltung ist zudem ein regelmäßiges Umtopfen sowie ein Erneuern des Pflanzsubstrats unerlässlich.

Säulenobstbäume Arten und Sorten

Säulenapfel

  • Braeburn, sehr ertragreich, bis 2,50 m hoch
  • Campanillo, sehr geschmacksintensiv, maximal 2 m hoch
  • Gala, saftig bis 2,50 m hoch
  • Golden Delicious, ertragreich, 2,50 m hoch
  • Red river, ertragreich, robust, 2- 3,50 m hoch

Säulenaprikose

  • Armi-Col, robust, krankheitsresistent, maximal 2,50 m hoch

Säulenbirne

  • Concorde, geschmacksintensiv, bis 3,50 m hoch
  • Conference, braucht windgeschützten Standort, sehr ertragreich, 2,50 m hoch
  • Doyenne du Comice, sehr ertragsreich, bis 2,50 m hoch

Säulenholunder

  • Black Tower, duftende Blüten, 2 m hoch

Säulenkirsche

  • Claudia (Süßkirsche), sehr schmaler Wuchs, geschmackvolle Früchte, 2 m hoch
  • Joachim (Sauerkirsche), reicher Ertrag, 2- 3,50 m hoch

Säulenkiwi

  • Issai, sehr ertragreich, pflegeleicht, 3 m hoch

Säulennektarine

  • Licecol, schmaler Wuchs, ertragreich, bis 3 m hoch

Säulenpflaume

  • Black Amber, große, saftige Früchte, geschützter Standort, 2,50 m hoch

Säulenstachelbeere

  • Hinnonmäki, rote Früchte, ertragreich, 1,20 m hoch
Blühender Säulenapfel
Blühender Säulenapfel

Säulenobst benötigt sonnigen bis halbschattigen Standort

Um optimal gedeihen zu können, benötigen Säulenobstbäume ein sonniges bis halbschattiges Plätzchen. Wie die Bedingungen individuell sein sollten, hängt von der Art beziehungsweise der jeweiligen Sorte ab.

Generell ist es jedoch wichtig, dass der Standort möglichst geschützt gelegen ist. Säulenobstbäume mögen weder starke Winde noch starke Regenfälle; sie zeigen ihr Missfallen gegenüber derartigen Plätzen mit einem wesentlich geringeren Ertrag.

Bei der Wahl des richtigen Standorts ist zudem die zu erwartende Wuchshöhe des Bäumchens zu bedenken. Auch wenn derartige Obstgehölze schmal wachsen und demzufolge kaum Platz in der Breite für sich beanspruchen, so können sie doch Wuchshöhen von 3,50 m erreichen.

Säulenobstbäume Boden: nährstoffreich

Das Pflanzsubstrat für Säulenobstbäume sollte möglichst nährstoffreich und durchlässig sein. Keinesfalls darf es unnötig Wasser speichern, da die Obstgehölze keine Staunässe mögen. Dies gilt insbesondere für jene Pflanzen, die in Kübeln kultiviert werden.

Optimal ist es, der Erde Kompost unterzumischen; in Kübelhaltung werden handelsübliche Blumenerde und Kompost zu gleichen Teilen vermischt.

Säulenobstbäume pflanzen: So geht´s!

Säulenobstbäume, die als Containerware erworben worden sind, können ganzjährig an frostfreien Tagen eingepflanzt werden. Wurzelnackte Pflanzen hingegen sind in der Regel nur im Herbst/Winter erhältlich und sollten nach dem Kauf umgehend in die Erde gebracht werden:

  • Pflanzloch ausheben, welches dreimal so breit und doppelt so tief wie der Wurzelballen ist
  • Aushub mit Kompost mischen
  • Boden des Pflanzlochs großzügig mit dem Erdgemisch bedecken
  • Bäumchen mittig in das Pflanzloch stellen
  • Loch mit dem Rest des Erd-Gemisches füllen
  • Erde gut festklopfen

Aus der übrig gebliebenen Erde wird nun ein Gießrand gebaut; der Säulenobstbaum wird danach gründlich gegossen.

Werden mehrere Säulenobstbäume in einer Reihe als Naschhecke gepflanzt, so sollte der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen 50 cm betragen. Es ist empfehlenswert, die Pflanzen nicht in einer geraden Linie in die Erde zu bringen, sondern etwas versetzt. Dies sorgt nicht nur für eine schönere Optik der Hecke, sondern erleichtert auch die Ernte.

Gartenbista-Tipp: Nach dem Einpflanzen dem jungen Bäumchen einen Stab als Pflanzhilfe geben, welcher ihm ein gerades Wachstum ermöglicht.

Säulenobstbäume in Kübelhaltung kultivieren

Säulenobstbäume sind dafür prädestiniert, in einem Pflanzgefäß gehalten zu werden. Gerade, wenn kein Garten vorhanden ist, können die kleinen Obstbäume sehr gut auf der Terrasse oder dem Balkon gehalten werden.

Der Pflanzkübel sollte folgende Kriterien erfüllen:

  • Ausreichende Größe (mindestens 20 Liter Volumen; optimal wären mindestens 40 Liter)
  • Abflusslöcher, damit sich keine Staunässe bilden kann

Das Pflanzen selbst ist in wenigen Schritten erledigt:

  • Wurzelballen in einen Wassereimer stellen
  • Unten in das Pflanzgefäß Drainage aus Tonscherben oder Kies legen
  • Blumenerde zu gleichen Teilen mit Kompost vermischen und in den Kübel füllen
  • Bäumchen in das Substrat so einsetzen, dass die Veredelungsstelle kurz über der Erde liegt
  • Bambusstab oder Ähnliches als Pflanzhilfe einsetzen
  • So viel Erde auffüllen, dass noch ein Gießrand frei bleibt
  • Säulenobstbaum gründlich angießen

Säulenobstbäume umtopfen/umpflanzen

Im Kübelhaltung kultivierte Säulenobstbäume sollten alle fünf Jahre in ein größeres Pflanzgefäß umgetopft werden. Während dieses Procederes wird das gesamte bisherige Pflanzsubstrat gegen neues ausgetauscht.

Säulenobstbäume, die ins Freiland gepflanzt worden sind, sollten nur in jenen Fällen umgepflanzt werden, in denen sich der bisherige Standort als ungeeignet erweist. Ansonsten sollten die Gehölze nach Möglichkeit dort verbleiben, wo sie eingepflanzt worden sind.

Säulenobst Vermehrung

Die Vermehrung der Säulenobstbäume sollte Profis überlassen bleiben: in Baumschulen werden die Bäumchen veredelt. Diese Methode selbst zu versuchen, macht wenig Sinn; besser ist es, ein sortenreines Säulenobstbäumchen beim Fachmann zu kaufen.

Säulenkirsche
Säulenkirsche

Säulenobstbäume Pflege Tipps

  • Gießen: In der ersten Zeit nach dem Einpflanzen benötigen Säulenobstbäume viel Wasser; danach ist es nur noch sehr selten nötig, sie zu gießen – zumindest wenn sei im Freiland kultiviert werden. Säulenobst in Kübelhaltung hingegen hat einen hohen Wasserbedarf und muss regelmäßig eine Wassergabe bekommen. Staunässe ist dabei zwingend zu vermeiden.
  • Düngen: Eine Gabe stickstoffhaltigen Langzeit-Dünger im Frühjahr sowie eine weitere Gabe kaliumhaltigen Düngers im Sommer sind vollkommen ausreichend, um den Nährstoffbedarf der Säulenobstbäume zu decken.

Gartenbista-Tipp: Je größer der Kübel ist, in dem der Obstbaum kultiviert wird, desto geringer ist der Wasserbedarf!

Tipps zum Säulenobst Kultivieren

  • Säulenapfelbäume sollten nie mehr als 30 Früchte tragen, da ansonsten das Bäumchen zu viel Kraft verbraucht. Infolgedessen würde die Ernte im folgenden Jahr sehr gering ausfallen.
  • Säulenobstbäume können sowohl Selbstbefruchter als auch fremdbefruchtend sein. Zwar befruchten sich die meisten Sorten selbst, jedoch sollten vorsorglich von jeder Sorte mindestens zwei Bäumchen gekauft werden. Interessanterweise bringen in Fällen, in denen sie ein verwandtes Exemplar neben sich haben, auch die Selbstbefruchter einen höheren Ertrag.
  • Nach einem besonders ertragreichen Jahr die Säulenobstbäume mit einer zusätzlichen Gabe Dünger versorgen; optimal geeignet ist Kompost.

Säulenobstbäume richtig schneiden

Zu der Säulenobst Pflege gehört es unbedingt, seine Bäumchen regelmäßig zu schneiden. Geschieht dies nicht, können sie nicht geleichmäßig wachsen und drohen von unten heraus zu verkahlen. Beim Säulenobstbaum Schneiden ist Folgendes zu beachten:

  • Säulenobstbäume sollen pyramidenförmig wachsen
  • Haben die langen Triebe eine Länge von 80 cm erreicht, werden sie im Sommer eingekürzt
  • Wachsen sie danach in derselben Saison mehr als einen halben Meter, müssen sie erneut geschnitten werden
  • Seitentriebe auf maximal 40 cm einkürzen

Neben diesem Schnitt sollten zudem unerwünschte Neutriebe, welche aus dem Stamm herauswachsen, abgeschnitten werden. Das Besondere an diesem Ausdünnschnitt ist, dass er zu jeder Jahreszeit ausgeführt werden kann.

Gartenbista-Tipp: Jedes Jahr den Obstbaum 50 cm höher wachsen lassen, bis es die gewünschte Höhe erreicht hat!

Säulenmirabelle
Säulenmirabelle

Säulenobstbäume überwintern

Obwohl Säulenobst grundsätzlich winterhart ist, sollten die Obstbäume vor Frost geschützt werden, da dieser zu einem geringen Ertrag führen kann. Dieser Frostschutz kann bei Gehölzen in Kübelhaltung in zwei verschiedenen Formen erfolgen:

  • Säulenobst im Freien schützen
  • Säulenobstbaum in ein Winterquartier bringen

Wird sich für die erste Option entscheiden, werden mehrere Lagen

  • Frostschutzvlies oder
  • Bambusmatten

sowohl um den Stamm als auch um die Zweige des Bäumchens gewickelt.

Steht ein heller und frostfreier Raum zur Verfügung, kann der Pflanzkübel auch dorthin zum Überwintern gebracht werden.

Ist im folgenden Frühjahr kein Frost mehr zu erwarten, wird der Winterschutz entfernt beziehungsweise der Säulenobstbaum wieder ins Freie gestellt.

Säulenobst Krankheiten und Schädlinge

Es lässt sich nicht pauschal sagen, für welche Krankheiten und Schädlinge Säulenobst potentiell anfällig ist; vielmehr richten sich diese nach der individuellen Obstsorte.

 

 

Graphiken: © emer – Fotolia.com; alisseja – Fotolia.com (2); Isabelle de Silésie – Fotolia.com; guitou60 – Fotolia.com


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